Zimmer Bradley, Marion: Trommeln in der Dämmerung


==Mein absolut letzter Zimmer Bradley==



===Einleitung===
Trommeln in der Dämmerung“ ist ein weiteres Buch von Marion Zimmer Bradley. Nach meiner letzten Enttäuschung will ich nun alle Werke von ihr aus dem Regal haben. Dieser Titel klang schon etwas mehr nach meinem Geschmack, da Voodoo nichts mit Weltraum zu tun hat. Wie mir diese Geschichte, die es auch als Sammelband gibt, gefallen hat, lest selbst.

===Buchdaten===
Autor: Marion Zimmer Bradley
Titel: Trommeln in der Dämmerung
Originaltitel: Drums of Darkness
Verlag: Heyne
Erschienen: 1996
ISBN-10: 3453057066
ISBN-13: 9783453057067
Seiten: 200
Einband: TB
Kosten: gebraucht ab 1,00€ bei Ebay
Serie: -

===Autor/in===
Marion Zimmer Bradley wurde am 3.6.1930 in Albany geboren und verstarb am 25.9.199 in Berkeley. Sie war eine große Schriftstellerin, die sich besonders im Fantasy-Bereich einen Namen gemacht hat.

***Weitere Werke***

  • Die Nebel von Avalon

  • Herrin der Stürme

  • Herrin der Falken


===Zitierter Klappentext===

Kaum ist die junge Schauspielerin Mardee bei ihrer Tante in Haiti eingetroffen, gehen seltsame Veränderungen in ihr vor. Der dumpfe Klang der Voodoo-Trommeln begleitet das auf einen dramatischen Höhepunkt hintreibende Geschehen.


===Meine Meinung===
Nachdem mich mein letzter Zimmer Bradley ins Weltall verschlagen hatte, hatte ich bei diesem Voodoo-Roman die Hoffnung, dass es schon eher meinen Geschmack treffen würde.

Mardee, die eigentlich Marie-Louise Haskell heißt, ist eine mittelklassige Schauspielerin, die sich mit Mühe und Not in New York über Wasser halten kann. Als sie von der Tante ihrer Mutter eine Einladung nach Haiti bekommt, überlegt sie kein zweites Mal und macht sich mit dem beiliegenden Ticket sofort auf den Weg. Die Warnungen ihrer Mutter überhört sie geflissentlich. Schließlich ist auf der riesigen Plantage ein wärmeres Klima als im kalten New York, und ein bekannter Regisseur soll die Plantage für einen großen Film gebucht haben. Dort angekommen, fühlt sie sich zu mehreren Männern gleichzeitig hingezogen und genießt den Luxus der Plantage, als sie plötzlich dunkle Trommeln hört und sie die ersten Visionen plagen. Dadurch erfährt sie die tragische Geschichte einer Sklavin, die auf der Plantage lebte, und wird mit ihrem Schicksal verwoben.

Eigentlich ist dies eine Geschichte genau nach meinem Geschmack. Das Thema Voodoo versprach Spannung pur, dazu eine hinreißende Kulisse und eine uralte tragische Geschichte. Mehr brauch ich eigentlich gar nicht, um glücklich zu sein, sofern die Umsetzung gelungen ist. Fantasy einmal ohne Elfen, Vampire oder andere bekannte Charaktere. So etwas hatte ich schon längere Zeit nicht gelesen und stürzte mich gleich in die Handlung. Die Protagonistin Mardee war mir von Anfang an leider gar nicht sympathisch. Nur auf ihre Karriere und aufs Geld achtend, konnte ich mich nicht mit ihr identifizieren. Dafür passte sie genau in diese Story.
Binnen weniger Seiten befand sich die Hauptfigur auf den Weg nach Haiti, um ihrer Verwandten den gewünschten Besuch abzustatten. Nun geht jeder Leser davon aus, dass nach einem so rasanten Einstieg, auch bald die Spannung kommen würde. Leider ist dies hier nicht der Fall. Die Handlung plätschert langatmig vor sich hin. Zwar versucht die Autorin mittels der tragischen Geschichte rund um die Sklavin etwas Spannung aufzubauen, und dies durch die Parallelen zu festigen, aber in meinen Augen gelingt ihr das überhaupt nicht. Über 100 Seiten probiert Marion Zimmer Bradley die Verbindung zwischen Mardee und dem Voodoo aufzubauen, aber nicht mal das gelingt ihr bildhaft. Der Leser ahnt, worauf die Autorin im Grunde hinaus möchte, aber das liegt eher am Bauchgefühl oder der Ahnung, als am wirklich vermittelten Inhalt.
Nachdem ich die Hälfte des Buches geschafft hatte, ging ich davon aus, dass es nun spannender werden würde, aber lediglich die letzten rund 20-30 Seiten sind wirklich mitreißend. Hier hält der Leser den Atem an, fiebert mit und gruselt sich sogar ein bisschen. Sagen wir 30 von 200 Seiten mit einer gelungenen Spannung finde ich für diese Thematik einfach zu dürftig. Die schwachen Charaktere, die langatmigen Versuche eine Verbindung zum Voodoo aufzubauen und dann nur ein guter Schluss, dass reicht nicht aus. Man kan aus diesem Gebiet so viel heraus holen, dass dieser Versuch definitiv enttäuschend ist. Da nützt auch kein flüssiger Stil.

Auch wenn mir die Idee und der spannende Schluss gefallen haben, war der Rest einfach nur schwach und daher kann ich euch dieses Abenteuer auch nicht emfpehlen.

===Bewertung===

Trommeln in der Dämmerung“ befasst sich mit einem spannenden Thema – Voodoo. Leider gelingt es der Autorin nicht dies fesselnd umzusetzen. Blasse Charaktere, unnötige Ausschweifungen, schlechte Verbindungen, ziehen den guten Schluss deutlich herunter. Für mich zwei Sterne.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Zur Stil-Vermittlung ein kleines Zitat von Seite 304 (Sammelband):

Um die Gespenster und Erinnerungen zu bannen, zog sie sich an und ging hinunter, aber als sie Robert in der Diele erblickte, wallte die Erinnerung wieder auf. War er der kniende Mann gewesen, der farbiges Puder durch seine Fingerspitzen rieseln ließ und fantastische, obskure Zeichnungen auf den Boden des sonderbaren Tempels machte, wo sich die Schlage um eine Säule wand?