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Survive the night / Danielle Vega


Lust auf ein neues Leseabenteuer im Bereich „Jugend“ gefällig? Vorab kann ich schon einmal sagen, es ist nichts für schwache Nerven und mit Sicherheit ist es nicht perfekt umgesetzt, aber es ist ein ganz interessantes Buch und es hat mich zumindest bis zum Schluss in den Bann gezogen. Neugierig geworden?


FAKTEN ZUM BUCH
Autor: Danielle Vega
Titel: Survive the night
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Gulliver von Beltz & Gelberg; Auflage: Deutsche Erstausgabe (11. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3407747314
ISBN-13: 978-3407747310
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Originaltitel: Survive the night
Preis: € 14,95
Genre: Jugend, Horror
Gelesen in: 3 Tagen

DAS COVER
Das Cover ist ganz klar ein Highlight und hätte mich im Laden magisch angezogen. Pink, Totenkopf und modern. Mir gefällt es sehr gut.

FIGUREN IM ÜBERBLICK
Casey – Sportlerin, Ex-Tablettensüchtig, verliebt in Sam, Mitläuferin
Shana – liebt Drogen, Jungs und Action
Julie – Schönheit, witzig und im Bann von Dana
Aya – etwas mystisch
Sam – Ex Freund von Casey, warmherzig, mag keine Drogen
Woody – Bandkollege von Sam

INHALTLICHE FAKTEN
Ort: USA, NewYork
Zeit: 2015er
Perspektive: Casey
Alter der Figuren: 16

ERSTER SATZ ZUM EINSTIMMEN
Es stimmt nicht, dass tote Menschen so aussehen, als würden sie schlafen.“

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH
Casey ist nach einem Sportunfall nicht mehr die Alte. Nachdem ihre Freundinnen sie nicht im Krankenhaus besucht haben, und nur die verrückte Shana für sie da ist, gerät sie immer mehr in dessen Bann. Sie zieht mit ihr um die Häuser, fängt an zu trinken und Tabletten zu nehmen. Ihre neue Freiheit endet fast tödlich in einer Entzugsklinik. Danach möchte sie ihr Leben ändern, lässt sich aber erneut auf einen Trip mit Shana und der alten Clique ein. Gemeinsam geht es zu einem Konzert von ihrem Ex Sam, der sie kurz vor ihrem Absturz verlassen hat, weil ihm schon sein süchtiger Bruder gereicht hat. Nach dem Konzert beschließen sie auf die angesagte Underground-Party „Survive the Night“ zu gehen. Diesmal ist es in einem alten U-Bahn-Tunnel, und am Anfang ist es auch alles lustig. Doch dann überschlagen sich die Dinge. Shana verabreicht Casey heimlich Drogen, Casey erfährt die Wahrheit über Sam und dann dürfen sie auch nicht den Tunnel verlassen, weil die Security es schlichtweg verbietet. An sich noch zu verkraften wäre, da nicht plötzlich die Leiche von Julie, die übelst zugerichtet wurde, und die Tatsache, dass schon vorher hier Menschen verschwunden sind. Panisch macht sich die Gruppe auf der Suche nach einem Ausgang und trifft nach und nach auf ein Monster, das ihnen nach dem Leben trachtet.

SARAHS LESEEINDRÜCKE
Lust auf Horror a la Stephen King? Ja, den hatte ich und wenn jemand als Kind immer aus dessen Werken vorgelesen bekommen hat, muss davon auch etwas hängen geblieben sein. Der Klappentext hat mich auf jeden Fall sehr neugierig gemacht.

Die Autorin greift hierzu ein sehr interessantes und vor allen Dingen alltägliches Thema auf. Es geht um Drogen und wie schnell man in dessen Bann geraten kann. An Hand von Casey, die nach einen Unfall an Tabletten gekommen ist, sieht der junge Leser wie schnell man davon abhängig werden kann, und vor allen Dingen, wie schwer es ist, sich später eine Sucht einzugestehen. Anschaulich und ausführlich geht die Autorin auf das Drogenproblem ein. Zum Beispiel den Verlust von geliebten Menschen, die damit nicht klar kommen, die niedrigere Hemmschwelle und vieles mehr. Aus diesem Grund für mich schon ein schönes Jugendbuch, weil es realistisch abschreckt und aufklärt.

Das ist aber auch schon der einzige Aspekt, der mich an ein Jugendbuch erinnert, denn der Rest des Buches ist nicht unbedingt etwas für schwache Nerven und ist mit Sicherheit keine gute Einschlaflektüre. Vergleichbar mit den Horrorfilmen meiner Jugend. Man musste weiter schauen und hat sich doch geängstigt. Die Autorin weiß mit den Worten genau diesen Effekt hervorzurufen. Mit wenigen Adjektiven erschafft sie eine authentische, ängstigende Stimmung mit tiefen Wunden, heraus schauenden Knochen und einem unheimlichen Feind, der nicht greifbar ist.

An sich wirklich sehr schön, wäre da nicht immer der fade Beigeschmack, dass ich immer wieder dachte „Muss ich nicht verstehen“. Am Anfang war noch alles klar, Gruppenzwang, Drogen, Alkohol und der Wunsch nicht so zu enden, wie die anderen Patienten in der Klinik. Dank Rückblenden bekommt man ein klares Bild, wie Casey diesen Weg eingeschlagen ist und soweit ist noch alles ein perfektes Jugendbuch. Mit den Morden wird es spannender, aber leider auch undurchsichtiger, weil sich die Autorin in meinen Augen sehr festfährt. Und immer wieder kamen Fragen auf, die für mich als Leser leider nicht befriedigend aufgelöst wurden. Zum Beispiel habe ich nicht verstanden, warum sie einfach nicht raus dürfen. Hängt die Security mit drin? Warum warnen sie nicht die anderen Feiernden und warum werden nur sie verfolgt? Sinniger wäre es gewesen, wenn eben entweder auf den Security Typen verzichtet worden wäre, oder das „Monster“ alle angreift. Nun könnte man sagen, es liegt daran, dass die Auflösung in eine bestimmte Richtung gehen soll, aber auch diese ist sehr dünn und alles andere als befriedigend.

FAZIT: Obwohl der Schluss einen faden Beigeschmack hinterlassen hat, fand ich die Umsetzung, weil sie eben etwas spannender und brutaler war, sehr viel besser, als die meisten anderen Jugend-Horror-Psycho-Thriller. Etwas mehr Logik und eine bessere Auflösung und das Buch wäre ganz klar perfekt gewesen. So ist es aufklärend, flüssig zu lesen und ganz klar 4 Sterne.


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