Celia / Gwen Bristow

Heute habe ein Buch im Angebot, welches ich unbedingt lesen musste. Mir fehlte für meinen Buchblog, wo ich an einer Challenge teilnehme, ein Buch mit dem Buchstaben C. Welches eignet sich da also besser, als „Celia“ von Gwen Bristow. Sie ist eine Autorin, deren Bücher ich sehr schätze, und so habe ich mich schön ins warme Wasser gelegt und mich ans Lesen gemacht. Doch der erste Schock ließ nicht lange auf sich warten.

'''Buchdaten'''
Autor: Gwen Bristow
Titel: Celia
Gebundene Ausgabe
Verlag: Bertelsmann Lesering (1100)
Sprache: Deutsch
ASIN: B002AYI40M
Seiten: 414
Kosten: 0,01€
Serie: -

'''Leseinformationen'''
Genre: Historisch
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 3 Tage


'''Autor/in'''
Gwen Bristow (* 16. September 1903 in Marion, South Carolina; † 17. August 1980 in New Orleans, Louisiana) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin.

'''Leseprobe'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Celia Garth ist ein Mädchen, dass ihre Eltern früh verloren hat. Aufgezogen von ihrem Onkel, hat sie eine halbwegs glückliche Kindheit. Mit 17 wird sie jedoch aus ihren Träumen gerissen, als sich herausstellt, dass all ihr Erbe aufgebraucht ist. Genutzt um sie so wie seine eigenen Kinder zu erziehen. Um nicht heiraten zu müssen, geht sie nach Charleston und fängt dort als Näherin an. Einem glücklichen Zufall verdankt sie es, bei der Abholung von Stoff auf Jimmy zu treffen. Er vermittelt ihr einen absoluten Traumjob als Näherin und kümmert sich auch sonst sehr zuvorkommend um sie. Als er ihr einige Zeit später seine Liebe gesteht, schwebt Celia im siebten Himmel. Doch die Liebe steht unter einem schlechten Stern, denn bevor sie heiraten können, beginnt die große Schlacht und Charleston muss für ihre Freiheit kämpfen. Tag ein Tag aus werden sie beschossen und als Jimmy schwer verwundet wird, ist Celia am Ende mit ihren Nerven. Kein Essen, die Feinde vor der Tür und ihr zukünftiger liegt im Sterben. Es gelingt ihr ihn aus der Stadt zu schmuggeln, weiß jedoch nicht, ob dies geklappt hat, denn einen Tag vorher wurde dieser Weg von den Feinden erobert. Als Charleston kapituliert, verlässt auch Celia den Ort und geht zu Vivian, für die sie schon vorher genäht hat. Dort erfährt sie, dass ihr Liebster lebt. Sie macht sich auf den Weg, doch kommen sie zu spät. Die Plantage wurde wenige Tage zu vor überfallen und Jimmy und all die anderen getötet. Celia bricht zusammen und ihr einziger Halt ist Luke, der Sohn von Vivian. An seiner Seite kämpft sie still und heimlich mit den Revolutionären gegen die Besetzer.

'''Sarahs Meinung'''
Gwen Bristow ist in meinen Augen eine unglaublich gute Autorin. Sie schafft es die Welt von Amerika in den tollsten Farben weiterleben zu lassen. Zwei ihrer Werke habe ich schon gelesen und war immer sehr angetan. Sie waren nicht perfekt, aber ließen sich sehr schön lesen. Dementsprechend war ich erfreut ein weiteres Werk in die Finger zu bekommen oder besser gesagt geschenkt zu bekommen.

Doch schon auf der ersten Seite kam ein kleiner Schock. Ich mag einen detaillierten Stil, denn so kann man ein schönes Kopfkino entstehen lassen. Detailreichtum kannte ich von Gwen Bristow, aber nicht in diesem Umfang und der anfängliche Schock diesbezüglich hat sich leider nicht gelegt. Im Grunde hätte das Buch auch ohne diese unwichtigen Details erstklassig werden können, dafür aber nur 250 Seiten benötigt. Damit ihr es versteht, hier ein kleines Zitat von Seite 7.


Das Material ihres Kleides bestand aus handgesponnenem Leinen. Dieses Leinen, von den Flachsbauern in Kingstree gewebt und in Ballen nach Charleston transportiert, war derb, bilig und ziemlich gewöhnlich, aber an Celia wirkte es keineswegs so. Die natürliche Farbe des Stoffes war ein schmutziges, unansehnliches Braun....(Zitat S.7)

So wie hier sogar das Material des Kleides genau beschrieben wird, ist es im Grunde überall. Manchmal wird sogar genau gesagt, wie viele Kerzen in welchem Raum zu finden sind. In meinen Augen ist es einfach zu viel.Man kann gar nicht unterscheiden, was wirklich wichtig ist. Auf der anderen Seite bekommt man so ein perfektes Bild der Situationen, Figuren und des historischen Hintergrundes, denn dieser wurde sehr gut recherchiert. Im Grunde ist dies auch das Hauptthema des Buches. Es spielt zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges und in ihm spielte Charleston eine tragende Rolle. Die Kämpfe, die Hungernot und auch die unsagbare Hitzewelle wurden so realistisch umgesetzt, dass man wirklich etwas über diese historische Zeit, die Geschichte Amerikas gelernt hat. Zwar hatte ich hiervon schon gehört, aber noch nie in diesem Umfang darüber gelesen. Dank der Autorin ist dies auf jeden Fall sehr lebendig festgehalten worden. Allerdings muss ich zugeben, dass es durch die vielen Details gerade hier ab und an recht langatmig wirkte.

Das liegt jedoch zum Teil an ihren zauberhaften Protagonisten. Anfänglich war ich Celia gegenüber eher abgeneigt, da sie auf mich wie eine hochnäsige Zicke wirkte, aber mit der Zeit hat man sie einfach ihn sein Herz schließen müssen. Die gedanklichen Lästereien wurden immer weniger und man merkte, wie sich Celia immer mehr vom Mädchen zur Frau entwickelte, die ihren eigenen Kopf und einen starken Willen hat. Auch die anderen Figuren um sie herum sind sehr charakterstark erschaffen wurden. Allerdings nicht so faszinierend geschildert, wie Celia selbst.

Mit diesen Figuren entsteht eine sehr spannende, romantische und fesselnde Geschichte. Die bis zum Schluss ihren Reiz hat. Auch wenn man weiß, wie das Buch ausgehen wird. In diesem Punkt konnte mich die Autorin nicht überraschen, aber das ist bei 90% der Bücher dieser Umsetzungsart so. Der Weg zum Ziel ist das Schöne, und das gefällt mir, trotz der nervigen vielen Details.