Die Brunnenmeisterin / Peter Dempf

Lasst mich euch heute in eine längst vergangene Zeit entführen. 

Wer mich kennt weiß, dass historische Romane eher selten gelesen werden, daher habe ich das Buch auch ganz oben auf meinen aktuellen Bett-Stapel gestellt. Tja, und dann hat es mich so fasziniert, dass ich es ungelogen an einem Abend in der Wanne ausgelesen habe. Schrumpel-Haut inklusive, aber es hat sich gelohnt. Vielleicht was für euch?


FAKTEN ZUM BUCH
Autor: Peter Dempf
Titel: Die Brunnenmeisterin
Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch) (12. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404173880
ISBN-13: 978-3404173884

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Genre: historisch, Deutschland, Liebe, Frauen
Preis:10,00
Gelesen in: einem Tag

DAS COVER
Gähn, schnarch. Öde hoch zehn. Sorry, aber bei dem Thema hätte ich mir einen Brunnen oder eben die innere Zeichnung als Cover gewünscht. Der Rücken einer Frau kann entzücken, passt aber null.

FIGUREN IM ÜBERBLICK
Julia - Brunnenmeisterin, Witwe
Hannes - Ihr zukünftiger Pflichtmann
Michael - Geselle und Traumehemann von Julia
Marie - Magd von Julia
Gernot - Töpfer

WORUM GEHT ES
Augsburg, 1515: Nach dem Tod ihres Mannes muss Julia als Brunnenmeisterin die Arbeit am Laufen halten. Sie ist noch jung und hat den Betrieb voll im Griff, bis plötzlich ein schwerer Unfall passiert. Sabotage sagt der Altgeselle und so scheint es auch. Denn kurz darauf wird ihr von der Stadt angeraten wieder zu heiraten. Sollte sie keinen passenden Mann finden, wird sie den nutzlosen Hannes heiraten müssen. Ansonsten verliert sie Stand und Haus. Aus ihrer Not, aber auch aus Liebe heraus will sie den Altgesellen Michael heiraten. Doch immer verschwindet er und geht nicht auf ihre Avancen ein. Stattdessen ist immer Hannes in ihrer Nähe und gerät immer wieder mit Michael aneinander. Plötzlich verschwindet dieser und Julia ist sich sicher, dass Hannes seine Finger im Spiel hat. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die Sabotage und kommt einen schlimmen Komplott auf die Schliche. Doch zum Glück entdeckt sie auch, dass Michael lebt. Er kann ihr helfen, alles richtig zu stellen. 

MEINE LESEEINDRÜCKE
Historische Romane sind nichts für Jedermann. Die Problematik ist bei mir persönlich, dass ich mich für die Geschichte interessiere, jedoch mit veralteter Sprache nicht anfreunden kann. Oft sind auch die Plots einfach trocken oder schwer zu verfolgen. Gerade erst hatte ich ein solches Exemplar und musste mich durch diese Seiten kämpfen. Das ist bei diesem Roman hier jedoch nicht der Fall.

Peter Dempf greift auf einige altertümliche Begriffe zurück, aber diese sind so leicht verständlich und dazu noch mit einer aktuellen Sprache kombiniert, dass sich das Buch einfach nur sehr gut lesen lässt. Dafür spricht auch die Tatsache, dass ich es an einem Abend durchgelesen habe.

Neben dem guten, leichtfüßigen Stil überzeugt auch die Handlung. Eine einzigartige Mischung aus historischen Fakten, einer Wasserversorgung, die so gar nichts mehr mit unserer jetzigen zu tun hat, einer Liebesgeschichte und auch viel Spannung und Humor. Letzteres vor allen Dingen durch die Figur Julia, die durch Sprüche und Handlungen einen Leser zum Schmunzeln bringt. 

Neben ihr befinden sich zahlreiche Charaktere, die scheinheilig, offen, lieb, sympathisch, verschlagen und vieles mehr sind. Damit möchte ich sagen, sie sind vielseitig, manche erfüllen ihre Klischees, aber sind allesamt greifbar und plastisch gestaltet. Mit ihnen macht die Geschichte sehr viel Spaß.

Man lernt nicht nur viel über die damaligen Städte, Politik und Fraurenrechte, sondern eben auch über die Wasserversorgung. Ich persönlich finde es interessant und zu keiner Zeit langatmig oder zähflüssig.

Einen Kritikpunkt gibt es jedoch und das ist der Schluss. Die Person, die nachher Julia am Ende heiraten wird, wird so nebenbei eingeführt. Zwar richtig und auch präsent, aber man geht davon aus, dass er eher unwichtig ist. Warum die Person dann plötzlich so starke Gefühle entwickelt und auch Julia war für mich nicht so greifbar, wie zuvor bei Michael. 

FAZIT
Abgesehen vom Schluss, der mich eben nicht rundum überzeugen konnte, ist es ein wunderbares Buch, das ich einfach nur empfehlen kann. Fünf Sterne für einen historischen Roman soll bei mir schon was bedeuten. Lieber Peter, ich danke dir für diese aufregende Reise in die Vergangenheit. 


COVER💜💜💜
STIL💜💜💜💜💜
CHARAKTERE💜💜💜💜💜
SPANNUNG💜💜💜💜💜
HUMOR💜💜💜💜 
LIEBE💜💜💜💜💜
GESAMT💙💙💙💙💙
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