Filmkritik: Robocroc

Mittwoch, August 24, 2016 0 Comments A+ a-

Lust auf einen neuen trashigen Horrorfilm? Diesmal geht es nicht um Haie, sondern um Krokodile. Lustige Idee, von der mein Mann und ich geteilter Meinung sind. Diesmal haben wir ihn kostenlos über Amazon Prime sehen können. Daher war es nicht ganz so schlimm. Man verpasst nichts, wenn man ihn nicht gesehen hat, aber er ist in meinen Augen ganz okay, und daher möchte ich ihn euch auch vorstellen. 


FAKTEN
Titel: Robocroc
Land: USA
Jahr: 2013
Regie:Arthur Sinclair
Darsteller:  Corin Nemec, Lisa McAllister, Keith Duffy, Steven Hartley, Dee Wallace, Florence Brudenell Bruce....
Laufzeit: 81 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16

WORUM GEHT ES
Wenn das Militär etwas entwickelt, dann macht es keine halben Sachen. Lediglich die Ausführung könnte besser geplant werden. Und so landen Nanoroboter, die in den Weltraum geschossen werden sollen im Krokodilbecken eines kleinen Zoos. Dort vereinigen sie sich sofort mit Stella, dem Krokodil, das sofort darauf reagiert und ihren Tierpfleger angreift. Innerhalb von wenigen Stunden verwandelt sich Stella vom Lebewesen in einen Roboter. Statt Fleisch und Blut gibt es nur noch Metall, Stahl und andere Komponenten. Ihr Ziel ist es zu überleben und so greift Stella alle an, die sich ihr in den Weg stellen. Blöd nur, dass der Zoo nicht abgelegen steht, sondern unterirdisch über Wasserrohre mit einem Angelgebiet und einem Wasserpark verbunden ist. So kann Stella immer wieder verschwinden und ihren Tötungstrieb ausleben. Schon bald ist das Wasser überall rot gefärbt und dem Zoo Mitarbeiter Duffy, sowie dem Militär wird klar, dass sie nun endlich richtig eingreifen müssen. Blöd nur, wenn ihre technische Entwicklung fast unzerstörbar ist und jemand etwa dagegen hat, das Stella ausgeschaltet wird. 

UNSERE FILMKRITIK
Nach "Sharknado" konnte es eigentlich nur besser werden. "Robocroc" ist anders, was meinem Mann weniger gefällt, mir aber zumindest durch bessere Aufnahmen und durchdachtere Story besser gefällt. Aber alles der Reihe nach. 

Das Robocroc ist in seiner freien Laufbahn sehr interessant und bietet Forschern sicherlich viele Wochen, um es überhaupt annähernd kennen zu lernen. Es frisst alles was menschlich ist, obwohl es keinen Hunger haben kann. Es kann klettern, so hoch springen wie ein Helikopter und ist so schnell wie ein Quad. Wasser ist jedoch trotz vieler technischer Details sein liebstes Element ohne auch nur etwas zu an Technik einzubüßen. 


Logik ist bei einem solchen Film einfach nebensächlich und das weiß jeder, der den Film auch nur vom Titel her kennt. Es sollte Trash-Horror vom Feinsten sein, kann aber leider in der Umsetzung nicht das bieten, was man erwartet.

Das liegt daran, dass der Film irgendwie nichts neues aufbringen kann, und sich systematisch an den meisten Horrorfilmen mit Krokodilen orientiert. Einziger Unterschied, dieses Krokodil wird innerhalb von wenigen Minuten zu einem Roboter. In fast allen Filmen kommt ein See, ein Angler und eine Kanalisation vor. An sich ist dies ja auch nicht schlimm, hätten man sich für einen einzigen Ort entschieden. Doch die Produzenten haben sich stattdessen für massig Schauplätze mit vielen leckeren Menschen entschieden, wodurch der Film nur in die Länge gezogen wird und dadurch ganz klar an Spannung verliert. Das wiederum liegt nicht daran, dass viele Orte einfach nur enttäuschend sind, sondern das kein Ort wirklich Action bzw. Horror bietet. Etwas Blut im Wasser, ein paar künstliche Leichen, wo man sich fragt, wie jemand an so wenig Blut am Bein sterben kann. Etwas realistischer dürfte es schon sein, selbst wenn man auf Grund der Altersfreigabe auf viele Details verzichtet, hätte man die Wunden nach dem Cut ganz klar authentischer gestalten können. Immerhin haben wir es nicht mit einem Messerstecher oder Virus zu tun, sondern einem Krokodil von 8m Länge. Etwas mehr künstliches Blut in der richtigen Farbgebung und vor allen Dingen an relevanten Stellen, hätte den Trash ganz klar auf eine andere Schiene gehoben. So kann man sich nebenbei die Nägel lackieren ohne wirklich was zu verpassen. 


Auch die Schauspieler und ihre Charaktere sind nicht das Gelbe vom Ei. Auf jeden Fall nicht so unmotiviert und talentierter als bei "Sharknado". Nur bringt die vorhandene Ernsthaftigkeit der Schauspieler wenig, wenn der Text oder die Logik hinter den Dialogen einfach nur auf Trash ausgelegt ist. Dadurch wirkt es einfach nur künstlich. Was hatte zum Beispiel mein Mann bemängelt. Da macht sich Duffy unglaubliche Sorgen um seinen Sohn, rettet ihn, und anstatt ihn mit zum Militär zu nehmen, was jeder sorgende und liebende Vater gemacht hätte, lässt er ihn bzw. die Gruppe alleine losziehen. Genauso später in der Kanalisation. Jeder sorgende Vater würde sagen, bleibt hinter mir  oder ich bringe euch hier raus. Stattdessen soll die Gruppe sich einen sicheren Platz suchen, obwohl niemand weiß wo Stella ist. Das ist Trash, aber nicht kombiniert mit der Ernsthaftigkeit, als wäre es der nächste Kassenschlager im Kino. Etwas mehr Selbstironie, wie ein 1A Trash-Horror nun mal mit sich bringt, hätte dem Film nicht geschadet. 

FAZIT 2 von 5 Sternen
Mit Sicherheit gibt es deutlich schlechtere Filme und bei Trash Horror darf man nicht zu viel erwarten, aber eins ist klar, der Fokus der Produzenten wurde falsch gesetzt. Statt Selbstironie und eine Menge ängstigender Szenen inklusive realistischem Kunstblut hätten dem Film mehr geholfen, als viele Schauplätze mit Cuts, nicht tödlich inszenierten Toden und einer Ernsthaftigkeit, die bei einem solchen Film einfach nicht passt. Ich fand es okay, da es zumindest eine Story von Anfang bis Ende mit rotem Faden war, aber das war es auch schon. Nur etwas für echte Hardcore-Fans, die wirklich alles sehen wollen. 

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