Werner May - Otto mein Küster von Gottes Gnaden

==So was las man 1956==
  


===Buchdaten===
Autor: Werner May
Titel: Otto mein Küster von Gottes Gnaden
Verlag: Eugen Salzer Verlag
Erschienen: 1964, 1. Auflage 1956
ISBN-13: 3793604535
Seiten: 78
Einband: HC
Kosten: 0,01€
Serie: -

===Eigne Inhaltsangabe===
Ein kleiner verschlafener Ort wird plötzlich aus seinen ruhigen Träumen gerissen, als plötzlich der Küster von einen Tag auf den anderen den Ort verlässt. Ohne einen Küster ist der Pfarrer und damit auch seine Gemeinde aufgeschmissen. Ersatz findet die kirchliche Gemeinde in Otto, einem neuen Küster, der in seinem Beruf aufgeht.

===Meine Meinung===
Alleine der Titel schreckt den Leser auf den ersten Blick ab. Wer nicht gerade gerne religöse Bücher liest, wird kaum ein Verlangen haben, diesen Titel zu lesen. Dieser erste Eindruck kann durch einen Klappentext leider nicht verbessert werden, denn einen solchen Hinweis auf den Inhalt gibt es nicht. Lediglich die liebevolle Zeichnung macht neugierig. Einem geschenkten Buch wollte ich nichtsdestotrotz eine ehrliche Chance geben.

Schon nach wenigen Sätzen musste ich wieder von vorne anfangen.1956, das Jahr in dem das Buch erstmalig veröffentlicht wurde, war der Sprachstil einfach anders. Die Sätze waren durch ein gehobeneres Sprachniveau, welches damals einfach herrschte, deutlich schwerer zu verstehen, obwohl die Wortwahl dabei gar nicht so altbacken ist. Dieser gehobene Stil lässt den Inhalt noch langweiliger erscheinen, als er so schon ist. Das Problem in diesem Buch ist einfach, dass es der Handlung gänzlich an spannenden Situationen mangelt. Für die Bewohner des beschaulichen Ortes ist es sicherlich eine Katastrophe gewesen, aber in der heutigen Zeit kann man sich dies gar nicht mehr vorstellen. Ein Küster verlässt seinen Arbeitsplatz, um sich eine neue Aufgabe zu suchen und das ist vergleichbar mit einem Weltuntergang. Der neue Küster, also die Hauptfigur Otto, wird dem Leser etwas merkwürdig, aber trotzdem liebenswert geschildert. Die Haupthandlung geht um Situationen und Begebenheit, welche Otto während seiner Amtszeit als Küster erlebt. Da sind Beschreibungen von Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen. Es passiert weder etwas außergewöhnliches oder spannendes. Es sind alltägliche Dinge, die sich durch die alte Sprachwahl schwerer lesen lassen.
Durch diese Grundlage habe ich für diese kurze Büchlein, mit dieser einfachen Geschichte drei Stunden benötigt, weil ich stets das Gefühl hatte, etwas wichtiges überlesen zu haben. Immer wieder versuchte ich herauszufinden, wer erzählt, da die Geschichte aus der Ich-Perspektive geschildert wird. Manchmal war ich der Meinung es ist der Pfarrer, aber an anderen Stellen war ich mir dieser Ansicht nicht mehr hundert Prozent sicher. Auch konnte ich dem Text nicht entnehmen zu welcher Zeit diese Geschichte spielt. Ist es vor dem zweiten Weltkrieg oder gar vor dem ersten Weltkrieg?!

Ich habe nichts gegen Bücher, bei denen ich genau lesen muss, die einen gehobeneren Stil haben oder nur alltägliche Themen verwenden, aber diese Geschichte ist kurz, hat einen nichtssagenden Inhalt und ist dann noch in einem alten Deutsch verfasst, sodass kein Lesevergnügen aufkommt. Daher fällt es mir schwer diese Lektüre an einen anderen Leser zu empfehlen. Ich habe zahlreiche Werke aus dieser Zeit, 40-60er Jahre, gelesen, wobei auch viele deutsche Autoren darunter waren, aber dieses Buch ist einfach nur langweilig.

===Bewertung===
Ein langweiliger Titel, der zum Rest des Buches passt. Das absolute Highlight an dieser Antiquität im Buchbereich ist das gezeichnete Cover. Etwas anderes konnte mich bei diesem Werk nicht ansprechen. Es bekommt somit einen Gnadenstern.