Weltprobierer - Spezialitäten aus Libyen

Freitag, Juni 24, 2016 0 Comments A+ a-

Eigentlich hatte ich eine liebe Bekannte gefragt, ob sie mir die nächste Etappe aussuchen kann. Sie hat sich auch ein wirklich schönes Land ausgesucht, wo die Speisen jedoch sehr herbstlich sind, sodass ich mich spontan gestern umentschieden habe. Meine Wahl ist auf Libyen gefallen. Das Land selbst ist mir vollkommen fremd, und ich habe es nicht einmal mit einem Buch bereist, sodass ich wirklich neugierig war. Die Gerichte sind natürlich nicht LowCarb, können aber teilweise abgewandelt werden, falls einer meiner LowCarb-Leser interessiert ist. Dann ist es jedoch nicht mehr ganz so landestypisch.




Als Nationalgericht heißt es auf der einen Seite "Usban" auf der anderen Seite "Schorba". Letzteres ist eine deftige Suppe zu der ihr tolle Rezepte findet, wenn ihr einfach mal Nationalgericht Libyen eingebt. Ansonsten ist die Küche eher einfach, aber wohlschmeckend und vor allen Dingen gesund gehalten. Auf Grund ihres Ursprungs von den Nomaden, wir die Küche häufig auch schlicht "Zeltküche" genannt. Dementsprechend stehen Milch, Öl Grieß, Reis, Nudeln, Gemüse, aber auch Fleisch und Fisch auf dem Tagesplan. Alkohol und Schwein werdet ihr jedoch vergebens finden. Die Speisen selbst werden traditionell auf großen Platten angerichtet, wo sich die Gäste nach belieben bedienen können. Gegessen wird jedoch von außen nach innen und die Mitte darf nicht berührt werde, da sie für Allah bestimmt ist. Während des Essens gibt es offiziell keine Getränke. Er ist im Anschluss wird ein Krug mit Wasser oder Milch herumgereicht. Wichtig ist zu beachten, dass es sich hier nicht gehört einfach in den Krug zu atmen. Im Anschluss gibt es Kaffee und die Wasserpfeife.

MENÜ
Eigentlich hatte ich vor gehabt, euch immer das Nationalgericht vorzustellen, aber meine Männer sind absolut keine Suppenfans und wenn dann nur cremige Varianten. Dafür habe ich ein Rezept entdeckt, wo ich genau weiß, dass es allen schmecken dürfte, sofern ich es halbwegs gut zubereitet bekomme. Es ist laut einer Quelle ein sehr bekanntes Hauptgericht. Ich hoffe dementsprechend, das diese Angabe stimmt. Aber nun lasst euch einfach von mir nach Libyen entführen. Schon einmal viel Spaß beim Nachkochen. 

Vorspeise - Paprika-Eier-Salat
Leider finde ich hier nicht den Namen in der Landessprache, aber in verschiedenen Blog-Koch-Events und auch bei Foto-Seiten wird immer von diesem Salat und Libyen gesprochen, sodass ich diesen ausgewählt habe.
Zutaten für 4 Personen
  • 4 Eier
  • Salz, schwarzen Pfeffer
  • eine halbe Salatgurke
  • je 2 grüne und rote Paprikaschoten
  • 4 Stück Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • ca. 50 g entsteinte schwarze Oliven
  • 5 EL Olivenöl
  • 4 EL Balsamicoessig
  • 1 EL Zucker
  • 3 EL Saft von Zitronen


Zubereitung
  • Eier wie gewohnt 10 Minuten hart kochen. Dazu könnt ihr einen Topf, oder Eierkocher nehmen.
  • Gurke schälen, halbieren und mit einem Löffel entkernen.Paprikaschoten und Tomaten ebenfalls halbieren und von Kernen befreien. Im Anschluss alles in kleine Würfel schneiden. 
  • Die Paprikaschoten längs halbieren, von Stielansatz sowie Kernen befreien und zusammen mit den Tomaten waschen. Dannach die Tomaten halbieren, den Stielansatz heraus schneiden und ebenso die Kerne entfernen.
  • Zwiebel schälen und in Ringe schneiden.
  • Oliven entkernen, falls sie nicht schon sind und ebenfalls in kleine Ringe schneiden. 
  • Den Knoblauch schälen, pressen. Mit dem Öl, Balsamico und Zitronensaft vermengen, und mit Salz und Pfeffer abschmecken. 
  • Mit dem Gemüse vermengen und die Eier im Anschluss als Deko einfach hinlegen.

Geschmacksfazit
So ein Salat ist schon eine feine Sache. Laut Rezept sollen Oliven verwendet werden, da jedoch wirklich keiner bei uns diese kleinen schwarzen Früchte mag, habe ich darauf verzichtet. Zudem schmeckt das Dressing auch sehr gut, wenn ihr nur eine kleine Zehe Knoblauch nutzt. Die Umwelt freut sich eben. Ansonsten ist der Salat sehr lecker und kann im Sommer auch herrlich als Grillrezept verwendet werden. Etwas mehr und dazu ein frisches warmes Fladenbrot kann ich mir auch als Abendbrot sehr gut für meine Männer vorstellen. 

3,5 von 5 Punkten

Hauptspeise - Mubattan Kusha
Dahinter verbirgt sich ein Kartoffel-Hack-Auflauf, der lecker klingt und sich nicht kompliziert anhört. Für die LowCarb Fans können die Kartoffeln auch gegen Steckrüben ausgetauscht werden, da sie eine recht ähnliche Konsistenz haben. Allerdings ist das Gericht dann eben nicht mehr so ursprünglich.
 
Zutaten für 4 Personen
  • ca. 800g festkochende Kartoffeln
  • etwas Olivenöl zum Bepinseln der Kartoffeln
  • 1 gepellte Zwiebel
  • 500g Rinderhackfleisch
  • 1 Tomate
  • 1-2 TL Tomatenmark
  • 4 EL oder Petersilie
  • 4 EL Kresse, gehackt
  • 1/2 TL Zimt
  • Salz, Pfeffer
  • etwas Paniermehl

  • 2 TL Mehl
  • 3 Eier
  • 3 EL Kresse, gehackt
  • 3 EL Petersilie
  • Salz, Pfeffer

  • Butter


Zubereitung
  • Ich habe die Kartoffel leicht vorgekocht, damit sie später schneller im Backofen fertig sind. Abkühlen lassen, pellen und in ca. 0,5cm dicke Scheiben schneiden. Auf ein Backblech legen und bei 180 Grad Umluft goldgelb backen lassen. Wer mag, kann sie schon mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Nun den Ofen auf 190 Grad Ober / Unterhitze umstellen und eine Auflaufform mit Butter auspinseln, wie man es vom Kuchen her kennt.
  • Für das Hackfleisch die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und mit dem Hackfleisch, sowie etwas Öl in der Pfanne anbraten. Die Tomate ebenfalls kleinschneiden und mit garen lassen. Danach Tomatenmark und Kräuter unterheben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Danach den Zimt nicht vergessen. Wer sich etwas Zeit sparen will, kann auch schon stückige Tomaten aus der Dose verwenden
  • Nun wird die Eiermasse zubereitet. Die Eier mit dem Mehl vermengen und schaumig schlagen. Gewürze und Kräuter unterheben. 
  • Jetzt wird geschichtet. Erst kommen ein paar Kartoffeln und darüber etwas Eimasse (ca. 1/3). Darauf kommt die Hackmasse, die schön festgedrückt werden muss. Ganz oben kommt die andere Hälfte der Kartoffeln und die restliche Eimasse. Mit etwas Paniermehl bestreuen und für ca. 25 Minuten in den Ofen stellen. 
Geschmacksfazit
Der Auflauf schmeckt gar nicht schlecht. Mein Mann fand ihn allerdings etwas trocken. Nun gut, da gibt es schlimmeres. Allerdings war es eine sättigende Sache. Allerdings hätte es mit Nudeln doch glatt besser geschmeckt.



3,5 von 5 Punkten

Nachspeise - Grießkuchen mit Honig
Auch hier habe ich leider nicht den ursprünglichen Namen gefunden, was mich doch etwas wurmt. Allerdings ist der Kuchen von einer Köchin aus Libyen so zu finden, sodass wenigstens das Rezept wirklich sicher passt. 
  
Zutaten für 4 Personen
  • 200 g Weizengrieß 
  • 100 g brauner Zucker 
  • 100 g Weizenmehl
  • 30 g gerieben Mandeln
  • 1 TL Backpulver
  • 50 g Butter
  • 150 ml Milch

  • 50 g blanchierte Mandeln
  • 150 g Honig
  • 100 ml Wasser
  • 2 EL Orangenblütenwasser



Zubereitung
  • Die Butter bei geringer Hitze zerlassen und in dieser Zeit den Backofen Ober/Unterhitze 180 Grad vorheizen.
  • Den Grieß, Zucker, das Mehl, die geriebenen Mandeln und das Backpulver vermengen. Dann die zerlassene Butter unterheben.  Im Anschluss die Milch nach und nach zugeben, bis ein schöner Teig entsteht, der sich auf ein Backblech (eingefettet oder mit Backpapier vorher ausgelegt) verteilen lässt. 
  • Mittlere Schiene ca. 30 Minuten backen lassen. Oben sieht er goldgelb aus. 
  • Sind noch 10 Minuten Backzeit, gebt ihr den Honig und das Wasser in einen Topf und lasst es fünf Minuten kochen. Danach das Orangenblütenwasser zufügen.
  • Über den fertigen Kuchen gießen und die restlichen Mandeln darüberstreuen. 

Geschmacksfazit
Ich habe das Rezept wieder in Muffin-Förmchen gemacht und diesmal hat es etwas besser gehalten. Vielleicht sind die Rezepte, wo doch etwas Mehl vorkommt, dann doch besser. Übrig geblieben ist auf jeden Fall nichts.



4 von 5 Punkten

FAZIT
Geschmacklich hat uns Libyen eigentlich ganz gut gefallen. Nichts, was ich täglich essen müsste, aber ab und an sicherlich ganz nett. Ich denke mal, dass ich den Nachtisch und die Hauptspeise noch einmal irgendwann nachkochen werde. 

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