Marielle Righini - Die Florentinerin

===Buchdaten===
Autor: Mariella Righini
Titel: Die Florentinerin
Originaltitel: Florentine
Verlag: Heyne
Erschienen: 1996
ISBN-10: 3453124340
Seiten: 294
Einband: TB
Kosten: 2,20€ gebraucht auf dem Flohmarkt
Serie:

===Inhaltsangabe===
Vor dem Hintergrund des mittelalterlichen Florenz, wo Kunst und Kultur ein goldenes Zeitalter erleben, erzählt Mariella Righini die fesselnde Liebesgeschichte zwischen der schönen Florentinerin Simonetta und Giuliano de Medici.
Ein Roman über ein ergreifendes Frauenschicksal, der die Pracht der Fürstenhöfe, Sitten und Gebräuche sowie die Kunstschätze jener Zeit mit einer Fülle von Details farbig und lebendig schildert.

===Meine Meinung===
Historische Romane können gut, aber auch total schwer zu lesen sein. Dieses klang aber recht interessant, da es sich um eine fesselnde Liebesgeschichte handeln sollte. Auf eine schöne Herz-Schmerz-Geschichte hatte ich richtig Lust.

Der Einstieg beginnt damit das Simonetta im Jahre 1469 im Alter von 16 Jahren nach Florenz kommt und mit Marco Vespucci verheiratet wird. Leider ist er dem Alkohol zu getan und macht um sie einen großen Bogen. Er erscheint nicht mal zur eigenen Hochzeitsfeier und flüchtet, sobald er sie erblickt. Enttäuschend, aber Simonetta macht das Beste daraus und bei ihren Streifzügen durch Florenz lernt sie Giuliano kennen und für beide ist es Liebe auf den ersten Blick. Sie aber verheiratet und er soll als Kardinal anfangen.
Die Geschichte wird aus Sicht beider Beteiligten erzählt. Nicht unbedingt abwechselnd, aber immer erfährt man etwas aus Simonettas Sicht und die Zeit danach wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von Giuliano erzählt. Diese Art von Erzähltechnik ist zwar schön und gut, gefällt mir persönlich aber überhaupt nicht. Bei manchen Werken ist es wichtig, das man beide Seiten kennenlernt. Meist werden dann aber die gleichen Begebenheiten erzählt und dann ist es langweilig. In diesem Fall wird immer weiter erzählt, sodass nichts wiederholt wird, aber dadurch hatte ich das Gefühl immer einen Teil zu verpassen. Die Geschichte an sich ist trotzdem sehr mitreißend. Simonetta, die heiratet und von ihrem Mann nicht beachtet wird und dann das Herz eines Frauenheldes erobert. Sobald ich in der Geschichte war, viel es mir leichter dem Inhalt zu folgen. Während der ersten 50 Seiten hatte ich wegen der älteren Sprachwahl etwas Schwierigkeiten. Die beiden Figuren oder in diesem Fall sogar Personen wurden authentisch umgesetzt, denn Simonetta Vespucci und Giovanni de Medici gab es wirklich. Sie hatten eine Affäre und auch die Zeichnungen bzw. Gemälde wurden so gezeichnet, wie es im Buch steht. An dieser Stell muss ich sagen, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat. Gerade jemand, der sich nicht sehr gut mit dieser Zeit auskennt, bekommt einen farbenfrohen Eindruck über die Renaissance.
Trotzdem hatte ich mir das Buch nicht gar so traurig vorgestellt. Die Namen hatten mir nichts gesagt und erst später gemerkt, wie real dieses Schicksal doch war. Als Simonetta an Schwindsucht erkrankt, ist es sehr tragisch und die Autorin schildert den Teil so gefühlsecht, dass sogar mir die Tränen gekommen sind. Als dann auch noch Marco die Ehe annullieren lassen will, sodass Giuliano und Simonetta hätten glücklich werden können, holt sie der Tod. Wenn das nicht traurig ist, dann weiß ich es nicht. Als sie ihr Leben aushaucht, ist es sehr dramatisch geschildert und trotzdem altmodisch. Klar spielt das Buch in einer Zeit, wo der Sprachstil gut passt, aber gerade jüngeren Lesern, wie mir fällt es auch nach vielen Seiten noch etwas schwer und wir finden einige Sätze, die uns das Lesen erschweren. Ich musste so manchen Satz doppelt lesen, um den Sinn wirklich zu begreifen und zu verinnerlichen.

Gelesen habe ich diesen historischen Liebesroman innerhalb von drei Tagen. Es war recht schwer, sodass ich nicht mehr als 100 Seiten wirklich konzentriert lesen konnte. Danach habe ich gemerkt, dass ich etwas überlese und lieber abgebrochen. Die vielen Namen und der alte Stil haben einfach dafür gesorgt.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der gerne historische Romane oder sich für diese Epoche interessiert.

===Bewertung===
Von mir erhält das Buch vier Sterne. Abzug gibt es wegen der alten Sprache. Mir hat es etwas den Lesespaß genommen. Ansonsten ist es farbenfroh und authentisch.