Marie-Luise Schmidt - Wie Bäume ohne Wurzeln

===Buchdaten===
Autor: Marie-Luise Schmidt
Titel: Wie Bäume ohne Wurzeln
Originaltitel: -
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1995
ISBN-10: 3404612132
Seiten: 364
Einband: TB
Kosten: ab 0,50€ gebraucht bei Amazon
Serie: Bastei Lübbe – Erfahrungen

===Inhaltsangabe===
Marlies und ihr Mann haben eine eigene Tochter, Tonia, die eines Tages nach dem Kindergarten einen Jungen zum Spielen mitbringen will. David, ein Heimkind. Als sie ihm ein Spielzeug schenkt, da Marlies nicht erlaubt, dass er für immer bleibt, muss er es am nächsten Tag wieder bringen. Marlies begleitet ihn ins Heim und sieht die schlechten Umstände. Zusammen mit ihrem Mann übernehmen sie eine kleine Gruppe, die sie dort betreuen, um ihnen eine bessere Kindheit zu ermöglichen. Anfangs ist die Heimleitung noch dafür, aber schnell werfen sie die Familie raus. Sie bewerben sich für alle als Pflegeeltern und bekommen zehn Heimkinder zur Pflege. Über alle Hindernisse, Erlebnisse und Kämpfe mit Behörden,Schulen und den Kindern wird in diesem Buch berichtet.

===Meine Meinung===
Die Erfahrungsbücher von Bastei Lübbe habe ich immer gerne gelesen. Daher war ich sehr froh, dieses Buch im Überraschungspaket zu erhalten. Der Inhalt klang sehr vielversprechend, da es sehr bewundernswert ist, dass eine Familie so viele Pflegekinder zu sich nimmt und ihnen ein wirklich gutes zu Hause gibt.

Der Einstieg in diese Biographie beginnt mit dem Tag, wo Tonia David mit nach Hause bringt. Es war schon hart zu lesen, wie dieser kleine Junge nur einen Wunsch hatte, bleiben zu dürfen. Nach dem Marlies im Kinderheim war, konnte ich nachvollziehen warum. Das ist doch keine Kindheit. Von daher fand ich es gut, dass sich die Familie immer mehr um die Heimkinder kümmerte und später sogar eine eigne Gruppe eröffnete, um den Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Das die Heimleitung der Gruppe solche Steine in den Weg legt, war zu erwarten und ich freute mich sehr, dass es der Familie mit der Unterstützung von Freunden gelang, die Kinder zumindest als Pflegekinder zu behalten. Die Erfahrungen, welche die Familie mit dem Leser teilt sind teilweise unglaublich. Durch die vielen unterschiedlichen Ängste der Kinder, brauchen sie viel Zuwendung und eine individuelle Betreuung. Dabei fällt aber auch der alltägliche Haushalt an. Es ist interessant zu lesen, wie die beiden Eltern mit vielen Dingen umgehen. Schlechte Noten, Diebstähle, Feiern und das ständige Problem mit dem lieben Geld. Ich hätte nicht gedacht, dass der Staat hier solche Hürden in den Weg legt. Wenn man sieht, wie viel Geld ein Kinderheim bekommt, aber diese Familie, die genau die gleiche Arbeit macht, bekommt nicht mal ansatzweise so viel. Die Schilderungen sind authentisch und sehr bildhaft. Dabei wird ein einfacherer Stil verwendet, sodass das Lesen sehr einfach von der Hand geht. Ich habe selbst gar nicht gemerkt, wie schnell ich mit der Geschichte zur letzten Seite gekommen bin.
Gebraucht habe ich für das Buch drei Tage. Das lag aber auch daran, dass ich wegen meinem Geburtstag weniger Zeit zum Lesen hatte. Vom Thema her, hätte ich sonst alles in einem Zug gelesen. Leider wiederholen sich viele Punkte in dem Buch, zwar werden Geld- oder Schulprobleme immer in andere Geschichten eingebunden oder betreffen andere Familienmitglieder, aber irgendwo kommen einen bestimmte Passagen bekannt vor, was mich manchmal schon langweilte. Trotzdem konnte ich bei vielen Geschichten lachen oder war traurig, wenn etwas sehr zu Herzen ging.

In der Hälfte des Buches findet man einige Bilder, über die Familie. Hier hätte ich mich sehr gefreut, wenn wirklich jedes Kind auch einzelne Fotos gehabt hätte. So wirkte es auf einige Kinder beschränkt.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der gerne Erfahrungsbücher liest. Ein wirklich klasse Thema, welches noch nicht so häufig aufgeschrieben wurde. Auch wenn das Buch recht alt ist, kann ich es jedem ans Herz legen.

===Bewertung===
Von mir bekommt das Buch wegen dem Thema und der guten Umsetzung fünf Sterne. Auch wenn einige Passagen wiederholt werden, ist es im Großen und Ganzen eine gelungene Umsetzung.