Peter Straub - Geisterstunde

==Der totale Reinfall==

===Einleitung===
Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich mir auf einem Flohmarkt ertauscht habe. Sowohl das Cover, als auch der Klappentext, sprachen mich so sehr an, dass ich dieses Buch einfach haben musste. Lange hab ich es vor mir herausgezögert, bis ich es nun gelesen habe. Warum meine Begeisterung sich nun in Grenzen hält, lest selbst.


===Buchdaten===
Autor: Peter Straub
Titel: Geisterstunde
Originaltitel: Ghost Story
Verlag: Goldmann
Erschienen: 1995
ISBN-13: 978-3442119691
Seiten: 598
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Der Schrecken wartet nur auf seine Chance. Vier Männer erzählen sich gegenseitig Gespenstergeschichten, um sich zu unterhalten. Doch plötzlich kommt es in der Stadt zu einer Serie von mysteriösen Morden und abscheulichen Gräueltaten. Voller Entsetzen müssen die Männer erkennen, dass sie die Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit überschreiten und die schlafenden Geister zum Leben erwecken.

===Meine Meinung===
Peter Straub ist ein Autor, der sich einen großen Namen im Genre „Horror“ gemacht hat. Oft verglichen mit einem meiner Lieblingsautoren Stephen King ist dies nichtsdestotrotz mein erster Roman aus seiner Feder. Neugierig und voller Vorfreude machte ich mich an diese Lektüre.

Seit Jahren sind die vier alten Männer befreundet und erzählen sich auf ihren regelmäßigen Treffen gruselige Geistergeschichten. Neben ihren Geistergeschichten verbindet die alten Herren ein grausames Geheimnis, welches ihnen eines Tages zum Verhängnis wird, denn die Geister ihrer Geschichten nehmen Gestalt an, und sie sind alles andere als friedvoll. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, wenn sie verhindern wollen, dass die Geister ihren geliebten Ort in eine Geisterstadt verwandeln.

Der Einstieg in die Geschichte war für mich persönlich mehr als verwirrend. Geht man davon aus, dass man die Protagonisten kennenlernt und etwas über ihre Treffen und Geschichten erfährt, muss man stattdessen mit einer merkwürdigen Geschichte vorlieb nehmen. Geschildert wird die Entführung von Angie, einem kleine Mädchen. Beschrieben wird es aus Sicht des Entführers, und endet komplett verwirrend. Spannung kam bei diesem dramatischen Einstieg überhaupt nicht auf. Das Mädchen reagiert völlig unlogisch, und ihre Beweggründe bleiben mir verborgen. Dafür gibt es langatmige Beschreibungen über Kleidung, Routen und ähnliches.
Danach geht es zwar mit den eigentlichen Geschichten der alten Herren los, aber ich empfand es gerade auf den ersten 150 Seiten langatmig und unspektakulär. Für einen genialen Psychothriller-Autor, wie Peter Straub im Klappentext gelobt wird, fand ich es schwach. Nach rund 200 Seiten baut sich langsam eine gewisse Grundspannung auf und der Leser möchte erfahren, worauf der Autor eigentlich hinaus will. Als diese sichtbar wird, dauert es nur noch wenige Seiten, bis ich wusste, wie das Buch ausgehen würde. Bis zum Schluss kamen keine großen Wendungen oder Überraschungen vor. Damit schafft es der Autor zwar die Grundspannung in meinen Augen zu halten, denn ich hatte stets die Hoffnung, dass es doch noch zu einer überraschende Wende kommt, aber darüber hinaus gelingt im kein weiterer Spannungsanstieg.

Das Hauptproblem ist der Schreibstil des Autors. Das Buch wurde im Jahre 1975 verfasst und damals wurden viele Szenen einfach zu detailliert beschrieben, wobei Brutalität vermieden wird. Als Leseratte kenne ich diesen Stil und bei vielen alten Büchern schätze ich ihn sehr.
So versuchte auch Peter Straub dem Leser ein gutes Bild zu vermitteln, aber achtet bei jeder Beschreibung darauf, dass es nicht zu brutal wird. Dadurch wirkt es an vielen Stellen einfach zu langatmig und ausschweifend. Genauso sieht es mit den Personen aus. Die vier alten Herren lernt man in einem angemessenen Rahmen kenne. Spätestens ab der Mitte des Buches kennt man jedoch fast das halbe Dorf, also 30-40 Personen. Für meinen Geschmack einfach zu viele unterschiedliche Charaktere. Ständig fragt man sich, ob diese Figur wichtig ist oder nicht. Leider habe ich mir oft unwichtige Charaktere eingeprägt. Wenn man dann bedenkt, dass manche Todesfälle in wenigen Worten abgehakt werden, verliert man stellenweise die Lust am Lesen.
Trotz der großen Schrift habe ich eine Woche für die recht wenigen Seiten benötigt. Zwischendurch benötigte ich sogar eine andere Lektüre, um das Buch nicht vorzeitig abzubrechen.
Der Schluss war zwar nicht überraschend oder wirklich spannend, aber passte zum Rest des Buches. Für mich jedoch kein Highlight. Zumindest erklärt sich einigermaßen logisch, wie der Prolog zum Rest des Inhaltes passt.

Dementsprechend fällt es mir schwer das Buch zu empfehlen. Es ist nicht schlecht, aber ich konnte weder einen Psychothriller, noch einen Horror-Roman erkennen. Ich habe schon zahlreiche Krimis, Thriller und andere Werke aus den 70er Jahren gelesen, und normalerweise mag ich den detaillierten und harmlosen Stil dieser Werke. Hier konnte ich jedoch weder mitfiebern, noch habe ich am Ende groß nachdenken müssen. Wer Fan dieses Autors ist, kann es sicherlich lesen. Ich persönlich kann es nicht empfehlen.

===Bewertung===


Langatmige Passagen, wenig Spannung, kaum Wendungen und ein Schluss der sich zu früh von selbst erahnen lässt. Für mich weder ein guter Horror-Roma, noch ein gelungener Psychothriller. Von mir bekommt „Geisterstunde“ zwei Sterne.

===Leseprobe===
Wer einen kleinen Eindruck vom bildhaften und trotzdem unwichtigen Detailreichtum haben möchte, kann hier einen Blick ins Buch werfen.