Buchkritik - An jenem dunklen Tag / Lucy Atkins

Vor einigen Wochen bekam ich eine Mail vom Bloggerportal, dass man sich neu registrieren müsse und es dafür ein kostenloses Buch geben würde. Ich habe lange geschaut, denn meine Favoriten kamen leider erst 2017 im Bereich Herz-Schnulzen. Und so hab ich spontan bei Horror und Thriller geschaut. Das Buch sprach mich sofort an und nun wurde es gelesen.


FAKTEN ZUM BUCH 
Autor: Lucy Atkins
Titel: An jenem dunklen Tag
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch) (11. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404174348
ISBN-13: 978-3404174348
Originaltitel: The Other Child
Preis: € 11
Genre: Psychothriller, Auswandern, Liebe, Baby
Gelesen in: 3 Tagen

DAS COVER
Fliegende, weiße Pollen. Sind das Pollen? Sorry, aber das Cover hat mir so gar nicht gefallen. Ein verschwommenes Foto oder gar eins der Herzfotos, die im Buch beschrieben werden, hätten mir eher gefallen.

FIGUREN IM ÜBERBLICK
Greg – Herzchirurg für Kinder, redet nicht über seine Vergangenheit
Tess – Engländerin, Schwanger, Mama und Frau von Greg
Joe – Sohn von Tess aus einer früheren Beziehung
Helena - Nachbarin

INHALTLICHE FAKTEN
Ort: USA, Boston
Zeit: 2015er

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH 
Tess verliebt sich während eines Foto-Shootings in den attraktiven Herz-Chirurgen Greg. Es dauert nicht lange und beide heiraten. Es könnte alles perfekt sein, aber zwei Dinge verändern die anfängliche Situation. Tess wird ungewollt schwanger und Greg bekommt ein Job-Angebot in seiner Heimat, den USA. Tess folgt ihm hochschwanger und lässt sich auf das neue Land ein. Doch in den USA ist es nicht so, wie sie es sich erhofft hatte. Greg ist fast nie da und ihre Nachbarin Helena ist ihr völlig unheimlich. Sie hält sich immer auffällig häufig in Gregs Nähe auf. Und dann muss Tess feststellen, dass ihr Mann unheimliche Briefe bekommt. Jeder glaubt ihren Mann zu kennen und als einer es steif und fest behauptet, beginnt Tess zu recherchieren. Dabei stößt sie auf ein tödliches Geheimnis. 

SARAHS LESEEINDRÜCKE
Ich habe mich so auf dieses Buch gefreut. Endlich mal wieder ein Psychothriller. Die Grundidee klang unglaublich verlockend und dann das. Das Buch ist beendet und hinterlässt ein schales Gefühl der Enttäuschung aufkommen. Meine Erwartungen wurden bei weitem nicht erfüllt, und das macht mich traurig. Aber was stört mich nun genau.

Schon nach wenigen Seiten zeigt sich der Stil der Autorin, der ein hohes Maß an Eingewöhnungszeit fordert. Er ist sehr einfach gehalten, setzt auf wenig verschachtelte Sätze, wenig Fremdwort und fördert so den Lesefluss. An einigen Stellen hätte ich es persönlich anders formuliert, aber solche Gedanken kommen mir erst, seitdem ich mich selbst mit dem Schreiben beschäftigt habe. Was mich stört sind die Rückblenden. Ganz unverhofft, mit einem neuen Absatz kommt eine winzige Rückblende, die dann sofort wieder in die Gegenwart springt. Ähnlich wie Gedankenblitze und damit habe ich mich schwer getan, denn ich persönlich bevorzuge ganz klar abgetrennte, deutlichere und gerne auch längere Rückblenden. Nach 70 Seiten hatte ich mich aber dran gewöhnt.

Weiter geht es mit Tess als Hauptfigur, die mich ganz ehrlich ebenfalls nicht überzeugen konnte. Nicht weil sie so früh geheiratet hat und ihrem Mann blind in die USA folgt. Ich selbst bin nach sechs Monaten mit meinem Mann und Stiefsohn zusammengezogen und habe auch sehr schnell geheiratet. Nur hat sie einen Charakter, der mir einfach nicht gefällt. Sie unterstützt ihren Sohn nur wenig, obwohl er offensichtlich Probleme hat. Das hatte mein Stiefsohn auch und ich war immer für ihn da. Auch ihre Schwangerschaft nimmt sie nur nebensächlich war. Sie schont sich kaum und rennt sogar bei Schnee barfuß nach draußen. Auch spätere Entscheidungen ihrerseits kann ich einfach nicht nachvollziehen. 

Das sind aber im Grunde alles nur nebensächliche Dinge, die bei einer guten Handlung, nichtig erscheinen. Und genau da setzt mein größtes Problem ein. Wo zur Hölle ist der Psychothriller? Es gibt keinen, sondern ein handfestes Familiendrama, als das ich das Buch auch eher bezeichnen würde. Im Ansatz schafft es die Autorin alle wesentlichen Ideen aufzugreifen und einfließen zu lassen. Unheimliche Nachbarin, Drohbriefe, das Gefühl von einer fremden Person im Haus, Merkwürdige Sachen rund um ihren Mann. Aber die Ansätze werden nur kurz aufgegriffen und nicht spannend weiter verfolgt. 

Nach der Hälfte wird dann klar, worauf das hinausläuft und das finde ich persönlich ganz ehrlich schade. Es macht einfach keinen Spaß. Zum Schluss versucht die Autorin noch einal etwas spannendes einfließen zu lassen. Wie ein kleiner Pups im Wind, verfliegt der Ansatz jedoch auch sofort und endet in einem Haufen Elend. 

FAZIT: Psychothriller ohne Spannung? Mir gefällt er aus diesem Grund leider gar nicht. In einem solchen Genre will ich einfach die Panik oder Angst spüren. Abgesehen vom leichten Stil gibt es nichts positives. 



COVERGESTALTUNG💜
ORIGINALITÄT DES INHALTS       💜💜
SCHREIBSTIL💜💜💜
UMSETZUNG DER FIGUREN💜
SPANNUNG UND TEMPO💜
HUMOR💜
ROMANTIK   💜  
GESAMT💙
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