Buchkritik - Der Lavendelgarten / Lucinda Riley

Neugierig, was ich gerade gelesen habe? Ich hab mich wieder einem Riley gewidmet. Die Reihe über diese Schwestern mag ich ja so gar nicht und ich wusste nicht, ob ich das Buch überhaupt anfangen soll. Doch die Entscheidung von meinem Lese-Helfer fiel auf dieses Buch. Mein Sohn darf nämlich die nächsten sechs Bücher immer auswählen. Er ist 8 Monate alt und greift schon recht zielstrebig zu meinen Büchern. Er tippt an und die ersten sechs kommen auf den Stapel. So minimiert man seinen SUB sehr gut. Ob ich wieder enttäuscht wurde? Fast.



FAKTEN ZUM BUCH
Autor: Lucinda Riley
Titel: Der Lavendelgarten
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstveröffentlichung (13. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442477972
ISBN-13: 978-3442477975
Originaltitel: The Light Behind the Window
Genre: Nazi, 2. Weltkrieg, Bücher, Liebe, Geheimnis
Preis:9,99
Gelesen in: 3 Tagen

DAS COVER
Hmm. Es ist nicht schlecht und zeigt auch Lavendel, aber ich muss sagen, dass ich die Treppe nicht so schön finde. Zumal der Himmel sehr düster erscheint. 

FIGUREN IM ÜBERBLICK
Em - Tochter aus gutem Haus
Èdouard - Ems Vater
Sophia - Seine Schwester
Connie - Agentin
Frederik - Deutscher SS
Falk - Bruder von Frederik, sehr böse
Alex - Rollstuhlfahrer
Seb - Ems Mann

WORUM GEHT ES
Jahrelang hat Emilie de la Martinières darum gekämpft, sich eine Existenz jenseits ihrer aristokratischen Herkunft aufzubauen. Doch als ihre glamouröse, unnahbare Mutter Valérie stirbt, lastet das Erbe der Familie allein auf Emilies Schultern. Sie kehrt zurück an den Ort ihrer Kindheit, ein herrschaftliches Château in der Provence. Der Zufall spielt ihr eine Gedichtsammlung in die Hände, verfasst von ihrer Tante Sophia, deren Leben von einem düsteren Geheimnis umschattet war – einer tragischen Liebesgeschichte, die das Schicksal der de la Martinières für immer bestimmen sollte. Doch schließlich erkennt Emilie, dass es noch nicht zu spät ist, die Tür zu einer anderen Zukunft aufzustoßen …(Quelle: Klappentext)

MEINE LESEEINDRÜCKE
"Der Lavendelgarten" ist ein wunderschönes Buch, das mich am Anfang jedoch viel Überwindung gekostet hat. Nachdem ich die Reihe über die "sieben Schwestern" gelesen hatte, war ich nicht mehr so der Riley Fan wie zu beginn. Als dann noch Frankreich und seine nervigen Namen, tut mir leid ich empfinde so, auftraten, war ich geneigt abzubrechen, aber da ich jedem Buch seine Chancen gebe, habe ich natürlich nicht abgebrochen und es nicht bereut.

Wie immer gibt es eine aktuelle Geschichte und eine Vergangenheit. Diesmal muss ich zugeben, dass ich beide Geschichten faszinierend empfand und nicht einmal hätte sagen können, welche mir besser gefallen hat. In der Gegenwart trifft der Leser auf Em. Ich kürze sie einfach mal ab. Ihre Mutter ist gestorben und sie ist völlig überfordert mit allen. Zu diesem Zeitpunkt lernt sie Seb kennen und lieben. Sie heiraten schnell und sie begleitet ihn nach England. Dort erfährt sie, dass er einen Bruder hat, von dem es sich fernzuhalten gilt. Drogen und Alkohol beherrschen sein Leben noch immer. Doch Ems Bild ist ein ganz anderes als sie Alex kennen lernt. Welche Wahrheit stimmt? Gleichzeitig möchte sie die Geschichte von seiner Großmutter erfahren, die durch Zufall mit ihrem Vater bekannt war. Dort begleitet ihr Connie, die als Agentin für die Engländer nach Frankreich geht. Das Netzwerk ist aufgeflogen als sie ankommt und ihre einzige Chance ist ein letzter Kontakt in Frankreich. Èdouard nimmt sie auf, muss sie aber als eine Verwandte vorstellen, da sie an einem Tag kommt, wo SS im Hause ist. So wird sie auf Eis gelegt und kann auch nicht zurück. Sie integriert sich in die Familie, unterstützt sie so gut es geht  Doch dann überschlagen sich die Dinge und die Familie muss Farbe bekennen. 

Die Figuren sind eng miteinander verbunden und als Leser wollte ich zu jedem Zeitpunkt wissen wie sie auch später verwoben sind. Sie sind zwar etwas behaftet von verschiedenen Klischees und optisch gesehen waren die Figuren bei mir leider durchweg ein grauer Block, was mich doch etwas enttäuscht hat, aber man liebt diese Figuren und möchte sie nicht aus den Augen verlieren. Ich fand es immer schade, wenn ich dann doch pausieren musste, weil ich zu müde wurde oder es Zeit zum Aufstehen war. 

Durch die Geschichte kann man einiges lernen, auch wenn man schon viel gelesen und erlebt hat. Ich kenne viele Bücher und Geschichten rund um den Zweiten Weltkrieg, aber diese Geschichte mit einer Agentin vor Ort, war etwas Besonderes. Ausgezeichnet umgesetzt, wie ich fand. Man fühlte sich in die Zeit versetzt und hätte um keinen Preis tauschen wollen. Auch die Gegenwart zeigt, dass ein Mensch nicht immer das ist, was er zu sein scheint. Oft sollte man auch mal etwas hinterfragen, seine eigene Meinung nicht in den Hintergrund kehren und auf sein Bauchgefühl hören. 

Zum Schluss fand ich die Geschichte etwas sehr konstruiert, da ich schon recht früh ahnte, worauf es vielleicht hinausläuft. Zwei Theorien, eine davon stimmte genau. Im gewissen Rahmen stört mich eine Vorhersehbarkeit überhaupt nicht, denn wer viel liest, ahnt schnell, was der Autor bezweckt. Der Weg hat mir gefallen und darauf kommt es an.

Lediglich der Schluss war etwas rasant und auch wenn ich dankbar bin, das in einem Epilog noch einmal die Zukunft gezeigt wird, hätte ich mir vorher einen Cut gewünscht und hier einen zweiten Teil. Muss ich ehrlich sagen, denn das hätte sich wunderbar angeboten. Zum Beispiel mit einer Geschichte über das Abhauen der Mutter zum Beispiel. Egal, es war ein schönes Buch und ich kann es empfehlen. 

FAZIT: Am Anfang vielleicht nicht so perfekt, aber dann wird das Buch einfach zu einem kleinen Gaumenschmaus. Auch wenn ich mir die Charaktere diesmal nicht bildhaft vorstellen konnte, ist alles detailliert und lebendig. Das Buch macht neugierig, fesselt und daher gibt es von mir fünf Sterne.


COVER💜💜💜
STIL💜💜💜💜
CHARAKTERE💜💜💜💜
SPANNUNG💜💜💜💜💜
HUMOR💜💜💜💜 
LIEBE💜💜💜💜💜
GESAMT💙💙💙💙💙