Dean Koontz: Nachtstimmen



Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich mir vor einigen Monaten ertauscht habe. Ein Horror-Jugend-Buch von Koontz, dass kann nur gut sein. Immer wieder hatte ich es in den letzten 2 Jahren in der Hand, aber konnte mich nicht entschließen, ein gutes Buch anzufangen, wo ich noch so viele uninteressante Bücher im Regal habe. Es war eine Wartezeit, die ich mir hätte sparen können.



===Buchdaten===

Autor: Dean Koontz

Titel: Nachtstimmen

Originaltitel:

Verlag: Heyne

Erschienen: 2003

ISBN-10: 3453874889

ISBN-13: 9783453874886

Seiten: 270

Kosten: ab 0,01€ gebraucht

Serie: -



===Leseinformationen===

Genre: Horror

Niveau: durchschnittlich

Leserschaft: ab 14

Lesedauer: 2 Tage



===Autor/in===

Dean Koontz wurde 1945 in Pennsylvania geboren und lebt heute mit seiner Frau im kalifornischen Orange County. Sämtliche seiner Romane wurden internationale Bestseller, weltweit in über dreißig Sprachen übersetzt und trugen ihm den Ruf als "Meister unserer dunkelsten Träume" ein (The Times). (Quelle: Amazon)



===Optischer Eindruck===

Optisch hätte mich das Buch nicht angesprochen. Schwarz und dann dieses brennende Rot mit den zwei Kids drauf. Es ist eher langweilig, auch wenn es vielleicht passt.



===Zitierter Klappentext===

Eine Sensation: Der allseits beliebte Roy Borden bietet dem schüchternen, unsportlichen Colin Jacobs seine Freundschaft an. Doch Roy ist fasziniert von Tod und Grausamkeiten und fordert von Colin seltsame Freundschaftsbeweise. (Quelle: Klappentext)



===Leseprobe===

Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.



===Sarahs eigene Inhaltsangabe===

Colin ist 14 Jahre alt und mit seiner Mutter gerade neu in die Gegend von Roy gezogen. Nach der Scheidung ist er bei seiner Mutter geblieben und so ist er völlig neu in der Gegend, als er mit Roy Freundschaft schließt. Eine außergewöhnliche Freundschaft, denn Roy ist absolut beliebt, sportlich und kennt absolut jeden. Colin hingegen ist ein Bücherwurm, der nur schwer Freundschaften schließt. Immer wieder fragt er sich, was Roy an ihm findet. Doch schon nach kurzer Freundschaft wird Roy merkwürdig. Er hat ein dunkles Geheimnis und Colin vermutet, dass er es mit Mutproben und komischen Fragen versucht herauszufinden, ob er Colin vertrauen kann. Es beginnt mit der Frage, ob er schon mal was getötet hat. Kleine Tiere, wie Spinnen. Von da an geht es mit Katzen und sogar Menschen weiter. Colin nimmt es nicht ernst. Nicht mal als Roy heimlich die Eisenbahn seines Vaters entgleisen lässt, oder davon spricht seine Nachbarin zu vergewaltigen. Erst als sie an einem Abend zu einem Schrottplatz fahren und Roy ein altes Auto auf die Gleise rollen will, wo wenige Minuten später ein Zug lang fährt, merkt er, dass sein Freund verrückt ist. Als er ihm nicht hilft, glaubt Roy nicht mehr an die Blutsbrüderschaft und wer kein Blutsbruder ist, muss eben sterben, wie die vorherigen Freunde auch. Colin muss um ein Leben fürchten, aber niemand glaubt ihn, dass Roy irre ist. Colin, völlig auf sich allein gestellt, hat nur eine Chance, dass Geheimnis von Roy zu lüften. Während er recherchiert, bekommt er unerwartet Unterstützung und findet etwas heraus, dass er so nie gedacht hätte. Nun gilt es dies für die anderen festzuhalten, denn auch hier kam Roy schon ungeschoren davon. Ein absolut gefährlicher Plan ist seine letzte Chance aus der Sache heil herauszukommen, und zu beweisen, wer Roy wirklich ist.



===Sarahs Meinung===

Dean Koontz ist mir kein fremder Autor und da mir das erste Buch, welches ich aus seiner Feder gelesen habe, gefallen hat, war ich wirklich gespannt. Doch dieses Buch ist in meinen Augen einfach nur schrecklich.



Es beginnt schon mit dem Einstieg, dabei ist die Grundidee „Was würdest du für einen Freund machen“ gar nicht so verkehrt.

Man wird mitten in die Freundschaft geworfen. Das Kennenlernen der Figuren wird gänzlich außer Acht gelassen. Man hofft als Leser immer auf neue, rückblickende Informationen, und wird leider enttäuscht. Man erfährt zwar, dass Colin erst seit wenigen Wochen dort ist, und das aktuell Ferien sind, aber mehr nicht wirklich. Dadurch bleibt die Situation der Freunde immer verschleiert und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Trotzdem gelingt es Koontz sowohl Roy als auch Colin im Einzelnen betrachtet lebendig, charakteristisch zu beschreiben. Er hat zwei gegensätzliche 14jährige Jugendliche gewählt und man merkt, dass er ihr Verhalten und ihre Sprache studiert hat, damit es authentischer wirkt. Trotz vieler Details lernt man die Figuren nur innerlich kennen. Für mich reichten die äußerlichen Beschreibungen nicht aus, um ein klares Bild vor meinen Augen entstehen zu lassen.

Auch sonst sind die Beschreibungen von Orten und Schauplätzen sehr lebendig, dass ich oft das Gefühl hatte, ein farbloser Klotz fährt mit dem Fahrrad zum Porno-Kino oder zu anderen Plätzen.



Trotzdem gelingt es dem Autor mit seinem jugendlichen, leicht vulgären, aber immer lebendigen Stil zu fesseln, und für einen angenehmen Lesefluss zu sorgen.



Beschreibungen gut, Charaktere bis auf ihr Äußeres gut, warum gefällt es mir also nicht. Zum einen liegt es eben an diesem Einstieg. Auf der anderen Seite ist es aber auch der Inhalt. Ständig ist die Rede von Mord und Vergewaltigung. Damit versucht Koontz eine gewisse Spannung aufzubauen, damit der Leser mit raten kann, ob es wirklich nur eine Mutprobe ist. Nach der x-ten Idee ist es jedoch nervig. Erst sind es Insekten, dann Katzen, dann Menschen, dann die Spielzeugeisenbahn. Ich verstehe, dass er nur so den Lesern vermitteln kann, was auf dem Rücken dieser Freundschaft ausgetragen wird. Statt Roy den Rücken zu zukehren, wie jeder andere selbstbewusste Junge es getan hätte, wäre der Freund immer mit so kranken Ideen und Unterhaltungen gekommen, spielt der schüchterne Colin es als Mutprobe und Witz ab, ohne über die Hintergründe nachzudenken. Das solche Fantasien jedoch nicht ohne Grund entstehen, sollten jedem klar sein.



So zieht sich das Buch mit immer wiederkehrenden, leicht abgewandelten Situation hin. Zwischendurch gibt es massenhafte Dialoge in einer vulgären Jugendsprache. In Form von:

Wie findest du diese Dinger... Sie sind nett.. Was ist nett.. Ihre Oberweite... Wie heißt es noch... Busen... Und wie noch, sei nicht so ein Weichei... Warum Busen ist doch auch okay... Nenne sie Titten. Wozu.. Los sag endlich Titten.

Das ist ein von mir wiedergegebener Dialog, aber im Grunde trifft es den Inhalt zu 100%. Nachdem 10 Dialog ist man nur genervt.



Erst zum Schluss hin wird die Frage, warum Roy so krank ist, spannender. Zumal dieser so ausrastet. Es ist ein guter Ansatz, der sogar in einem kleinen Höhepunkt zum Stocken des Atmens führt. Man wartet auf eine Wendung, eine Beichte, die das Verhalten noch einmal separat beleuchtet und nicht auf Vermutungen und Andeutungen beruht. Aber leider versaut es der Autor dann gänzlich. Statt dieser Sache wirft er einen ganz anderen Aspekt ein und bricht dann das Buch ab. Er lässt den Leser damit allein und man fragt sich ob ihm ein Fehler unterlaufen ist, er einen Nachfolger schreiben wollte, oder er es damit noch einmal spannend machen wollte.



In meinen Augen ein schlechter Ausgang, der zum enttäuschenden Rest des Buches passt.