Linwood Barclay - Ohne ein Wort


===Buchdaten===
Autor: Linwood Barclay
Titel: Ohne ein Wort
Taschenbuch: 492 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 1 (13. Juni 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548267432
ISBN-13: 978-3548267432
Preis: 8,95€

===Leseinformationen===
Genre: Thriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 1Tag

===Autor/in===
Linwood Barclay arbeitete viele Jahre als Journalist und hatte eine beliebte Kolumne im Toronto Star. In Kanada und den USA veröffentlichte er eine Krimiserie. Neben seiner journalistischen und schriftstellerischen Tätigkeit ist Linwood Barclay ein viel gebuchter Redner. Mit seiner Frau und zwei Kindern lebt er in Toronto. OHNE EINE WORT ist Barclays erster Psychothriller. (Quelle: Amazon)

===Optischer Eindruck===
Optisch ist es eher mysteriös mit den Menschen in den Worten, aber es verspricht eine spannende Lektüre, sodass mich gerne gleich ans Lesen gemacht habe.

===Zitierter Klappentext===
"Ich wollte, Ihr wärt tot!" Das wünscht die 14-jährige Cynthia ihren Eltern. Als sie am nächsten Tag aufwacht, sind ihr Vater und ihre Mutter verschwunden. Auch ihr Bruder ist weg. Spurlos. Ohne ein Wort. Kein Hinweis, keine Nachricht bleiben für Cynthia zurück. Erst 25 Jahre später, als sie selbst eine Familie hat, tauchen geheimnisvolle Hinweise aus ihrer Vergangenheit auf. Mysteriös, gefährlich, tödlich - etwas Böses kehrt zurück. (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Cyn ist 14 Jahre alt. Sie ist rebellisch und hat einen bösen Freund. Als ihr Vater sie und ihren Freund betrunken in einem Auto erwischt, nimmt er sie mit nach Hause. Ein üblicher Streit, und Cynthia wünscht sich: Ich wollte, ihr wärt tot. Sie geht ins Bett, schläft ihren Rausch aus, und als sie morgens aufsteht,sind ihre Eltern samt ihren Bruder Todd verschwunden. Kein Zettel, keine Autos, nichts. Niemand weiß etwas, niemand hat etwas gesehen und jeder verdächtigt sie.
25Jahre später versucht sie erneut die Vergangenheit aufzuklären, denn sie lässt ihr keine Ruhe. Damit wirbelt sie eine Menge Dreck auf, der sie und ihre Familie in tödliche Gefahr bringt. Es beginnt mit dem Tod ihrer Tante, wenig später wird der beauftragte Detektiv ermordet und mysteriöse Hinweise lassen sie glauben, dass ihre Eltern am Leben sind bzw. der Mörder nun hinter ihr her ist. Mit der Schreibmaschine ihres Mannes wird ein Brief verfasst, der sie zum Grab ihrer Mutter und ihres Bruder führt. Als jeder sie wieder verdächtigt und auch ihr Mann sich nicht mehr sicher ist, haut sie ab. Ihr Mann fängt selbst an zu recherchieren und stößt auf eine unglaubliche Geschichte. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn seine Frau schwebt tatsächlich in Lebensgefahr.

===Meine Meinung===
Linwood Barclay ist ein Autor, der von Vox immer als Top-Autor gelobt wird. Ich hatte für ein Gewinnspiel schon ein Buch von ihm gelesen, was mir jedoch nicht sooo gut gefallen hatte. Dementsprechend bereute ich den Tausch 2011 schon etwas.

Der Einstieg in das Buch zeigte mir, dass ich mir hätte lieber etwas anderes ertauschen sollen. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive, die nicht unbedingt bevorzugte Erzähl-Perspektive meinerseits. Zeitgleich erzählt nicht die Frau, sondern ihr Mann. Mich in einen Mann hineinzuversetzen, fand ich noch eine Nummer schwerer. Zumal am Anfang viel Input vorhanden war. Einerseits die Geschichte von vor 25 Jahren, das Kennenlernen der Eltern und dann auch noch die heutige Zeit. Viel, aber gut beschrieben. Trotz der Perspektive und der Sprünge bekam ich ein sehr gutes Bild der Situation, aber auch der Protagonisten. Die Seiten fliegen nur so an einem Vorbei.

Linwood Barclay ist es eindrucksvoll gelungen mit den Ängsten des Leser zu spielen. Es ist ein brisantes Thema, denn viele Jugendliche haben diesen Satz schon einmal gesagt, und dies in eine Geschichte einzubinden, ist sicherlich kein neuer Ansatz, aber trotzdem eine gute Idee für einen spannenden Plot. Dadurch das der Autor sich nicht in unzähligen Gedankengängen seitens Terry verstrickt, sondern sein Augenmerk auf die Vergangenheit und die anderen Personen legt, wird es nie langweilig. Der Leser bekommt so einen emotionalen Eindruck von allen Parteien und durch kleine Einwürfe, wie zum Beispiel der Hut ihres Vaters oder anonyme Emails wird es zeitgleich nicht langweilig, sondern bringt den Leser selbst zum Grübeln und Nachdenken. Eine gelungene Kombination, die über die vollen Seiten des Buches fesselt. Sicherlich werden einige Leseratten vorab schon wissen, worauf das Buch hinausläuft, aber so wirklich errät man es nicht. Erst nach und nach, als die Hinweise in eine bestimmte Richtung gingen, konnte ich die gesamte Idee hinter dem Werk erkennen. Bei einigen wird es sicherlich nicht so lange dauern, was jedoch nicht schlimm ist.

Das Buch hält nämlich eine perfekt gewählte Aufklärungszeit bereit, sodass man eigentlich rund 100 Seiten vor Schluss erfährt, was damals passierte. Nun kann man sagen, dass ist zu früh, aber ich finde es perfekt. Der Grund ist einfach, der Autor verliert sich nicht in Langatmigkeit, sondern punktet durch einen actionreichen, rasanten Schluss, der dem vorhergegangenen noch eine Krone aufsetzt. Er passt perfekt und spricht ein Thema an, dass gerade in Amerika recht häufig vorkommt, zumindest im Vergleich zu Deutschland.

Alles in allem ist es ein gelungener Thriller, den ich bedenkenlos weiterempfehlen kann.

===Abschließendes Fazit===
Gelungenes Debüt, das großes Hoffen lässt.

Pro: Figuren, Stil, Spannungsbogen, kurze Kapitel
Contra: nichts wirkliches
Empfehlung: 5 Sterne, Ja