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Buchkritik - Wir beide in schwarz weiß / Kira Gembri

Das folgende Buch habe ich schon in einer Blogtour vorgestellt, und möchte euch natürlich nicht meine eigene Meinung vorenthalten. Das Buch ruft nämlich bei mir sehr gemischte Gefühle hervor. Aber entscheidet doch einfach selbst, ob es etwas für euch ist. 


DAS COVER
Schwarz weißes Cover mit türkisfarbenen Schmetterlingen. Zwei Figuren, männlich und weiblich, hüpfen Händchenhaltend über Hindernisse. 

FIGUREN IM ÜBERBLICK
Alex – Borderliner
Kris - Extremkünstlerin

INHALTLICHE FAKTEN
Ort: Wien 
Zeit: 2015er

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH 
Kris ist nach dem Tod ihrer Schwester völlig aus dem Konzept. Sie liebt Kunst und möchte mit Hilfe dieser spüren das sie lebt und an ihre Grenzen stoßen. Statt zu malen, provoziert sie Menschen oder lässt sich in einem Glaskäfig mit Sand zuschütten. Alex ist mit seinem Leben hingegen halbwegs zufrieden. Er wohnt in einer coolen Wohngemeinschaft, die Frauen lieben ihn und sein bester Freund Jay ist immer an seiner Seite. Doch dann ändert sich das Verhältnis und Lea tritt in das Leben von Jay und der Wohngemeinschaft. Damit kommt Alex nicht klar. Er leidet unter einer schweren Form von Borderline und für ihn ist diese Situation die absolute Hölle. Kris, die er durch Zufall trifft und mit der eine interessante Kombination entsteht, versucht ihn aus seinem Trott herauszuziehen und sich somit auch irgendwie selbst zu helfen. Doch Alex kapiert viel zu spät, was Sache ist. Kann das gut gehen oder zerstört er damit auch Kris, die in gewisser Weise beide voneinander abhängig sind?

SARAHS LESEEINDRÜCKE
Ganz ehrlich, ich beneide Autoren, die jung und mit Talent gesegnet sind. Kira Gembri hat schon viele Jugendbücher herausgebracht und mit „Ein Teil von uns“ hat sie mich überzeugen können. Mit diesem Buch hat die Autorin mich jedoch nicht vollends überzeugen können. 

Und das liegt ehrlich gesagt am Einstieg. Der Stil selbst ist nämlich gewohnt modern, jugendlich angehaucht ohne billig zu wirken. Ich habe das Buch im ersten Moment gehasst. Das lag daran, dass ich das Gefühl hatte, ich würde einfach den ersten Teil benötigen, um eine Bindung aufbauen zu können. Sowohl Kris, als auch Alex waren so einzigartige Charaktere, die einem im ersten Moment fremd sind. Alex der Bad Boy, Kris die Durchgeknallte. Bis ungefähr Seite 110 hatte ich die Nase voll, und mich gefragt, ob ich überhaupt weiterlesen soll. Ich konnte viele Kritiken nachvollziehen, wo die Leser einfach nicht warm wurden. Das klärt sich aber mit den Seiten auf und ich glaube für viele wäre der Einstieg besser gewesen, wenn die Autorin gleich auf diese Dinge eingegangen wäre. Leider muss ich in meiner Rezension sehr viel Spoilern, einfach ich sonst nicht meine Meinung schreiben kann. Wer es nicht wissen möchte, einfach überspringen. 

SPOILER
Kris zum Beispiel versucht mit ihren außergewöhnlichen Aktionen ihre Grenzen ausprobieren, weil sie nach dem Tod ihrer Schwester einfach leer ist. Sie ist nur gestorben, weil ihre Eltern ihnen nie Grenzen gesetzt haben, und sie dadurch immer wieder welche provozieren wollte. Ähnlich ist es nun bei Kris, die aber so zusätzlich versucht ihrer Schwester näher zu sein und gleichzeitig sich selbst zu spüren, und die Trauer zu verarbeiten. Mit dem Hintergrund ist sie sympathisch. Ohne das Wissen ahnt man etwas, aber es ist nur ein Hauch, der sie eben total dämlich erscheinen lässt. Im Grunde nutzt sie diese Umsetzung, um zu zeigen, wie oberflächlich Menschen sind und das niemand sich die Mühe macht, den Grund für etwas herauszufinden, denn Verhalten hat meist einen Grund. 
Bei Alex ist es ähnlich. Er wird nur als der heiße Bad Boy wahrgenommen, den alle Frauen zu Füßen liegen. Im Grunde seines Herzens wünscht er sich jedoch Nähe, denn seitdem er von seiner Mutter abgeholt wurde und durch Pflegefamilien gereicht wurde, hat sich eine starke Verlust-Angst ausgebreitet. Sieht man nach außen nicht. Und damit wären wir bei seinem Borderline Syndrom. Viele verbinden damit nur Ritzen und auch bei mir war das so. Die Person schneidet sich einerseits um sich selbst zu spüren und manchmal auch für die nachfolgende  Aufmerksamkeit. Er schneidet sich nicht offensichtlich, sondern versteckt, damit es eben nicht jeder entdeckt. Ich selbst habe mich auch über Jahre leicht geschnitten, aber nicht um mich gut zu fühlen, sondern einfach um mich abzulenken, zu beschäftigen und weil ich mich nach Liebe gesehnt habe. Bei mir sieht man davon nichts, da ich bewusst oberflächlich war, bei ihm sieht man die Spuren deutlich. Was jedoch noch viel interessanter ist, und womit mich Kira dann letzten Endes überzeugt hat, war die Genauigkeit mit der sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Ich war überrascht, als plötzlich eine Eigenschaft, die ich damit gar nicht in Verbindung gebracht habe, auch zum Borderline hinzugezählt wurde. Plötzlich hat für mich mein früheres Verhalten einen Sinn ergeben, wo ic mir selbst nicht erklären konnte, warum ich so reagiere bzw. das es auch eine Art des Borderline Syndroms ist. 

SPOILER ENDE

Das Buch ist nun einmal sehr tiefgehend und nimmt erst ab Seite 100 wirklich Fahrt auf. Es ist  aber ein Kampf der sich ganz klar lohnt. Es gewährt einen Blick hinter die Fassade von zwei eher unbekannten „Krankheiten“, die Hilfe benötigen. Jeder auf seine Art und Weise. 

FAZIT: Man muss dem Buch, wie seinen Figuren Zeit geben. Es lohnt sich ist aber ein harter Kampf, von den man leider nicht immer vorher weiß. Von mir gibt es faire 4 Sterne. 

FAKTEN ZUM BUCH 
Autor: Kira Gembri
Titel: Wir beide in schwarz weiß
Gebundene Ausgabe: 300 Seiten
Verlag: Arena (1. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401602195
ISBN-13: 978-3401602196
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: € 14,99
Genre: Liebe, Borderline, Trauer
Gelesen in: 3 Tagen



COVER💜💜💜
STIL💜💜💜💜
CHARAKTERE💜💜💜
SPANNUNG💜💜💜
HUMOR💜💜💜 
LIEBE💜💜💜
GESAMT💙💙💙💙 

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