Konsalik, Heinz: Die schweigenden Kanäle



==Nicht mal das Streichholz zum
Verbrennen wert==

 
 


===Buchdaten===
Autor:
H. G. Konsalik
Titel:
Die schweigenden Kanäle
Verlag:
Goldmann
Erschienen:
1983
ISBN-10:
3442553571
ISBN-13:
9783442553570
Seiten:
180
Einband:
TB
Kosten:
gebraucht ab 3,01€ bei Amazon
Serie:
-





===Zitierter Klappentext===
Dr. Berwaldt
ist gelungen, wovon die Menschheit träumt: Er hat ein wirksames
Medikament gegen den Krebs entdeckt. Doch der deutsche
Wissenschaftler muß mit Entsetzen feststellen, daß eine Überdosis
des Präparats auch zum Tod führen kann. Dr. Berwaldt reist nach
Venedig, um Verhandlungen mit einem Chemiekonzern aufzunehmen. Er
ahnt nicht, daß er sich in Lebensgefahr begibt. Ein skrupelloser
Erpresser ist ihm auf den Fersen. Ein Mann, der in den Besitz des
Präparats kommen will. Ein Mann, der vor nichts zurückschreckt,
auch nicht vor Mord...


===Meine Meinung===
Aus meiner
Überraschungsbuchpaket-Zeit war mir der Autor Konsalik ein Begriff.
Leider konnte er mich damals mit seiner trivialen Kost zwar
unterhalten, jedoch nicht überzeugen. Das war einer der Gründe,
warum ich bis dato immer einen großen Bogen um weitere Exemplare
dieses Autors gemacht habe. Wäre mir dieses Exemplar nicht zufällig
in die Hände geraten, als ich nichts anderes zu lesen in der Nähe
hatte, ich hätte mich auch weiterhin um den großen Bogen
gekümmert. Schon der Klappentext versprach einen kitschig,
übertriebenen Roman.


Dr. Berwaldt ist
es gelungen ein Präparat zu entwickeln, dass Krebs heilen kann. Die
Tierversuche haben stets den gewünschten Erfolg gehabt, sodass er
sich nun an menschlichen Patienten versuchen will. Aus diesem Grund
reist er nach Venedig, um dort mit einem Chemiekonzern zu verhandeln.
Doch der Konzern hat ganz andere Dinge mit diesem Medikament vor,
denn eine zu hohe Dosis, die erhitzt wird, ist ein tödliches Gas,
dass Millionen von Menschen umbringen kann. Als der Arzt hinter den
Plan des Konzerns kommt, will er nicht verkaufen, und gerät damit in
tödliche Gefahr. Lediglich seine Sekretärin, die er extra nach
Venedig beordert hat, wird misstrauisch, als er sie nicht vom Bahnhof
abholt. Zusammen mit einem ihr unbekannten Mann macht sie sich auf
die Suche nach ihrem Chef und versucht das Schlimmste zu verhindern.


Allein schon die
Tatsache, dass sich das Buch mit der fiktiven Idee, ein Heilmittel
gegen jede Krebsart gefunden zu haben, fand ich schon schlimm genug.
Dazu dann noch ein Mittel, welches heilen, aber auch als tödliche
Waffe eingesetzt werden kann. Trotzdem wollte ich mich überraschen
lassen.
Schon der Einstieg
war eine absolute Katastrophe. Im Klappentext war nur die Rede von
einem Mann und plötzlich steht eine junge Dame im Vordergrund!? Ich
brauchte erst einmal einige Seiten, um mich mit der Situation
vertraut zu machen. Das hatte den Vorteil, dass ich schon mal gepackt
war, um herauszufinden, wer diese Person genau ist und was nun genau
passiert ist.
Zeitgleich zeigte
mir dieser Einstieg jedoch auch, was ich gehofft hatte, nicht zu
finden, extrem, triviale Kost. Ein Mädchen steht mutterseelenallein
in einem fremden Land am Bahnhof und wie es der Zufall will, wird sie
von einem attraktiven Mann angesprochen, der ihr sofort zur Hilfe
eilt, alles zahlt und der zufälligerweise auch noch vor Jahren eine
ähnliche Situation erlebt hat, wie ihr Chef. Es tut mir leid, aber
ein Werk, wo wirklich alles passend gemacht wird und an den Haaren
herbeigezogen klingt, mag ich überhaupt nicht.
Dieser Punkt kommt
im gesamten Buch immer wieder vor und stört mit der Zeit gewaltig.
Egal wie vertrackt die Situation ist, etwas passiert, damit es passt.
Zum Beispiel drucken alle Zeitungen eine Geschichte, oder ein
Großteil der Bettler von Venedig beobachtet einen Verdächtigen.
Der einzige Grund,
aus dem ich mich zum Weiterlesen gezwungen habe, war die Frage, um
das Verschwinden der Frau vor zehn Jahren. Als sich dieses nach rund
80 Seiten auch noch aufklärte, hatte ich echt die Nase voll.
Der Stil ist
bildhaft und leicht, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt.
Trotzdem ist es noch seichter als die trivialste Kost, die ich bis
dato gelesen habe. Es kommt keine Spannung auf, selbst romantische
Ansätze oder Thriller-Apsekte dümpeln seicht vor sich hin. Für
mich waren schon 100 Seiten ein absoluter Kampf, sodass ich an diesem
Punkt zum ersten Mal seit langer Zeit wirklich nur noch flüchtig zu
Ende gelesen habe. Selbst der Schluss übertraf sich mit Zufällen
und Kitsch. Am Ende des Buches war ich ehrlich froh, die Seiten
hinter mir zu haben. Nie wieder Konsalik.


===Bewertung===
Ein Buch, welches
sich zwar leicht lesen lässt, aber vom Inhalt her so wenig
überzeugen kann, kann ich nicht ruhigen Gewissens empfehlen. Aus
diesem Grund bekommt „Die schweigenden Kanäle“ lediglich einen
Stern.





===Leseprobe oder Zitat zum Einblick
in den Stil===


Zitat zum Eindruck
des Stils von der ersten Seite:



Das
ist also Venedig, dachte Ilse Wagner. Nicht anders als auf dem
Bahnhof Zoo in Berlin. Es war enttäuschend. Mag sein, daß sich
außerhalb dieser tosenden Bahnhofshalle der Zauber der Lagunen
ausbreitete, und daß die erste Gondel mit dem geschnitzten, bunt
bemalten Kiel die Romantik herbeizauberte...im Augenblick spürte sie
nichts von der Stadt der Verliebten. Im Gegenteil, sie kam sich elend
und verlassen vor, und ein wenig hilflos inmitten des lauten Lebens
.



©
Sarahs Bücherwelt für diverse
Seiten, den 29.8.2011