Nina. Mitte des Lebens. Abenteuer einer Tugend / Luise Rinser

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Nachdem ich vor einigen Tagen von einem Buch überrascht wurde, welches ich eher in die 1-Stern Kategorie eingestuft hatte, musste ich mich nun auch meinem zweiten Sorgenkind widmen. Auch dieses Buch sah langweilig aus, und war ein Geschenk, dass mich weniger angesprochen hat.


'''o0o Allgemeine Daten o0o'''
Autor: Luise Rinser
Titel: Nina. Mitte des Lebens. Abenteuer einer Tugend.
Verlag: S. Fischer
Jahr: 1957
Seiten: Ca. 500
Preis: 0,01€

'''o0o Leseinformationen o0o'''
Genre: Erzählung
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 6 Tage


'''o0o Autor/in o0o'''
Luise Rinser, wurde 1911 in Pitzling geboren. Sie zählte zu den bedeutendsten deutschen Autorinnen in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Angefangen hat sie nach der Schulzeit als Aushilfslehrerin und später schrieb sie für verschiedene Zeitungen. Verheiratet war sie mit einem Komponisten. Sie erhielt zahlreiche Preise, bevor sie 2002 in München verstarb.

'''o0o Optik o0o'''
Ja, die Bücher sehen manchmal langweilig aus. Neuere Auflagen sind hübsch gestaltet, aber von meiner grünen Ausgabe strahlt mir eine nette Dame entgegen, die mich jedoch nicht in ihren Bann zieht.

'''o0o Zitierter Klappentext o0o'''

Mitte des Lebens
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Als Luise Rinsers Roman "Mitte des Lebens" zum ersten Mal erschien, schrieb (Die Weltwoche) in Zürich: "Dieser Roman, eine Liebesgeschichte teils in Tagebuchform, teils direkt erzählt, ist wahrscheinlich das ausgeformteste und reichste Buch, das die deutsche Literatur heute besitzt. Es schildert die erfüllungslose Liebe eines um zwanzig Jahre älteren Mannes, Dr. Stein, Professor der Medizin, zu der jungen Studentin Nina Buschmann, die im Laufe der Handlung zur Frau heranwächst ... Das Buch ist viel mehr als eine bloße Liebesgeschichte, es ist die Summe der Lebens- und Kunsterfahrungen einer Dichterin, die ihre Zeit durchlitten und durchfochten hat, um sie nun zu sublimieren, Kindheit und Tod, Leidenschaft und Leere des Herzens, Künstlertum und Abstraktion, das ganze Leben schillert reich und vielfältig aus seinen Seiten."

Abenteuer der Tugend
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Dieser Briefroman, der zeitlich und thematisch an Luise Rinsers Roman "Mitte des Lebens" anknüpft, umkreist die Probleme einer geistig überaus wachen Frau, die an der Seite eines genialen, ihretwegen geschiedenen Künstlers um ihr eigenes Leben kämpft. Sie führt mit diesem Mann - einem ständig gefährdeten Schwermütigen und Süchtigen - eine Ehe, die von Zweifel und Auflehnung belastet ist. Von der Ausweglosigkeit jeder Liebe überzeugt, beginnt Nina einen Briefwechsel mit einem Freund, in dem sie sich Klarheit über das Verhältnis von Mann und Frau in der Ehe, Klarheit auch über Glauben und Erkenntnis zu verschaffen versucht.
(Beide Quellen: Kurzbeschreibung Amazon)

'''o0o Leseprobe o0o'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen. Wie immer findet ihr diese unter „Meine Meinung“.

'''o0o Inhalt in eigenen Worten o0o'''

Mitte des Lebens
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Die Ich-Erzählerin trifft auf ihre 12 Jahre jüngere Schwester Nina, die sie seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Doch plötzlich möchte diese sie sehen. Sie reist hin und kann dem Leser nun fragmentarisch das Leben von Nina erzählen. Dazu werden viele Perspektiven genutzt. Hauptsächlich wird aus dem Tagebuch von Dr. Stein, einem 20 Jahre älteren Verehrer vorgelesen, der inzwischen verstorben ist. So entsteht das Bild einer erfüllungslosen Liebe, Verlorenheit, Aufsässigkeit und einer widersprüchlichen Nina.

Abenteuer der Tugend
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Im zweiten Band wird an den vorherigen angeknüpft, und doch wieder nicht. Diesmal wird nicht auf Tagebücher, sondern Briefe gesetzt. Diesmal geht es um eine geistig, wache Frau, die sich mit einem geschiedenen Künstler, der ihretwegen seine Frau verlassen hat, jeden Tag eine Qual durchlebt. Basierend auf dieser Krise beginnt sie Briefwechsel, um Klarheit über ihr Leben zu verschaffen.

'''o0o Meine Meinung o0o'''
Ich hatte das Glück oder das Pech, wie man es sieht, dass ich eine Ausgabe geschenkt bekommen habe, wo beide Bände enthalten waren. Ich gebe zu, dass ich mir das Buch rein vom Inhalt nicht unbedingt selbst gekauft hätte. Oftmals können aber auch solche Werke punkten.

Der erste Band spielt im Zweiten Weltkrieg und der zweite Band in den 50er Jahren. Eine Zeit, die ich durch meine Mutter recht gut kenne, denn sie ist ein Kriegskind. Als ich jedoch davon erfuhr, dass die Autorin laut verschiedenen Medien im Bezug auf ihren Lebenslauf geschummelt hat, und Hitler eher zugeneigt war, muss ich zugeben, dass ich dies erst einmal sacken lassen musste. Mir geht es aber nicht um die Autorin, sondern um ihr Werk, und so hab ich mich ans Lesen gemacht.

Gefallen hat mir der erste Band schon von den ersten Seiten an nicht. Warum dieses Buch in den 50er Jahren so beliebt war, und auch heute noch gerne gelesen werden soll, kann ich nicht nachvollziehen. Für mich war der Einstieg verhältnismäßig schwer. Da sind zwei Schwestern mit 12 Jahren Unterschied, reden seit Jahren kein Wort miteinander und dann treffen sie sich, ohne dass man am Anfang weiß warum. Stattdessen sieht sie ein Paket und beginnt in dem Leben ihrer Schwester bzw. von Dr. Stein zu lesen. Danach beginnt in meinen Augen das Chaos. Immer wieder werden Bruchstücke aus dem Tagebuch vorgelesen. Das Problem ist, dass gerne mal gesprungen wird, und keine klaren Linien vorhanden sind. Im Groben und Ganzen wird zwar chronologisch berichtet, aber es gibt immer wieder Sprünge, wo man plötzlich eine andere Jahreszahl liest. Das Hauptproblem war jedoch in meinen Augen, der Sprung zwischen Gegenwart und dem Inhalt des Tagebuches. Manchmal bekam ich ihn erst im letzten Augenblick mit. Da die Erzählerin mit Ich bezeichnet wird, aber auch der Erzähler des Tagebuches, ist es nicht glücklich gewählt. Hinzukommt, das nicht mal durch wörtliche Rede eine gegenwärtige Szene gekennzeichnet ist.

ZITAT S. 29
Nina, sagte ich, hast du nicht Lust, diese Blätter zu lesen? Komm, wollen wir sie zusammen lesen? Ach, erwiderte sie, wozu?

Es ist schwer zu folgen. Wäre nun alles wirklich interessant, dann wäre es kein Problem dem Werk zu folgen. Zumindest konnte ich dann über fehlende Aspekte, wie Anführungszeichen, locker hinwegsehen. In diesem Fall muss ich aber sagen, dass ihr Inhalt banal und belanglos ist. Eine Portion Sex, Liebe in Kombination mit flachen Nazi-Andeutungen. Mag sein, dass die Leute damals schon vergessen wollten, was sie gerade erlebt haben, aber ich empfinde es wirklich zu belanglos. Man kann ohne Probleme das Buch zur Seite legen und ist nicht mal traurig, wenn man erst einige Tage später weiter liest.

Auch das zweite Buch kann mich nicht vom Hocker hauen. Es ist besser gegliedert und 1000 mal angenehmer zu lesen, aber das alleine reicht nicht. Diesmal spielt das Buch wie gesagt in den 50er Jahren und es wird auf Moral und Religion gesetzt. Für mich waren beide Bände ein Kampf, der sich nicht gelohnt hat. Ich muss auch zugeben, dass ich beim zweiten Buch nach dem ersten Teil abgebrochen habe.


© Eure CQ auch für Sarah hats getestet, Sarahs Bücherwelt und auf anderen Plattformen


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