Reisebericht MSC Magnifica - Frankreich Le Havre

Ein schlechter Witz ...



Unser zweiter Stopp war Frankreich mit Le Havre. Hier kommt ihr sehr zentral im Kreuzfahrtterminal an. Vom Liegeplatz bis zum Ausgang des Hafens sind es ungefähr 30 Minuten gewesen. Die Aida lag da deutlich zentraler mit nur 10 Minuten Fußweg. Der Weg war diesmal mit grünen Markierungen sehr deutlich hervorgehoben. 


Was kann man schönes unternehmen? 

Ganz klar lockt viele Paris. Daher könnte der Aufenthalt eher eine Hetzerei sein, die sich jedoch viele mit geplanten Touren antaten. Ich glaube 2-3 Stunden Fahrt betrugen die geplanten Ausflüge. 


Ansonsten gibt es noch Omaha Beach. Für Personen, die sich für den Krieg interessieren, ein Besuch wert. Jedoch sollte man 90 Minuten mit dem Auto für die gut 150km einplanen. 

Oder die Kirche Eglise St. Joseph, die als Gedenkstätte für die Opfer der Stadt bei der Befreiung 1944 gilt. Der 107m hohe Turm ist schon vom Schiff aus gut zu sehen, und einen Besuch wert. 


Der Strand ist vom Anleger gut 3km entfernt. Dort gibt es viele kleine Cafés und Bars an der Promenade. 


Leider war unser Aufenthalt in Le Havre eher eine kleine Enttäuschung. Von einem Mitarbeiter bekamen wir den Tipp, unbedingt in Hafennähe in das Einkaufszentrum zu gehen, da würde es sehr günstig Kindersachen geben. Er würde dort regelmäßig einkaufen und es gilt als Geheimtipp. Wunderbar, nur blöd, wenn MSC die Kreuzfahrt so schlau plant, dass wir am 1.5 anlegen. Einen Feiertag nicht nur in Deutschland, sondern auch Frankreich. Bis auf einen Flohmarkt hatten wir nicht mal ein kleines Café gefunden, das geöffnet hatte. Mit uns zusammen gingen schon zwei Stunden nach dem Anlegen sehr viele Menschen wieder an Bord. Spricht also leider nicht für einen schönen Halt. Dabei war das Wetter sehr schön. Nur was nützt dies, wenn wirklich alles zu hat? So blieb es bei einem Flohmarktbummel, den ich euch sehr ans Herz legen kann, denn hier bekommt man ausgefallene Spielsachen und tolle Kleidung zu fairen Preisen. Deutlich besser als in Deutschland. 

Die 2. Chance / James Patterson

Lindsay is back in town ...


USA - Lindsay ist zurück. Ein verrückter Schütze erschießt am helllichten Tag ein junges Mädchen. Am Anfang hoffen noch alle, dass es ein Querschläger war. Doch bald ist klar: Es ist ein eiskalter Mord gewesen. Lindsay schwört den Täter zu fangen. Doch schön kurz darauf wird klar, dass es sich um einen Serienmörder mit Hass auf die Polizei handelt. Jedes Opfer hat eine direkte oder persönliche Berbindung zur Polizei. Nur wo ist der gemeinsame Nenner? Und warum taucht nach all den Jahren ihr Vater auf?


FAKTEN ZUM BUCH 
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet TB (11. Juni 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442369207
ISBN-13: 978-3442369201
Originaltitel: 2nd Chance (02 Women's Murder Club)
Preis: € 1
Genre: Krimi
Gelesen in:2  Tagen

SARAHS LESEEINDRÜCKE 
Wenn mein Mann sich freiwillig eine ganze Buchserie kauft, dann muss ich sie auch lesen. Den Anfang mit „Der 1.Mord“ fand ich vielversprechend, wenn auch wegen den Perspektiven gewöhnungsbedürftig. Jetzt habe ich mir Band zwei vorgenommen. Diesmal trifft man auf alte Bekannte. Es wird jedoch ausreichend wiederholt, sodass man die Reihe auch hier beginnen kann. Freundschaften werden erklärt, genauso, wie der letzte Fall. Die Figuren entwickeln sich zwar, aber ich behaupte an dieser Stelle, dass ich sie nicht als fremd empfunden hätte, wäre es mein Einstieg gewesen. 

Der jetzige Fall wird aus der Täterperspektive, einigen Frauenclub Perspektiven, aber haupsächlich aus der Ich-Perspektive von Lindsay. Inzwischen habe Ichmensch daran gewöhnt, genauso wie an die XXS Kapitel. Manchmal frage ich mich inzwischen, ob der Autor nicht manche Szenen hätte zusammen fassen können. Lach. 

Generell lässt sich die Geschichte sehr gut lesen und man fiebert auf jeden Fall mit. Zufälle spielen ebenfalls mit rein, aber das ist bekanntlich schwer zu vermeiden. Trotzdem ist klar gewesen, dass der Autor noch Überraschungen mit sich bringt. Die Frage waren welche. Mich haben die Wendungen überzeugt. Sie machen das Buch bis zum Schluss spannend. 

Glatt hätte ich noch das Cover vergessen. Eine Zahl mit einem leichten Motiv. Passt zur Reihe. 

FAZIT Wenn ich mich auf eine Fortsetzung freue, dann ist das nicht verkehrt. Das Buch ist spannend, manchmal könnte es knackiger sein, aber ich war bis zum Schluss gefesselt. Das nächste Buch liegt schon auf dem Nachtschränkchen. 

COVERGESTALTUNG💜💜💜💜💜
ORIGINALITÄT DES INHALTS       💜💜💜💜💜
SCHREIBSTIL💜💜💜💜
UMSETZUNG DER FIGUREN💜💜💜💜
SPANNUNG UND TEMPO💜💜💜💜
HUMOR💜💜💜💜
ROMANTIK💜💜💜💜 
GESAMT💙💙💙💙
*Gekauft bei Rebuy

Reisebericht MSC Magnifica - England Southampton

Grau, Trist, England ...

Unser erster Halt war Southampton am zweiten Tag der Kreuzfahrt. Nach einem ruhigen Seetag kamen wir am Morgen im Hafen an. Bevor es von Bord geht, wird jeder Gast kontrolliert. Damit das nicht ewig dauert, findet die Kontrolle schon am Seetag statt und wird auch gewissenhaft durchgeführt. 


Die MSC Magnifica lag an diesem Tag im Containerhafen von Southampton. Schön ist etwas anderes. Zu Fuß sind es vom Kreuzfahrtterminal bis zum Zentrum gut 30-40 Minuten und davon geht man die meiste Zeit durch einen sehr tristen Hafen. 

Was kann man alles schönes machen? Stonehenge ist wohl das erste, dass uns in den Sinn kam. Eine gebuchte Tour lag bei fast 300€, weswegen wir uns einzelne Tickets herausgesucht hatten. Mit der Bahn geht es dafür nach Salisbury (30 Minuten ca. 90€) und danach mit dem Bus weiter. Hier kann man direkt Kombi-Tickets erwerben, sodass man nicht anstehen muss. Zusammen liegt man mit einer Familie so bei der Hälfte. Allerdings wussten wir nicht, wie das Wetter wird und haben uns bei dem kühlen Wetter dagegen entschieden.

Alternativ lockt im Sommer die Isle of Wight. Sie verfügt nicht nur über einen hübschen Strand, sondern auch über einen Freizeitpark mit XXL-Dinosauriern. Die Überfahrt dauert 60 Minuten und ist nicht weit vom Anleger entfernt. Preislich liegt das Ganze mit Parkeintritt für eine Familie bei umgerechnet 120€. Durchaus in Ordnung, aber für uns eher für einen längeren Urlaub ideal. 


In der Umgebung erwartet euch ansonsten noch das Tudor-Haus, wo die Familiekarte ungefähr 15€ kostet. Das SeaCity Museum verfügt über eine Titanic Ausstellung und hier kostet die Familie schon ca. 30€. Ebenfalls interessant ist das Flugzeugmuseum, wo die Familien-Karte ca. 20€ kostet. 

Wer auf all das keine Lust hat, findet in der Stadt nahezu alles zum Shopping. Es gibt nicht nur ein riesiges Ikea in der Nähe, sondern auch zahlreiche schöne Shops, die zum Bummeln und entdecken einladen. 


Leider bei unserem Besuch sehr kalt und sehr windig. Erst gegen Abend wurde das Wetter schöner. Bei unserer Ankunft hätten wir uns Stadtpläne oder Hinweisschilder gewünscht. Vielleicht haben wir sie auch nur übersehen, aber so liefen wir einen deutlichen Umweg mittels Google Maps.

In der Stadt selbst gibt es viel zu entdecken. Frauen kann ich natürlich Primark ans Herz legen, aber es gibt auch viele andere tolle Geschäfte zum Shoppen. Die Preise sind fair und nicht überteuert. Essen könnt ihr dort in vielen kleinen Restaurants, oder im Einkaufszentrum, wo es leckere Burger gibt. 

Reisebericht MSC Magnifica - Das Essen

Ich will zurück auf die Costa ...

Hand aufs Herz - Das Essen auf der Costa und die Cocktails waren der Grund, warum ich noch mal eine  Kreuzfahrt machen wollte. Ich hatte schon Panik, dass ich zunehme auf der Kreuzfahrt und mir am Ende keine Hose mehr passt. Das war aber nicht der Fall. Aber der Reihe nach.

Fangen wir mit dem Buffet an. Hier kann man eigentlich fast 24 Stunden am Tag essen, um es mal zu übertreiben. Frühstück, Mittag, Kuchen, Abendessen, Pizza, Obst ... Für zwischendurch oder für alle, die keine Lust haben ins Restaurant zu gehen. Hier haben wir die meiste Zeit verbracht, aber überzeugt bin ich von der Massenabfertigung nicht im Ansatz.

Auf der Costa habe ich mich hingesetzt und nach zwei Minuten stand ein Kellner am Tisch und erkundigte sich nach Getränken. Hier gab es eine Klingel. In 99% der Fälle wurde darauf nach einer Stunde oder gar nicht reagiert. Ich hatte sogar Tage, wo ich einen Kellner auf mich aufmerksam gemacht habe, er sagte, ich komme gleich und mich dann wieder vergessen hat. Ohne Kinder gehe ich einfach zur Bar. Schließlich bin ich gesund und nicht faul, aber mit drei kleinen Kindern am Tisch ...


Generell war der Service bei den Getränken echt schwach. Oftmals haben wir an Tischen gesessen und 20 Minuten gewartet, bis wir bestellen konnten. Nach weiteren 20 Minuten kamen dann die Getränke. Manchmal sogar falsch, wie zum Beispiel alkoholfreier Cocktail, der dann doch mit Alkohol gebracht wurde. Wir mögen es nur nicht, für einen trockenen Alkoholiker hätte das ein Rückfall sein können und für ein Kind ... Das darf nie passieren. 

Der unten erwähnte Cocktail, der später nur orange war, so, wie die Orange, die oben schwimmt :/

Aber ich schweife schon wieder ab. Aber wo wir schon dabei sind, bleibe ich bei den Getränken. Ich habe noch nie so ein Chaos erlebt. Es ist nicht nur die Tatsache, dass man lange wartet. Das ist aus, da ist aus, das haben wir nicht ... Auch damit kann ich leben, mit dem Rest aber nicht. Zum Beispiel habe ich mir einen Aloha bestellt. Der Cocktail war rötlich, geschichtet und super lecker. Drei Tage später erneut bestellt und er war komplett orange und schmeckte ganz anders. Am zweiten Tag hatten wir Milch-Shake bestellt. Mit Sahne, Kirsche und super lecker. Am dritten Tag war die Sahne weg und die Kirsche schwamm im Shake. Am vierten Tag gab es nicht mal mehr Cocktailgläser, sondern nur Saft-Gläser. Das gab es auf der Costa nie. Jeder Cocktail schmeckte an jeder Bar gleich. Womit wir beim nächsten Problem wären. Alkoholfreie Cocktails gab es nur an der Hälfte der Bars, wenn überhaupt. Pina Colada geht, aber Pina Colada Zero, gibt es bei uns nicht, da müssen sie an eine andere Bar. Auch habe ich von diesem Getränk an einer Bar eine allergische Reaktion bekommen. Eine halbe Stunde später waren meine Wangen taub, kreisrund knall rot, als hätte mich was gestochen. Kam nur bei diesem Pina Colada Zero an der Poolbar, woanders habe ich ihn super vertragen. 


Ansonsten gibt es viel. Pepsi, Säfte, Kakao, Tee, Wasser, Wein, Sekt, Bier. 

Nun aber zum Essen. Das Buffet-Essen war in Ordnung. Fisch, Fleisch, Nudeln, Salat, Obst, Brötchen, Belag und Pizza. Für jeden Geschmack war mehr oder weniger etwas dabei. Das Frühstück war jeden Tag das Gleiche. Verschiedene Ei-Varianten (halbflüssiges Rührei zb.), kaum knusprige Brötchen, harten Speck, flüssiger Joghurt, Plundergebäck, Croissants. Es ist jede Menge, aber jeden Tag gleich, weswegen ich es nach vier Tagen schon nicht mehr sehen konnte. Das war auf der Costa Fortuna aber nicht anders. Mittags und am Abend war es abwechslungsreicher, aber glücklich war ich von 14 Tagen vielleicht an zwei Tage. Burger waren zum Beispiel von unten so knusprig, wie ein Keks. Manche Sachen haben gut geschmeckt, aber Fleisch war oft trocken oder sehnig. Anderes nicht ideal oder gar nicht gewürzt. An einem Tag hatte ich sogar ein dickes schwarzes Haar im Essen. Zum Glück war das am letzten Abend, sonst hätte ich dort nie wieder gegessen.

Neben dem Buffet gibt es noch das Restaurant. Das war das Highlight auf der Costa. Mehrere leckere Gänge, Show mit den Kellnern. Hier gab es zwei Bereiche. Suite Gäste hatten ein eigenes Restaurant, was auch okay war, aber ob es das gleiche Essen war? Fakt  ist jedoch, es gab drei Gänge, eher klein und ich war maßlos enttäuscht. Am ersten Tag hatte ich einen gemischten Salat, wo ein viertel Eisbergsalat im Ganzen auf meinem Teller lag. An einem anderen Tag bestellte ich italienisches Gemüse mit frittierten Calamari und Scampi. Was erwartet man dort? Ich erwarte eigentlich Gemüse mit einer Tomaten-Sauce und dazu eben frittierten Fisch. Stattdessen gab es eine Serviette gegen das Fett und einen Haufen mit frittierten Komponenten. Calamari, Shrimps, Möhrenstreifen, Zucchini. Bis Lissabon haben wir dort gegessen, dann waren wir durch. Und wie gesagt, darauf hatten wir uns am meisten gefreut. Wir waren aber nicht die einzigen. Auch andere Gäste haben wir danach nur noch oben im Buffet Bereich gesehen. Spricht weder für die Qualität noch für den Geschmack. 

Fakt ist, mein Mann hat statt zugenommen 4kg abgenommen und ich habe auch 2kg abgenommen. Ich hab schon gewitzelt, ich fange dort an zu arbeiten. Das wären dann 7 Monate Schiff und ich komme gertenschlank zurück. Wenn ich die Sachen nach zwei Wochen schon nicht mehr sehen kann, wie ist das dann bei den Mitarbeitern nach ein paar Monaten. Sorry, aber geschmacklich und qualitativ war es unterstes Kantinen-Niveau, und das haben schon viele bei der Costa gesagt. 

Die Kurtisane und der Samurai / Lesley Downer

It's time to read ...

Japan 1868: Die schöne Hana flieht aus dem zerstörten Tokio nach Yoshiwara, in das schillernde Vergnügungsviertel vor den Toren der Stadt, wo sie zur begehrtesten Kurtisane wird. Hier begegnet sie dem jungen Samurai Yozo. Wo Sex und Macht regieren, hat ihre Liebe keine Zukunft. Also planen sie gemeinsam die Flucht. Doch etwas bedroht ihre Liebe: Beide hüten ein schreckliches Geheimnis voreinander … ( Quelle Klappentext)




FAKTEN ZUM BUCH 
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: btb Verlag (14. Januar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442744849
ISBN-13: 978-3442744848 
Preis: € 5,00
Genre: Historisch, Liebe
Gelesen in: 10 Tagen

SARAHS LESEEINDRÜCKE 
Bevor ich mich meiner Rezension widme, möchte ich betonen, dass ich mir das Buch niemals gekauft hätte. Bei einer Wichtel-Aktion gab ich an, alles zu lesen, bevorzugt Liebe und zwei bis drei andere Genres. Japan ist eine Kultur, mit der ich generell wenig anfangen kann. Weder mag ich filme noch Bücher, die dort spielen. Trotzdem habe ich dem Buch eine Chance gegeben. Bezüglich der historischen Aspekte kann ich diesmal nichts sagen, denn sie sind mir fremd. Aus diesem Grund bewerte ich nur den Inhalt. 

Das Cover ist schlicht und zeigt eine Kurtisane von hinten. Sehr schlicht und dich passend. Meins ist es aber nicht. 

Für jemanden, der sich mit Japan kaum auskennt, ist es schwer die Situation nachvollziehen zu können. Aber ich dachte noch, ich finde bald rein, immerhin ist es eine Liebesgeschichte. Das ist jedoch nicht richtig. Im Grunde geht es über 2/3 des Buches über Kimonos, Kurtisanen, ihre Schuhe und das Land selbst. Erst dann taucht langsam der Samurai auf. Aber weder knistert es,noch rührt mich die Geschichte zu Tränen. 

FAZIT Ich war froh, als endlich auf der letzten Seite ankam. Mich hat das Buch zu keinem Japan-Fan gemacht. 

COVERGESTALTUNG💜💜💜💜
ORIGINALITÄT DES INHALTS       💜💜💜
SCHREIBSTIL💜💜
UMSETZUNG DER FIGUREN💜💜
SPANNUNG UND TEMPO💜
HUMOR💜
ROMANTIK💜  
GESAMT💙

Reisebericht MSC Magnifica - Unterhaltung an Bord / Kinderspaß

Wenn Kinderaugen leuchten ...

Mit Kindern zu reisen ist etwas anders, als alleine. Wir konnten natürlich nicht alles so ausreizen, wie wir es alleine gemacht hätten. Klar, es gibt Babyphone, aber ich muss meine Jungs nicht in einer Balkon-Kabine alleine lassen. 


Damit es nicht langweilig wird, gibt es wie auf jedem Schiff jede Menge Unterhaltung. Zum Beispiel gibt es eine Bücherei und einen Kartenraum. Nach einer Woche wollte ich die Bücherei nutzen, da mir meine Bücher ausgegangen waren. Das Schild war umgedreht und aus der Bücherei wurde ein Raum der Stille. Wurden alle Bücher ausgeliehen? Ich weiß es nicht. Später am letzten Tag, lagen drei Bücher dort, die Gäste hingelegt haben, sodass ich doch noch was zum Lesen hatte. Irgendwie jedoch enttäuschend. 

Ansonsten gibt natürlich das Casino mit zahlreichen Spielautomaten, Roulette und andere kleinere Spiele. Der Bereich ist sehr groß gewesen und war auch immer gut besucht. 

Dann gab es noch einen Fitness-Bereich mit etwas älteren Geräten, der gerade an Seetagen immer gut gefüllt war. Nur die Pools mit 27 Grad waren eher leer. Egal, ob draußen oder überdacht. Maximal 1-2 Personen haben sie gleichzeitig benutzt. Das war auf der Costa selbst bei kühlem Wetter deutlich praller gefüllt. 

Die Shows waren am Abend immer sehr lustig und gingen meist 30 Minuten. Zaubertricks, West Side Story und andere schöne Sachen wurden dort präsentiert. Zu beiden Zeiten gab es immer noch genügend Plätze. 

Abgesehen davon gab es Bastelstuden, Tanzstunden, Stretching und andere Angebote, sodass es eigentlich nie langweilig wurde.

Wer wollte, konnte auch die Bowlingbahn oder das 4D Kino nutzen, was aber extra gebucht werden musste. 


FÜR DIE KINDER
Für die Kinder war es hier auf jeden Fall um Längen besser. Für die ganz kleinen Kinder 0-3 Jahre gab es einen Indoor-Spielplatz mit zahlreichen Chicco Spielsachen. Drei Mal am Tag hatte er für 2 Stunden geöffnet. An zwei Tagen war es jedoch so, dass er an den geöffneten Zeiten abgeschlossen war. Ob vergessen oder aus einem anderen Grund, kann ich nicht sagen. Egal, es war alles heil, alles gepflegt und vor allen Dingen ein kleines Paradies für die Entdecker. Direkt davor gab es einen Spielbereich überdacht mit Kletterbereich, drei Rutschen, wie man sie von Mc Donalds kennt, sowie ein kleiner beheizter Pool. Nachteil - Der Pool war in der prallen Sonne und leider gibt es zwei Ausgänge, die von älteren Menschen genutzt wurden, die in einer U-Bahn geboren wurden. Ich musste mehrfach sogar in Richtung Tür schieben und bitten, diese doch zu schließen, weil das hier kein Durchgang ist, sondern ein Kinderspielplatz. Nachdem dann aber auch Eltern nicht in der Lage waren diese Türen zu schließen, hatte ich irgendwann die Nase voll. Freunde habe ich mir da nicht gemacht. Ich persönlich hätte einen Ein- und Ausgang besser gefunden, der sich zum Beispiel nur für Eltern öffnen lässt, aber das ist bei Wind und Regen auch nicht realisierbar. 


Für eine Stunde hätten wir dort unseren jüngsten im Übrigen betreut haben können. Das haben wir trotz sehr netter Kinderbetreuung nicht genutzt. Erstens kennt er es von zu Hause nicht, da er nicht in die Krippe geht und zum anderen tut es nicht Not. Auch wenn er ab und an nervt auf Grund seines Alters, würde ich ihn sofort vermissen. :)


Die großen Kinder hatten einen Mini, Junior und Teenclub. Hier wurde gemalt, gebastelt, gebacken und aufgeführt. An Seetagen war die Unterhaltung, warum auch immer unterbrochen, an Landtagen durchgängig. Hätte ich mir persönlich an allen Tagen gewünscht. Meine Jungs haben in der Zeit mehrere Kopfbedeckungen gebastelt, drei T-Shirts bemalt, eine Urkunde erhalten und jede Menge Spaß gehabt. Auch wenn keiner der Betreuer wirklich deutsch konnte, hatten meine Jungs die Zeit dort genossen. Hier ein kleiner Tipp an die Betreuer: Nutzt für die T-Shirts doch lieber Stoff-Stifte, denn meine Jungs waren arg traurig, als alle T-Shirts am Ende komplett weiß waren. Jetzt bemalen wir sie zu Hause neu, aber ist trotzdem schade. 


Erwähnenswert ist auch, dass bei unserer Kreuzfahrt schätzungsweise 20 Kinder betreut wurde. In den Ferien sollen es um die 400 Kinder sein. Bei uns waren die Betreuer echt dankbar, wenn wir die Kinder gebracht haben, damit sie überhaupt etwas zu tun hatten. 


Meine Jungs waren jedenfalls so begeistert, dass sie sich alleine deswegen noch mal so einen Urlaub wünschen würden. Für die  Kinderbetreuung würde ich 5 Sterne geben. 

Interview mit dem Autor Wolfgang Brunner

Tiefe Einblicke in die Welt eines Autoren ...



Hallo Wolfgang, ich denke mal unter Kollegen ist das Du in Ordnung. Erst einmal vielen Dank, dass du dich meinen Fragen stellen möchtest. Ich versuche auch gnädig zu sein. Fangen wir doch mal mit einer leichten Frage an, um dich besser kennenzulernen, ehe wir uns deinem Beruf widmen.

Copyright by Manfred Wrobel (Nutzung genehmigt)

Welche drei Dinge würde ein Wolfgang Brunner mit auf eine einsame Insel nehmen? Birkenstock-Sandalen und T-Shirts lasse ich als eins gelten :)

Okay, dann haben wir ja schon eine von drei Sachen, die mitkommen würden. :-)
Ja, die Birkenstocks und meine Film-T-Shirts. Auf die ersteren kam ich durch meine Frau, die diese Sandalen förmlich sammelt und Film-Shirts trage ich seit meiner Jugend.
Copyright by Wolfgang Brunner (Nutzung genehmigt)
Aber im Ernst, wenn ich mich wirklich auf drei „Dinge“ beschränken müsste, wären das meine Frau (obwohl ich sie nicht als Ding bezeichnen würde :-) ), Bücher und Musik. Fertig! Mehr brauche ich nicht zum Glücklichsein.

Wenn du dir aussuchen dürftest, wo du wohnen könntest, welche Stadt oder welches Land wäre dies?

In Deutschland sind meine beiden Lieblingsstädte Berlin und Hamburg. In Berlin habe ich über zehn Jahre gewohnt, Hamburg habe ich nicht geschafft. ;-) Aber da wo ich heute wohne, am schönen Niederrhein, fühle ich mich auch extremst wohl.
Hätte ich die Möglichkeit (sowohl finanziell wie auch beruflich) würde ich sofort nach Australien umsiedeln. Die Mentalität dieser Leute ist schlichtweg ein Traum. Und dort kämen für mich viele Städte in Frage, die mir bei meinem ersten Besuch dort enorm gefallen haben: Sydney, Cairns, Adelaide ...

Was beschäftigt dich neben der Literatur? Hast du bestimmte Hobbies oder Interessen?

Meine Leidenschaft, wie könnte es ja auch anders sein, sind Bücher. Schon als Zwölfjähriger habe ich mich durch sämtliche Genres gelesen und war Stammkunde in unserer Stadtbibliothek in München. Heute besitze ich eine eigene Bibliothek, die um die 4.000 Bücher, oder sogar noch mehr, umfasst. Ich schaue seit über zwanzig Jahren kein Fernsehen, was zur Folge hat, dass ich, übrigens zusammen mit meiner Frau, sehr viel Zeit zum Lesen habe. Ein Buch pro Woche ist der Durchschnitt. Neben dem Lesen interessiere ich mich noch für Filme aller Genres (auch diese Sammlung umfasst mittlerweile 2.000 DVDs und BluRays)und Musik. Ohne Musik gäbe es auch meine Bücher nicht, denn Musik ist die größte Inspiration für mich. Ein Roman („Der Schmetterlingsmann“) wurde bereits vertont (von der Elektronikband „Pyramid Peak“) und auch live (zusammen mit mir) aufgeführt. Auf youtube kann man Ausschnitte von diesem Konzert finden. Und momentan arbeitet der Elektronikmusiker Torsten M. Abel an einer Vertonung meiner Cryptanus-Trilogie. Auch hier kann man schon auf youtube was sehen und hören. Dieses Projekt wird ein außergewöhnliches Hörspielerlebnis, eine Mischung aus Lesung und Konzenptalbum, das es dann auch auf CD geben wird. Wie man also sieht, verbinde ich meine Hobbys auch noch mit meiner Schriftsstellerei.
Copyright by Wolfgang Brunner (Nutzung genehmigt)

Und noch mal eine Spur persönlicher.

Eis oder Schokolade? Eher Schokolade, wobei ich Eis schon auch mal gerne esse.

Nudeln oder Pizza? Definitiv beides.

Fleisch oder Fisch? Weder noch. Ich bin Vegetarier. Ganz selten gibt es mal Fisch bei uns.

Cola oder Fanta? Wenn, dann Cola. Aber nur light oder zero.

Fußball oder Eishockey? Sport interessiert mich überhaupt nicht. Ich habe von den beiden genannten Sportarten wirklich null Ahnung.

Porsche oder Mustang? Weder noch. Auto ist für mich ein Nutzgegenstand, der mich von A nach B bringen muss. Ich finde manche Autos schön anzusehen, aber das Bedürfnis, ein solches zu besitzen oder zu fahren, kommt bei mir nicht auf.

Nun aber zur Literatur. Wann hast du mit dem Schreiben angefangen und vor allen Dingen warum?

Diese Frage wird natürlich oft gestellt und lässt sich relativ einfach beantworten. Wie gesagt, schon als kleiner Junge habe ich mich mit Vorliebe den Abenteuern von Schriftstellern wie Jules Verne, J.R.R. Tolkien, Richard Adams und Michael Ende hingegeben, während andere Kinder draußen spielten. Ich war zwar kein echter „Stubenhocker“, aber meine Freizeit verbrachte ich doch die meiste Zeit mit Lesen. Daraus resultierend war natürlich das Interesse, eines Tages selbst Schriftsteller zu werden, sehr groß. Als ich dann Ende der 80er Jahre Michael Ende in München traf, der Gedichte und die ersten Seiten eines Romans von mir begutachtete, festigte sich der Entschluss, Autor zu werden, noch einmal. Nachdem ich mich an seinen Rat gehalten habe, der besagte, sich intensiv mit Literatur zu beschäftigen, bevor man den Weg einer Veröffentlichung gehen sollte, wagte ich zum ersten Mal 2008 den Schritt, mich an Verlage zu wenden. 2009 erschien dann mein Debüt „Cryptanus – Der Geruch des Todes“. Mittlerweile sind 14 Publikationen von mir auf dem Buchmarkt (teils Verlagsveröffentlichungen, teils Selfpublishing) und ein Ende ist noch nicht in Sicht, denn es gibt noch fertiggestellte Manuskripte in meiner Schublade und auch unzählige Ideen und Projekte in meinem Kopf. Nebenbei verfasse ich übrigens auch noch Booklet-Texte für BluRay-Mediabooks und Drehbücher. Es wird also nie langweilig bei mir. ;-)

Wenn du schreibst, gibt es dafür einen bestimmten Ort?

In der Regel arbeite ich an meinem Schreibtisch, weil da alles ist, was ich dazu brauche. Im Hochsommer kann es schon mal passieren, dass ich mir das Notebook schnappe und draußen im Garten arbeite. Andere Möglichkeiten gibt es bei mir nicht.

Jeder Autor holt sich seine Ideen auf ganz bestimmte Weise. Wie lässt du dich inspirieren?

Inspiration bekomme ich von fast überall her. Wie schon erwähnt, ist die Musik eine sehr große und ergiebige Inspirationsquelle für mich. Aber natürlich auch andere Bücher oder auch Filme. Und die Realität nicht zu vergessen. Ich beobachte Menschen, notiere mir im Geiste ihren Verhaltensweisen und merke mir auch Dinge, die um mich herum passieren. Nachrichten, Ereignisse, die innerhalb der Familie oder Freunden passieren, können ebenso Inspiration für mich sein, wie hundert andere Kleinigkeiten, die um mich herum passieren. Ich bin im Grunde genommen wie ein Schwamm, der permanent in sich aufsaugt, was es aufzusaugen gibt.

Als Autor liest du sicherlich viel. Nicht jedes Buch überzeugt gleichermaßen. Hast du ein Buch gelesen, wo du nur den Kopf geschüttelt und das Verlangen verspürt hast, dieses Buch umzuschreiben, zu deiner eigenen Geschichte zu machen, weil das andere so schlecht war?

Sicherlich gab es solche Bücher. Und manchmal gibt es die sogar heute noch. Aber mittlerweile habe ich gelernt, dass es schlichtweg verschiedene Schreibstile gibt, die man einfach akzeptieren muss. Und wenn es einem nicht gefällt, dann legt man das Buch einfach zur Seite.
Aber gerade nach meinem Debütroman konnte ich fast kein Buch lesen, ohne in Gedanken umzuschreiben, zu verbessern und auch zu „verurteilen“. Das ist aber mittlerweile und glücklicherweise wieder vorbei. Jedem das seine ...

Wenn wir schon dabei sind … Welches Buch ist dir besonders positiv und welches besonders negativ in Erinnerung geblieben?

Besonders positiv sind mir bis zum heutigen Tage folgende Bücher in Erinnerung: „Dhalgren“ von Samuel R. Delany, „Shardik“ von Richard Adams, „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, „Die Spur der toten Sonne“ von Iain Banks, die „Otherland“-Reihe von Tad Williams und nicht zu vergessen „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien.
Besonders negative Beispiele verkneife ich mir, weil es sie zum einen nicht wirklich gibt und sie zum anderen ihre Ursache wahrscheinlich nur darin finden, weil ich selbst Schriftsteller bin und in diesen Fällen sowieso immer „alles anders machen würde“ ;-)

Wenn du liest, bevorzugst du es modern in Form von eBooks oder bist du eher der klassische Print-Medien-Leser?

Ich habe keinen ebook-Reader und werde auch nie einen besitzen. Das ist auch eine Frage, die mir zugegebenermaßen irgendwie im Magen liegt. Ich sehe nämlich in dieser Art der Buchvermarktung sicherlich eine Angebotserweiterung, die wahrscheinlich in unserer Zeit sogar unumgänglich ist. Doch die digitalisierte Form eines Buches reduziert in meinen Augen das Werk eines Autors oftmals, nicht immer, zu einer belanglosen Massenware, die billig aus dem Internet heruntergeladen und auf minimalem Platz abgespeichert werden kann. Wie in der Musikbranche das MP3-Format verschafft das Ebook dem Besitzer zwar Unmengen an „künstlerischen“ Daten, die er in der Regel aber ohnehin nicht nutzen kann, sei es zum einen aus Zeitgründen oder zum anderen schlicht wegen eines „Daten-Overloads“.
Hat man sich früher ein Buch oder ein Musikalbum gekauft, weil es einen wirklich interessierte, neigt man heute schnell dazu, sich für billiges Geld die entsprechenden Daten nur des Besitzes Willen herunterzuladen. Von der Datenklau-Piraterie ganz zu schweigen.

Konzentrierte man sich also noch vor einiger Zeit auf ausgewählte Dinge, geraten viele Menschen durch die Digitalisierung unweigerlich in einen unübersichtlichen Brei aus Überangebot und Oberflächlichkeit.
„Haben, haben, haben“, lautet da oft die Devise und ein qualifiziertes Urteil über die Arbeit eines Künstlers, sei es nun ein Autor oder Musiker, bleibt dann leider oft auf der Strecke, weil das Werk eben „untergeht“.
Wir leben heutzutage in einer schnelllebigen Zeit und Kindle und Konsorten sind für mich unvermeidliche Auswirkungen davon. Im Bereich Belletristik sehe ich diese Entwicklung als notwendiges Übel, das ich persönlich als Leser defintiv nicht in Anspruch nehmen werde. Für schulische oder auch wissenschaftliche Zwecke erkenne ich in einer digitalisierten Buchform durchaus Sinn.
Im heimischen Wohnzimmer mit einem Kindle oder Notebook auf der Couch zu sitzen, um den neuen Roman von „XYZ“ zu lesen, halte ich, ‘buchtechnisch’ gesehen, für unästhetisch.
Aber vielleicht bin ich auch einfach nur altmodisch … ;-)

Dann sind wir schon mal zwei altmodische Menschen. Mein Mann ist von seinem eBook-Reader begeistert. Wenn er nicht warm wird, kann er so abbrechen, da sein Lesegeschmack sehr merkwürdig ist. Bei Musik bevorzugt er jedoch noch immer Vinyl. Ich selbst bevorzuge das gute alte Buch in den Händen. Seiten umblättern, das Rascheln, der Duft ... Mein Mann kann das hier absolut nicht nachvollziehen. 

Copyright Wolfgang Brunner (Nutzung genehmigt)

Kommen wir vom Lesen wieder zurück zum Schreiben. Hast du einen festen Arbeitsplan mit täglich z.B. 20.000 Zeichen oder schreibst du, wie es dir gerade in den Kopf kommt?

Manchmal setze ich mir Tagesziele, manchmal klappt es aber nicht so, wie ich das will. Ich schreibe also im Grunde genommen so, wie es gerade passt, habe dabei aber ein Minimum an Seiten im Hinterkopf.

Bevorzugst du Stift und Papier, PC oder die gute alte Schreibmaschine?

Meine Anfänge habe ich noch auf einer alten Schreibmaschine verfasst, mittlerweile schreibe ich nur noch am PC. Das Redigieren findet aber dann immer noch auf ausgedrucktem Papier und mit Stift in der Hand statt.

Du schreibst ja bekanntlich in verschiedenen Richtungen. Gibt es ein Genre, das du niemals anpacken würdest?

Mich interessiert als Autor genauso jedes Genre wie als Leser. Natürlich spricht mich das ein oder andere Thema einfach mehr an, aber grundsätzlich bin ich keiner Richtung abgeneigt und könnte mir daher vorstellen, auch so ziemlich jedes Genre als Schriftsteller zu bedienen. Ich würde Themen, die mich nicht interessieren oder ansprechen, schlichtweg entsprechend umarbeiten und zu einem typischen „Brunner“ machen … ;-)

Ein Autor, so wurde mir gesagt, lebt heute eher von den Lesungen, als von seinen Büchern. Welche deiner Lesungen ist dir besonders im Gedächtnis geblieben? Und wie bereitest du eine Lesung vor, wenn ein neues Buch erscheint? Einige Autoren haben dafür regelrecht Konzepte, die sie abarbeiten. Ist das bei dir auch der Fall?

Die bisher schönste Lesung, weil die außergewlöhnlichste, war die musikalische Darbietung auf der Bühne, bei der „Der Schmetterlingsmann“ in Begleitung einer Elektronikband aufgeführt wurde. Als reine Lesung ist mir der Vortrag in der Landesvertretung NRW in Berlin am schönsten in Erinnerung, weil dort ein sehr angenehmes und professionelles Ambiente herrschte. Aber im Grunde genommen stellt jede Lesung ein Highlight im Leben eines Autors dar. Ich habe zum Beispiel einmal in einem Altenheim eine Lesung abgehalten und war absolut begeistert, mit welchem Interesse und mit welcher Freude die Zuschauer auf meine Worte reagiert haben. Und wir hatten gemeinsam einen Riesenspaß in den Pausen und am Ende der Lesung. So etwas bleibt natürlich in Erinnerung. Ein Konzept arbeite ich in diesem Sinne niemals aus. Ich bin bei Lesungen auch immer spontan und passe mich dem Publikum an. Eine „Event“-Lesung, wie es zum Beispiel Sebastian Fitzek macht, würde ich persönlich nicht abhalten. Eine Lesung ist für mich, wenn ein Autor aus seinem Buch vorliest und Fragen beantwortet, und keine inszenierte Show.
Ich finde eine Interaktion zwischen Autor und Leser sehr wichtig. Im direkten Kontakt bei Lesungen erlebe ich hautnah und live mit, wie das Publikum auf meine Geschichte reagiert. Das ist enorm wichtig, um zu erkennen, ob ich tatsächlich die Wirkung erreiche, die ich beim Schreiben der Textstellen im Sinn hatte. Oft ist es ja so, dass ich mich beim Schreiben fast schon in einer Art Ekstase befinde, deren Ergebnisse dann womöglich beim Lesen unnatürlich und gekünstelt wirken.
Erst bei Lesungen stellt sich heraus, ob ich die Gefühle, die ich beim Schreiben hatte, auch genauso rüberbringen konnte.

Und an welchen Ort würdest du gerne mal eine Lesung halten?

Ich habe schon an vielen „tollen“ Orten eine Lesung abgehalten: Zum Beispiel auf einem Friedhof oder in einem unterirdischen Gewölbe, in dem während der Lesung Fledermäuse umherflogen. Was ich besonders spannend fände wären Lesungen, die an einem Ort des Geschehens stattfinden würden, wie etwa eine Lesung aus meinem Horror-Roman „Nachtzug“ während einer Zugfahrt. Oder ein Vortrag aus meinem biografischen Roman über den legendären Titanic-Kapitän „Smith – Mein Leben bis zur Tragödie der Titanic“ auf einem Schiff. So etwas würde mir echt Spaß machen.
Seinerzeit habe ich im Schloss Ringenberg im Rittersaal aus meinem historischen Roman „Die weiße Frau“ vorgelesen, in dem fast die gesamte Geschichte spielt. Auch das war ein tolles Erlebnis, sowohl für mich als Autor wie auch für die Zuhörer, die sich meine Handlungsorte dadurch noch besser vorstellen konnten.

Jetzt hab ich dich aber genug genervt. Lach. Eine letzte Frage, die ich auch immer gestellt bekomme. Da draußen gibt es viele Menschen, die selbst gerne schreiben möchten. Hast du zum Abschluss noch einen Tipp für Nachwuchsautoren? Immerhin machst du das ganze hauptberuflich.

Wichtig ist aus meiner Sicht, sich immer selbstkritisch gegenüberzustehen und an seinem Schreibstil permanent zu arbeiten. Redigieren bedeutet, das Manuskript nach Fertigstellung eine Weile ruhen zu lassen und ihm dann in mehreren Durchläufen den nötigen Feinschliff zu verschaffen.
Geduldig sein und nicht aufgeben“ ist dabei eine Devise, die sich jeder, der Autor werden will, zu Herzen nehmen sollte. Die Einsendung eines Manuskripts bei Verlagen sollte ordentlich und überlegt gemacht werden. Ein Exposé ist da wie eine Visitenkarte.
Und zu guter Letzt, wie Michael Ende auch mir nahe legte: Lesen und sich mit der Literatur beschäftigen ist eines der wichtigsten Werkzeuge für einen Schriftsteller.


Weise Worte zum Abschluss, wie ich finde und die ich bestätigen kann. Erst nach vielen Jahren und über 10.000 Büchern habe ich mich überhaupt an den Gedanken herangetraut, selbst einmal einige Zeilen zu schreiben. Lesen hilft sich zu verbessern. 

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