Schlitzöhrige Geschichten aus Hohenlohe Band 1 / Manfred Wankmüller

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.


Diesmal habe ich ein Buch für euch, dass sich an alle Hohenloher dieser Welt richtet. Eigentlich kein Buch, welches ich mir gekauft hätte. Zumindest nicht, wenn ich reingeblättert hätte. Da mir jedoch eine gute Bekannte ein Buchpaket geschenkt hat, ist das Buch in meinen Händen gelandet. Einem geschenkten Gaul, schaut die Sarah nicht ins Maul, und so musste mein Mann das Buch mit mir lesen. Warum er es auch lesen musste, lest selbst.

'''o0o Allgemeine Daten o0o'''
Autor: Manfred Wankmüller
Titel: Schlitzöhrige Geschichten aus Hohenlohe Band1
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Hohenloher Druck- und Verlagshaus (1994)
ISBN-10: 3873540274
ISBN-13: 978-3873540279
Preis: 9€

'''o0o Leseinformationen o0o'''
Genre: Satire
Niveau: trivial
Leserschaft: Hohenloher ;)
Lesedauer: 3 Lesestunden


'''o0o Informationen zum Autoren o0o'''
Manfred Wankmüller wurde am 25.12.1924 in Gerabronn geboren und verstarb dort am 13.2.1988. Seine Kindheit verbrachte er in Gerabronn, und absolvierte sein Abitur in Heilbronn. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft studierte er in Würzburg Germanistik und in Heidelberg Soziologie, um später als Journalist und Schriftsteller seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Bekannt wurde er durch seine Kurzgeschichten über die Menschen in Hohenlohe.

Seine Werke
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Schlitzöhrige Geschichten aus Hohenlohe Band 1.
Schlitzöhrige Geschichten aus Hohenlohe Band 2.
Schlitzöhrige Geschichten aus Hohenlohe Band 3.
Schlitzöhrige Geschichten aus Hohenlohe Band 4.
Zwei Jungen retten das Tessin.
Jagd auf die Atomspione.
Geschichten unter dem Stern.
Siehst du den Stern dort stehen H

'''o0o Wie schön ist das Cover o0o'''
Das Cover ist schwarz gehalten und mit weiß wurde eine menschliche Figur aufgezeichnet, die uns den Rücken zukehrt. So wie das Cover sind im Übrigen auch Bilder im Buch gestaltet, die jedoch nicht meinen Geschmack entsprechen. Ich persönlich hätte mir hier etwas frecheres gewünscht.

'''o0o Leseprobe o0o'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen. Die Zitate findet ihr unter „wie gefällt das Buch“.

'''o0o Inhalt in eigenen Worten o0o'''
Im Hohenloher Land passiert eine Menge. 50 Anekdoten aus mehreren Hundert Geschichten wurden ausgewählt und in dem ersten Band von vier Bänden veröffentlicht.

'''o0o Wie gefällt das Buch o0o'''
Es gibt Bücher, auf die freut man sich, wie auf kein Zweites. Bei der vorliegenden Lektüre „Schlitzöhrige Geschichten aus Hohenlohe Band 1“ ist dies der Fall gewesen. Schon in meiner Kindheit habe ich satirische Werke, wie zum Beispiel „Die Schildbürger“ sehr gerne gelesen. Sie erheitern, haben einen Funken Wahrheit und sind durch ihren zeitlosen Stil immer wieder lesbar. Genau diese Erwartungen hatte ich auch an dieses Werk. „Schlitzöhrige Geschichten“ lassen großes hoffen. Doch manchmal stirbt die Hoffnung schon beim ersten Satz.

ZITAT S. 5
Wer mich fragt, ob die Geschichten, die ich hier als Auswahl aus ein paar hundert ähnlichen Geschichten vorlege, auch tatsächlich wahr sind, dem muss ich sagen, daß keine von ihnen „ganz un goar verlouche iss“.

Das Lesen von Büchern mit Dialekt mag Einheimischen gefallen, aber der Otto-Normal-Leser wird seine Schwierigkeiten haben. Meine Hoffnung war nach diesem kleinen Satz, dass es sich um eine Ausnahme handelt. Schließlich war es das Vorwort des Autors, und da sind kurze Wortspiele mit Dialekten erlaubt. Doch meine Hoffnung starb auch sogleich.

ZITAT S. 16
Wall mir aldi Freind sim, will i dir bloaß schnell ebbes soache. Där „Sunne“Wärd des is fei a Foggedieves.

Ja, man kann es verstehen, aber Lesespaß ist für ein Nordlicht wie mich, dann doch das Standard Hochdeutsch. Wörtliche Rede gibt es in diesem Buch jedoch nur in Kombination mit dem Hohenloher Dialekt. Wer es versteht, der wird seine Freude haben, aber ich musste, um jeden Witz verstehen zu können, teilweise jede kurze Anekdote 2-3 Mal lesen. Für mich wahr dies anstrengend und mit Sicherheit kein Genuss. Obwohl ich es anstrengend fand, habe ich nicht sofort aufgehört, sondern habe mich durch 15 solcher Geschichten gekämpft. Schließlich wurde mir das Buch geschenkt, und dann möchte man es ja auch lesen.
Doch es nützt nichts, wenn man vieles einfach nicht versteht, weil die wichtigsten Angaben meist in einem Dialog zu finden sind.

Zum Beispiel geht es in der einen Geschichte um einen Feiertag. Die Männer ziehen um die Häuser, trinken in verschiedenen Lokalitäten. So auch drei Freunde. Sie gehen am Ende des Tages nach Hause, und nutzen dabei die Abkürzung am Galgen vorbei. Als einer der Freunde Wasser lassen muss, kommt es zu dem Vorfall, dass er nicht mehr hochkommt. Ein Geist hält ihn fest und möchte ihn nicht mehr loslassen. Der Betroffene schwört nie wieder zu trinken, und seine Freunde versuchen ihm zu helfen. Soweit ist alles verständlich. Doch die Pointe befindet sich in einem Dialog, den sowohl mein Mann, als auch ich erst nach mehrmaligen lesen und weiteren 10 Minuten überlegen verstanden haben. Gescheitert sind wir am einfachen Wort „Housedreecher“. Kommt man drauf, dass sich hinter dem Wort Hosenträger versteckt, kann man lachen, aber manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht und so dauert es öfters mal. Einige werden nun sicherlich lachen, weil wir es nicht verstanden haben, und es doch offensichtlich ist, aber manche Worte fallen leichter, andere weniger.

Die Geschichten an sich sind lustig und absolut lesenswert, aber wenn man sich stundenlang durch 50 Geschichten kämpfen muss, obwohl man eigentlich für 160 Seiten sonst vielleicht 2 Stunden brauchen würde, dann ist das Buch nicht unbedingt das, was man lesen muss. Ich persönlich habe nach 15 Geschichten aufgegeben. Man möge mir verzeihen, aber ich möchte unterhalten werden, und nicht mit meinem Mann rätseln, was gemeint ist. Daher ein echter Geheimtipp für alle aus Hohenlohe und Umgebung. Da ich mich unterhalten gefühlt habe und abgesehen vom Dialekt die Geschichten auch lustig waren, bewerte ich es neutral, und gebe ihm trotzdem 5 Sterne. Ich selbst würde aber vom Scheitern her nur einen Stern geben, aber das wäre unfair.


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