von Tippelskirch, W.: Das Hausgespenst vom Ochsenstein vermisst sein Pferd




===Buchdaten===
Autor: W. D. v. Tippelskirch
Titel: Das Hausgespenst vom Ochsenstein vermisst sein Pferd
Verlag: Weichert
Erschienen: 1985
ISBN-10: 3483017631
ISBN-13: 9783483017635
Seiten: 62
Einband: HC
Alter: ab 8
Kosten: ab 1,00€ gebraucht bei Ebay
Serie: Das Hausgespenst von Ochsenstein Bd. 3
  

===Eigene Inhaltsangabe===
Der Erbochs muss zum 600jährigen Dorffest gegen den Familienfeind im Reitturnier antreten. Eigentlich kein Problem, schließlich hat er tatkräftige Unterstützung von seinen Vorfahren, die im Mittelalter erfolgreiche Ritter waren. Als Geister spuken sie in seiner Behausung herum und helfen ihm und seinen Freunden wo sie können. Nur leider kann der Erbochs nicht reiten. Kurz vor dem Tunier kommt Flips und der Geisterknabe Kuni auf die rettende Idee das vermisste Pferd, welches jeden Reiter zum Sieg führt, zu suchen.

===Meine Meinung===
Das Hausgespenst vom Ochsenstein ...vermißt sein Pferd“ ist der dritte Teil der Reihe „Das Hausgespenst vom Ochsenstein“ und ist ein Buch für Leseanfänger ab acht Jahren. Zahlreiche Bilder und eine extra große Schrift erleichtern das Lesen für die jungen Leseratten.

Der Einstieg in das Buch wird den kleinen Lesern sehr leicht gestaltet. Gleich zu Beginn gibt es eine Übersicht aller wichtigen Protagonisten. Dort erfährt der Leser auch gleich, welche Figur ein Geist ist und welcher ein lebendiger Mensch ist. Das finde ich sehr wichtig, da sich viele Protagonisten sehr ähnlich sehen und auch manche Menschen grünlich leuchten, wie ihr Geist-Spiegelbild.

Leider geht es danach nicht so gut weiter. Ich finde es schon als großer Leser immer sehr schwer, wenn die Perspektive gewechselt wird. Für Kinder, die gerade mit dem Lesen sicherer werden, finde ich es dementsprechend noch unpassender. Mal wird die Geschichte aus Sicht von Flips, dann vom Erbochs oder Kuni erzählt. Zwar wird der Leser in einem kurzen Satz vorab informiert, wer gerade berichtet, aber es verwirrt die jungen Leser doch etwas. Das durfte ich bei meinem Stiefsohn sehen, der mich irritiert fragte, ob es unterschiedliche Geschichten seien. Ansonsten fand er die Geschichte jedoch total genial. Spannend und lustig zugleich. Hätte ich noch weitere Werke aus dieser Reihe gehabt, die hätte er gerne gelesen.

Als Mutter bin ich vom Inhalt nicht 100% überzeugt. Der Stil ist sehr leicht und besticht durch kurze Sätze, einfache Worte und bildhafte Beschreibungen. Er ist ideal für Leseanfänger und wird durch zahlreiche Zeichnungen visuell unterstützt. So wünscht man sich ein Buch für junge Leseratten. Für Eltern mag es vielleicht zu banal klingen, aber für das eigentliche Alter perfekt.
Der Inhalt ist jedoch eine Frage des Geschmacks. Ich persönlich bin als Mutter eher von Werken überzeugt, die halbwegs realistisch sind und den Kindern noch etwas lehrreiches mit auf den Weg geben. Das ist hier nicht der Fall. Fantasie gehört zu einem Abenteuer- und Gespenster-Buch dazu. Allerdings finde ich es fragwürdig den Kindern die Vorstellung zu vermitteln, dass Geister ganz normale Menschen sind. Uns wurden damals Geister als Mitternachtsknaben, die durchsichtig sind vorgestellt. Hier können die Figuren ganz normal essen, sich tagsüber draußen bewegen und bestehen aus einer festen Materie, die ihnen sogar das Reiten ermöglicht. Etwas Lehrreiches und sei es noch so versteckt, konnte ich nicht entdecken. Zwar wird den Kindern vermittelt, dass sie nie aufgeben sollen, aber der eingebaute Zorn, der alles ermöglicht, ist wiederum gegenteilig. Als Mutter kann ich dies nicht unbedingt unterstützen.

Die Geschichte selbst ist in einem kindlichen Rahmen spannend und wird mit kleinen Spannungskurven bis zum Schluss mitreißend umgesetzt. Da der Protagonist und auch die anderen Charaktere dem männlichen Geschlecht angehören, richtet sich das Buch auch eher an kleine Jungen. Ich persönlich hätte es als Mädchen jedoch auch gelesen und wie man am Vorbesitzer des gebrauchten Buches erkennt, gibt es auch andere Mädchen, die liebend gerne Geistergeschichten lesen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass die Geister etwas realistischer umgesetzt worden wären. Empfehlen kann ich die Geschichte bedingt. Wer mehr auf Spannung statt auf lehrreich setzt, wird seinen Kind auch mit einem so alten Kinderbuch eine Freude bereiten.

===Bewertung===

Gespenster und Ritterkämpfe sind für junge Leseratten ein interessantes Thema, dass ideal für Leseanfänger umgesetzt wurde. Leider bleibt bei der kindgerechten Spannung der lehrreiche Aspekt auf der Strecke. Für mich lediglich drei Sterne.


===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Zitat S. 19:


Du elender Zuwiderwurz, du ganz zuwiderer – scherst du dich nicht gleich hinaus aus meinem Bett?!“ Ich brülle dermaßen, daß es bis hinunter in die Küche schallt. Urochs, Ochsen-Rudi und Bombastius kommen herbei. Den Trottelbert stört das Gebrüll allerdings gar nicht, der schnarcht weiter.