George Bach - Streiten verbindet

   

===Buchdaten===
Autor: George Bach, Peter Wyden
Titel: Streiten verbindet.
Untertitel: Spielregeln für Liebe und Ehe
Verlag: Fischer
Erschienen: 1997
ISBN-13: 978-3596113019
Seiten: 295
Einband: Taschenbuch
Genre: Sachbuch
Serie: -

===Zitierter Klappentext===

Ein wirklich anregendes Buch - keineswegs nur für Paare, die mitten in einer Krise leben, sondern für jeden, der lebendige Beziehungen zu einem anderen Menschen braucht, um sich wohl zu fühlen.



===Meine Meinung===
„Streiten verbindet“ ist im Fischer-Verlag erschienen und wird trotz seines Alters immer wieder neu aufgelegt. Der Grundsatz dieses Werkes ist, das Streit zwischen zwei Personen, wie Ehepaaren, etwas Gutes mit sich bringt. Er hilft den Paaren Meinungen und Gefühle auszutauschen. Dadurch können Probleme besser bewältigt werden. Trotzdem gilt beim Streiten: Jeder Streit muss fair verlaufen. Und genau an diesem Punkt setzt dieses Buch an.

Auch ich kaufte das Buch, um mir Tipps und Anregungen zum richtigen Streiten zu holen. Richtig Streiten und dadurch seine Beziehung verbessern, wer möchte das nicht. Leider eskalieren die meisten Streits, sodass ich wirklich neugierig war, wie Streiten ohne Eskalation möglich ist.

Gleich zu Anfang des Buches befindet sich ein Inhaltsverzeichnis, damit der Leser einen besseren Überblick erhält. Die Autoren haben 15 Kapitel verfasst, um mich als Leser mit den Techniken des fairen Streitens vertraut zu machen. Dabei wird neben üblichen Streits auch auf Aggression im Geschlechtsverkehr, innerhalb der gesamten Familie oder mit Kindern eingegangen.

An vielen Beispielen, sogar im direkten Dialog mit einer exakten Beschreibung der gegenwärtigen Situation wurde mir gezeigt, wie ein Streit bei verschiedenen Paaren verläuft. Jedoch konnte ich persönlich nicht entdecken, wie ich diesen Streit verbessern könnte. Es werden Dialoge aufgezeigt, aber ich persönlich hätte mir schlechte Beispiele für einen Streit und gleich im Anschluss Beispiele für den richtigen Streit gewünscht. Auch sonst hatte ich mir mehr erhofft. Zwar erkenne ich immer wieder Streitaspekte, die jeder sicherlich aus seiner Partnerschaft her kennt. Aber es nützt mir persönlich nichts, wenn ich darauf hingewiesen werde, dass man sich streiten muss und seine Gefühle nicht in sich hineinfressen sollte. In den Beispielen habe ich als Leser den Spiegel vors Gesicht gehalten bekommen, aber mir wurden nur die negativen Streits aufgezeigt, welche Folgen dieser Verlauf haben kann, aber wie man es verbessert, wird nicht deutlich.
Mir fehlte bei den vielen Beispielen und umfangreichen Einführungen der Beispiele das Fachwissen. Auch wenn sich viele Leser beschweren, dass manche Bücher zu fachlich sind und sie wenig verstanden haben. Dadurch habe ich stets das Gefühl etwas zu lernen und das der Autor weiß wovon er schreibt. Den Inhalt, wie es in dieser Lektüre vorzufinden ist, hätte jeder Laie, der sich viel streitet und sich selber gesagt hat, dass er sich ändern muss, nicht laut werden darf, sondern sachlich diskutieren muss, hätte dieses Buch schreiben können.

Die Kapitel sind nicht nur unübersichtlich, sondern es fehlt gänzlich an Struktur. Wer sich die Kapitelüberschrift merkt, wird schon nach ein oder zwei Seiten merken, dass die Autoren stets abschweifen und die Überschrift mit dem eigentlichen Inhalt stellenweise wenig zu tun hat.

Zudem macht der Autor ständig Werbung für eine Therapie, zeigt aber auf, wie unprofessionell viele Kollegen sind. Wer also wirklich was für seine Beziehung tun möchte, müsste am Besten zu ihm kommen. Wenn man bedenkt, wann der Autor geboren wurde, bezweifle ich doch stark, dass diese Eigenwerbung noch nützlich ist.

Mich persönlich hat das Buch nicht überzeugt. Die Thematik interessiert mich ehrlich, aber da ich für mich nichts herausziehen konnte, kann ich es auch nicht empfehlen.

===Bewertung===
Streiten verbindet, aber was nützt dieser Titel, wenn ich nicht weiß, wie es mich mit meinem Partner verbindet. Ein Sachbuch sollte lehrreich sein, aber wenn man nichts mitnehmen kann, kann man auch einen Roman lesen. Daher gibt es für die Idee zwei Sterne.