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Buchkritik - Zweimal lebenslänglich / Jens Söring

Mit Jens um die Freiheit kämpfen


Oh mein Gott. Als ich das Buch von meiner Mutter geschenkt bekam, konnte ich ihre Begeisterung nicht nachvollziehen. Der arme Mann, so lange im Gefängnis. Selbst Schuld war meine Ansicht im ersten Moment. Nun zu seiner Geschichte.


FAKTEN ZUM BUCH 
Autor: Jens Söring
Titel: Zweimal lebenslänglich: Wie ich seit drei Jahrzehnten für meine Freiheit kämpfe
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Knaur TB (4. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426785439
ISBN-13: 978-3426785430
Originaltitel: NICHT SCHULDIG!
Preis: € 10,99
Genre: Biographie, Tatsache, Schicksal
Gelesen in: 3 Tagen

DAS COVER
Schwarz-Weiß Fotografie eines Mannes, der wohl Söring ist. Passt gut. 
FIGUREN IM ÜBERBLICK

INHALTLICHE FAKTEN
Ort: USA
Zeit: 1980er 

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH 
Seit dreißig Jahren sitzt der Deutsche Jens Söring in den USA im Gefängnis. Als junger Student legte er aus blinder Liebe ein falsches Geständnis ab, um seine damalige Freundin vor der Todesstrafe zu bewahren. Am Ende wurde er zu einer zweimal lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. 
Eindringlich und mit großer sprachlicher Kraft erzählt er in diesem Buch von dem fatalen Fehler, der ihn die Zukunft kostete, von der Hoffnungs­losigkeit des amerikanischen Haftalltags und von seinem bis heute andauernden Kampf um die Freiheit.  (Quelle, Klappentext)

SARAHS LESEEINDRÜCKE
Es ist ein Schicksal und dieses Buch kritisch zu bewerten, fällt mir unglaublich schwer. Sollte, warum auch immer, Jens Söring diese Rezension also lesen, dann möge er mir verzeihen. 

Als ich das Buch von meiner Mutter bekam, wollte ich nachvollziehen können, warum sie mit dem „jungen“ Mann litt. Ich für meinen Teil konnte schon vom hören, seine Naivität einfach nicht nachvollziehen. Nun gut, der Fall spielte sich ab, als ich noch klein war und somit kannte ich ihn nicht aus den Medien.

Ganz neu und unverbraucht habe ich mich an dieses Schicksal gemacht. Jens Söring ist ein wortgewandter Mensch. Er hat eine außergewöhnliche Sprachbegabung, die in einem normalen Roman sicherlich viel Lob bekommen würde. Ich empfand es in der Biographie jedoch nicht ideal. Ich empfand es schwerer dem Schicksal zu folgen, weil die Sprache ablenkt. Ich denke, an einigen Stellen, etwas einfacherer formuliert, nicht so schön und das Schicksal hätte mehr berührt. Aber das ist natürlich eine Frage des Geschmacks. Wie die vielen Meinungen zeigen, sind die meisten Menschen gerade von seinem Talent begeistert.

Inhaltlich, was soll ich da bemängeln? Es ist sein Leben, seine Entscheidungen, sein verdammtes Schicksal. Es ist traurig und doch empfinde ich einfach nur Wut beim Lesen. Da ist ein junger Mann, der sich für unbesiegbar hält. Ob er es nun getan hat oder nicht, kann niemand von uns beurteilen. Wir wissen nur, was die Medien sagen oder er behauptet. Was mich stört? Ganz ehrlich, ich finde es dreist. Diese Überheblichkeit, diese Naivität und dann zu jammern, man möchte raus. Ganz ehrlich, selber schuld. Ich bin auch naiv, aber ich hätte nie für jemanden so etwas gemacht. Ich hätte ihn wahrscheinlich sogar selbst übergeben.
Vielleicht für meine Kinder, aber ich glaube nicht mal da. Wer weiß, wozu der Mensch danach noch fähig ist. 
Hinzu kommen Widersprüche. Mal weiß er was, dann wieder wusste er nichts. Klar, ist es über die Jahre irgendwie verschwommener. Man redet sich etwas ein, ist sich nicht mehr sicher. Egal wie wichtig oder ausschlaggebend die Situation war, das Gedächtnis spielt eben gerne Streiche. 

Nein, ich weiß nicht, ob er schuldig ist oder nicht, aber in meinen Augen sitzt jemand, der so gestört ist, eine solche Schuld aufs ich zu nehmen, gerechtfertigt. Aber deswegen bin ich kein Richter geworden. Mich hat das Buch nicht von seiner Unschuld überzeugt.

FAZIT: Gehobener, wortgewandter Stil, der einzigartig ist, aber nicht zu einem Schicksalsroman passt. Hinzu kommt, dass ich für diesen Mann keine Sympathie erlangen kann. Ich muss als Neuling den Fall an Hand seiner Erzählung beurteilen. Klar, könnte ich mich einlesen in die Materie, aber wenn mich schon ein Unschuldiger mit seiner Erzählung nicht überzeugen kann, warum sollte ein Richter ihm glauben?  Es tut mir leid, dass er in der Situation ist, aber wie sagt man so schön. Jeder Mensch schaufelt sich selbst sein Grab.

COVERGESTALTUNG💜💜💜💜💜
ORIGINALITÄT DES INHALTS       💜💜💜💜💜
SCHREIBSTIL💜💜💜💜💜
UMSETZUNG DER FIGUREN💜💜💜💜💜
SPANNUNG UND TEMPO💜💜💜💜💜
HUMOR💜💜💜💜💜
ROMANTIK   💜💜💜💜💜   
GESAMT💙💙💙💙💙

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