Das Seelenhaus / Hannah Kent

Jeder hat Bücher, die er in den Händen hält und weiß, die müssen gut sein. Während andere von uns Bücherverrückten, sie sofort verschlingen, gehöre ich zu der Gattung, die sie ganz nach hinten ins Buchregal verbannen. Lieber lese ich ein solches Buch ein Jahr nach seinem Erscheinen oder noch später, aber kann für mich sagen, das ist der beste Moment zum Lesen. Leider gibt es Bücher, die dann jedoch vollkommen enttäuschen. So wie dieses Exemplar mich enttäuscht hat.


FAKTEN ZUM BUCH
Autor: Hannah Kent
Titel: Das Seelenhaus
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Droemer HC (21. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426199785
ISBN-13: 978-3426199787

Originaltitel: Burial Rites
Genre: Historisch, Kriminalfall, wahre Begebenheit
Preis:19,99€
Gelesen in: 2 Tagen

DAS COVER
Das war es, was mich faszinierte. Eine gezeichnete Frau, ein altes Kleid und ihre Augen hinter dem Titel versteckt. Es sah spannend aus.

FIGUREN IM ÜBERBLICK
Agnes
Lauga
Steina

WORUM GEHT ES
Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart ­arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt. (Quelle: Klappentext)

MEINE LESEEINDRÜCKE
Viele sind von diesem Buch überzeugt, aber ich persönlich habe mir deutlich mehr erhofft. Dabei kann ich die Vorzüge und das viele Lob sogar nachvollziehen. Aber nun der Reihe nach. 

Die Autorin setzt auf einen sehr poetischen Stil. Er beflügelt, fordert jedoch auch seine Aufmerksamkeit. Wäre für mich vielleicht weniger das Problem gewesen, wäre da nicht die Tatsache, dass das Buch sehr isländisch ist. Das heißt, die Namen, die Ausdrücke - Ich bin kein Fan von solchen Namen. Muss ich ehrlich sagen. Liegt vielleicht daran, dass ich nie weiß, wie sie ausgesprochen werden. Klar, versucht die Autorin sie mit niedlichen Abkürzungen zu vereinfachen und das lobe ich mir auch, aber oft genug kommen die ganzen Namen zum Vorschein. Dadurch fällt es mir auch schwerer mich auf einen Stil einzulassen, wenn ich immer wieder von Namen geärgert werde. Ihr seh schon mein Problem ist ein persönliches.

Das die Autorin das Land, das Leben und vieles mehr so ausführlich beschreibt finde ich einfach klasse. Doch gerade am Anfang wechselt sie zwischen der Familie und Agnes. Ich bin kein Fan von Wechseln der Perspektive, noch von Änderungen der Sichtweise. Agnes wird aus der Ich-Perspektive erzählt und der Rest Neutral. 

Einerseits ist es natürlich wichtig, dass die Autorin beide Seiten erfasst. Einmal um die Emotionen beider Seiten einzufangen, aber auch um nicht Partei zu ergreifen, denn die Geschichte beruht eben auf Tatsachen. 

Die Geschichte an sich berührt. Das ist ganz klar und werde ich nicht leugnen. Düster, tragisch und man ist öfters den Tränen nahe, denn die Autorin schildert zwar nicht Kopfkino-Like, aber so intensiv, dass man mit den Figuren leidet.

Der Schluss ist nun einmal bei einem Tatsachenbuch nicht änderbar. Nicht jeder wird ihn mögen, aber hey, thats life. 

Obwohl ich das Buch nicht mega schlecht fand, empfand ich es eben durch die Namen und den Wechsel immer etwas zäher. Aus diesem Grund bewerte ich das Buch recht neutral mit drei Sternen. 

COVER💜💜💜💜💜
STIL💜💜💜
CHARAKTERE💜💜💜
SPANNUNG💜💜💜
HUMORnicht relevant
LIEBEnicht relevant 
GESAMT💙💙💙