Batya Gur - Du sollst nicht begehren

===Buchdaten===
Autor: Batya Gur
Titel: Du sollst nicht begehren
Verlag: Goldmann
Erschienen: 2001
ISBN-10: 3442449359
Seiten: 506
Einband: TB
Kosten: 7,50€
Serie:


===Meine Inhaltsangabe===
Ein Kibbuz als friedliches Modell von einer besseren Welt entpuppt sich als wahrhaft mörderisches Ort. Inspektor Ochajon hat die leidvolle Aufgabe den Tod der schönen Kibbuz-Sekretärin untersuchen, die an einer Überdosis Pflanzenschutzmittel starb.
Schritt für Schritt macht er sichmit dem Kibbuz vertraut und stellt fest, daß hinter der Fassade von Harmonie und Solidarität tödliche Konflikte lauern..

===Meine Meinung===
Der Titel des Buches klang für mich sehr spannend. Das Cover dagegen war recht schlicht gehalten und wirkt orientalisch. Die Inhaltsangabe hingegen klang nach einem guten Krimi.

Schon am Anfang des Buches bekommt der Leser den Hinweis, dass Wörter am Ende des Buches erklärt werden. Für mich ein Schock, da ich nach mehreren Büchern mit seitenlangen Begriffserklärungen, solche Listen hasse. Auch wenn sie sinnvoll sind. Zum Glück ist hier sehr wenig erklärt, sodass man wenig blättern muss.

Der Einstieg in den Krimi beginnt mit einem Fest im Kibbuz. Mir wurden Personen näher gebracht und ich bekam einen kleinen Eindruck wie ein Kibbuz aussieht. Da mir der Begriff Kibbuz ein Fremdwort war und auch nicht erklärt wurde, musste ich mich hier über das Internet informieren. Wikipedia ist in diesem Punkt sehr lehrreich. Während dieser Einführungsphase gibt es viele Sprünge. Zum Beispiel neue Personen, Zeiten und Orte im Kibbuz. Die Hauptfigur, Ahron, besucht dieses Fest als Besucher, da er vor Jahren den Kibbuz verlassen hat. Nach diesem Fest fängt er eine Affäre mit seiner Ziehschwester, die immer noch im Kibbuz lebt und inzwischen Witwe geworden ist, an. Und genau diese Frau wird ermordet. Nach rund 100 Seiten. Wie ihr seht, die Einführung zum Mord war wirklich lang und ich musste mich mehrfach zusammenreißen, damit mir nicht die Lust und der Faden verloren ging. Zwar ist es später fürs Verständnis wichtig, aber einfach zu lang. Ich hab einen spannenden Krimi erwartet und bei solchen Büchern habe ich wenig Lust erstmal 100 Seiten bis zum Mord zu warten. Die Erklärung, wie die Frau ermordet wurde, ist auch sehr langatmig, denn der Pathologe geht auf frühere Fälle mit dem gleichen Gift ein. Tut mir leid, aber braucht man so was? In meinen Augen nein, denn es lenkt vom eigentlichen Fall ab, ich musste mir neue und im Grunde unwichtige Namen merken. Für mich wird die Story unnatürlich in die Länge gezogen.
Der Stil ist bildhaft und die Figuren authentisch. Leider hat die Autorin das Verlangen, ständig zu springen. Ich musste häufig nachlesen, um zu begreifen, wo ich mich gerade befand. Wenn dies durch einen Absatz oder ein neues Kapitel sichtbar ist, mag ich solche Sprünge gerne, aber hier wurde mitten im Text auf einmal die Zeit oder der Ort gewechselt. Ich empfand dies als anstrengend.
Gelesen habe ich das Buch an zwei Tagen. Am Anfang konnte ich den Krimi nicht aus der Hand legen. Ich wollte schließlich verstehen was ein Kibbuz ist und endlich zum Mord und den Ermittlungen gelangen. Das macht schließlich dieses Genre aus. Später musste ich mich aufraffen, um zu erfahren wer der Mörder ist. Die Kapitel sind urig lang. Gerade wenn man wie ich unterwegs viel liest, ist das sehr ungünstig. Hier konnte ich wenig gute Pausen im Text finden und daher war ich auf ein neues Kapitel angewiesen, wenn ich aufhören wollte. Manchmal fehlte aber die Zeit bis zu einem neuen Kapitel oder man hatte noch etwas Zeit, die aber nicht für ein gesamtes Kapitel reichte. Im Grunde braucht man rund 20-30 Seiten für ein Kapitel. Insgesamt gab es 20 Stück. Also nicht sonderlich viele.

Mir persönlich hat dieser Krimi nicht sonderlich gefallen. Daher fällt es mir schwer ihn weiterzuempfehlen. Da es aber bei Ciao und auch auf anderen Seiten einige positive Rezensionen gibt, werde ich das Buch an Personen empfehlen, die Fan der Autorin sind oder denen die Sprünge und die vielen unwichtigen Themen nicht stören.

===Bewertung===
Von mir bekommt dieses Werk lediglich zwei Sterne. Mir war die Einführung zu lang, es kamen teilweise unwichtige Sachen vor und das Lesen machte mir kaum Spaß.