John Grisham - Der Gefangene

===Buchdaten===
Autor: John Grisham
Titel: Der Gefangene
Originaltitel: The innocent Men
Verlag: Heyne
Erschienen: 2008
ISBN-10: 3453265319
Seiten: 462
Einband: TB
Kosten: 9,95€
Serie:


===Inhaltsangabe===
Eine wahre Begebenheit: Debbie arbeitet als Bardame im »Coachlight Club« in Ada. . Auch Ron Williamson, ehemaliger Baseballprofi, inzwischen depressiv, alkoholkrank, und Stammgast im Club, sitzt oft bei ihr an der Bar. Eines Morgens wird die junge Frau vergewaltigt und erwürgt in ihrer Wohnung aufgefunden. Sechs Jahre nach dem Mord werden Ron Williamson und sein Freund Dennis Fritz aufgrund einer Falschaussage der Tat bezichtigt. Williamson wird zum Tode, Fritz zu lebenslanger Haft verurteilt. Beide beteuern ihre Unschuld. Elf Jahre verbringt Williamson unter grausamen und entwürdigenden Haftbedingungen in der Todeszelle. Kurz vor seiner Hinrichtung zeigt eine DNA-Überprüfungg, dass beide unschuldig sind. Sie werden freigesprochen. Der wahre Täter wird wenig später verhaftet.


===Meine Meinung===
Als ich das Buch aus dem Karton genommen habe, war ich sehr erfreut, da John Grisham zu meinen Lieblingsautoren zählt. Eine wahre Begebenheit, die von ihm umgesetzt wird, muss einfach ein Bestseller sein.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt mit der Ermordung von Debbie. Ihre letzen Schritte werden rekonstruiert. Der Stil ist hierbei wie bei einem Zeitungsbericht oder einer Polzeiakte sehr sachlich. Dies passt zu dem Einstieg in meinen Augen sehr gut. Danach lernte ich Ron kennen. Seine gesamte Lebensgeschichte. Sie ist wichtig, aber durch den Berichtstil wirkte sie zu sachlich, als das ich eine Bindung zu ihm aufbauen konnte. Schnell wird deutlich, dass mich hier kein üblicher Thriller oder Roman erwartete, sondern ein Sachbuch. John Grisham hat lediglich alle Fakten zu dem kompletten Fall gesammelt und diese sachlich und erschütternd vermittelt.
Die Geschichte geht sehr ans Herz, zumindest als ich angefangen habe, mir den sachlichen Stil besser vor Augen zu führen.( Dies hätte John Grisham aber von sich aus, ebenfalls umsetzen können.) Dadurch gelang es mir den labilen und depressiven Ron näher kennenzulernen. Es ist nicht nur tragisch, dass Debbies Mörder so lange frei herumgelaufen ist, sondern auch wie sie gestorben ist. Für Ron bedeutete es viele Qualen und ich habe, ab seiner Verurteilung richtig mit ihm gelitten. Am Anfang hielt ich ihn für einen verzogenen Bengel, der sich einfach alles erlauben konnte, aber nichts im Leben auf die Reihe bekommen hat. Das liegt aber an der Erziehung, machte ihn mir aber nicht sympathischer. Trotzdem hat niemand ein solches Leben verdient. Daran würde so mancher, auch sehr starker, Mensch zerbrechen.
Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass John Grisham ein wichtiges Thema ausgewählt hat und dieses ganz gut umgesetzt hat. Eine richtige Anklage an die Justiz von Amerika.
Trotzdem konnte ich mich während des gesamten Lesens nicht an den berichtartigen Stil gewöhnen. Außerdem hat der Autor viele Fakten sehr häufig wiederholt und dies nervte manchmal schon. Gerade wenn es um die vermasselte Karriere ging.
Durch den Kampf mit dem Stil, brauchte ich drei Tage zum Lesen. Wäre ein romanähnlicher Stil verwendet worden, hätte ich sicherlich nur zwei Tage benötigt. Hier wäre aber das Ausmaß der Situation gar nicht so gut vermittelt worden.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der gerne Tatsachen-Romane liest. Gerade da jedem so etwas passieren kann.


===Bewertung===
Von mir erhält das Buch wegen der vielen Wiederholungen und des Stils lediglich drei Sterne. Sonst hat der Autor einen sehr bildhaften Stil, der hier einfach in den Fakten untergegangen ist.