Slaughter, Karin: Belladonna

==Alleine? Dann lies es lieber nicht==



Ohne Vorwarnung verkrampfte sich der Körper, zuckte heftig, stürzte nach vorn und riss Sara zu Boden. Eine Blutlache breitete sich um sie beide aus, und instinktiv versuchte sie sich in den Boden zu krallen, um unter der krampfhaft zuckenden Frau hervorzukommen. (Zitat S. 19)

Dieses Zitat habe ich ausgewählt, damit ihr einen Eindruck von der zu erwartenden Brutalität bekommt. Es stammt aus dem Buch „Belladonna“ aus der Feder von Karin Slaughter. Ob in ihrem ersten Werk ebenfalls so viele Babyleichen vorkommen, wie in ihren späteren Werken, nun lest selbst.


===Reihe===
1. Belladonna(Blindsighted)
2. Vergiss mein nicht(Kisscut)
3. Dreh dich nicht um(A Faint Cold Fear)
4. Schattenblume(Indelible)
5. Gottlos (Faithless)
6. Zerstört (Beyond Reach)

===Zitierter Klappentext===
Sara Linton, Kinderärztin und Gerichtspathologin, findet Sybil Adams verblutend auf der Toilette eines Restaurants. Zwei tiefe Schnitte in ihrem Bauch bilden ein tödliches Kreuz. Dass Sybil blind und damit so gut wie wehrlos war, macht den brutalen Mord noch entsetzlicher. Das Motiv für die Tat ist völlig unklar. Als nur ein paar Tage später eine weitere junge Frau gekreuzigt aufgefunden wird, begreift Sara, dass in der bisher so friedlichen Stadt ein sadistischer Serienmörder lauert...

===Sarahs Meinung===
Obwohl „Belladonna“ der erste Roman der Grant County Reihe ist, muss ich zugeben, dass es für mich der letzte Roman ist, den ich mir nun gönne. Meine Sorge, dass ich alles schon kenne und mich langweilen würde, war genauso groß, wie die Sorge, dass mich die Autorin doch wieder schocken kann. Während ihrer späteren Romane kamen immer wieder Babyleichen vor, die mir in meiner Schwangerschaft eher negativ aufstießen.

Diesmal wird der Leser jedoch ganz an die Anfänge entführt, der Entführung von Lena Adams, den Tod ihrer Schwester, die seit Kindestagen blind war. Da meine Augen selbst nicht mehr die Besten sind, mag ich solche Leichen natürlich genauso wenig wie Babys, die hier jedoch ausnahmsweise mal nicht vorkommen.

Sara ist noch immer von Jeff, dem Chief des Countys, getrennt, als sie sich mit ihrer Schwester zum Lunch verabredet. Nach einer Diskussion mit der Mutter kommt sie zu spät. In diesem Fall auch zu spät für Sybil, denn diese wurde auf der Toilette des Lokals brutal aufgeschlitzt und kämpft um ihr Leben, während Sara nichts davon ahnt und zu spät kommt. Für Lena, die mit Jeff zusammenarbeitet, ein Schock. Wer könnte dies einer blinden Frau etwas angetan haben? Als kurze Zeit später eine zweite Frau entführt, vergewaltigt und brutal zugerichtet aufgefunden wird, ist klar, dass es hier nicht um die Neigung zu Frauen von Sybil ging, sondern ein Serienmörder unterwegs ist. Er setzt seine Opfer unter Drogen, vergewaltigt sie und lässt sie schwerverletzt irgendwo liegen, und zwar so, dass Sara sie finden muss. Da ist es nur verständlich, dass der Verdacht auf Sara's Vergewaltiger fällt, denn dieser hat damals auch das Wort „Fotze“ benutzt. Doch bald wird klar, dass er es nicht gewesen sein kann, wodurch Sara in tödliche Gefahr gerät.

Meine Befürchtungen, dass ich diese Geschichte langweilig finden würde, wenn man spätere Bände gelesen hat, wurde schnell verworfen. Schon auf den ersten Seiten beginnt der erste Mord und auch wenn man aus späteren Werken weiß, was noch passieren wird, kannte ich den Täter nicht, sodass ich die ganze Zeit fleißig mitraten konnte.

Bei ihrem ersten Roman kommt der schockierende, blutige Stil nicht so zum Vorschein. Sie setzt zwar ebenfalls auf Details, und diese sind auch alles andere als leicht, aber es sind eher die Ahnungen, die das Beschriebene hervorruft, die dem Leser das Fürchten beibringen.

Diesmal baut sie geschickt die Thematik „Gleichgeschlechtliche Liebe“, „Hörigkeit“ und „Verlustschmerzen“ ein. Es zeigt ein krankes Bild, was ein Mann alles fühlen kann, wenn jemand stirbt, der in seinen Augen hätte gerettet werden können. Nebenbei geht sie wieder auf Missbrauch und Abtreibung ein.

Wie auch in den späteren Teilen der Reihe verwendet die Autorin einen häufigen Sprung der Perspektiven. Mal begleitet man Lena, dann ist man mit Jeff unterwegs und im nächsten Abschnitt ist es wieder Sara, die man begleitet. Wäre es mein erster Slaughter, ich hätte es sicherlich als störend empfunden, aber nach den vielen anderen Teilen, bin ich nun schon dran gewöhnt.

Die Spannung wird bei Karin Slaughter stets groß geschrieben. Während ihre späteren Werke wirklich rasant und teilweise extrem voller Action sind, ist es hier noch etwas gemütlicher. Es passiert viel, und zum Schluss hin baut sich die Spannung und der Nervenkitzel extrem auf, aber zwischendruch gibt es einige Passagen, die die Spannung wieder etwas minimieren, damit man sich einfach von den Schilderungen erholen kann. Dadurch, und auch durch die Anfänge der einzelnen Protagonisten, die man nun schon zu einem späteren Stadium kennengelernt hat, ist es etwas besonderes.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Man erkennt zwar, dass es ihr erstes Werk ist und sie ihre Festigkeit und ihr Gespür vor schockierende Inhalte erst mit dem nächsten Werk erlangt, aber nichtsdestotrotz ist auch dies sehr schön zu lesen. Wer also ein Werk von ihr Lesen möchte, sollte es nicht wie ich handhaben, sondern mit diesem Buch anfangen und der Reihe nach vorgehen.

===Sarahs Fazit===

Belladonna“ ist ein gelungener Einstieg in die Grant County Reihe. Die Idee ist zwar noch nicht so brutal und abstoßend, wie man es später kennenlernen wird, aber definitiv ein guter Start, der von mir fünf Sterne erhält.

Pro: Spannung, Protagonisten
Contra: nein
Empfehlung: Für ein Nein gibt es keinen Grund.

Autor: Karin Slaughter, Titel: Belladonna
Originaltitel: Blindsighted, Verlag: rororo
Erschienen: 2005, ISBN-10: 3499232308
ISBN-13: 9783499232305
Seiten: 413, Kosten: 8,90€
Serie: Grant County


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