Richard Doetsch - Die 13. Stunde



===Buchdaten===
Autor: Richard Doetsch
Titel: Die 13. Stunde
Originaltitel: The Thirteenth Hour
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3785760369
Seiten: 416
Einband: TB
Kosten: 14,99€
Alter: Vom Hersteller empfohlen ab 20
Serie: -

===Autor/in===
Richard Doetsch ist Inhaber einer Immobilienfirma. Während andere Autoren nur aufregende Thriller schreiben, führt er auch ein aufregendes Leben: Er ist Extremsportler und springt mit Fallschirmen und Gummibändern von Brücken, Klippen und Hochhäusern. In ruhigen Stunden spielt er Gitarre und Klavier. Er ist seit über zwanzig Jahren mit seiner Jugendliebe verheiratet und hat drei Kinder.

Seine Thriller um den Meisterdieb Michael St. Pierre waren große Erfolge in den USA und begeistern viele Fans. Die Filmrechte wurden an 20th Century Fox verkauft. Die Übersetzungen der Bücher sind in einem guten Dutzend Länder erschienen, unter anderem Russland, Italien, Brasilien, China, Polen, Japan und den Niederlanden.
Richard Doetsch arbeitet an seinem nächsten Thriller. (Quelle: Verlag)

***Weitere Werke***
  • Die Quelle der Seelen
  • Der dunkle Pfad Gottes

===Zitierter Klappentext===
Nicholas Quinn sitzt im Verhörraum der Polizei. Seine Frau wurde ermordet, und man hält ihn für den Täter. Doch er ist unschuldig. Ihr Tod ist mit dem Schicksal von 212 Menschen verbunden, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind - denn eigentlich sollte Nicholas' Frau an Bord dieser Maschine sein. Doch aus irgendeinem Grund hat sie die Maschine in letzter Minute verlassen. Dieser Grund ist für den Absturz verantwortlich. Und für ihren Tod. Ein Fremder betritt das Verhörzimmer. Ihre Frau lebt noch, sagt er. Sie können sie retten und die 212 Passagiere des Flugzeugs. Er überreicht Nicholas eine goldene Uhr, auf der die Zeit rückwärts zu laufen scheint. Sie haben dreizehn Stunden. Der Countdown läuft.

===Meine Meinung===
Nick ist mit seiner Jugendliebe seit Jahren glücklich verheiratet und nun sitzt er auf einem Polizeirevier und wird verdächtigt diese Frau ermordet zu haben. Sie wurde in seinem Haus umgebracht und die Waffe ist übersät mit seinen Fingerabdrücken. Als ein fremder Mann das Verhör stört und ihm die Chance gibt seine Frau zu retten, glaubt er anfänglich an einen schlechten Witz. Der Fremde gibt ihn eine goldene Uhr, einen Brief und den Hinweis bis 22.00 zu verschwinden. Punkt 22.00 taucht Nick in einen schwarzen Strudel ein und als er wieder zu sich kommt, ist es 20.15. Nach und nach wird ihm klar, dass er jede Stunde der letzten 12 Stunden rückwärts laufend noch einmal durchleben muss. Doch mit dem jeweils aktuellen Wissen und der Möglichkeit sich komplett frei in dieser Stunde zu bewegen. Nick setzt nun alles daran seine Frau vor diesem Mord zu beschützen und kommt dabei einem tödlichen Geheimnis auf die Spur. Die Ermordung seiner Frau hängt mit dem Flugzeugabsturz, der um 11.50 passiert ist zusammen. Kann er sogar beides verhindern???

Die 13. Stunde“ ist ein Thriller, doch erinnert er auf den ersten Blick nicht an einen gewöhnlichen Thriller. Das Buch beginnt mit dem 12 Kapitel und Seite 409. Genau wie der Protagonist Nick erlebt der Leser die letzten 12 Stunden. Seine erste Zeitreise bringt ihn zurück zur Stunde 20.00. Mit jeder vollendeten Stunde geht es eine Stunde weiter zurück. Der Vorteil von dieser ungewöhnlichen Erzähl-Methode ist, dass der Leser immer nur Stück für Stück Details erfährt. Man fiebert mit dem Protagonisten und erlebt in einer Stunde die unglaubwürdigsten Geschehnisse. Kurz vorm Ende eines jeden Kapitels wird die Sache noch etwas komplizierter, als sie vorab schon dargestellt wurde. Neue Zusammenhänge werden sichtbar, neue Charaktere werden eingeführt oder ein anfänglich guter Plan geht schief. Dadurch kommt der Leser nicht wirklich zur Ruhe. Mit jedem neuen Kapitel baut sich mehr Spannung auf und die gesamte Tragbreite der Zusammenhänge an diesem Tag wird sichtbar. Zusammenhänge die man anfänglich nie für möglich gehalten hätte. Richard Doetsch zeigt mit diesem Werk sein ganzes Können.

Schon von der ersten Seite an möchte der Leser nur noch wissen, wer für den Mord an dieser Frau verantwortlich ist. Mit jeder neuen Stunde wird der Protagonist Nick sympathischer und man möchte nur noch, dass er dieses tragische Schicksal von seiner großen Liebe abwenden kann. Der Autor hat Nick, seine Frau Julia und die Ehe so farbenfroh, liebevoll und authentisch geschildert, sodass sich der Leser mit diesem Schicksal verbunden fühlt. Den Detailreichtum, den Richard Doetsch bei seinen Figuren an den Tag legt, findet der Leser auch in vielen anderen Bereichen wieder. Zum Beispiel wird eine Leiche brutal und sogar leicht abschreckend bis ins die kleinste Kleinigkeit beschrieben, sodass das Kopfkino perfekt ist.
Während nach und nach die Zusammenhänge immer deutlicher werden und der eine oder andere Leser schon weiß, wer für den Mord verantwortlich ist, kommt trotzdem keine Langeweile auf. Richard Doetsch baut immer wieder neue Wendungen und Details ein mit denen kein Leser gerechnet hätte. Wer hier das Buch aus der Hand legen kann, der mag definitiv keine Thriller. Einmal angefangen hat mich Richard Doetsch mit seinem Werk so gefesselt, dass ich es an einem Tag durchgelesen habe.
Selbst der Schluss dieses Werkes konnte mich überzeugen.Oftmals stimmt der Anfang eines Werkes und der Schluss ist eher fragwürdig. In diesem Fall passt alles.

Lediglich diese unnatürliche Art, wie es zu dieser neuen Chance kommt, fand ich etwas an den Haaren herbeigezogen, aber warum nicht. Aber welcher Mensch, der gerade einen lieben Menschen aus einem solchen Grund verloren hat, hat sich nicht schon einmal vorgestellt, wie es wäre, wenn er eine zweite Chance bekäme, um dessen Tod zu verhindern.

Warum dieses Buch ab 20 Jahren empfohlen wird, kann ich nicht nachvollziehen. Ein Flugzeugabsturz, ein Einbruch und ein Mord werden etwas näher beschrieben und in einer packenden Handlung kombiniert. Ähnliche Bücher habe ich schon mit 16 Jahren gelesen. Ich könnte ja noch verstehen, wenn eine Empfehlung an Minderjährige nicht ausgesprochen worden wäre, aber 20 Jahre finde ich schon übertrieben, wenn man bedenkt das Filme wie „Final Destination“ zum Beispiel ab 16 Jahren sind.
Auch wenn ich dies nicht nachvollziehen kann, kann ich mit Sicherheit meine Empfehlung für dieses Buch aussprechen. Wer spannende Bücher mit kombiniertem Inhalt und einem innovativen Inhalt mag, sollte sich dieses Buch kaufen.

===Bewertung===
Spannend, fesselnd bis zum Schluss, überzeugt „Die 13. Stunde“ durch einen innovativen Stil. Richard Doetsch kombiniert in seinem Werk spannende Themen, wie der Tod eines geliebten Menschen, einen Flugzeugabsturz und einen umfangreichen Einbruch. Für mich fünf Sterne.

===Leseprobe===
Der Verlag bietet unter nachfolgendem Link eine Leseprobe zu diesem Buch an.