Das letzte Revier / Patricia Cornwell

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Irgendwie komme ich in der letzten Zeit einfach kaum noch zum Lesen. Für meinen Testblog habe ich noch so viele Berichte / Proben offen, und mit zwei kleinen Jungs hat man mehr um die Ohren, als mit einem Baby. Doch nun habe ich mal wieder ein Buch beendet, und obwohl ich hundemüde bin, setze ich mich noch an den Bericht, damit auch ihr wisst, ob sich mein letztes Buch gelohnt hat. Gelesen habe ich mein letztes Buch von Patricia Cornwell. Wie ihr wisst, bin ich einfach nie mit ihr warm geworden und habe mich durch ihre konstruierten Fälle gekämpft. Um es endlich hinter mich gebracht zu haben, wurde nun auch dieses Buch endlich gelesen. Und nein, auch hiermit hat sie mich nicht als Fan gewinnen können.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Dr. Kay Scarpetta ist die Leiterin des gerichtsmedizinischen Instituts in Virgina und hat es zur Zeit mit zahlreichen Frauenleichen zu tun. Sie gehen zu großer Wahrscheinlichkeit auf das Konto des Serienmörders Jean-Baptiste Chandonne. Doch ein Chandonne lässt sich nicht fangen. Zumindest nicht, wenn er keinen Fehler macht. Diesen begeht er jedoch, indem er versucht Scarpetta umzubringen. Als Polizist klingelt er an ihrer Tür und schafft es sogar fast. Allerdings kann Kay im Formalin in die Augen gießen und sich mit einem gebrochenen Ellenbogen retten. Chandonne kann festgenommen werden, aber im Verhör streitet er ab für die Morde verantwortlich zu sein. Im Gegenteil es kommen sogar Fragen auf, ob nicht Kay sogar den einen Mord an ihrer Rivalin Diane Bray begangen hat. Schließlich ist es für sie ein leichtes einen Mord zu kopieren. Kay muss ihre Unschuld beweisen und kommt dabei einem Komplott auf die Schliche, welches bis zur Mafia reicht. Ob es ihr gelingt die tödliche Gefahr zu bannen und ihre Unschuld zu beweisen, sogar vielleicht die Morde aufzuklären, müsst ihr aber selbst nachlesen.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Patricia Cornwell ist eine Autorin, die viele Fans hat. Schaut man sich jedoch die Rezensionen zu den verschiedenen Werken rund um Dr. Kay Scarpetta an, dann sind viele Meinungen auch negativer Natur. Sie schafft es somit nicht jeden zu fesseln. Ich habe damals fünf Romane aus ihrer Reihe ersteigert. Ohne auf die Reihenfolge zu achten, fing ich mit „Brandherd“ an und war mehr als enttäuscht. Ich fand keinen Bezug den Figuren und auch ihre teilweise langatmigen Schilderungen konnten mich nicht überzeugen. Zumindest dachte ich, dass die Reihenfolge vielleicht ersteres Problem lösen könnte. Im Anschluss habe ich die Werke chronologisch gelesen. „Das letzte Revier“ ist nun der letzte Roman, der noch aus dem Paket übrig geblieben ist, und war für mich die letzte Chance, die ich der Autorin geben wollte.

Der Einstieg in dieses Abenteuer zeigt sofort, dass den Leser genau das erwarten wird, was er auch schon bei anderen Romanen der Autorin angetroffen hat. Am Anfang schafft es Patricia Cornwell durch Spannung zu punkten. Es gibt kaum einen Roman von ihr, wo ich nicht denke, diesmal wird es besser und sie wird es schaffen. Doch auch hier kristallisiert sich nach rund 50 Seiten heraus, dass ich mich wiedermal getäuscht habe. Ihre manchmal sehr ausführlichen und detaillierten Schilderungen sind mit Sicherheit nicht schlecht. Oft sind sie nichts für schwache Mägen, aber leider nutzt sie diesen Detailreichtum nicht nur bei wichtigen Schilderungen, sondern eigentlich fast immer. Dadurch entsteht ein langatmiger Stil, der das Buch unnötig in die Länge zieht. Sie hat Ahnung von diesem Fach, aber manchmal sind weniger Informationen besser. Ich kann mich noch an einen Fall erinnern, wo sie sogar über Kochtöpfe unzählige Sätze verloren hat, wo ich nur den Kopf schütteln konnte. Diesmal sind es jedoch die allzu tiefen Blicke in die Gerichtsmedizin, wo sich die Autorin in meinen Augen festbeißt.

ZITAT ( Patricia Cornwell: Das letzte Revier)
Mit einer Lupe suche ich beide Seiten seiner Hände nach offensichtlichen Beweisspuren ab, die durch das Abnehmen der Fingerabdrücke verloren gehen könnten. Ich scheide Fingernägel ab und verwahre sie in einem Umschlag, den ich beschrifte und zu den anderen Papieren auf der Ablage lege, dann drücke ich die Fingerspitzen auf das Stempelkissen, und Mario hilft mir mit dem Löffel.

Abgesehen davon bekommt der Leser es mit zahlreichen Figuren, Fachbegriffen, Institutionen und Orten zu tun. Ich hatte für meinen Teil arge Schwierigkeiten mir wirklich alles zu merken, und hatte oft das Problem, dass ich in den Tiefen meines Gedächtnisses kramen musste, um wieder einen Bezug zu einer Person, die vor zig Seiten vorkam, zu finden. Gerade jetzt mit einem Baby, das mir nur immer wenige Seiten gönnt, war es extrem schwer. Aber diese Problematik kannte ich schon von den anderen Werken.

Zumindest die vielen Beziehungen und wichtigsten Persönlichkeiten, die schon in den früheren Werken vorkamen, wurden wieder sehr lebendig geschildert. Wer die Bücher nicht kennt, wird ähnlich wie ich am Anfang Schwierigkeiten haben, denn eine Menge Fakten werden vorausgesetzt, aber mit dem Wissen sind sie gelungen und entwickeln sich auf interessante Weise. Kay ist diesmal aber alles andere als sympathisch, was daran liegt, dass sie über Seiten in Selbstmitleid schwelgt und ich mit einer solche Art und Weise wenig anfangen.

Inhaltlich ist die Geschichte wieder basierend auf den vorherigen Geschehnissen, aber auch generell eine gute Idee. Wäre es nicht häufig sehr langatmig erschienen und hätte die Autorin sich mehr auf spannende Momente konzentriert, hätte das Buch klasse werden können. Ähnlich empfinde ich es eben bei allen Werken. Gute Idee, langatmige und manchmal nervige Umsetzung.

Verglichen zu Kathy Reichs, die zwar am Anfang rund 100 Seiten braucht, bis es spannend wird, dann aber punkten kann. Sind hier die ersten 50 Seiten fesselnd, bevor sich die Autorin verliert. Für mich ist diese Variante allerdings nichts und so bleibt es bei meiner Meinung. Ich kann nichts mit Patricia Cornwell anfangen. Mit dem fünften und letzten Band aus meinem Regal schließe ich für mich mit dem Kapitel ab, und möchte die restlichen Bände nicht auch noch lesen müssen.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Patricia Cornwell
Titel: Das letzte Revier
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Goldmann; Auflage: 1. Auflage Taschenbuchausgabe (1. August 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442439051
ISBN-13: 978-3442439058
Originaltitel: The Last Precinct
Preis: € 0,01
Genre: Thriller
Lesedauer: 6 Tage

'''Autorenportrait'''
Patricia Cornwell, 1956 in Miami geboren, arbeitete als Polizeireporterin in der Rechtsmedizin, bevor sie mit ihrem ersten bahnbrechenden Thriller um die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta die Bestsellerlisten stürmte. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin war sie dann unter anderem als Leiterin der Abteilung für Angewandte Forensik an der National Forensic Academy der University of Tennessee tätig. Patricia Cornwells hochspannende und bis ins kleinste Detail recherchierte Bücher wurden mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet und erobern nach wie vor regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. (Quelle: amazon.de)

'''o0o Reihenfolge der Reihe o0o'''
(1990) Mord am Samstagmorgen / Ein Fall für Kay Scarpetta / Post mortem
(1991) Ein Mord für Kay Scarpetta / Flucht
(1992) Das fünfte Paar (Herzbube)
(1993) Vergebliche Entwarnung / Phantom
(1994) Das geheime ABC der Toten
(1995) Die Tote ohne Namen
(1996) Trübe Wasser sind kalt / Schuld
(1997) Der Keim des Verderbens / Verderben
(1998) Brandherd
(1999) Blinder Passagier
(2000) Das letzte Revier
(2003) Die Dämonen ruhen nicht
(2004) Staub
(2005) Defekt
(2007) Totenbuch
Book of the Dead
(2008) Scarpetta
(2009) Scarpetta Factor
(2010) Bastard
(2011) Blut
(2012) The bone bed

'''Zitierter Klappentext'''
Kay Scarpetta, oberste Gerichtsmedizinerin von Virginia, ist den tödlichen Fängen des brutalen Serienkillers Chandonne soeben um Haaresbreite entkommen, als sie selbst des Mordes verdächtigt wird: Eines der Opfer Chandonnes soll in Wahrheit auf ihr Konto gehen. Während Scarpetta fieberhaft versucht, sich von den Beschuldigungen zu entlasten, überschatten zwei weitere Morde die Ermittlungen ...

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Idee, ersten 50 Seiten
Contra: langatmig, zu viele Personen, nichts für Quereinsteiger
Empfehlung: Nein
Sterne:2