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Sterne über Sansibar / Nicole C. Vosseler

Heute habe ich ein Buch für euch, welches ich von meiner Mutter geschenkt bekommen habe. Sie liebt historische Romane genauso sehr wie ich. Zumindest, wenn sie in greifbarer Nähe spielen, etwas romantisch sind und von starken Frauen handeln. Das Buch klang auf jeden Fall vielversprechend und deswegen habe ich es nach nur wenigen Monaten auf dem SUB angefangen zu lesen. Begleitet mich nun in die Welt von Salima.


==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Nicole C. Vosseler wurde 1972 in Villingen-Schwenningen geboren und studierte nach dem Abitur Literaturwissenschaft und Psychologie in Tübingen und in Konstanz, wo sie heute lebt. Ihre Vorbilder sind M. M. Kaye und Margaret Mitchell. 2007 wurde Nicole Vosseler für ihren Roman "Der Himmel über Darjeeling" mit dem "Konstanzer Förderpreis", in der Sparte Literatur, ausgezeichnet.  (Quelle: Amazon.de)

==ooo DAS COVER ooo==
Das Cover ist schön, aber nichts, was ich als Highlight im Laden entdeckt hätte. Die Schiffe im stimmungsvollen Orange mit den Häusern im Hintergrund sind nett, beruhigend, aber leider auch nicht mehr.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Salima – Sie wird später zu Emily, geboren auf Sansibar, Tochter des Sultans
Heinrich – Salimas späterer Nachbar, Kaufmann und ein wunderbarer Mann aus Hamburg

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: Sansibar, Hamburg
Zeit:  1800-1900
Perspektive: Dritte Person aus Sicht von Salima
Alter der Figuren: 9-80

==ooo ZITIERTE ERSTE SÄTZE AUS DEM BUCH ooo==
Es würde ihre letzte Reise sein. Die letzte von so vielen. Einmal mehr ein Aufbruch ins Unbekannte. Einmal mehr alles hinter sich lassen, zerrissen zwischen dem, was zurückblieb, und dem, was auf sie wartete. Dieses Mal würde sie mit leichtem Gepäck reisen. Nichts nahm sie mit: keinen Koffer und keine Hut- schachtel, keinen Geldbeutel; keine Reue, keine Sorge und keine Furcht. Nur die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Irgendwann. (Zitat S.9 – Erste Sätze)

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
Salima ist schon immer ein Wildfang gewesen. Statt mit ihren Schwestern zu lernen, wie sich eine Frau gibt, fand sie es spannender mit ihrem Bruder um die Wette zu reiten, schießen zu lernen und viele andere tolle Dinge. Obwohl sie wusste, dass sie irgendwann heiraten muss und sie nie die Welt entdecken wird, hat sie die Hoffnung nie aufgegeben. Mit dem Tod des Sultans ändert sich jedoch alles. Es entbrennt ein Streit zwischen auf Sansibar, wer die Herrschaft übernimmt, und Salima gerät zwischen die Fronten. Zeitgleich erkrankt ihre Mutter schwer an einer Seuche, die viele Menschen von Sansibar das leben kostet. Salima ergreift unbewusst Partei und wird damit irgendwie zu einer Art Außenseiterin. In ihrer neuen Behausung, lernt sie den Kaufmann Heinrich kennen. Er ist charmant, witzig, liebenswert und nie aufdringlich. Sie verlieben sich ineinander und es dauert nicht lange, bis sie schwanger ist, aber Salima hat ihre Herkunft vergessen. Für sie als muslimische Prinzessin gibt es kein uneheliches Kind und schon gar nicht mit einem Ungläubigen. Ihnen bleibt nur die gefährliche Flucht von Sansibar nach Hamburg. In Hamburg ist es jedoch nicht so leicht, wie Salima es sich am Anfang gedacht hat. Sie wird zu Emily, heiratet ihren Heinrich, aber es ist ein anderes Land, eine fremde Kultur und nicht alle akzeptieren sie so, wie Heinrich es tut.

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
„Sterne über Sansibar“ ist mir schon vorher als Titel aufgefallen. Er klang exotisch und spannend. Für mich ist es mein erstes Werk der Autorin und ich muss sagen, dass ich wirklich sehr große Hoffnungen in das Buch hatte.

Zu Beginn wurden meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Zwar mehr durch Zufall und die Lust zu sehen, wie viele Seiten das Buch noch hat, habe ich schon recht früh das Namensverzeichnis entdeckt, und hatte daher weniger Schwierigkeiten die vielen exotischen Namen im Gedächtnis zu behalten. Bei den gefühlten hundert Geschwistern wirklich hilfreich. So habe ich dann auch gleich erfahren, dass es sich um die Biographie einer sympathischen und starken Frau handelte. Obwohl es peinlich ist, war mir dies als Hamburgerin bis dahin nicht bewusst, denn der Name Emily Ruete hat mir nichts gesagt. Da ich jedoch wahre Begebenheiten liebe, war ich wirklich happy.

Salima ist eine interessante Persönlichkeit. Geboren wurde sie 1844, bevor sie im Jahr 1866 mit ihrem Geliebten geflohen ist. Von Anfang an ist klar, dass sie nicht in die Umgebung ihres Elternhauses passt und eher ein freies Wesen hat. In ihr steckt ein neugieriges Mädchen mit dem Mut eines Jungen. Ich habe mich mit ihr sofort verbunden gefühlt, denn sie erinnert mich sehr an mich und meine Kindheit, denn ich fand die Jungenspiele ebenfalls toller als Puppen. Im Verlauf lässt sich die Autorin immer mehr darauf ein Salima und ihre inneren Kämpfe, Gedanken und Wünsche darzustellen, weswegen die Bindung zur Figur stark gefestigt wird.

Ihre Bindung zu Sansibar, die damalige Zeit, aber auch ihre Liebesgeschichte werden so spannend dargestellt, dass man das Buch die ersten 300 Seiten kaum aus der Hand legen kann. Man erlebt den Wandel von Salima zu Emily mit und erkennt, dass ein Name den Menschen nicht ändert. Gerade die Anfangszeit in Deutschland war für mich faszinierend. Ein Schock der Kulturen, die Integration, meine Heimatstadt vor vielen Jahren entdecken. Aber auch die Tatsache, dass man einmal sehen kann, wie sich „Flüchtlinge“ damals integriert haben, und wie es heute aussieht. Mit der Geburt der Kinder rückt aber irgendwann die Situation der Kinder in den Vordergrund. Sie sind noch mehr zwischen den Kulturen gefangen und ab hier wird es dann ganz ehrlich leider eher langatmiger. In Kombination mit einer leicht wehmütigen und nostalgischen Emily, merkt man, dass man oft kurz davor ist abzuschweifen.

Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte die Autorin die Zeit auf Sansibar und auch die anfängliche Zeit in Hamburg ausführlicher beschreiben dürfen. Auch die politischen Aspekte in Deutschland hätten gerne einige Seiten mehr haben dürfen. Zwar ist nichts unverständlich und es gibt auch keine Lücken, aber wie gesagt zum Schluss ist das Augenmerk einfach zu sehr auf die Familiengeschichte und deren Problematik ausgelegt. Vielleicht hätte man es auch in zwei Bücher aufteilen können.

Was ich schön finde, ist die Tatsache, dass die Autorin viele Bilder, Karten und Informationen auf ihrer Seite anbietet. Dafür muss man beim Lesen ab und an zum Handy greifen, aber die Informationen sind gold wert.

FAZIT: Für mich ist das Buch eigentlich gelungen. Exotisch, spannend und mit einer starken Persönlichkeit. Allerdings ist der anfängliche Wow-Effekt verloren gegangen und daher gibt es von mir nur vier Sterne.  Ich kann es euch empfehlen, aber habe im Nachhinein mehr erwartet.

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