Lauren St. John - Todesbucht


Ich muss zugeben, dass ich von der Autorin zwar schon gehört, aber noch nichts gelesen habe. Da sie jedoch einen so guten Ruf hat, konnte ich bei Blog dein Buch nicht widerstehen und musste mich bewerben.
Quelle: Verlag

In dem Buch geht es um Laura. Ein Mädchen, dass nach dem Tod ihrer Mutter und einem unbekannten Vater seit ihrer Geburt im Kinderheim lebt. Unterbrochen wurde diese Situation nur durch zahlreiche Versuche sie bei Pflegeeltern unterzubringen. Doch Laura hat ihren eigenen Kopf und in diesem ist nur Platz für Bücher und Detektiv-Romane. Als sie nach 11 Jahren erfährt, dass sie einen Onkel hat, der sie zu sich nimmt, ist die Freude groß bis sie sieht wo er wohnt und wer bei ihm zu Hause kocht. Als er ihr jedoch Freiheiten wie ein Handy, Taschengeld und vieles mehr gewährt, und sie sich auch noch mehr oder weniger gut verstehen, ist sie glücklich. Besonders als sie Tariq, den Jungen, der kein englisch versteht und im Laden seiner Eltern arbeitet kennenlernt. Sie freunden sich an und für Laura ist es die schönste Zeit. Doch dann überschlagen sich die Dinge. Tariq redet von einem Tag auf den anderen nicht mehr mit ihr, ihr Onkel benimmt sich höchst merkwürdig und als sie auch noch herausfindet, dass er sie belogen hat, entschließt sie sich Nachforschungen anzustellen. Dabei kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, dass ihrem Romanhelden Matt verdammt nahe kommt. Auch sie gerät in tödliche Gefahr.

Es ist eine schöne Idee, die sehr viel Freude beim Lesen bereitet. Auch wenn ich schon so gut wie 29 bin, lese ich immer noch sehr gerne spannende Bücher, die sich mit gruseligen Kriminalfällen beschäftigen. Ich war sofort in der Geschichte und empfand Laura als liebenswerte, sympathische, wissbegierige und neugierige Person, sodass sie mir sofort ans Herz wuchs. Sie ist ein tapferes und mutiges Mädchen, dass weiß was sie will und auch durchsetzt. Jedoch zeitgleich eben auch ihre Grenzen kennt. Ein ideales Vorbild für Mädchen in ihrem Alter, wie ich nicht nur selbst finde, sondern auch meine 11jährige Nichte, die zufälligerweise auch Laura heißt. Sie hat die Ähnlichkeiten genutzt und das Buch genauso wie ich an einem Tag verschlungen.

Das lag nicht nur an der oben erwähnten Protagonistin oder ihrem charmanten, wenn auch kauzigen Onkel, sondern eben auch am Stil. Dieser ist jung, dynamisch, kindorientiert und vor allen Dingen flüssig. Mit diesem gewählten Stil entsteht ein wahrhaftes Kopfkino, dem es an Tempo nicht fehlt.Jede neue Szene ist sofort präsent.

Inhaltlich bin ich absolut begeistert. Da ich davon ausgehe, dass dies der erste Teil einer spannenden Krimi-Reihe ist, ist es für mich, aber auch für meine Nichte selbstverständlich, dass Anfangs Laura, aber auch ihr Onkel näher eingeführt werden, damit die Situation für die Leser einfach selbstverständlich ist. Trotzdem mangelt es dem Buch nicht an Spannung. Anfangs eher seicht, steigt diese zum Schluss hin immer mehr an. Wobei auch schon von Anfang an Fragen auftauchen, die den Leser fesseln und miträseln lassen, sodass es hier nie langweilig wird. Zudem werden interessante Themen, wie Andersartigkeit, Misshandlungen, Sklaverei, Ausbeutung und Mobbing behandelt. Auf kindliche Art und Weise wird an die Themen herangegangen und alles einfach und anschaulich vermittelt.

Allerdings gibt es ein Punkt, der mich persönlich sehr gestört hat. Anfangs geht man davon aus, dass es sich um ein Buch in der aktuellen Zeit handelt. Doch dann ist da die Protagonistin die gerne Detektiv-Romane liest und in ein Haus zieht. Die Stimmung, die vermittelt wird erinnert mich allerdings eher an die 80er Jahre und das passt auch perfekt. Obwohl öfters schon Punkte wie Handy und Internet erwähnt werden, bin ich jedes Mal wieder wie aus einer weit entfernten Welt erwacht, wenn dann wieder solche Punkte erwähnt werden. Zum Beispiel ist im Haus ein Computer, aber Laura recherchiert lieber ohne, und erst fast zum Ende des Buches nutzt sie dann doch das Internet. Mir persönlich hätte es eben besser gefallen, wenn das Buch wirklich in den 80er Jahren gespielt hätte.

Nichtsdestotrotz ist es ein herrliches Buch, dass auf mehr hoffen lässt.

Autor: Lauren St. John
Titel: Die Todesbuch
Erschienen: 2012
ISBN-10: 3772525318
ISBN-13: 97837725253185
Seiten: 252
Kosten: 15,90€
Serie: Ein Fall für Laura Marlin

===Leseinformationen===
Genre: Detektiv-Roman
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: ab 11
Lesedauer: 3 Stunden