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Nachtigallentrauer / Lea C. Krambeck

Heute habe ich endlich die Rezension zu einem Buch, an dessen Tour ich schon vor einigen Monaten teilgenommen habe. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich erst jetzt dazu gekommen bin, es auch richtig zu lesen. Dabei liebe ich solche Themen. Aber nun seid ihr sicherlich neugierig, wie es mir gefallen hat.

FAKTEN ZUM BUCH
Autor: Lea C. Krambeck
Titel: Nachtigallentrauer. Hamburg 1934
Taschenbuch: 380 Seiten
Verlag: Neopubli; Auflage: 1 (21. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737585318
ISBN-13: 978-3737585316
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 18 Jahre
Preis: € 14,90
Genre: Jugend, Weltkrieg, Geschichte
Gelesen in: 3 Tagen

DAS COVER
Das Cover ist ein schönes Foto von Hamburg bei Sonnenuntergang schätze ich. An sich sehr schön, wirkt aber sehr verwaschen und hätte ganz klar besser in Szene gesetzt werden können. Kräftigere Farben, klarere Linien und andere Bearbeitungsmöglichkeiten. Im Laden hätte ich es weniger beachtet.

FIGUREN IM ÜBERBLICK
Marion – Interessiert sich für alles, liebt Musik

INHALTLICHE FAKTEN
Ort: Hamburg
Zeit: 1930er Jahre

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH
Marion singt und liest gern und will alles ganz genau wissen. Nur die neue Klassenlehrerin schikaniert sie wegen ihrer Herkunft. Aber wieso soll auf einmal etwas an ihr schlecht sein? Ihr Vater ist doch fabelhaft, Einstein etwa nicht? Was hat der Führer eigentlich für einen Grund für seinen Judenhass? Liegt es an der Deutschlehrerin, dass das bei der Lektüre von "Mein Kampf" nicht klar wird? Marion verlegt sich auf Logik, beginnt in eigener Sache gegen die Rasseideologie an zu argumentieren, reizt die 'Ziegen' damit aber erst recht. Auf wen kann sie sich nun noch verlassen? Was sich noch leisten? Was ist überhaupt noch sicher, echt, gut? (Quelle: Klappentext)

SARAHS LESEEINDRÜCKE
Es klingt vielleicht für einige sehr komisch, aber ich mag Bücher, die sich um den zweiten Weltkrieg drehen, und sei es nur in der Entstehungsphase. Meine Mutter ist Baujahr 1938 und hat somit den Krieg mehr oder weniger live erlebt. Ich bin mit ihren Geschichten und vielen Büchern zu diesem Thema groß geworden. Daher mag ich sie einfach. In Kombination mit dem Schauplatz Hamburg, war für mich klar, dass ich das Buch für die Blogtour lesen werde.

Heute kann man sich nur noch aus Büchern und dem Fernsehen vorstellen, zumindest in Deutschland,, wie es ist, wenn man ständig in Angst lebt, auf Intoleranz von allen Seiten stößt und Freiheit ein kostbares Gut ist, das manchen Menschen einfach verwehrt wird. Zumindest nicht in diesem Ausmaß, wie es mit Hitler der Fall war.

Dafür nimmt sich die Autorin die Anfangszeit von Hitler vor. In ihrem Debüt-Roman versucht sie aufzuzeigen, was für Menschen damals betroffen waren, wie wissbegierig und weltoffen sie gegenüber allem waren, und durch die Präsenz von Hitler nicht ihren Weg gehen konnten. In diesem Fall ist Marion nicht nur intelligent, witzig und wissbegierig im Bereich der Wissenschaft, sondern auch noch Halbjüdin.

Um sie dreht sich die Geschichte, auch wenn es noch viele weitere Figuren gibt, die genauso wichtig, interessant und gut charakterisiert sind. Gerade dadurch ist es am Anfang unglaublich schwer den Einstieg in die Geschichte zu finden. Familienmitglieder, Klassenkameradinnen, viele neue Lehrer. Die Namen erschlagen den Leser und vor allen Dingen Menschen, die ein schlechtes Namensgedächtnis haben. Erst im Laufe des Buches festigt sich dieses Grundgerüst ist und kann seine Vielfältigkeit entfalten.

Während die meisten Bücher schnell von der Vorzeit in den eigentlich Krieg und die Verfolgung übergehen, befasst sich dieses Buch wirklich mit der Schulzeit und wie geprägt es durch den Nationalsozialismus immer anstrengender wurde. Fragen werden nicht mehr so gerne gesehen, bestimmte Lernziele ausgeblendet, manches darf die Jugend nämlich gar nicht wissen.

Gerade am Anfang kann auch dies sehr erschlagen, denn die Autorin springt recht häufig, um viele interessante und wesentliche Aspekte der Zeit einzufangen. Darunter Filme, Musik und andere Alltäglichkeiten. Es gibt ein rundes Bild der Zeit, trotzdem ist es nicht so leicht zu lesen, wie ich am Anfang dachte. Man merkt, die Autorin hat sich sehr viel und ausgiebig mit der Zeit auseinander gesetzt.

Bedenkt man jedoch, dass es sich um ein Jugendbuch handelt, dann wir klar, warum ich mich am Anfang so überfordert gefühlt habe, denn es ist definitiv schwerere Kost, als die üblichen Werke für Jugendliche. Ich würde sogar so weit gehen, dass mein Stiefsohn und seine Klasse das Buch genauso wenig ohne Hilfe verstehen würden, wie auch meine damalige Schulklasse. Einfach weil der Text an sich schon nicht leicht vom Stil ist, dazu die vielen Personen, Fakten, geschichtlichen Aspekte und vieles mehr.

Dabei bietet das Buch mit Sicherheit viel Potential für Schulen, denn es bietet unglaublich viel Material für die Diskussion, wie man sich selbst verhalten hätte. Auch „Mein Kampf“ wird hinterfragt und auseinandergenommen, wie es für den Unterricht gar nicht verkehrt ist.

Trotzdem ist und bleibt es in meinen Augen ein sehr schweres Buch gerade für Leser ab 14 Jahren.

FAZIT: Lea Krambeck ist ein interessantes und wertvolles Jugendbuch gelungen, das sehr tiefgründig ist. Damit wird sie aber nicht den Geschmack der Mehrheit treffen, einfach weil es nicht unbedingt leicht zu lesen ist und für ein Schulbuch wahrscheinlich zu viele Seiten hat. Es lohnt sich, aber das muss erst einmal entdeckt werden.
 
COVER                              💜💜💜
STORY                              💜💜💜💜
STIL                                 💜💜
CHARAKTERE                    💜💜💜💜
SPANNNUNG                     💜💜💜💜
HUMOR                             💜💜💜
LIEBE                               💜💜
GESAMT                           💙💙💙

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