Susanne Nort - Zwischen den Toren

===Buchdaten===
Autor: Susanne Nort
Titel: Zwischen den Toren
Untertitel: Weltenwanderer 14
Verlag: Arcanum
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3-939139-44-7
Seiten: 58
Einband: Heft
Kosten: 4,95
Genre: Fantasy
Serie: Weltenwanderer

===Genehmigter Klappentext===
Alana, Tochter der Tore, besitzt die Gabe, die Seelen Sterbender zum Todestor zu begleiten oder sie von dort zurückzurufen. An ihr ist es, die Rückkehr des Verlorenen in die Welt der Lebenden zu verhindern. Doch als Alana gezwungen wird, die Seele des ersten Kriegslords Jarell zurückzuholen, statt ihren sterbenden Vater zu begleiten, machen Zorn und Verbitterung sie unvorsichtig und angreifbar. Die Hinterlist des Verlorenen scheint aufzugehen …

Zwischen den Toren von Susanne Nort ist der vierzehnte Band der Reihe „Weltenwanderer“.

Werden Sie zu einem Wanderer zwischen den Welten und lassen Sie sich verzaubern von der Vielfalt der unterschiedlichen Einblicke, von dem Ideenreichtum der Autorinnen und Autoren!

===Weltenwanderer===
Die Reihe Weltenwanderer ist keine übliche Fantasy Reihe eines Autoren, sondern setzt sich aus verschiedenen Fantasy-Geschichten zusammen. Jede Geschichte stammt aus einer anderen Feder. Somit haben weder Figuren, Orte oder Situationen mit einem anderen Werk etwas zu tun. Alle Werke stammen aus einem Wettbewerb und werden nun nacheinander veröffentlicht.

===Meine Meinung===
„Zwischen den Toren“ ist der 14. Band der Weltenwanderer-Reihe im ArcanumVerlag. Es handelt sich hierbei um Geschichten verschiedener Autoren, die bei einem Wettbewerb ausgewählt wurden.

Die Geschichte beginnt mit der jungen Alana und dem Tag, an dem sie zum ersten Mal ihre Fähigkeiten entdeckt. Erst Jahre später, kommt es zu einem erneuten Versuch ihre Kräfte einzusetzen. An diesem Tag beschließen die Eltern ihre Tochter zu den Töchtern der Tore zu bringen. Nachdem sie gelernt hat mit ihrer Gabe umzugehen, muss sie an die Front. Zwischen zwei Königreichen ist der Friedensvertrag ausgelaufen und dieser wurde nicht verlängert. Als der erste Kriegslord tödlich verletzt wird, muss sie helfen ihn zurück zu seinem Körper zu führen. Doch bei der Rückführung setzt sich der Geist des Verlorenen in ihm fest und sorgt für viel Chaos in der menschlichen Welt.

Beim Lesen dieser Geschichte schoss mir mehrfach der Name Marion Zimmer Bradley in den Kopf. Erst kürzlich habe ich wieder ein Werk aus ihrer Feder gelesen und finde, dass Susanne Nort viel mit dieser Autorin gemeinsam hat. Bei beiden Autoren steht eine weibliche Protagonistin und deren Gefühlswelt im Vordergrund. Zudem ist der Schreibstil genauso bildhaft und leichtverständlich.

„Zwischen den Toren“ hat mich in eine Welt geführt, die von der ersten bis zur letzten Seite gut durchdacht ist. Diese Welt steckt voller Magie, aber auch realen Bedingungen. Da sind die Sterbenden, die Alana zurückführen kann, aber eben auch Krieg, Bauern, Könige, Macht und Tod. Diese Mischung empfinde ich als passend und interessant.
Der romantische Aspekt, den ich von Anfang an erwartete, wurde nie ausgeführt. Alana ist eine liebenswürdige, hilfsbereite Figur, die ich sofort in mein großes Leser-Herz geschlossen habe. Ihre Beweggründe, Emotionen und Handlungen sind authentisch und ließen sie sympathisch wirken. Dann ist da der zweite Kriegslord, dem sie helfen möchte, den Verlorenen zu bannen. Schon nach dem ersten Streit bin ich davon ausgegangen, dass sich hier etwas anbahnen wird. Aber das erwartete Happy End kommt überraschend in einer anderen Form. Dadurch verleiht die Autorin ihrem Werk noch mehr Realität.

Auch wenn der Heftroman nur sehr kurz ist, empfand ich die Geschichte durchaus fesselnd und musste sie in einem Zug durchlesen. Wer bei einem Heftroman, wie ich, im ersten Moment an Kitsch a la Cora denkt, der täuscht sich. Diese Geschichte hätte ohne Aufzufallen bei einer Anthologie von Fantasy-Autoren wie Marion Zimmer Bradley, Mercedes Lackey oder Wolfgang Hohlbein dabei sein können. Mir hat die Qualität dieses Werkes gefallen. Teilweise ist „Zwischen den Toren“ sogar spannender, als andere Kurzgeschichten mit der gleichen Länge von bekannten Autoren. Nicht jeder Autor kann eine Fantasy-Geschichte mit so wenig Seiten so interessant vermitteln. Oftmals wirkt es gekürzt, es bleiben Fragen offen oder die Geschichte wird künstlich in die Länge gezogen. Das ist hier nicht der Fall.

Aktuelle Themen, wie zum Beispiel „Gleichberechtigung“ baut die Autorin auf faszinierende Weise in ihre Geschichte mit ein.

Viele wird sicherlich immer noch die Form abschrecken, aber ich kann nur sagen, dass ich diesen Heftroman ohne Einschränkung empfehlen kann. Wer gerne Fantasy-Romane im Stil von Marion Zimmer Bradley liest, sollte sich diesen Band der Weltenwanderer definitiv zulegen.

===Bewertung===
Ein Heftroman, der an die großen Autoren heranreicht, verdient in meinen Augen fünf Sterne. Die Figuren sind liebenswert und lebendig. Jede Situation ist gut durchdacht, wirkt an keinem Punkt in die Länge gezogen und ließ mich in eine fremde Welt eintauchen. Für mich überraschend und gut.


===Leseprobe===
Unter nachfolgendem Link, können die ersten fünf Textseiten gelesen werden: