Der gestohlene Sommer / Lauren Willig

Treffende Titelwahl eines Verlages ... 

Zumindest würde ich dies sagen, nachdem ich das Buch ausgelesen habe. Warum? Das werde ich euch in der nachfolgenden Rezension natürlich ausführlich erklären, damit ihr schauen könnt, ob das Buch vielleicht etwas für euch sein könnte, oder eben nicht.

Quelle: Rowohlt Verlag

FAKTEN ZUM BUCH 
Autor: Lauren Willig
Titel: Der gestohlene Sommer 
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (22. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499269635
ISBN-13: 978-3499269639
Originaltitel: That Summer
Preis: € 9,99
Genre: Liebe, historisch, Geheimnisse
Gelesen in: 3Tagen

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH 
New York 2009 - Julia ist als Analystin im Finanzsektor ziemlich auf die Nase gefallen. Genau genommen ist ihr die Finanzkrise zum Verhängnis geworden. Sie vergräbt sich in ihrer Wohnung und bedauert sich mehr als ihr gut tun würde. Als sie dann erfährt, dass ihre Großtante ihr ein Haus vererbt hat, kann sie es am Anfang gar nicht glauben. Doch dann fliegt sie über den Teich. Mit dieser Rückkehr nach England weckt sie nicht nur ihre eigenen Geister, denn ihre Mutter ist hier bei einem Autounfalls ums Leben gekommen. Sondern sie weckt auch die Geister der Vergangenheit, als sie ein altes Gemälde entdeckt. Gemeinsam mit Nick, einem Antiquitätenhändler, möchte sie mehr über das Bild erfahren. Hinter dem Bild verbirgt sich die Geschichte von Imogen, die 1839 den älteren Kaufmann Arthur heiratet. In ihm glaubt sie einen Seelenverwandten gefunden zu haben, fällt jedoch arg auf die Nase. Als Witwer hat er nicht nur eine Tochter, sondern auch noch die verliebte Schwester seiner verstorbenen Frau im Haus. Diese kann und will sich nicht mit Imogen anfreunden, und auch ihr Mann interessiert sich bald kaum noch für sie. Lediglich ihre Stieftochter schätzt ihre Gesellschaft. Und dann trifft sie nach vielen Jahren der Einsamkeit auf den Maler Gavin Thorne. Sie verliebt sich in ihn und kann sich vorstellen mit ihm ein neues Leben zu beginnen. 

WICHTIGE FIGUREN
Julia
Nick
Imogen
Arthur
Gavin

DAS COVER
Das Cover mag ich total gerne und das ist auch der Grund, warum ich das Buch lesen wollte. Eine Tasse mit einer Rose und einzelnen

SARAHS LESEEINDRÜCKE
"Der gestohlene Sommer" ist ein Buch das durch sein Cover neugierig macht. Die vielen positiven Bewertungen sprechen für sich und da ich ein Fan von doppelten Geschichten bin, war ich Feuer und Flamme. Doch diesmal muss ich so fair sein und sagen, dass ich mich mit dieser Geschichte nicht wirklich anfreunden konnte.

Erzählt wird die Geschichte nicht wie erhofft aus zwei Perspektiven zum Beispiel Julia und Imogen, sondern immer wieder wechselnde Perspektiven, wie auch von Gavon. Die zeitlichen Abschnitte sind mit Datum und Ort gekennzeichnet, aber nicht, die Perspektive, sodass ich ein ums andere Mal kurz überlegen musste, wen ich denn nun begleite. 

Nun aber zum Inhalt und den Figuren. Beginnen wir mit der Gegenwart. Meist ist dieser Aspekt für mich nicht das Highlight und so war ich auch nicht enttäuscht, als sich Julia als eher schwache Figur präsentierte. Sie kann zwar nichts dafür, dass sie ihren Job verliert und schreibt auch zahlreiche Bewerbungen, aber trotzdem lässt sie sich in meinen Augen zu sehr hängen und das auch im Rest des Buches. Sie ist logisch und konsequent, aber keine Figur, die ich in mein Herz geschlossen hätte. In der Gegenwart geht es nicht nur um die Erbschaft, sondern eben auch um das gefundene Gemälde, das viele Rätsel aufgibt.

In der Vergangenheit trifft man auf Imogen, die mir deutlich sympathischer war. Lieb, einfühlsam und intelligent. Sie heiratet überstürzt aus Liebe, um dann auf die Nase zu fallen. Ihre Geschichte ist deutlich fesselnder, aber auch kein Meisterwerk. Man erfährt wirklich alles über ihre Gefühlswelt, die ihres Mannes und ihrer neuen großen Liebe. Es ist jedoch nicht so interessant, dass man nicht mehr aufhören kann oder mitfiebert. 

Irgendwann treffen sich Gegenwart und Vergangenheit. Die Schnittstelle ist in diesem Fall ein Gemälde. In der Regel setzen hier Autoren darauf, dass die Vergangenheit die Gegenwart beeinflusst, aber außer den Fragen, die sie sich stellen, die dann über die Vergangenheit geklärt werden, gibt es keine wirkliche Verbindung. Die Menschen in der Gegenwart erfahren nicht mal etwas über die Vergangenheit. 

FAZIT: Ganz ehrlich -  Die Umsetzung ist keine Meisterleistung. Ich bin sogar eher enttäuscht von dem, was ich gelesen habe. Normalerweise verschlinge ich solche Bücher und lese sie an einem Sonntag in einem Stück durch. Hier musste ich jedoch kämpfen. Sicherlich ein netter Ansatz, aber eher durchschnittlich umgesetzt. Schlechte Verbindung, schwache Geschichten, kein Mitfiebern ... Ja ich habe nicht einmal die Romantik gespürt. 

COVERGESTALTUNG💜💜💜💜💜
ORIGINALITÄT DES INHALTS       💜💜💜
SCHREIBSTIL💜💜💜💜
UMSETZUNG DER FIGUREN💜💜💜
SPANNUNG UND TEMPO💜💜
HUMOR💜💜
ROMANTIK   💜   
GESAMT💙💙