Filmkritik - Dracula Untold

Jetzt wo ich mich kaum noch bewegen kann, guckt mein Mann gerne mit mir am Abend einen Film. Diesmal haben wir uns bei Amazon Prime den Film "Dracula Untold" herausgesucht. Die Schauspieler waren bekannter, der Trailer sah vielversprechend aus, und ich mag Geschichten rund um Dracula. Definitiv besser als der letzte Horror-Trash, aber als geniales Highlight würde ich es nicht bezeichnen. 


FAKTEN
Titel: Dracula Untold
Land: USA
Jahr: 2014
Regie: Gary Shore
Darsteller:  Luke Evans, Sarah Gadon, Dominic Cooper
Laufzeit: 92 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

WORUM GEHT ES
Vlad lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Transsilvanien. Er selbst ist als der Pfähler bekannt und hat schon zahlreiche Kämpfe überlebt. Als Sultan Mehmed seinen Sohn und weitere Kinder als Krieger fordert, entscheidet sich Vlad zu rebellieren. Er tötet die Abgesandten und um den bevorstehenden Angriff zu überleben, lässt er sich auf eine uralte mystische Macht ein, die er wenige Tage vorher im nahe gelegenen Gebirge entdeckt hat. Er trinkt das Blut dieser Kreatur und kann nun drei Tage lang dessen Macht genießen. Sollte er in dieser Zeit jedoch Blut trinken, würde er sich endgültig verwandeln, ansonsten wäre er nach dieser Zeit wieder ein sterblicher. Als Dracula kämpft er gegen Mehmed und seine tausenden von Kriegern. Dabei stößt er schon bald auf Ablehnung seitens des eigenen Volkes. Nur seine Frau und sein Sohn stehen hinter ihm, als es zum Großangriff kommt, der von Vlad eine folgenschwere Entscheidung verlangt.


UNSERE FILMKRITIK
"Manchmal braucht die Welt keinen weiteren Helden, sondern ein Monster". Dieses Zitat sagt aus, was den Film von den meisten anderen Filmen unterscheidet und Vlad als Figur trotzdem zu einem Helden emporhebt. Trotzdem könnte genau dieser wichtige und entscheidende Punkt mehr ausgebaut werden. 

Vampir-Filme, Serien mit Vampiren oder die Geschichte rund um Dracula erfreut sich eines großen Booms. Warum nicht einfach auch die Seite erzählen, die so abseits vom Original ist, dass der Titel "Dracula Untold" wie die Faust aufs Auge passt. Es ist eine an sich schöne Idee, wie aus dem adligen Vlad, der waschechte Dracula wurde. Wie oben schon erwähnt, hätte dieser Aspekt einfach besser ausgebaut werden können. Die Idee von drei Tagen bis zur endgültigen Verwandlung und der innere Kampf gegen den Blutdurst sind an sich schön, kommen jedoch einfach zu kurz. Abgesehen von einigen Szenen, wo sich Vlad zurückhalten muss, um Freunde oder seine Frau nicht zu beißen, wird hier einfach zu wenig eingegangen. Auch die Tatsache, dass plötzlich alle erkennen, wer er wirklich ist und versuchen ihn in echter Dracula-Manier mit Kreuz, Sonnenlicht und Silber zu töten, ist nur von kurzer Dauer. Eine kleine Ansprache, die eher flach und nicht überzeugend ist, reicht aus, um die Meute von sich selbst zu überzeugen. 


Auch die Tatsache, dass es immer dann dunkel wird, wenn Vlad nach draußen muss, sorgt nicht unbedingt für eine authentische Umsetzung. Immerhin wirkt der Film dadurch recht düster und vielen wird nicht mal aufgefallen sein, das es in der einen Szene noch hell ist und dann innerhalb von wenigen Minuten nichts mehr vom Sonnenschein zu sehen ist. Es sind aber diesmal nur Kleinigkeiten, die im eigentlich Filme ehrlich gesagt, immer wieder untergehen, weil im nächsten Moment eine großartige Schlacht zu sehen ist. Sie sind nicht so eindrucksvoll, wie man im Trailer erhofft hat, aber sie können zumindest durch einige, wenn auch kurzweilige Action punkten. 

Unterstützt wird der Film ganz klar von den Schauspielern, die einen guten Job machen. Authentisch, einnehmend und perfekt für die jeweilige Rolle, wie ich finde.

Ein kleiner, weiterer Kritikpunkt ist der Schluss des Films, der wieder etwas unlogisch konstruiert wurde, um bei Erfolg auf eine Fortsetzung zu kommen. Alle anderen Vampire lösen sich auf und nur noch das Skelett ist zu sehen, aber Vlad trocknet nur aus? Er kann verhindern das sich Vampire ausbreiten, aber erst nachdem sein Sohn einige Meter flüchten konnte, statt sofort? Etwas mehr Logik hätte auch diesem Film nicht geschadet.

FAZIT - 3,5 von 5 Sternen
Der Film ist interessant, nicht perfekt, sorgt aber zumindest für einen zeitweiligen Spaß, sodass man am Ende aufsteht und nicht vollends enttäusch ist. 

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