Ana Castillo - Das Wunderhaus der Sofi Garcia

===Buchdaten===
Autor: ana Castillo
Titel: Das Wunderhaus der Sofi Garcia
Originaltitel: So Far From God
Verlag: Aufbau
Erschienen: 2000
ISBN-10: 3351023448
Seiten: 240
Einband: TB
Kosten: 2,00€ gebraucht
Serie:


===Inhaltsangabe===
Sof Garcia heiratet besseren Wissens einen Spieler, der sie nach der Geburt des vierten Kindes über Nacht verlässt. Jahre ziehen ins Land, bis er wieder vor ihrer Tür steht. Um ihre vier Kinder muss sie sich alleine kümmern. Esperanza, die verlassen wird, arbeitet als Moderatorin im Fernsehen. Fe ist Bankangestellte und erleidet einen Nervenzusammenbruch, als sie von ihrem Verlobten vor dem Traualtar verlassen wird. Caridad, die schönste, wird ebenfalls verlassen und stürzt sich in Liebesaffären, bis sie an den Falschen gerät, der sie vergewaltigt, verstümmelt und sie nur knapp am Leben lässt. Wie durch ein Wunder ist sie über Nacht die Alte. Keine Anzeichen für das Erlebte. Nein, sie kann sogar hellsehen. La Loca erleidet im Alter von drei Jahren einen Anfall und erwacht erst wieder auf ihrer Beerdigung, wo sie zum Kirchendach fliegt und danach alle Menschen meidet.

===Meine Meinung===
Das Buch klang sehr vielversprechend und ich ging davon aus, dass ich eine spannende Lebensgeschichte über Sofi Garcia und ihre Töchter erfahre. Unten stand auch das Kommentar vom Hitspanic News: „ Beim Lesen fühlt man sich zurückversetzt in Großmutters Küche, voll wundersamer Geschichten und magischer Gerüche.“ Ein Buch ganz nach meinem Geschmack dachte ich. Pustekuchen. Hätte ich nicht so wenig zu tun gehabt, eine lange Bahnfahrt und einen noch längeren Arztbesuch, ich hätte es abgebrochen. So einen Mist hab ich schon lange nicht mehr gelesen.

Der Einstieg war sehr gut gewählt, denn La Loca hat schon auf der ersten Seite ihren Anfall und wird für Tod gehalten. Ob es Scheintod, echter Tod oder nur Koma war, hab ich leider nicht herausgefunden. Nun gut, so was passiert auch in echt. Dementsprechend musste ich den Absatz ihrer Genesung fünf Mal lesen, denn dort flog sie aufs Kirchendach. Ich dachte symbolisch, aber nein sie ist einfach wie ein Engel aufs Kirchendach geschwebt. Okay, danach erfährt man etwas über die anderen Töchter. Komisch ist, dass alle anderen und auch die Mutter von ihren Männern verlassen werden. Zwar auf immer andere Art und Weise, aber ich fragte mich, ob die Autorin keine besseren Ideen hatte. Als dann plötzlich Caridad, die total verstümmelt ist, wie neugeboren nach einigen Tagen vorgefunden wird, als hätte es diesen Vorfall nie gegeben, war ich schon sehr verwirrt. Doch nicht nur das. Caridad kann sogar danach hellsehen und die Lottozahlen weiß sie auch. An dem Punkt hatte ich die Nase voll. Total unrealistisch. Fantasie ist zwar schön und gut. Lese ich total gerne, aber doch nicht in einer solchen Geschichte. Diese Dinge passen überhaupt nicht in die Handlung. Die Charaktere waren für mich auch nicht sehr sympathisch geschrieben. Es ist zwar alles detailliert und bildhaft beschrieben, aber wenn die Charaktere so unrealistisch dargestellt werden, sind sie mir nicht sehr sympathisch.

Gelesen habe ich das Buch an einem Tag und ich war ehrlich froh, dass ich es aus der Hand legen konnte. Einmal und nie wieder. Wobei ich hier auch auf dieses eine Mal hätte verzichten könnte.

Empfehlen kann ich das Buch nicht wirklich. Einen Roman, den ich selbst am Liebsten abgebrochen hätte, kann ich nicht empfehlen.

===Bewertung===
Die Idee mag vielleicht gut sein, aber für mich ist die Umsetzung einfach misslungen. Unrealistisch und kaum authentische Charaktere. Da macht das Lesen keinen Spaß.