Zach / Bauer - Morbus Dei: Die Ankunft



===Buchdaten===
Autor: Bastian Zach, Matthias Bauer
Titel: Morbus Dei: Die Ankunft
Verlag: Haymon
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3852188461
Seiten: 296
Einband: TB
Kosten: 9,95€
Genre: historischer Roman
Serie: -

===Genehmigter Klappentext===
Ein einsames Bergdorf vor 300 Jahren: Von einem Schneesturm überrascht, verschlägt es den Deserteur Johann List in diese abgeschiedene, von Furcht und Aberglaube beherrschte Gegend. Schnell ist ihm klar, dass mit dem Dorf etwas nicht stimmt, dass ein düsterer Schatten über den Bewohnern liegt – Tiere werden getötet, Menschen verschwinden, vermummte Gestalten lauern in den finsteren Wäldern. Als Johann sich in die Tochter eines Bauern verliebt, beschließt er, mit ihr das Dorf zu verlassen. Doch noch bevor sie verschwinden können, eskaliert die Situation und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt ...

===Meine Meinung===
Schon das Cover dieses Taschenbuches ist ein wahrer Blickfang. Düster blickt den Leser eine Figur entgegen. Ein magisches Symbol ist hervorgehoben. Dazu ein unheimlicher Titel und ein vielversprechender Klappentext. Kurz gesagt, ich freute mich riesig auf ein spannendes Buch.

Der Prolog verursachte mir ein riesiges Fragezeichen auf dem Kopf. Nicht ganz zwei Seiten, die Angst aufkommen ließen. Danach ging es mit der eigentlichen Geschichte weiter. 1703 flieht Johann schwerverletzt von einem Bauern und kommt in das unheimliche Dorf mitten in Tirol. Elisabeth und ihr Großvater pflegen ihn gesund. Als Dank und aus Zuneigung zu Elisabeth verdingt er sich als Knecht bei Jakob, dem tyrannischen Vater von Elisabeth. Schnell merkt er, dass es nicht nur der kälteste Winter seit Jahren ist, sondern das im Dorf etwas unheimliches vor sich geht. Als eine Kuh verschwindet, erfährt Johann zum ersten Mal von den Ausgestoßenen. Um die Situation gefährlich zu zuspitzen kommt noch ein Trupp bayrischer Soldaten ins Dorf.

Während des gesamten Lesen stellte ich mir die Frage, in welches Genre ich diese Lektüre einteilen sollte. Es ist kein typisch, historischer Roman, aber als Horror oder Thriller kann man das Werk definitiv auch nicht bezeichnen. Es ist aber ein gelungener Mix, der von der ersten Minute den Leser packt. Ich wurde in eine Welt entführt, die nicht nur 300 Jahre zurück liegt, sondern düster, mystisch und voller Glaube steckt. Die historischen Fakten rund um das Leben in dieser Zeit wurden mir perfekt vermittelt. Ich konnte den Glauben an Gott und die harten Lebensbedingungen für ein kleines Dorf ohne Schwierigkeiten nachvollziehen. Alleine durch den harten Winter wirkt das Buch noch realistischer und spannender.

Nicht nur die Situation, sondern auch die Charaktere wurden vom Autoren-Duo authentisch, lebendig und voller eigener Charakterzüge beschrieben, dass ich jeden direkt vor meinem inneren Auge sehen konnte. Viele wurden sympathisch gestaltet, andere wiederum sind tyrannisch und eher unsympathisch.

Die beiden Autoren verwenden in allen Bereichen einen bildhaften und detaillierten Sprachstil. Dabei achten sie darauf den Leser in keiner Weise zu langweilen. Trotz der vielen Details wirkt es nie in die Länge gezogen, sondern die Spannung baut sich immer mehr auf bis sie am Ende in einem überraschenden Schluss aufgeht. Der Schluss lässt mich auf eine Fortsetzung hoffen.

Einmal angefangen, konnte ich dieses Werk nicht mehr aus der Hand legen. Das Böse, die düstere Umgebung und der verwirrende Prolog sind auf Grund der realistischen und historischen Rahmenbedingungen fesselnd. Ich habe das Buch an zwei Tagen durchgelesen.

Wer also auf der Suche nach einem Buch voller düsterer Atmosphäre ist, das historische Genre bevorzugt und dabei noch etwas zum Nachdenken mag, sollte sich dieses Buch kaufen.

===Bewertung===
Viele Bücher sind gut, aber nur wenige Bücher sind so gut. Düster, spannend, authentisch und detailliert. Dem Autoren-Duo ist ein grandioser Genre-Mix gelungen, der jeden Leser überzeugt. Dafür gibt es fünf Sterne.