Maria Dutli-Rutishauser - Die patente Grossmutter

==Großmutters Weisheiten==

===Einleitung===
Die patente Grossmutter“ ist ein Buch, welches ich eigentlich nie selbst gekauft hätte, da iich zur Zeit genug zum Lesen habe. Wie es der Zufall wollte, lag dieses ältere Werk vor einigen Tagen bei mir im Briefkasten mit freundlichen Grüßen einer Bekannten, die von meinem Buch-Hobby weiß. Da es recht kurz war, habe ich es gestern mit den letzten Sonnenstrahlen genossen. Wie es mir gefallen hat? - Lest selbst.


===Buchdaten===
Autor: Maria Dutli-Rutishauser
Titel: Die patente Grossmutter
Verlag: Schwabenverlag
Erschienen: 1975
ISBN-13: 978-3796604942
Seiten: 80
Einband: HC
Kosten: gebraucht ab 0,92€ bei Amazon
Serie: -

===Autor/in===
Maria Dutli-Rutishauser wurde am 26.11.1903 in Obersommeri geboren. Nachdem sie die Volksschule abgeschlossen hatte, widmete sie sich der Erzählkunst und verfasste zahlreiche Bücher und Hörspiele.

***Weitere Werke***

Der schwarze Tod (1930)
Feldzug der Liebe (1965)
Wo sind wir daheim. (1976)

===Eigene Inhaltsangabe===
Elsa, Großmutter vieler Enkelkinder, versucht ihrer alleinstehenden Schwester Anna mittels Briefe, den Alltag einer Großmutter näher zu bringen. In ihren Briefen beschreibt sie die lustigen, haarsträubenden und ermüdenden Dinge, die als Großmutter auf einen zukommen und gibt dabei noch die eine oder andere Lebensweisheit von sich.

===Meine Meinung===
Die patente Grossmutter“ kommt eher schlicht daher, wirkt dadurch jedoch auch sehr edel. Mit seinen 80 Seiten ist es schnell gelesen, und die Inhaltsangabe versprach einige heitere Anekdoten aus dem Leben einer Großmutter, die mir sicherlich viele Schmunzler entlocken würde.

An dieser Stelle kann ich verraten, dass meine Erwartungen im Groben und Ganzen tatsächlich erfüllt wurden. Der Einstieg war noch etwas schwach in meinen Augen. Die Protagonistin Elsa schreibt ihrer Schwester Anna und überlegt sich in einem ganz normalen Brief, dass sie ihr das Leben als Großmutter näher bringen muss, damit ihr Schwester, die selbst kinderlos geblieben ist, sich ihren Alltag besser vorstellen kann. Schon mit dem ersten richtigen Bericht über das Leben als Großmutter, hatte mich die Autorin gepackt. Alltäglich und trotzdem überaus humorvoll schafft es die Autorin, die Erlebnisse an den Leser zu bringen. Dabei ermöglicht die Perspektive der alternden Großmutter ganz neue Sichtweisen für den Leser, der selbst vielleicht ein Kind oder Mutter ist. Es beginnt alles mit dem bekannten Satz „Kannst du die Kinder für einige Tage nehmen?“ Welche Großmutter sagt da schon nein. Neben dem bekannten Satz sind auch die Erlebnisse mit einem hohen Wiedererkennungswert ausgestattet. Wer selber Kinder hat oder sich an seine Kindheit erinnert, wir die eine oder andere Situation sicherlich kennen. Die unerschrockene Ehrlichkeit, die so manchen Erwachsenen die Röte hat ins Gesicht steigen lassen, der gute Wille, der jedoch immer zwei Seiten hat, Pannen und viele glückliche Momente. Auch wenn das Buch aus dem Jahr 1975 stammt, sind die Erlebnisse aktuell und authentisch. Genauso ist es mit den Gedanken, Handlungen und Beweggründen der lieben Elsa. Zwar sind es oft Perspektiven, die man nie erahnt hätte, jedoch sind sie völlig realistisch und haben mir persönlich neben den vielen Pannen, so manches Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Es sind nur wenige Sommerwochen, wo die Enkelkinder vor Ort sind, aber ich freute mich über jede neue Seite, denn sie verbarg wieder eine neue Anekdote.
Die ging ungefähr bis über Hälfte des Buches so. Von mir aus, hätte es bis zum Schluss so gehen können. Leider endet der Sommer auf Seite 60 und die Autorin versucht sich mit einem anderen Ansatz, der mir persönlich nicht so zugesagt hat. Anna verstirbt und regt damit Elsa zum Nachdenken an. Es folgen zwar noch weitere Geschichten aus ihrem Alltag, aber diese sind eher nachdenklich und alles andere als humorvoll. Die vorhergegangenen Geschichten ließen stellenweise den Leser auch nachdenken, aber hatten immer einen humorvollen Stil. Die letzten 20 Seiten fehlte mir dieser liebgewonnene Humor. Es zeigt zwar, wie wichtig, die Familie ist und was Personen, die keine Kinder bekommen verpassen, aber Schmunzeln konnte ich nicht mehr.

===Bewertung===

Auch wenn mir der Schluss nicht besonders gut gefallen hat, fand ich die authentische Umsetzung, den heiteren Stil und die vielen Schmunzelsituation wunderschön. „Die patente Grossmutter“ verdient vier Sterne und meine Empfehlung.

===Zitierte Leseprobe S. 37===
Also, es war so: Die Kinder hatten den Schrank geöffnet, in dessen untersten Regal Lebensmittel versorgt sind. Aus Mehl, Öl, Zucker und Teigwaren machten sie einen Brei auf dem Teppich, stell Dir das vor! Zuerst haben sie offenbar den Teppich damit eingerieben, und mit dem Rest überzogen sie sich gegenseitig die Köpfe und was sie sonst erreichen konnten. Die Schränke, den Kochherd, Tropfbrett und Spültrog. Sie lachten nicht mehr, als sie mich so entsetzt vor der Bescherung stehen sahen. Sicher ist ihnen erst da eingefallen, daß sie sich etwas Falsches zum spielen ausgedacht hatten.

Jeff Mariotte - Supernatural - Die Rückkehr der Toten

==Supernatural – Zum Anfassen==


===Einleitung===
Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich mir auf einer Buchbörse ertauscht habe. Als Fan der TV-Serie „Supernatural“ wollte ich meinem Mann eine Freude machen und ihm einen unverfilmten Roman zum Lesen schenken. Da ich diese Serie ebenfalls gerne mag, habe ich nun die Geschichte auch gelesen. Wie sie mir gefallen hat, könnt nun lesen.


===Buchdaten===
Autor: Jeff Mariotte
Titel: Supernatural – Die Rückkehr der Toten
Originaltitel: Supernatural - Witch's Canyon
Verlag: vgs
Erschienen: 2008
ISBN-13: 978-3802536465
Seiten: 381
Einband: TB
Kosten: bei Amazon gebraucht ab 12,95€
Serie: Supernatural

===Zitierter Klappentext===
Kaum sind die Dämonenjäger Dean und Sam Winchester in Cedar Wells am Rande des Grand Canyon angekommen, da geschieht ein brutaler Mord. Ist dies der Auftakt zu einer mysteriösen Serie, die sich angeblich alle vierzig Jahre wiederholt? Bevor die Winchester-Brüder überhaupt dazu kommen, mehr über die Hintergründe dieser Legende herauszufinden, überschlagen sich die Ereignisse: Soldaten in altmodischen Uniformen, Indianer, Siedler und sogar wilde Tiere haben es auf die Einwohner der verschlafenen Kleinstadt abgesehen. Die beiden Brüder verfolgen die Spuren dieser unheimlichen Gestalten bis in die tiefen Wälder und einsamen Canyons. Und obwohl sie Kopf und Kragen riskieren, sieht es diesmal nicht so aus, als ob es ihnen gelingen würde, dem grausamenTreiben ein Ende zu setzen. Doch die Zeit rennt, denn zur Eröffnungsfeier des neuen Einkaufszentrums werden Tausende von Menschen erwartet.

===Meine Meinung===
Supernatural“ ist als TV-Serie inzwischen sehr bekannt und wird von Millionen von Zuschauern auf den Bildschirmen verfolgt. Eigentlich bin ich nicht der Fan von Büchern, die auf einer TV-Serie basieren. Entweder kennt man den Inhalt schon durch das Sehen der Serie, oder oft können sie mit dem Original nicht mithalten. Trotzdem hatte ich große Lust ein neues Abenteuer der Brüder zu lesen, nachdem man nun schon so lange auf eine neue Staffel warten durfte. Dieses Abenteuer wurde bis dato noch nicht verfilmt und versprach gewohnte TV-Spannung.

Diesmal verschlägt es Dean und Sam nach Cedar Wells. Wie sie im vorherigen Band erfahren haben, soll es in dem verschlafenen Nest alle 40 Jahre zu einem riesigen Blutbad kommen, welches sie nun verhindern wollen. Kaum dort angekommen beginnt auch schon die neue Mordserie, die in Betracht der Eröffnung eines großen Einkaufszentrums am Wochenende mehr Todesopfer fordern könnte, als in den Zyklen davor. Für Dean und Sam beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn sie haben es nicht nur mit einem Geist, sondern unterschiedlichen Untoten, Gestaltenwandlern und einer Hexe zu tun.

Jeff Mariotte ist mir als Autor dieser Episode sofort sympathisch gewesen. Er lässt den Leser sofort erkennen mit welchen Charakteren bzw. mit welcher Serie sie es zu tun haben. Gekonnte Sprüche an der richtigen Stelle, die perfekte Wortwahl und auch sonst merkt man beim Lesen die Originalcharaktere sofort heraus. Immer wieder blitzte bei mir das Bild der Protagonisten auf und entlockte mir ein Schmunzeln, weil die Umsetzung so hervorragend gelungen ist. Leider ist dies auch ein Manko, denn Jeff Mariotte versucht auch im Bereich der Spannungskurve dem Original treu zu bleiben. In einer Serie sicherlich gut umsetzbar, aber in einem Buch ist dies leider nicht der Fall. Das hat in meinen Augen mehrere Gründe. Zum einen lässt der Autor Dean und Sam sehr detailliert und lebendig erscheinen. Im Vergleich zu den beiden Hauptprotagonisten, bei denen jeder Leser schon ein Bild im Kopf hat, erscheinen die Nebenfiguren eher sehr blass. Sie werden in groben Zügen beschrieben, aber es fehlte der Bezug bei einem Großteil. Zum anderen will der Autor das Verhalten, die Verwirrung und Überraschung, die Sam und Dean in den TV-Folgen deutlich verspüren, auch in seinem Buch einzubauen. Immer wieder kommt es zu neuen Morden, die besonders den Mittelteil des Buches strecken und durch die Menge einfach die Spannung aus den Augen verlieren. In einem Film kann man dies mit mehreren kurzen Einblendungen abarbeiten, aber in einem Buch muss jeder Mord genau beschrieben werden damit der Leser weiß, was passiert. Manchmal passieren jedoch vier oder fünf Morde am Stück und das ist einfach zu viel des Guten. Zum Ende hin wird die Spannung allerdings wieder gewohnt aufgebaut und es kommt zu einem typischen „Supernatural“-Schluss mit viel Action. Man merkt, dass sich der Autor viel Mühe mit seiner Auflösung gegeben hat, denn sie ist in allen Punkten schlüssig und lässt keine Fragen mehr offen.

Einmal angefangen konnte ich das Buch durch den einfachen, bildhaften und originalgetreuen Stil nicht mehr aus der Hand legen, sodass ich mit diesem Buch nach zwei Tagen durch war. Auch mein Mann war begeistert und hat nach vier Tagen nach einem weiteren Buch verlangt, obwohl er sonst eher die Filmvarianten bevorzugt. Für mich spricht das für das Buch, sodass ich es jedem empfehlen kann. Es ist ein eigenständiges Abenteuer, sodass man keine Vorgänger-Werke gelesen haben muss. Man sollte allerdings die Serie kennen, damit der Aha-Effekt besser wirken kann.

===Bewertung===

Supernatural – Die Rückkehr der Tote“ ist ein gutes Buch, dass zwar gerne 50 Seiten weniger Mittelteil haben könnte, aber der Serie in nichts nachsteht. Für mich vier Sterne.

Ernst Heimeran - Christine und Till

==Für werdende Väter==

===Einleitung===
Heute möchte ich euch ein recht altes Buch vorstellen, welches ich geschenkt bekommen habe. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Kurzgeschichten aus Sichtweise eines liebevollen Vaters. Wie mir, als werdende Mutter diese Lektüre gefallen hat, lest selbst


===Buchdaten===
Autor: Ernst Heimeran
Titel: Christine und Till
Verlag: dtv-Großdruck
Erschienen: 1977
ISBN-13: 978-3423025027
Seiten: 165
Einband: TB
Kosten: gebraucht ab 0,01€ bei Amazon.de
Serie: -

===Autor/in===
Ernst Heimeran wurde 1902 geboren und verstarb im Alter von 53 Jahren an einem Hirnschlag. Schon als Schüler interessierte er sich für das Geschriebene und beteiligte sich an einer Schülerzeitung. Nach seiner Schullaufbahn gründete er den Verlag „Ernst Heimeran“, den er anfänglich nur nebenbei und ab 1933 hauptberuflich betrieb. Zahlreiche Werke wurden verlegt, darunter auch seine eigenen Werke.

***Weitere Werke***
  • Sonntagsgespräche mit Nele
  • Der Kellner Fritz und Andere Geschichten
  • Der Vater und sein erstes Kind
===Zitierter Klappentext===
Wenn ein stolzer, junger Vater die kleinen alltäglichen Erlebnisse mit seinen Kindern niederschreibt und diese Geschichten noch nach Jahrzehnten nicht von ihrem Reiz und ihrer Frische eingebüst, ja eher noch an Charme gewonnen haben, dann müssen offenbar sehr seltene Kräfte am Werk gewesen sein. Heimerans Kunstverstand ist nicht zu übersehen. Er wusste genau, wie man so etwas erzählt. Weisheit und Heiterkeit des Herzens aber vor allem machen diese familiären Beobachtungen, Gespräche und Überlegungen so ungemein sympathisch. Dieser Vater nimmt seine Kinder ernst, gerade auch in der Fröhlichkeit, mit der er sich ihnen widmet.

===Meine Meinung===
Auf den ersten Blick sieht das 1977 verlegte Exemplar eher nach einer Lektüre für ältere Leser aus. Schließlich ist dieses Buch im Großdruck erschienen. Dies scheint auch vom Klappentext der Fall zu sein. Wenn man bedenkt, dass der Autor 1955 verstarb und sich seine Geschichten auf die Erlebnisse als junger Vater beziehen, weiß man schon, dass die 32 Kurzgeschichten zu einer Zeit spielen, die so nur noch alte Menschen halbwegs kennen, wenn überhaupt.

Wie eingangs erwähnt beinhaltet das Buch 32 Kurzgeschichten, die meist eine Länge von 3-7 Seiten haben. Erzählt wird aus der Sicht des Ich-Erzählers, dem Autor Ernst Heimeran, der verschiedene Anekdoten über sein Leben als junger Vater von zwei Kindern zum Besten gibt. Da wäre zum Beispiel das Geburtstagsgeschenk für seinen Vater zum 70ten und wie Christiane und Till einbezogen werden. Eine andere Geschichte befasst sich mit den langen Spaziergängen und der Pilzsuche mit seinem Sohn. Mit Christiane geht es zum Beispiel auf den Berg zum Rodeln oder mit dem Fahrrad auf Kirchturm-Jagd. In einer weiteren Geschichte geht es um die Fotosammlung der eignen Kinder im Geldbeutel und wie diese mit anderen Vätern verglichen werden.

Es sind alltägliche Geschichten, die den Leser trotzdem mehr oder weniger zum Schmunzeln bringen. Das liegt daran, dass auch nach gut 80 Jahren vieles noch in der einen oder anderen Form wiedererkannt wird. Man merkt auf lustige Art und Weise, dass sich viele Nöte und humorvolle Situationen auch heute noch im Leben eines jungen Vaters wiederfinden lassen. Man muss eben die Begebenheiten beachten und nicht die Tatsache, wann es spielt. Die Zeit lässt sich nur erahnen. Oftmals wird von seiner Tätigkeit als Verleger und von Soldaten geredet, woraus man schließen kann, dass die Geschichten in der Zeit des zweiten Weltkrieges stattgefunden haben.

Viele Geschichten sind in meinen Augen das Schmunzeln wert. Andere Geschichten sind mir persönlich zu nüchtern und unpassend gewesen. Zum Beispiel berichtet der Autor teilweise 4/5 der Geschichte von seiner Tätigkeit als Verleger und kommt erst dann im letzten Abschnitt auf eins seiner Kinder. Dadurch wirken die Kinder hineingeschnitten und die Geschichte ist eher langweilig. Denn wie auch im echten Leben der letzten Jahre sind es stets die Kinder, die Familienanekdoten so humorvoll machen. Diese langatmigen Geschichten machen leider rund 30% des Buches aus. Wobei auch manch andere Anekdote anfänglich trocken wirkt, sich aber im Vergleich zu diesen Werken schnell fängt.

Neben den lustigen Geschichten gibt es auch einige Exemplare, die den Leser zum Nachdenken anregen. Zum Beispiel geht es in der Handlung um eine Treppe, und wie dieser der Mittelpunkt eines kleinen Kindes ist, sich im Leben immer als nützlich erweist und im hohen Alter wieder ein Mittelpunkt wird. Zudem lernt man zwischen den Zeilen etwas über längst vergangene Zeiten. Es ist interessant zu lesen, wie früher Kinderfotos getauscht wurde, wie Fotos gemacht wurden oder wie sich Kinder noch ohne Nintendo, TV oder PCs unterhalten konnten.

In meiner Ausgabe vermisse ich die schönen Zeichnungen. In anderen Ausgaben sollen ähnliche Zeichnungen, wie auf dem Cover vorhanden sein und den Leser auch einen kleinen Augenschmaus zum Schmunzeln bieten sollen.

Im Großen und Ganzen ist dies ein recht lustiges Werk, welches ich nach zwei Stunden durchgelesen hatte. Auch wenn mir einige Geschichten nicht gefallen haben, kann ich dieses alte Werk trotzdem empfehlen. Es hat einfach einen angenehmen Stil, der sich leicht und flüssig lesen lässt.

===Bewertung===

Christiane und Till“ beinhaltet 32 Kurzgeschichten, die ein junger Vater mit seinen Kindern erlebt. Mal humorvoll, mal nachdenklich, aber auch gerne mal langweilig, gibt der Autor die Familiengeschichten in einem lockeren Stil wieder. Eine Mischung die mir drei Sterne wert ist.

Nora Roberts - Dunkle Herzen

==Neue Teufels-Sekte==



===Einleitung===
Nachdem ich mich gerade durch ein Fantasy-Abenteuer gekämpft hatte, wollte ich mal wieder etwas realistischeres lesen und habe mich für einen Psychothriller aus der Feder von Nora Roberts entschieden. Dieses Buch habe ich vor einiger Zeit bei einer Tauschbörse ertauscht. Wie mir das Buch gefallen hat, könnt ihr nun nachlesen


===Buchdaten===
Autor: Nora Roberts
Titel: Dunkle Herzen
Verlag: Bechtermünz
Erschienen: 2000
ISBN-13: 9783453124363
Seiten: 604
Einband: HC
Kosten: gebraucht ab 2,22€
Serie: -
===Zitierter Klappentext===
Immer wieder wird die New Yorker Bildhauerin Clare Kimball von einem Alptraum aus ihrer Kindheit aufgesucht. Von dunklen Ahnungen getrieben, kehrt sie in ihre Heimatstadt zurück ... Ein atemberaubender Psychothriller um satanische Rituale in einer amerikanischen Kleinstadt.

===Meine Meinung===
Dunkle Herzen“ ist ein Psychothriller aus dem Hause Nora Roberts. Für mich war es mein erstes Buch aus der Feder dieser Autorin. Der Klappentext ließ auf einen durchaus spannenden Thriller schließen, der den Leser mitreißen und bei dieser Thematik sicherlich auch schockieren wird.

Clare wird seit ihrer Kindheit von schrecklichen Alpträumen heimgesucht. Den Alpträumen auf der Spur und den Selbstmord ihres Vaters im Nacken fährt sie in das Haus ihrer Kindheit zurück. Dort angekommen geht es beruflich gut voran und auch die Beziehung zu Cam, den Sheriff, läuft in den richtigen Bahnen. Doch irgendwas geht in ihren Heimatort vor sich und sie spürt, dass es mit ihrer Vergangenheit zusammenhängt. Menschen sterben, satanistische Rituale finden statt und Clare kommt dem dunklen Geheimnis ihrer Alpträume immer näher.

Der Einstieg in diesen Thriller beginnt mit dem Kennenlernen der Protagonistin. Ich durfte sie in ihrem Leben als Künstlerin begleiten. Für mich war ihre Situation mit den Alpträumen sofort verständlich. Als es danach mit einem Wechsel des Schauplatzes sofort zu einer schwarzen Messe geht, war ich sofort gefesselt. Ich bin kein Anhänger solcher Sekten oder Bücher, aber finde es trotzdem immer wieder interessant zu sehen, wie Leute in solche Sekten geraten und auf welche krankhaften Ideen sie bei den Treffen kommen.
Leider geht es danach eher zähflüssig weiter. Das lag nicht am Stil und auch nicht am Inhalt, sondern an den vielen neuen Protagonisten. Ich lese eigentlich sehr aufmerksam und habe nie Probleme mir verschiedene Figuren zu merken, besonders wenn eine Autorin so detailliert beschreibt. Das Problem lag in diesem Fall bei der Wahl der Namen. Nora Roberts verwendet leider sehr ähnliche Namen, wie zum Beispiel Cam, Clare, Carly, oder Bud und Biff. Die Namen fangen oft gleich an und dadurch kam ich persönlich häufig durcheinander. Das Buch hat 604 Seiten und gerade wenn man es mit einigen Unterbrechungen liest, ist es schwer die Namen zu unterscheiden. Mit der Zeit geht es, aber gerade am Anfang ist es sehr schwer.

Die spannende Thematik rund um dunkle Messen und den Satankult wird an vielen Stellen von der erotischen Liebesbeziehung zwischen Cam und Clare unterbrochen. Es ist zwar eine interessante Mischung eine Liebesgeschichte einzubauen, allerdings wird in meinen Augen zu sehr darauf eingegangen, sodass es an manchen Stellen langatmig erscheint.
Andere Leser könnte der Detailreichtum im Bezug auf die die Messen abschrecken. Nora Roberts beschreibt zwar nicht Wort für Wort was passiert, aber ihre Wortwahl umschreibt gekonnt und lässt dadurch ein grausames Bild entstehen. Zudem kommt es regelmäßig zu Vergewaltigungen und anderen Opferungen. Bei schwachen Nerven könnte dies recht ekelerregend sein.

Zum Ende hin wird die Geschichte immer rasanter im Erzählstil, wodurch sich die Spannung immer mehr aufstaut, bis sie in einer richtigen Explosion aufgelöst wird. Dies passiert auf den letzten 100 Seiten. Nachdem ich dies gelesen hatte, hätte ich mir gewünscht, dass die vorherigen 500 Seiten genauso spannend gewesen wären.

Für einen Psychothriller hätte ich mir persönlich deutlich mehr anhaltende Spannung gewünscht. Trotzdem finde ich die Idee bei diesem Buch sehr gelungen. Aus diesem Grund kann ich es bedingt empfehlen. Wer nicht durchgehend Spannung erwartet, wird sicherlich glücklich werden.

===Bewertung===

Psychothriller kombiniert mit einer prickelnd erotischen Liebesgeschichte, so kann man „Dunkle Herzen“ von Nora Roberts am Besten beschreiben. Kontinuierliche Spannung würde diese Mischung jedoch besser erscheinen lassen. Drei Sterne gibt es von mir.


===Leseprobe===
Hier befindet sich eine Leseprobe für jeden, den es interessiert.

Agatha Christie - Die Morde des Herrn ABC

==Der perfekte Mord von A-Z==



===Einleitung===
Schon als 11jährige habe ich regelmäßig Bücher von Agatha Christie in der Bücherei ausgeliehen. Mit den Jahren und dem Kauf von Büchern hat dies nachgelassen. Dementsprechend habe ich sofort zugeschlagen, als ich die Möglichkeit hatte, diesen klassischen Krimi zu ertauschen. Wie mir der erste Christie nach all den Jahren gefallen hat? Lest es selbst.


===Buchdaten===
Autor: Agatha Christie
Titel: Die Morde des Herrn ABC
Verlag: Scherz Verlag
Erschienen: 11. Auflage 1984
ISBN-10: 3502507503
Seiten: 192
Einband: TB
Kosten: damals 5,80 DM, heute neu 8,95€
Serie: Hercule Poirot

===Zitierter Klappentext===
Er mordet in alphabetischer Reihenfolge: Nach Alice Ascher aus Anford und Betty Barnard aus Bexhill-on-the-Sea ist Carmichael Clarke aus Churston sein Opfer. Und jedes Mal findet Scotland Yard einen aufgeschlagenen ABC-Fahrplan in der Nähe der Leiche. Ist der Mörder einfach ein Psychopath, ein verrückter Serienkiller? Will er der Polizei beweisen wie überlegen er ihnen ist? Hercule Poirot braucht nicht weiter als bis zum Buschstaben "D" um zu erkennen, was das wahre Motiv des Täters ist.

===Meine Meinung===
Agatha Christie war eine Autorin, die für erstklassige Kriminalromane bekannt war. Zahlreiche Romane haben mich schon seit meiner Jugend begeistert und dementsprechend gespannt war ich, wie mir der Krimi „Die Morde des Herrn ABC“ gefallen würde. Schon vor diesem Buch war mir der Titel bekannt, da ich in das gleichnamige DS Spiel hineingeschnuppert hatte.

Hercule Poirots neuster Fall beginnt mit einem mysteriösen Brief, der einen Mord in einem bestimmten Ort an einem bestimmten Tag ankündigt, und ihn herausfordert, ihn aufzuhalten.Unterschrieben wurde der Brief von einem Herrn ABC. Keiner nimmt diesen Brief wirklich ernst, bis am besagten Tag Alice Ancher aus Andover ermordet in ihrem Tabakladen aufgefunden wird. Dies ist der erste Mord des ABC-Mörders, denn kurze Zeit später folgt ein weiterer Brief, der einen Mord in einem weiteren Ort, diesmal mit dem Buchstaben B, ankündigt. Poirot und sein Helfer Hastings tappen im Dunkeln, denn der Mörder hinterlässt außer einem Fahrplan und den anonymen Briefen keine Hinweise. Wenn sie sich nicht beeilen, wird es Herrn ABC gelingen von A-Z zu morden. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Agatha Christie gelingt es mit diesem Krimi von der ersten Seite an zu fesseln. Selbst nach rund 80 Jahren, die diese Geschichte auf den Buckel hat, verliert sie nichts von ihrem klassischen und zeitlosen Charme. Spätestens ab dem Punkt, wo der erste Mord geschieht, versucht der Leser zu erraten, wer hinter den Morden und somit hinter Herrn ABC steckt. Durch die anfänglichen Einblicke, die Herrn ABC näher beschreiben, ahnt der Leser schon, dass dieser sicherlich nicht der Täter sein kann. Schließlich würde Agatha Christie es nicht so offensichtlich auflösen. Auf der anderen Seite stellt sich der Leser die Frage, ob das vielleicht beabsichtigt war und es am Ende doch so einfach auflöst!? Für mich ist dadurch das Buch bis fast zum Schluss total spannend. Wer genau liest, wird schnell auf einige Ungereimtheiten stoßen, die ihn nach einigen Überlegungen zum wirklichen Täter führen. Dies habe ich allerdings erst mit der Aufklärung seitens Hercule Poirot erkennen dürfen.

Wie bei jedem klassischem Krimi steht die Ermittlung eines Kriminalfalles im Vordergrund. Bei vielen neuen Werken ist der Ermittlungsanteil so langgezogen, dass es stellenweise trocken und langweilig wirkt. Dies gefällt mir bei den klassischen Krimis, welche in den 80er Jahren so beliebt waren, so gut gefällt. Es wird ermittelt, aber durch die farbenfrohen Ermittler wird es nie langweilig, sondern stellenweise sogar recht humorvoll. Trotzdem ist kontinuierlich eine gewisse Spannung vorhanden. Kaum ein neumodischer Krimi kann wirklich mit diesen klassischen Werken mithalten. Da die hier vorhandene Spannung alles andere als gruselig oder brutal ist, können auch junge Leser ab 12 Jahren ohne Probleme diese Art von Krimi lesen. Mir haben sie in dem Alter auch sehr gut gefallen.

===Bewertung===

Meine Begeisterung für die authentischen, spannenden und humorvollen Krimis ist auch nach all den Jahren, die zwischen meinem letzten Christie liegen, nichts anhaben. Aus diesem Grund kann ich das Buch jedem empfehlen, der gerne klassische und zeitlose Krimis liebt. Dafür gibt es fünf Sterne.

===Leseprobe===
Wer Interesse hat einen Blick auf die ersten Seiten der Geschichte zu werfen, kann dies unter nachfolgendem Link tun.

Peter Straub - Geisterstunde

==Der totale Reinfall==

===Einleitung===
Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich mir auf einem Flohmarkt ertauscht habe. Sowohl das Cover, als auch der Klappentext, sprachen mich so sehr an, dass ich dieses Buch einfach haben musste. Lange hab ich es vor mir herausgezögert, bis ich es nun gelesen habe. Warum meine Begeisterung sich nun in Grenzen hält, lest selbst.


===Buchdaten===
Autor: Peter Straub
Titel: Geisterstunde
Originaltitel: Ghost Story
Verlag: Goldmann
Erschienen: 1995
ISBN-13: 978-3442119691
Seiten: 598
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Der Schrecken wartet nur auf seine Chance. Vier Männer erzählen sich gegenseitig Gespenstergeschichten, um sich zu unterhalten. Doch plötzlich kommt es in der Stadt zu einer Serie von mysteriösen Morden und abscheulichen Gräueltaten. Voller Entsetzen müssen die Männer erkennen, dass sie die Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit überschreiten und die schlafenden Geister zum Leben erwecken.

===Meine Meinung===
Peter Straub ist ein Autor, der sich einen großen Namen im Genre „Horror“ gemacht hat. Oft verglichen mit einem meiner Lieblingsautoren Stephen King ist dies nichtsdestotrotz mein erster Roman aus seiner Feder. Neugierig und voller Vorfreude machte ich mich an diese Lektüre.

Seit Jahren sind die vier alten Männer befreundet und erzählen sich auf ihren regelmäßigen Treffen gruselige Geistergeschichten. Neben ihren Geistergeschichten verbindet die alten Herren ein grausames Geheimnis, welches ihnen eines Tages zum Verhängnis wird, denn die Geister ihrer Geschichten nehmen Gestalt an, und sie sind alles andere als friedvoll. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, wenn sie verhindern wollen, dass die Geister ihren geliebten Ort in eine Geisterstadt verwandeln.

Der Einstieg in die Geschichte war für mich persönlich mehr als verwirrend. Geht man davon aus, dass man die Protagonisten kennenlernt und etwas über ihre Treffen und Geschichten erfährt, muss man stattdessen mit einer merkwürdigen Geschichte vorlieb nehmen. Geschildert wird die Entführung von Angie, einem kleine Mädchen. Beschrieben wird es aus Sicht des Entführers, und endet komplett verwirrend. Spannung kam bei diesem dramatischen Einstieg überhaupt nicht auf. Das Mädchen reagiert völlig unlogisch, und ihre Beweggründe bleiben mir verborgen. Dafür gibt es langatmige Beschreibungen über Kleidung, Routen und ähnliches.
Danach geht es zwar mit den eigentlichen Geschichten der alten Herren los, aber ich empfand es gerade auf den ersten 150 Seiten langatmig und unspektakulär. Für einen genialen Psychothriller-Autor, wie Peter Straub im Klappentext gelobt wird, fand ich es schwach. Nach rund 200 Seiten baut sich langsam eine gewisse Grundspannung auf und der Leser möchte erfahren, worauf der Autor eigentlich hinaus will. Als diese sichtbar wird, dauert es nur noch wenige Seiten, bis ich wusste, wie das Buch ausgehen würde. Bis zum Schluss kamen keine großen Wendungen oder Überraschungen vor. Damit schafft es der Autor zwar die Grundspannung in meinen Augen zu halten, denn ich hatte stets die Hoffnung, dass es doch noch zu einer überraschende Wende kommt, aber darüber hinaus gelingt im kein weiterer Spannungsanstieg.

Das Hauptproblem ist der Schreibstil des Autors. Das Buch wurde im Jahre 1975 verfasst und damals wurden viele Szenen einfach zu detailliert beschrieben, wobei Brutalität vermieden wird. Als Leseratte kenne ich diesen Stil und bei vielen alten Büchern schätze ich ihn sehr.
So versuchte auch Peter Straub dem Leser ein gutes Bild zu vermitteln, aber achtet bei jeder Beschreibung darauf, dass es nicht zu brutal wird. Dadurch wirkt es an vielen Stellen einfach zu langatmig und ausschweifend. Genauso sieht es mit den Personen aus. Die vier alten Herren lernt man in einem angemessenen Rahmen kenne. Spätestens ab der Mitte des Buches kennt man jedoch fast das halbe Dorf, also 30-40 Personen. Für meinen Geschmack einfach zu viele unterschiedliche Charaktere. Ständig fragt man sich, ob diese Figur wichtig ist oder nicht. Leider habe ich mir oft unwichtige Charaktere eingeprägt. Wenn man dann bedenkt, dass manche Todesfälle in wenigen Worten abgehakt werden, verliert man stellenweise die Lust am Lesen.
Trotz der großen Schrift habe ich eine Woche für die recht wenigen Seiten benötigt. Zwischendurch benötigte ich sogar eine andere Lektüre, um das Buch nicht vorzeitig abzubrechen.
Der Schluss war zwar nicht überraschend oder wirklich spannend, aber passte zum Rest des Buches. Für mich jedoch kein Highlight. Zumindest erklärt sich einigermaßen logisch, wie der Prolog zum Rest des Inhaltes passt.

Dementsprechend fällt es mir schwer das Buch zu empfehlen. Es ist nicht schlecht, aber ich konnte weder einen Psychothriller, noch einen Horror-Roman erkennen. Ich habe schon zahlreiche Krimis, Thriller und andere Werke aus den 70er Jahren gelesen, und normalerweise mag ich den detaillierten und harmlosen Stil dieser Werke. Hier konnte ich jedoch weder mitfiebern, noch habe ich am Ende groß nachdenken müssen. Wer Fan dieses Autors ist, kann es sicherlich lesen. Ich persönlich kann es nicht empfehlen.

===Bewertung===


Langatmige Passagen, wenig Spannung, kaum Wendungen und ein Schluss der sich zu früh von selbst erahnen lässt. Für mich weder ein guter Horror-Roma, noch ein gelungener Psychothriller. Von mir bekommt „Geisterstunde“ zwei Sterne.

===Leseprobe===
Wer einen kleinen Eindruck vom bildhaften und trotzdem unwichtigen Detailreichtum haben möchte, kann hier einen Blick ins Buch werfen.

Bis(s) der Tod euch scheidet

==Bis(s) der Tod euch scheidet==

Copyright Sarahs Bücherwelt


Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

===Einleitung===
Meine heutige Buchrezension befasst sich mit einem Titel, den ich mir über eine Bücherbörse ertauscht habe. Leider hatte dieses Mängelexemplar den Nachteil, dass die ersten 30 Seiten unlesbar sind, wodurch ich das Buch immer vor mir hergeschoben habe. Das Buch stammt aus der Betsy Taylor Reihe und versprach ein neues, bissiges Abenteuer

===Buchdaten===
Autor: Davidson, Mary Janice
Titel: Biss der Tod euch scheidet
Originaltitel: Undead and Uneasy
Verlag: Egmont Lyx
Erschienen: 2008
ISBN-13: 978-3802581786
Seiten: 286
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Serie: Band 6 der Betsy Taylor Reihe

===Autor/in===
Mary Janice Davidson gelang mit Weiblich, ledig, untot (Originaltitel: Undead and unwed) aus dem Stand der Sprung auf die amerikanische Bestsellerliste. Seither hat sie mit ihrer Vampir-Reihe, einer Werwolf-Saga und mehreren Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. In Deutschland schaffte die Vampirin Betsy es sogar auf die Spiegel-Bestsellerliste. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin Betsy teilt sie die Leidenschaft für Designer-Schuhe.
Quelle: Klappentext / Verlagsseite

***Weitere Werke***
  • Band 1: Weiblich, ledig, untot
  • Band 2: Süß wie Blut und teuflisch gut
  • Band 3: Happy Hour in der Unterwelt
  • Band 4: Untot lebt sich's auch ganz gut!
  • Band 5: Nur über meine Leiche
  • Band 7: Wer zuletzt beißt
  • Band 8: Man stirbt nur zweimal

===Zitierter Klappentext===
Betsy fiebert ihrer Hochzeit mit Eric Sinclair entgegen. Als der Termin näher rückt, häufen sich die Fragen. Schon die Wahl der Farbe für das Brautkleid ist schwierig: Kann sie als Vampirkönigin Weiß tragen, trotz ihres blassen Teints – und obwohl sie keine Jungfrau mehr ist? Aber auf Betsy warten noch ganz andere Fallen. Eric hält Einladungskarten, Eheversprechen und Hochzeitstorte für überflüssig - und verschwindet. Der schönste Tag ihres Vampirlebens droht ein Desaster zu werden.

===Meine Meinung===
Für mich war dies mein erster Roman aus dieser Reihe, sodass ich die Geschichte nicht nur als Quereinsteigerin, sondern durch den Bindefehler auch erst ab Seite 30 beurteilen kann. Dementsprechend schwer fiel mir auch der Einstieg in das Buch. Ich kannte die Protagonisten nicht und die üblichen Auffrischungen befinden sich am Anfang des Buches. Trotz dieser Hindernisse kam ich erstaunlich schnell in die Geschichte.

Noch zwei Wochen und wie jede Braut, kann auch Betsy es nicht erwarten. Alles muss organisiert und durchgeplant sein, damit es keine Probleme gibt, wenn sie Eric ihr Ja-Wort gibt. Doch egal wie gut die Planung ist, Komplikationen können immer auftreten. Das muss auch Betsy feststellen. Kurz vor der Hochzeit kommt ihr beste Freundin ins Krankenhaus und muss sich einer Chemo unterziehen, ihre Eltern kommen bei einem Autounfall ums Leben, sie wird überraschend Ersatz-Mutter und zu allem Überfluss verschwinden nicht nur ihre Freunde, sondern auch der Bräutigam. Der schönste Tag in ihrem Leben scheint ein totaler Reinfall zu sein. Nicht mal als Vampir kann man einfach mal glücklich sein...

Meine anfänglichen Bedenken, dass mir dieses Buch nicht gefallen könnte, wurden schon ab Seite 50 komplett ausgeräumt. Die Autorin hat einen so lockeren, modernen und packenden Stil, sodass ich trotz nicht vorhandener Vorkenntnisse und der fehlenden ersten Seiten wunderbar in die Geschichte hineinkam. Betsy ist eine so liebenswürdige und lebendige Charaktere, das man sich sofort ohne Probleme in sie und ihre Gedankenwelt hineinversetzen kann, obwohl sie als Vampir gar nicht mehr so menschlich sein dürfte. Mit viel Witz und Charme beschreibt die Autorin die Vorbereitungen für die Hochzeit. Wer selbst verheiratet ist, wird sicherlich einige Situationen wiedererkennen. Ich war so gepackt, dass ich gar nicht mitbekam, wie weit ich mit den Seiten voranschritt. Eh ich mich versah, war ich am Tag der Hochzeit angelangt und war hier zum ersten Mal arg enttäuscht. Beabsichtigt oder nicht, Mary Davidson beschreibt den Akt, über den das gesamte Buch geredet wird, in wenigen Seiten. Es klang total abgehackt und passte nicht zum Rest des Buches. Bei mir kam sofort die Frage auf, ob sie noch nie bei einer Hochzeit war oder einfach nur auf eine misslungene Art und Weise verhindern wollte, dass es zu kitschig wirkt.
Mit der Hochzeit endet auch die eigentliche Geschichte. Allerdings gibt es eine Bonus Geschichte, die auch auf dem Cover angekündigt wurde. Zu meiner Freude setzt diese Handlung an den Inhalt der eigentlichen Geschichte an und befasst sich mit den Flitterwochen des neuen Traumpaares. Die Idee, dieser Bonus Story empfand ich zwar positiv, aber bei diesem Inhalt hätte sie die Bonus Geschichte weglassen und den eigentlichen Inhalt lieber ausbauen sollen. Aber das mag jeder sehen, wie er will.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der die Reihe schon kennt oder eine romantische Vampir-Reihe lesen möchte.

===Bewertung===

Mich persönlich hat der lebendige und heitere Stil, der mit einem Hauch romantischer Spannung bestückt ist, umgehauen. Welche/r Autor/in schafft es schon einen Quereinsteiger, dem noch einige Anfangsseiten fehlen, so zu fesseln und zu überzeugen. Dafür gibt es vier Sterne.

===Leseprobe===
Hinter diesem Link befindet sich eine genehmigte Leseprobe für alle die gerne einen Blick hineinwerfen möchten.

Wolfgang und Heike Hohlbein - Das Buch

==Die Buchhandlung des Schreckens==
   

===Buchdaten===
Autor: Wolfgang Hohlbein
Titel: Das Buch
Verlag: Ueberreuter
Erschienen: 2007
ISBN-13: 978-3800053254
Alter: ab 12
Seiten: 854
Einband: HC, aber auch TB
Kosten: 2,31€ gebraucht
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Leonie stammt aus einer altehrwürdigen Buchhändlerfamilie. Wie schon ihre Großmutter ist auch sie eine "Hüterin der Wirklichkeit". Ihre Aufgabe ist es, über ein riesiges Archiv auf der "anderen Seite" zu wachen, in dem Scriptoren - hässliche Gnome - damit beschäftigt sind, minutiös Buch über das Leben jedes einzelnen Menschen zu führen. Als ihre Eltern ein Buch aus dem Archiv entwenden, muss sich Leonie einem gefährlichen Kampf um die einzig gültige Wahrheit stellen, denn die beiden schreiben die Wirklichkeit um - mit katastrophalen Folgen!

===Meine Meinung===
Wolfgang Hohlbein ist ein sehr wechselhafter Autor, dem es mal gelingt die brillantesten Werke zu verfassen und andere Bücher würde man am Liebsten in den Müll verfrachten. Als absolute Leseratte war ich auf dieses Buch natürlich sehr erpicht, denn es dreht sich alles um mein Hobby Bücher.

Leonie ist mit Büchern groß geworden. Schließlich hat ihre Großmutter einen Buchladen. Leider kann sie selbst mit dem geschriebenen Wort wenig anfangen. Wozu gibt es MP3-Player, Gameboys und Co. Doch für Leonie ändert sich alles rapide, als ihre Großmutter sie als Erbin der Buchhandlung einsetzt und ihre Mutter überspringt. Kurz nach dem Notar-Termin kommt die Großmutter bei einem tragischen Flugzeugabsturz ums Leben. Für die Familie bedeutet dies eine große Umstellung, denn die Großmutter hatte ein altes Geheimnis. Sie war die Hüterin der Wirklichkeit und dieses gilt es nun um jeden Preis zu schützen.

Der Einstieg in die Geschichte ist nicht unbedingt leicht. Hohlbein hat die Angewohnheit bei seinen langen Werken, dieses hat über 800 Seiten, die Einführung sehr ausführlich zu gestalten. In diesem Fall benötigte ich rund 100 Seiten bis ich die Situation grob erfasst und mit der Hauptfigur Leonie etwas warm wurde. Die genauen Hintergründe über das Geheimnis, welches schon im Klappentext erwähnt wurden, bleiben jedoch auch zu diesem Zeitpunkt noch verborgen und werden erst später aufgedeckt. Bei solchen Einführungen würde ich mir wünschen, dass Hohlbein seine Werke auf rund 500 Seiten kürzen würde. Was nützt eine detaillierte Geschichte, wenn der fesselnde Punkt erst sehr spät erscheint und man zu lange benötigt, um die Handlung begreifen zu können!?

Für die 864 Seiten habe ich ganze vier Tage benötigt und Wolfgang Hohlbein hat es mal wieder geschafft, dass ich von einem seiner Werke alles andere als begeistert war. Stellenweise hatte ich sogar große Lust Passagen zu überspringen oder sogar ganz das Buch abzubrechen. Die Idee ein Buch zu verfassen, dass sich mit Büchern befasst, fand ich sehr gelungen. Der Ansatz erinnerte mich stark an die unendliche Geschichte – Fantasie die sich auf Grund von Büchern aufbaut. Was nützt es aber, wenn die Idee spannend und interessant ist, der Autor sie jedoch nicht umsetzen kann!? Ellenlange Wiederholungen stehen hier an der Tagesordnung. Zwar sind es keine direkten Wiederholungen, sondern ähnliche Szenen, aber man hat ein Déjà-vu. Dies ist nicht auf einen Bereich beschränkt, sondern tritt in vielen Gebieten auf. Ständig kommt es zu Streitigkeiten, brutalen Schlachtszenen und dem Auftauchen der kleinen Maus. Das Problem ist, dass diese Szenen alle ähnlich verlaufen und nur mit anderen Worten beschrieben werden. Irgendwann ist es einfach nur langweilig. Auch Floskeln werden zum Erbrechen wiederholt und spätestens hier merkt man, dass Hohlbein drastisch in die Länge zieht. Das Länge nicht unbedingt Qualität bedeutet hat er leider noch nicht begriffen.

Beschreiben tut Hohlbein sehr ausführlich. Egal ob neue oder fremde Ort, Protagonisten oder Gedankengänge. Dadurch ist sein Stil sehr lebendig, modern und bildhaft. Ich hatte an keiner Stelle ein Problem mir neue Protagonisten oder Orte im Kopf vorstellen zu können. Leider umschreibt Hohlbein auch unwichtige Randfiguren so detailliert, dass man sie oft als wichtige Charaktere ansieht und dann feststellen muss, dass sie plötzlich nicht mehr weiterverfolgt wird. Das fällt nicht nur bei den Figuren auf, sondern auch im Bereich der Wendung und des Ansatzes. Oft werden Aspekte aufgegriffen, der Leser lässt sich darauf ein, und plötzlich lässt Hohlbein diesen Gedanken wieder fallen. Dadurch mangelt es bei Handlungen und einigen Situationen oft an Logik.

Auch wenn es oft langweilig wurde und mir die Logik oft fehlte, kam eine gewisse Grundspannung auf, dass ich wissen wollte, wie nun die Geschichte zu Ende geht. Zwar ist diese Spannung auf einem sehr flachen Level und wird auch gerne durch unnötige Darstellungen unterbrochen, aber es weckt zumindest die Neugier. Aus diesem Grund bin ich besonders über den Schluss enttäuscht. Hohlbein hat ein Ende gewählt, was im Bezug auf die vorhergegangenen Erlebnisse aus der Luft gegriffen wirkt. Ich hatte das Gefühl, dass ihm zu seiner eigentlichen Geschichte kein Schluss einfällt und er einfach irgendwas ausgedacht hat, um die Handlung halbwegs spannend abzuschließen. Fragen bleiben offen, Logik ist hier fehl am Platze und es wirkt gänzlich erzwungen. Hätte ich vorab gewusst, wie es ausgeht, ich hätte das Buch nach 200 Seiten abgebrochen und definitiv nichts verpasst.

Eine Empfehlung auszusprechen, fällt mir an dieser Stelle sehr schwer. Nicht mal für eingeschweißte Hohlbein-Fans ist dieses Buch ein Highlight. Sicherlich ist es eine Frage des Geschmacks, aber mir hat es persönlich keinen Lesegenuss verschafft, sodass ich es nicht empfehlen kann.

===Bewertung===

Hohlbein greift eine interessante und spannende Idee auf, verliert sich jedoch in zahlreichen Wiederholungen, die die Spannung auf ein Minimum reduzieren. Für mich kein Meisterwerk des Autors und bekommt daher nur zwei Sterne.


===Leseprobe===
Wer trotzdem Neugierig ist, kann hier einen Blick in das Buch werfen und einige Seiten lesen.

Johann Hampe - Der Grund und die Freude

==Stücke zum Nachdenken==

===Buchdaten===
Autor: Johann Hampe
Titel: Der Grund und die Freude
Verlag: Kreuz
Erschienen: 1. Auflage 1975
ISBN-10: 378310470x
Seiten: 179
Einband: HC
Kosten: gebraucht ab 0,10€
Serie: -
===Eigene Inhaltsangabe===
Dieses Werk enthält 14 Stücke, die den Leser zum Nachdenken anregen sollen.

  • Für das Unendliche gemacht
  • Vergnügen bereiten
  • Nicht allein genug
  • Ohne Maske leben
  • Fünf Sinne sind genug
  • Wie einen seine Mutter tröstet
  • Die Superklugen und die Einfältigen
  • Wenn alle untreu werden
  • Der Erfolg macht uns klein
  • Angst fortnehmen
  • Weisheiten besser als Perlen
  • Das Haus, in dem die Lichter brennen
  • Leben auf Zeit
  • Grundtrauer und Freudefrömmigkeit

===Meine Meinung===
Als ich dieses Buch geschenkt bekam, war meine Erwartung recht groß. Stücke, die den Leser zum Nachdenken bewegen, finde ich stets interessant. Zudem sprach mich der blaue Hintergrund mit den bezaubernden Blumen direkt an.

Leider kann das Buch die Erwartungen nicht erfüllen. Schon nach wenigen Seiten war ich total enttäuscht. Ich bin bei dem Untertitel davon ausgegangen, dass es sich bei den Stücken um Geschichten oder Anekdoten handelt, die den Leser etwas lehrreiches und nachdenkliches vermitteln. Ich will nicht behaupten, dass dies nicht der Fall ist. Der Inhalt regt den Leser schon zum Nachdenken an, aber er wird total trocken vermittelt. Anstatt Stücke erwarten den Leser langatmige Gedankengänge, die sich allesamt auf Gott und die Bibel beziehen. Dabei geht es um Gedanken bezüglich Erfolg, Untreue, Unendlichkeit oder Freude.

Der Stil, den der Autor hierbei verwendet ist, langweilig, sachlich und alles andere als modern. Es lässt sich total trocken lesen, sodass man schon nach dem ersten Stück keine Lust mehr hat. Im Grunde sind es einfache Gedankengänge, die dem Leser an Hand der Bibel näher gebracht werden. Wer sich schon vorher nicht für Religion interessiert hat, wird mit diesem Buch definitiv nicht glücklich werden. Ich selbst habe das Buch nach acht Stücken abgebrochen, da ich an diesem Punkt einfach keine Ausdauer und Nerven mehr hatte. Selbst zum Nachdenken wurde ich nicht angeregt, man bekommt einfach die Sichtweise der Bibel vermittelt und man kann lediglich nachdenken, ob man dieser Zustimmt oder nicht.

Ein Buch, dass einen langweiligen Inhalt besitzt, dazu noch abgebrochen wurde und die Erwartungen in keinster Weise erfüllt, kann ich einfach nicht empfehlen.

===Bewertung===
Der Titel und das schöne Cover lassen auf nachdenkliche Geschichten schließen. Nicht jedoch auf Gedankengänge, die sich hauptsächlich mit den Ansichten der Bibel befassen. Der trockene Stil verschlimmert den Inhalt so sehr, dass dieses Buch nur einen Gnadenstern erhält.
   

Cody McFadyen - Der Todeskünstler

==Zum Mord gezwungen==
   

===Buchdaten===
Autor: Cody McFadyen
Titel: Der Todeskünstler
Originaltitel: The Face of Death
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 5. Auflage 2010
ISBN-13: 978-3404162734
Seiten: 556
Einband: TB
Kosten: 9,99€
Serie: Smoky Barrett
===Zitierter Klappentext===
Das Grauen ist hier. Smoky Barrett riecht den Tod, als sie die Türe öffnet. Der Boden und die Wände sind mit Blut getränkt. Auf dem Bett liegen zwei tote Körper - geschändet, entstellt, ausgeweidet. Neben ihnen kauert ein Mädchen. Der Todeskünstler hat sie besucht. Seit Jahren zerstört er ihr Leben, tötet jeden, der ihr lieb ist. Er will sie in den Wahnsinn treiben und nach seinem Bild neu erschaffen. Er wird wieder zu ihre kommen ...

===Meine Meinung===
Nachdem ich schon „Das Böse in uns“ und „Die Blutlinie“ gelesen hatte, wollte ich auch den Teil lesen, der sich zwischen diesen beiden Bänden befindet.

Smoky Barrett hat den Tod ihrer Familie und ihrer Freundin halbwegs verkraftet und will mit ihrer Pflegetochter Bonnie einen Schlussstrich ziehen, als sie zu einem neuen Fall gerufen wird. Sarah, ein 16jähriges Mädchen, verlangt sie zu sehen. Am Tatort angekommen findet Smoky ein regelrechtes Blutbad vor. Die Eltern des Mädchens wurde ermordet und ausgeweidet. Ihrem Pflegebruder wurde ebenfalls die Kehle durchgeschnitten. Nur Sarah hat überlebt. Sie vertraut Smoky eine haarsträubende Geschichte an, dass sie seit ihrem sechsten Geburtstag von einem Mann verfolgt wird, der sämtliche Menschen umbringt, die ihr etwas bedeuten – angefangen bei ihren leiblichen Eltern. Damit Smoky die gesamte Geschichte erfährt, bekommt sie das Tagebuch von Sarah. Smoky beginnt mit den Ermittlungen und lüftet das Geheimnis des unbekannten Mannes, der Sarahs Leben systematisch zerstört.

Der Stil ist wie im ersten Teil flüssig und detailliert. Der Einstieg in die Geschichte beginnt für den Leser eher schleppend. Er dient sozusagen als Auffrischung des ersten Falls von Smoky Barrett. Es wird noch einmal detailliert auf die Ermordung ihres Mannes, ihrer Tochter und ihrer besten Freundin eingegangen. Wer den ersten Teil kennt, wir die Einführung als extrem langatmig empfinden. Vor allen Dingen geht Cody McFadyen zu sehr auf ihre Pflegetochter ein, die seit dem Tod der Mutter kein Wort mehr geredet hat. Gerade für vertraute Leser dümpelt es vor sich hin und es kommt die Frage auf, wann endlich der neue Fall und damit die Spannung beginnt.

Nach rund 50 Seiten kommt Cody McFadyen endlich auf den neuen Fall zu sprechen. Spannung ist aber auch hier noch nicht vorhanden. Stattdessen versucht die Protagonistin Smoky Barrett einen Kontakt zu dem Opfer herzustellen. Authentisch und einfühlsam geht Cody McFadyen auf diese Situation ein. Erst nach und nach kommt mehr Spannung auf, als die Tat näher beschrieben wird. Wie gewohnt geht Cody McFadyen auf jedes noch so blutige, brutale und schockierende Detail näher ein. Für schwache Nerven sind diese Beschreibungen nichts. Nachdem die eigentliche Geschichte nun spannend angefangen hat, gelingt es dem Autoren leider nicht, dies konstant zu halten oder sogar langsam ansteigen zu lassen. Stattdessen kommt es immer wieder zu langatmigen Passagen, die die genaue Polizeiarbeit beschreiben. Es ist interessant, aber der aufgebaute Anspannung leidet in meinen Augen darunter. Die Highlights sind meines Erachtens die Tagebucheinträge von Sarah. In mehreren Rückblenden berichtet Sarah in Tagebuchform, was sie seit ihrem sechsten Geburtstag erlebt hat. Tod, Blut und Brutalität kommen am auf fast jeder Seite vor. Sadistisch und grausam geht der Autor auf die schockierendsten Details ein. Immer wenn man denkt, es geht nun wirklich nicht mehr schlimmer, dann schafft es Cody McFadyen doch. Leider wird ihre Geschichte immer wieder von langatmigen Ermittlungen und Gedankengängen seitens Smoky Barrett unterbrochen. Hier hätte die Geschichte von Sarah komplett in einem Zug erzählt werden müssen, damit sie noch schonungsloser hätte vermittelt werden können. Überspringen mag man diese Passgen nicht, denn man könnte etwas verpassen. Bei Cody McFadyen ist dies immer möglich, denn seine Wendungen und Spannungsanstiege ereignen sich überraschend. Zum Beispiel findet in einer völlig langatmigen Textabschnitt unerwartet heraus, wer hinter diesem unbekannten Mann steckt. Auf der anderen Seite sind zum Beispiel langen Sex-Akte absolut überflüssig – zumindest in diesem Umfang. Für mich hätte die gesamte Geschichte rund 100 Seiten kürzer sein können.

Die Geschichte ist definitiv nichts für schwache Nerven. Bei Cody McFadyen stellte ich mir wirklich die Frage, wie man nur auf so kranke Ideen kommen kann. Er schockiert den Leser, weckt Ängste und zeigt den Mut und die Stärke mancher Charaktere auf. Besonders der Schluss zeigt wieder, wie gekonnt er einen Thriller mit einem spannenden Höhepunkt auslaufen lassen kann. Aus diesem Grund kann ich das Buch jedem empfehlen, der gerne brutale Thriller liest oder schon den ersten Teil der Reihe kennt. Man sollte aber nie vergessen, dass viele Passagen langatmig wirken und die Spannung dadurch unterbrechen.

===Bewertung===
Cody McFadyen ist mit „Der Todeskünstler“ eine gute Fortsetzung gelungen. Eine krankhafte und spannende Idee wird jedoch leider von zahlreichen unspektakulären Szenen unterbrochen, wodurch der zweite Teil nur drei Sterne von mir bekommt.

===Leseprobe===
http://www.frauenzimmer.de/cms/html/de/pub/leben-genuss/buecherregal/mai/buchtipp-mcfadyen/leseprobe-mcfadyen.phtml

Albrecht Goes - Mörike

==Ein Leben, welches alles andere als perfekt lief==

===Buchdaten===
Autor: Albrecht Goes
Titel: Mörike
Verlag: Cotta
Erschienen: 1954
ISBN-13: 9783932843686
Seiten: 78
Einband: HC
Kosten: 3,01€
Serie: -

===Autor/in===
Albrecht Goes wurde am 22.03.1908 in Langebeutingen geboren und verstarb im Februar 2000 in Stuttgart. Er war ein deutscher Schriftsteller und protestantischer Theologe. Er bekam zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, wie zum Beispiel Literaturpreise oder eine Gedenktafel.

***Weitere Werke***
  • Der Zaungast; 1938
  • Unruhige Nacht; 1950
  • Das Löffelchen; 1965

===Eigene Inhaltsangabe===
Eduard Friedrich Phillip Mörike wurde am 8.9.1804 in Ludwigsburg geboren und verstarb am 4.6.1875. Als siebtes Kind von insgesamt 12 Sprösslingen traf ihn der Tod seines Vaters 1817 sehr. Sein Onkel, welcher ihn nach dem Tod seines Bruders aufnahm, setzte sich für eine kirchliche Laufbahn ein, die zur Folge hatte, dass Mörike als evangelischer Pfarrer tätig war. Nebenher war er einer der bekanntesten Lyriker der Schwäbischen Schule.
In diesem Buch wird das Leben von Eduard Mörike biographisch wiedergegeben.

===Meine Meinung===
Wer nur etwas gute Allgemeinbildung besitzt, wird den Namen Eduard Mörike kennen. Dies trifft auch auf mich zu. Allerdings muss ich gestehen, dass ich bis dato weder näheres über sein Leben, noch über seine Werke wusste. Das hat sich mit dieser kleinen Biographie schlagartig geändert.

Albrecht Goes hat sich genauestens mit Mörike befasst und konnte dadurch eine ansprechende und umfangreiche Biographie über dessen Leben verfassen. Die Biographie beginnt mit dem Tod des Vaters und dem Versprechen, welches sich Eduard und zwei seiner Brüder gegeben haben. Im Verlauf erfährt man wesentliche Stationen, die Eduard bis zu seinem Tod durchlebt hat. Da wäre die große Liebe zur schönen Maria Meyer, seine Hochzeit und seine Werke. Die kleine Größe und die knapp 78 Seiten erlauben keine großen Ausschweifungen, sondern geben einen groben, aber guten Überblick über das Leben dieses Lyrikers. Für ein kurzes Referat oder als oberflächliche Informationsquelle ist dieses Buch dienlich. Wer jetzt einen detaillierten Werdegang benötigt, wird hier nicht alle Informationen erhalten, die er benötigt. Einen groben Überblick verschafft es jedoch.
Untermalt werden die Lebensabschnitte mit 8 schwarz-weiß Bildern, die zum Beispiel eine Fotografie seiner Familie, einen Brief an seine Braut oder ein Portrait von Mörike beinhaltet.

Das Schwierigste an diesem Werk ist sicherlich die Sprachwahl. Mörike selbst lebte in einem anderen Jahrhundert und hatte deswegen einen leicht altmodischen Ton, der in vielen Zitaten oder Briefen deutlich wird. Aber auch Goes verwendet einen recht anspruchsvollen Stil, der ein aufmerksames Lesen voraussetzt. Zitat S. 5 „ Krankheit würde das ihre in diesem Leben vermögen, und in den Ahnungen der Dichter ist viel vom Tod.“ Man weiß was gemeint ist, aber eine solche Sprache würde man heutzutage in keinem modernen Buch mehr finden. Dadurch benötigte ich persönlich mehr Zeit zum Lesen. Vor allen Dingen versuchte ich auch die Bilder der abgedruckten Briefe zu entziffern, sodass ich am Ende für die wenigen Seiten zwei Stunden benötigt habe.

Auch wenn die Sprache nicht unbedingt leicht ist, kann man mit dieser interessanten Biographie seine Allgemeinbildung aufbessern, weswegen ich das Buch jedem empfehlen kann. Gerade Schülern, die in der Schule ein Referat über einen Lyriker oder ähnliches verfassen müssen, werden alle Informationen erhalten, die sie benötigen.

===Bewertung===
Ein handliches Buch mit einer anspruchsvollen Biographie über einen bekannten Lyriker beinhaltet alle wesentlichen Informationen, um ein gutes Bild zu erhalten. Trotz der alten Sprachwahl bekommt es fünf Sterne.


Bentley Little - Fieber

==Der kleingedruckte Horror einer Lebensversicherung==

   

===Buchdaten===
Autor: Bentley Little
Titel: Fieber
Originaltitel: The Policy
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1. Auflage 2009
ISBN-13: 978-3404163250
Seiten: 475
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Serie: -

===Autor/in===
Bentley Little wurde 1960 als Sohn einer russischen Künstlerin und eines amerikanischen Pädagogen in Arizona geboren. Er studierte Kommunikation, Englisch und Literatur. Bevor er Schriftsteller wurde, arbeitete er in verschiedenen Jobs als Reporter, Bibliothekar, Zeitungsausträger oder Kassierer. 1990 konnte er seinen ersten Roman „The Revelation“ veröffentlichen und wurde dafür mit dem Bram Stoker Award ausgezeichnet. Damit machte er Stephen King auf sich aufmerksam und gilt seitdem als dessen Meisterschüler. Er schreibt auch unter dem Pseudonym Phillip Emmons. Bentley Little lebt heute mit seiner chinesischen Frau und seinem Sohn in Fullerton, Kalifornien.

***Weitere Werke***
  • Böse
  • Unheil
  • Furcht

===Zitierter Klappentext===
Hunt Jackson führt ein gutes Leben. Bis er eine Lebensversicherung abschließt. Ein Fehler. Denn er hat das Kleingedruckte nicht gelesen: Sollten Sie Drohanrufe von uns erhalten, legen Sie bitte nicht auf. Sollten wir Ihre Wohnung verwüsten, rufen Sie nicht die Polizei. Und sollten wir als Rückversicherung ein Stück Menschenfleisch benötigen: Laufen Sie ruhig. Wir finden Sie überall.

===Meine Meinung===
Fieber“ ist das zweite Buch, welches ich von Bentley Little gelesen habe. Nachdem mich „Böse“ nicht gänzlich überzeugen konnte, sprach mich dieser Inhalt jedoch so sehr an, dass ich dieses Werk unbedingt lesen wollte.

Hunt Jackson hat sich gerade von seiner Frau Eileen scheiden lassen und zieht nun zurück nach Tucson, wo er als Kind aufgewachsen ist. Anfänglich scheint er das Glück gepachtet zu haben. Er findet ein Haus, findet einen Job, trifft seinen besten Jugendfreund wieder und lernt durch ihn Beth kennen und lieben. Mit einem simplen Heckscheiben-Schaden an seinem Auto beginnt jedoch der blanke Horror für ihn. Erst gerät er an einen unfreundlichen Sachbearbeiter und anschließend soll er ganz unwichtige Versicherungen abschließen. Als er dies ablehnt, wird sein Haus verwüstet und die Wiederherstellung seitens der Versicherung stellt sich als Witz heraus. Er zieht zu Beth und gemeinsam stellen sie fest, dass mit Versicherungen nicht zu spaßen ist. Ein undichtes Dach und die Kündigung der eigenen Stelle sind nur einige der Punkte, die sie mit einer richtigen Versicherung hätten abwenden können. Bald stellen sie fest, dass sie Versicherungen angeboten bekommen und sofern sie es ablehnen, der Fall eintritt, bei dem sie die Versicherung gebraucht hätten. Nicht nur bei Hunt und Beth häufen sich die Besuche des Versicherungsvertreters. Auch bei seinem Jugendfreund, Joel, und seinen Arbeitskollegen, taucht dieser Mann ständig auf und möchte ihnen wichtige Versicherungen verkaufen. Als Menschen sterben und sogar ein Baby verstümmelt wird, beschließen die Freude etwas zu ändern und kommen den dunklen Machenschaften der Versicherungsgesellschaft auf die Schliche.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt mit der Rückkehr des frischgebackenen Singles. Ich lernte Hunt in wenigen Seiten kennen und bekam ein lebendiges Bild von dem Protagonisten. Bei der Einführung achtet der Autor darauf, dass er nicht zu ausschweifend beschreibt, sondern nur relevante Details einbaut. Binnen weniger Seiten kommt Bentley Little zum eigentlichen Geschehen der Geschichte – dem Horror mit den Versichungsgesellschaften. Die Idee finde ich persönlich super gewählt.
Mal ehrlich, wer hatte nicht schon einmal Ärger mit einer Versicherung, weil etwas nicht abgedeckt war, oder hat sich nicht jeden noch so kleinen Punkt im Vertrag durchgelesen. Hinterher kommt das Erwachen und das Ärgernis. Genauso ist es alltäglich, dass Versicherungsvertreter anrufen, vor der Tür stehen oder bei einem Schadensfall eine weitere unnütze Versicherung anbieten möchten. Wie man sieht, ist der Grundgedanke realistisch und wirkte dadurch noch packender.
Um den Leser noch besser zu packen und zu verwirren, setzt der Autor auf regelmäßige Wechsel der Perspektive. In der Regel wird die Geschichte aus Sicht von Hunt erzählt und dabei wird auf die Erlebnisse eingegangen, die ihm und seiner Frau widerfahren. Nebenher erlebt der Leser jedoch auch Situationen, die seinen Freunden passieren. Dies sind Situationen, die sich daraus ergeben, wenn sie keine der zusätzlichen Versicherungen abschließen.
Teilweise ist es schockierend, gruselig und beängstigend. Wer möchte schon zum Zahnarzt gehen und plötzlich alle Zähne gezogen bekommen und gegen silberne Implantate ersetzt bekommen, oder zur Geburt ins Krankenhaus fahren, um dann zu erleben, wie dem eignen Baby der Penis abgeschnitten wurde, damit man als Strafe ein Mädchen in den Armen hält. Viele Ideen sind harmlos, aber andere sind wirklich krank. Bei jeder neuen Versicherung fragte ich mich sofort, was nun schreckliches passieren würde. Es ist wirklich spannend und sobald sich die Geschichte nach rund 50 Seiten aufgebaut hat, konnte ich gar nicht mehr aufhören. Ich wollte einfach wissen was hinter dieser Gesellschaft steckt. Für ein Horror-Buch ist dies genau die richtigen Mischung aus Schrecken und Grausamkeit. Ich fand es sehr faszinierend, wie Bentley Little immer neue Ideen einbaut. Es sind kranke Ideen, die mich an „Saw“ erinnern.
Zwar wartete ich stets auf die angekündigten Dinge aus dem Klappentext, aber ich merkte schnell, dass dies nur Beispiele waren, um den Leser neugierig zu machen.
Die Geschichte ließ sich flüssig lesen und der lebendige, bildhafte und moderne Stil, der sich auf das Wesentliche in den kurzen Kapiteln beschränkt, konnte mich überzeugen.

Überzeugen konnte mich trotz alledem ein wichtiger Aspekt dieser Lektüre nicht. Der Schluss zeigt wieder, dass Bentley Little ein Schriftsteller ist, der zwar fesseln kann und gute Ansätze hat, diese aber nicht treffend beenden kann. 400 Seiten lang habe ich mitgefiebert, wie es nun ausgehen würde. Bei einem so authentischen Thema erwartete ich auch eine realistische und logische Auflösung. Stattdessen verliert sich der Autor in einem Gemisch aus Fantasy und Sci-Fi. Am Ende baut er sogar eine Hexe, Zauber und einen Zwerg ein. Sorry, aber das passte alles überhaupt nicht zum restlichen Teil des Buches. Ein offener oder trauriger Schluss, wäre mir lieber gewesen, als dieser zusammengeschusterte Fantasy Abschluss.

Trotzdem habe ich unter Kopfschütteln das Buch zu Ende gelesen. Empfehlen kann ich das Buch. Der Einstieg und Mittelteil ist in meinen Augen perfekt für einen Roman des Horror Genres. Auf Grund der Ideen, die Little hier umsetzt, würde ich das Buch nur jugendlichen ab 16 Jahren empfehlen.

===Bewertung===
Ein authentisches Thema, das die Ängste der Menschen schürt, ist mit einem packenden, modernen und bildhaften Stil ideal umgesetzt. „Fieber“ fesselt den Leser mit abwechslungsreichen Ideen und einem flüssigen Stil. Lediglich der übertriebene und unpassende Schluss zerstören das anfängliche Werk und sorgen dafür, dass es nur drei Sterne bekommt.

===Leseprobe===