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Jagdfieber / Robert L Stine


Als Leseratte lese ich rund 200 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei isollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht. 

Und bei R. L. Stine weiß ich, dass 90% seiner Werke genau meinen Erwartungen entsprechen. Deswegen habe ich mich auch diesmal nach einem abenteuerreichen Tag mit meinen Jungs an dieses Buch gemacht, welches ich mir in einem Fear Street Paket schon letztes Jahr gekauft hatte.

'''Buchdaten'''
Autor: R. L. Stine
Titel: Jagdfieber
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Loewe Verlag; Auflage: 1 (15. Januar 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785546513
ISBN-13: 978-3785546512
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Kosten: 7,50€
Serie: Fear Street

'''Leseinformationen'''
Genre: Jugendbuch
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Kids ab 12
Lesedauer: 2 Stunden


'''Autor/in'''
Robert Lawrence Stine, besser bekannt als R. L. Stine, wurde 1943 in Ohio geboren. Schon im zarten Alter von neun Jahren liebte er das Schreiben von Geschichten. Seine Karriere begann jedoch nicht schon in diesem Alter. Nach seinem Abschluss war er erst über Jahre als Lehrer tätig und hat auch Erfahrungen als Lektor gesammelt, bevor er selbst mit dem Schreiben begannt. Anfangs waren es jedoch eher humorvolle Sachen, bevor er sein Talent für Gruselgeschichten entdeckte. 1992 schaffte er mit der Reihe „Gänsehaut“ den Durchbruch. Inzwischen ist er nicht nur Millionär, sondern steht auf im Guinness-Buch der Rekorde. Neben Gänsehaut gibt es genauso viele Fans für die Jugendreihe Fear Street.

'''Optischer Eindruck'''
Ein Mädchen, welches durch den dunklen Wald läuft

'''Zitierter Klappentext'''
Etwas stimmt nicht in dem alten Hotel auf Piney Island. Dunkle Flure und leere Zimmer erwarten Cari, als sie ihren Ferienjob antritt. Wer hat sie auf diese einsame Insel gelockt? Und warum? Caris böse Vorahnungen werden zur Gewissheit, als eine Hetzjagd auf Leben und Tod beginnt. Verzweifelt sucht sie nach einem Ausweg. Doch die Boote sind verschwunden, und das rettende Festland ist weit entfernt. Erst viel zu spät erkennt Cari, wer hier Jagd auf sie macht … (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Endlich Sommerferien. Jan, Cari, Eric und Craig können ihr Glück nicht fassen, denn in diesen Ferien sind sie mit Jans Tante Rose weit weg von zu Hause und ihren Eltern. Auf Piney Island sollen sie in einem Hotel mithelfen. Voller Vorfreude machen sie sich auf den Weg, doch schon unterwegs kommt alles anders als geplant. Rose bekommt plötzlich starke Magenschmerzen und kann nicht weiterfahren. Bei einer Verwandten untergebracht fahren die vier Freunde ohne sie auf die Insel. Jedoch ist auf der Insel nichts, wie sie es erwartet hatten. Alleine die Überfahrt war ein geschüttelt, und sie waren sogar die einzigen Personen an Bord. Auf der Insel werden sie nicht abgeholt und irgendwie scheint alles recht leer zu sein. Keine Gäste und auch das Hotel selbst ist verschlossen. Auf ihr Klopfen hin macht ein grießgrämiger alter Mann namens Martin die Tür auf. Wie sich herausstellt ist er der Diener und hilft Simon Fear und dessen depressiven Bruder Edward beim Hotelbetrieb, der jedoch aktuell wegen Renovierungsarbeiten pausiert. Während Martin sie loswerden will, freut sich Simon sichtlich über ihr Hilfsangebot bei den Malerarbeiten. Hätten sie jedoch gewusst, was sie erwartet, wären sie nicht eine Minute länger geblieben. Es fängt mit der Tatsache an, dass niemand Tante Rose, die sofort nachkommen wollte, nicht erreichen können. Merkwürdige Stimmen, Geheimgänge und menschliche Totenschädel sorgen für eine Menge Aufregung. Als Jan dann spurlos verschwindet, fangen die Freunde an zu suchen, und bald wird klar, dass das angekündigte Jagdfest von Edward in der Tat besonders ist, denn es gibt kein Entkommen.

'''Sarahs Meinung'''
Auch wenn ich eigentlich nicht mehr zur Zielgruppe, 12-15 Jahre gehöre, lese ich noch immer gerne Bücher des Autors. Sie sind zwar immer alle sehrähnlich, da man bis zum Ende auf eine falsche Spur gelenkt wird, um dann ein überraschendes Ende zu erleben, aber wenn man diesen Trick durchschaut hat, achtet man mehr auf den Inhalt und kennt das Ende schon vorab. Trotzdem hat mich das nie groß gestört. Da diese triviale und doch lehrreiche Art von Lektüre immer wieder für Unterhaltung sorgt, habe ich mir einen ganzen Karton bei Ebay Kleinanzeigen gekauft. In diesem Paket befanden sich auch dieses Buch. Es gehört zu den wenigen, die ich in meiner Jugend noch nicht gelesen hatte. Dementsprechend neugierig habe ich mich ans lesen gemacht.

Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, dass dieser Stine wieder auf übernatürliche Mächte setzt, denn gleich zu Beginn wird der Leser Zeuge einer Geisterbeschwörung. Viele Jugendliche interessieren sich für Magie und daher ist es kein verkehrtes Thema. Allerdings bin ich Fears-Street-Fan, weil diese Reihe so realistisch umgesetzt ist. Die wenigen mystischen Umsetzungen sind mir persönlich daher immer ein Dorn im Auge. Das Thema ist jedoch schnell „abgehakt“. Zwar wird es öfters wieder aufgegriffen, aber dominiert nicht, sodass mein erster Schock unbegründet war.

R. L. Stine setzt bei diesem Buch wieder auf ein sehr interessantes Thema und verpackt es in einem ebenso interessanten Ansatz. Urlaub ohne Eltern ist für viele Jugendliche ein Traum, und somit kann ich seine Wahl sehr gut verstehen. Zudem fängt er gekonnt die ausgelassene Stimmung und den Wunsch nach Party, Spaß und Flirts auf. Die Figuren sind genauso wie ihre Emotionen klar strukturiert und authentisch umgesetzt. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Der ausgeflippte, der schüchterne, der modische und der coole Typ. Dadurch können sich die Leser noch besser in sie hineinversetzen und die Erlebnisse besser nachvollziehen. Zwar empfand ich die Personenbeschreibungen im äußeren Blickwinkel betrachtet recht spärlich und aufs Wesentliche beschränkt, aber es reicht für ein grobes Bild. Wer jedoch Werke von R. L. Stine kennt, weiß, dass sein Augenmerk nicht auf Äußerlichkeiten gerichtet ist.

Nach der kleinen Einführung in Situation und Figuren geht auch schon das Abenteuer los, und der Leser, der vom Klappentext her weiß, dass das Hotel alles andere als schön ist, fragt sich schon jetzt worauf der Autor hinaus möchte. Von wem werden sie gejagt und warum? Die Fantasie geht sogar bei einer Erwachsenen durch. Von Vampiren über Menschenjagd bis hin zum Streich könnte alles sein. Man erwartet eine sofortige Spannung, und wird hier enttäuscht sein. Es ist zwar eine kontinuierliche Spannung vorhanden, die jedoch eher schwach anzusiedeln ist. Der Spaß vor Ort wird lediglich durch ein paar Ungereimtheiten leicht gestört, aber steht sichtlich im Vordergrund. Erst zum Ende hin mehren sich die Spannungsmomente, erreichen jedoch nicht wirklich Stine-Höhen, die man sonst gewohnt ist. Hier bietet die Geschichte deutlich mehr Potential, als auch nur im Entferntesten genutzt wurde. Personen verschwinden und die angekündigte Jagd beginnt, aber sie bleibt sehr flach und immer nur kurz, denn dann ist auch schon wieder ein halbwegs sicheres Versteck gefunden, wo die Jugendlichen verschnaufen können. Trotzdem ist das Buch nicht langweilig. Ich für meinen Teil konnte es bezüglich der Frage nach dem Warum nicht aus der Hand legen.

Überraschend war dann die Auflösung in der Tat. Ich hatte zwar schon bei verschiedenen Szenen im Verlauf eine solche Vermutung, sie jedoch immer wieder verworfen, weil ich sie zu einfach fand, und immer in eine andere Richtung tendiert habe. Enttäuscht war ich nicht, dass dann doch dieser Ausgang gewählt wurde. Die Umsetzung war jedoch eher schlecht gewählt. Man spürt einen verkrampften Versuch Spannung aufzubauen, den Leser zittern zu lassen, dabei wirkt es in meinen Augen eher lächerlich und künstlich in die Länge gezogen. Es ist schwer es ohne Spoiler zu erklären. R. L. Stine setzt bei seiner Geschichte auf ein dramatisches Erlebnis, welches einen Menschen komplett aus der Bahn wirft. Um die Trauer zu bewältigen, wählt diese Person eine besondere Trauerbewältigung, denn sie spaltet ihre Persönlichkeit. Die Person, den Namen werde ich der Spannung halber nicht nennen, ihr sollt ja auch das Buch lesen, spielt die verschiedenen Rollen so perfekt, dass niemand etwas merkt. Dementsprechend ist es schön oder interessant für Jugendliche zu sehen, wohin Trauer führt, die nicht professionell und richtig bewältigt wird. Auf der anderen Seite ist es schon schockierend und traurig. Allerdings empfinde ich es am Ende halt einfach nur unglaubwürdig, dass so viele Personen es nicht schaffen einen Menschen zu überwältigen, zumal einer Person etwas entscheidendes und wichtiges auffällt. Hier zeigt sich, dass Stine einfach nur ein halbwegs akzeptables Ende herbeiführen wollte. Keiner hätte dieses Detail seinen Freunden verschwiegen.

Auch sonst empfand ich das Ende sehr abrupt. Ganz nach dem Motto: Ich weiß nicht wie ich es gekonnt auflösen kann, also mach ich einfach etwas... Da das Buch mit 191 Seiten schon länger ist, als die sonstigen Bände der Reihe, hätte er gerne noch ein paar weitere hinzufügen können, um es einfach nicht so unwirklich hätte ausgehen lassen müssen.

Nichtsdestotrotz empfand ich das Buch zu keinem Zeitpunkt langweilig, schlecht oder ähnliches. Im Gegenteil: Depressionen sind ein wichtiges Thema, denn immer mehr Leute leiden aus den unterschiedlichsten Gründen daran. Jugendliche auf spannende und interessante Weise darauf anzusprechen und hinzuweisen finde ich sogar pädagogisch wertvoll. Allerdings hätte ich mir aus erwachsenen Sicht ein klein bisschen mehr gewünscht. Als Jugendliche hätte ich das Buch jedoch zu seinen besten Werken gezählt, und daher bekommt es trotz der wenigen Spannung und des mittelmäßigen Schlusses von mir ganze fünf Sterne.


© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.



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