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Die Plantage / C. Tarley

Mögt ihr auch so gerne Geschichten, die leicht historisch angehaucht sind und sich mit starken Frauen beschäftigen, dann solltet ihr unbedingt weiterlesen, denn ich habe ein neues Werk gelesen und möchte es euch vorstellen. Zwar ist es für mich eine arge Enttäuschung geworden, aber da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, könnte es vielleicht was für euch sein. 


==ooo BUCHFAKTEN ooo==
Autor: Catherine Tarley
Titel: Die Plantage
Taschenbuch: 880 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423249439
ISBN-13: 978-3423249430
Preis: € 16,90
Genre: Historisch, Liebe, Drama, Plantage, Südstaaten
Gelesen in: 5 Tagen

==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Catherine Tarley geboren 1957, arbeitete nach ihrem Studium als Dramaturgin für einen US-amerikanischen Filmproduzenten. Im Jahr 2001 kam sie als Produktmanagerin zu einem süddeutschen Buchverlag. Sie lebt mit ihrer Familie in München.

==ooo DAS COVER ooo==
Das Cover finde ich sehr ansprechend. Es ist ganz simple ein Haus im Hintergrund zu sehen, passend zum Thema Südstaaten. Im Vordergrund ist eine Blume zu sehen. Ich mag solche Umsetzungen und dementsprechend empfinde ich das Cover als angenehm, passend und schön.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Antonia – Witwe, Plantagen-Besitzerin
William Marshall  - Der böse Soldat, der eigentlich William Spencer heißt

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: USA
Zeit: 1781
Perspektive: Verschiedene Perspektiven
Alter der Figuren: Mitte 20, Anfang 30

==ooo AUSGEWÄHLTES ZITAT FÜR DIE VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==
Nacht. Sterne. Schmerzen. Ich bin verwundet ... ich sterbe. Zwischen  Gefallenen  lag  er  auf  dem  nächtlichen  Schlachtfeld, ein geschundener Körper mit zahllosen Verletzungen. Das Atmen fiel ihm schwer, jede Bewegung löste Qualen aus. Er verlor immer wieder das Bewusstsein. Aber der schmale Grat, der das Leben vom Tode trennt, war noch nicht überschritten. (Zitat S.9)

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
1781 – William Marshall Spencer ist dem Tode näher als den Lebenden. Mit letzter Kraft schafft er es vom Schlachtfeld des Unabhängigkeitskriegs auf seinem Pferd zu entkommen und landet in einem Stall. Der Stall gehört zur Plantage von Antonia und ihrem verstorbenen Mann Henry. Die Plantage steht vor dem Aus, denn sie wurde fast vollständig abgebrannt, die Bank will keine neuen Kredite bewilligen und ihr Schwager hätte am Liebsten selbst die Plantage oder würde sie zumindest an einen anderen Großgrundbesitzer verkuppeln, damit dieser im Auge behalten werden kann. Antonia will jedoch weder neu heiraten, noch die Plantage kampflos aufgeben, und so ist es ihr auch egal, dass William ein Engländer und somit Erzfeind ist, als sie ihn im Stall findet. Sie pflegt ihn mit Hilfe einer Indianerin, die mehr weiß, als sie offen Preis gibt. Irgendwie scheinen viele zu wissen, wer Will wirklich ist, wollen es Antonia allerdings nicht auf die Nase binden. Mit der Bank, dem halb verbrannten Haus und dem aggressiven Will hat sie schließlich genug zu tun. Als Will wieder gesund ist, bleibt er einfach und kümmert sich als Verwalter um die Plantage Legacy. Er macht sich komplett unentbehrlich und niemand wagt es ihn zu verraten. In dieser Zeit entwickelt sich eine zarte Liebesbeziehung zwischen Will und Antonia, die mit einer Schwangerschaft belohnt wird. Doch Will hat andere Pläne und möchte zurück in seine Heimat. Er macht sich auf die Reise und lässt Antonia einfach zurück und macht Platz für seine vielen Feinde, die ihre Chance wittern. Reed, mit dem Antonia schon über ihren Schwager verkuppelt werden sollte, hat großes Interesse an der Plantage, und ist durch seine aggressiven Anfälle unberechenbar. Zwar wird er immer wieder von seinem Freund Roscoe geschützt, aber auch dieser schreckt nicht vor Mord zurück und hat ebenfalls eine offene Rechnung mit Will. Und so ist es nur eine Frage der  Zeit bis Antonia ins Visier der beiden gerät.

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
„Die Plantage“,  das klang nach einem vielversprechenden Titel, der eigentlich genau meinem Beuteschema oder besser gesagt dem Beuteschema meiner Mutter entspricht. Die Hoffnung nach dem Klappentext groß, allerdings hat es die Autorin zu keinem Zeitpunkt geschafft mich wirklich zu überzeugen.

Der Einstieg in das Buch ist noch recht gut gelungen. Ein einsamer Soldat, der sich mit letzter Kraft rettet, eine arme Witwe, die vor den Ruinen einer Plantage steht. Eigentlich eine gute Ausgangslage, für einen solchen Südstaaten-Roman. Doch statt wie erwartet die Geschichte aus der Perspektive von Antonia zu erleben, wie es bei den meisten Romanen der Fall ist, wechselt die Perspektive zwischen den unterschiedlichsten Figuren. Die anfängliche Bindung zu Antonia, die gerade am aufkeimen war, wir dadurch gänzlich aus den Augen verloren und im späteren Verlauf hat man das Gefühl, in ihr nur noch eine Randfigur zu erleben.

Generell sind die Figuren nicht so, dass ich Luftsprünge machen würde. Reed und Roscoe sind zwei bösartige Charaktere, deren Handlungen so geschildert werden, dass der Leser eher das Gefühl hat einen Thriller zu lesen, statt einem guten Epos. Aber nicht nur die beiden sind unsympathisch, sondern auch Will, der ganz ehrlich nie zu seinen Taten steht, den alle Welt hasst, aber bei dem niemand etwas sagen möchte.  Und Antonia ist eben irgendwie schwach, obwohl sie stellenweise willensstark und kämpferisch wirkt, geht es immer wieder in ihrer Blindheit und Naivität unter. Beim Lesen baut sich keine Verbindung auf und durch die vielen Wechsel ist es auch schwer sich auf die Figuren einzulassen.

Stattdessen konzentriert sich die Autorin auf Details, die absolut unwichtig sind, und die Geschichte unnötig in die Länge ziehen. Immer wieder verliert sie sich in Beschreibungen und Schilderungen, die sich dann als einfacher Nebenstrang herausgestellt hat, den man deutlich kürzer genauso informativ und vielleicht sogar spannender hätte umsetzen können. Wozu muss eigentlich jede Person, die eine kleine Rolle spielt ihre Geschichte erzählen und zu Wort kommen. Das ist nun übertrieben, aber manchmal fühlt man sich so.

Viele Romane mit vielen Seiten haben einige langgezogene Passagen, sodass ich damit noch leben könnte. Allerdings baut die Autorin Fakten ein, die einfach nicht belegt sind, aus dem Stehgreif gegriffen wurden oder ganz einfach gesagt zumindest bei mir als Leser offene Fragen am Ende stehen lassen, die mich einfach nur nerven. Zum Beispiel Will in seiner gesamten Persönlichkeit ist eine wandelnde offene Frage. Am Anfang dachte ich nur, dass ich einfach nur den richtigen Zugang finden müsste, um es zu verstehen. Erst dachte ich, dass Will einfach nur mit einer anderen Person verwechselt wird. Dieser Spencer ist eine üble Persönlichkeit und ich konnte nicht nachvollziehen, warum niemand etwas unternimmt, wenn Will sich als ein anderer ausgibt. Im Laufe des Buches wird es jedoch deutlich, dass beide wirklich eine Person sind und bis zum Schluss konnte ich nicht nachvollziehen, warum ihn alle hassen, ihn leicht aus den Weg räumen könnten, aber niemand auch nur etwas sagt, ihn anschwärzt oder ähnliches. Auch andere Dinge sind einfach unklar. Zum Beispiel woher weiß er von der Schwangerschaft? Im Grunde ist sich Antonia erst viel später wirklich klar darüber. Und genau solche Fragen schwirren auch nach dem Buch durch den Kopf, man hat das Gefühl etwas überlesen zu haben, obwohl man weiß, dass das Buch genau gelesen wurde. Ich mag solche Sachen einfach nicht.

Abgesehen davon ist das Buch wirklich brutal, und dann wieder so langatmig, dass ich nach über 800 Seiten einfach froh war, als es endlich ein Ende hatte. So sollte kein Buch sein Eine Prise Liebe, ein Esslöffel Hindernisse, eine Messerspitze an Feinden und schon ist ein Roman eigentlich im Bereich Südstaaten gut. Hier wurde zu viel gewollt, und auf zu viele halbgare Ideen gesetzt. Mit Sicherheit nicht verkehrt und es gibt sicherlich viele Leser, die sich darüber freuen, ich war jedoch arg enttäuscht und möchte kein weiteres Werk mehr aus der Feder der Autorin lesen.

FAZIT: „Die Plantage“ ist ein klassischer Südstaaten-Epos, der jedoch an vielen Stellen nicht überzeugen kann. Wer keine Ausdauer hat und mit der einen oder anderen Schwäche leben kann, sollte einen Bogen um das Buch machen.


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