Buchkritik - Das Bootshaus an den Klippen / Glanville

Mit Phoebe die Vergangenheit bewältigen


Willkommen zu meiner neuesten Bewertung. Diesmal habe ich mir ein Debüt herausgesucht, da ich zur Zeit selbst Lust zum Schreiben habe. Und ich finde es interessant zu sehen, wie der Stil von anderen Autoren ist, die gerade anfangen. Ich muss schon sagen, ich hab absolut kein Talent, aber egal. Es entspannt mich, auch wenn nie davon auch nur was veröffentlicht wird. Nun aber zum Buch.


DAS COVER
Das Cover ist ruhig, aber irgendwie finde ich es nicht passend. Ein Bootshaus, ein Blick aus dem zerbrochenen Fenster, das stürmische Meer oder auch der Pub oder auch das Schloss, aber so. Es ist okay, mehr aber nicht.

FIGUREN IM ÜBERBLICK
Phoebe – Leherin, betrauert den Tod ihres Geliebten
Nola – Schwester, verheiratet, spießig
Anna – Oma von den beiden

INHALTLICHE FAKTEN
Ort: Irland
Zeit: 40er Jahre und 2010er

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH 
Nach dem Tod ihres Geliebten sucht Phoebe Zuflucht am Ort ihrer glücklichsten Kindheitserinnerungen: in Carraigmore, einem kleinen Dorf an der irischen Westküste. Im Bootshaus ihrer Großmutter Anna stößt sie auf deren Tagebücher - und auf eine tragische Geschichte über einen Familienskandal, eine gefühlskalte Ehe und eine leidenschaftliche Affäre mit einem jungen Maler. Doch Anna ist nicht die Einzige mit einer dunklen Vergangenheit: In Carraigmore scheinen alle etwas zu verbergen zu haben. Aber irgendwann kommt jedes Geheimnis ans Licht - Ein fesselnder und zutiefst ergreifender Schmöker, der voller Geheimnisse steckt (Quelle: Klappentext)

SARAHS LESEEINDRÜCKE
„Das Bootshaus an den Klippen“ ist das Debüt von Kate Glanville. Das Buch wird entweder gut gefunden oder nicht. Die wenigen Meinungen im Internet gehen auseinander. Auch bei mir selbst gehen die Meinungen auseinander. Ich versuche euch nun zu erklären, warum.

Es fängt schon mit den Figuren an. Phoebe gefällt mir einfach nicht. Man sollte mit einer Hauptfigur Sympathie empfinden können. Vor einer Frau, die mit einem verheirateten Mann schläft, habe ich jedoch weder Respekt, noch kann ich auch nur etwas Sympathie empfinden. Zumal sie im Verlauf des Buches nicht mal den Mut hat ihre Affäre vor fremden Menschen einzugestehen. Gerade der Anfang wirkt so arg konstruiert zumindest der Teil, wie sie in seinen Armen gelandet ist. Simple Trennung von einem Arbeitskollegen, den man täglich sieht, Tod des Partners hätte ich genauso gut gefunden, sowie Sympathiepunkte gebracht. 

Ihre Flucht zum Bootshaus ihrer Oma fand ich gut gewählt und auch vor Ort habe ich mich gleich wohl gefühlt. Es war nachvollziehbar warum sie geblieben ist. Die eine oder andere Liebesgeschichte mit Hindernissen und dann noch das Geheimnis, welches ihre Großmutter und eine andere Dorfbewohnerin bis zum Schluss gehütet haben. Gefällt mir wunderbar. Es werden viele Klischees eingebaut, und die Autorin bedient sich ganz klar typischen Ideen, wie zum Beispiel warum man einen Menschen verpasst hat oder ähnliches. Das ist nicht nachteilig und ganz ehrlich, solcher Aspekte / Ideen bedient sich jeder Auto, man muss sie eben nur gut umsetzen. Ihr gelingt es ganz gut, zumindest fand ich es so gut, dass man sich als absoluter Schreiblaie etwas orientieren könnte, wenn man es selbst probieren möchte. 

Was mich aber störte, war dann der Schluss. Er wirkte dann wieder total übertrieben, künstlich und hätte definitiv besser gelöst werden. Warum ihre Schwester gekommen ist, in Ordnung. Warum sie mit ihrer Schwester nicht wirklich redet, bevor Dinge ans Licht kommen, noch okay.  Allerdings finde ich, dass es zu konstruiert wirkt. Vorher wollte niemand das Bootshaus auch nur sehen oder verkaufen, weil es die Granny so wollte. Und jetzt nach vielen Jahren fährt eine hin, was noch okay ist, und die andere will es plötzlich verkaufen. Auch mit Kindern braucht man Geld ;). Auch die Familienzugehörigkeiten sind interessant, aber doch sehr künstlich. So nach dem Motto, es muss ja einfach eine Verbindung bestehen. Es ist passend, logisch, aber irgendwie künstlich. 

Genauso fand ich zum ersten Mal in meinem Leben bei einer Gegenwart und Vergangenheit, dass die Vergangenheit nicht die beste Umsetzung im Buch war. Annas Liebesgeschichte ist interessant, aber mehr eben auch nicht. Zum Beispiel habe ich bis zum Schluss nicht verstanden, warum sich Anna nicht einfach von Anfang an ihrem Mann anvertraut hat, der ja eindeutig Erfahrungen mit Geheimnissen hat. Dann wäre sicherlich vieles anders gelaufen. Und bei einem so gütigen Menschen ist es eben nicht nachvollziehbar.

FAZIT: Das Buch ist nicht schlecht und ein inspirierender Erstling, aber leider mit der einen oder anderen Schwäche. 

FAKTEN ZUM BUCH 
Autor: Kate Glanville
Titel: Das Bootshaus an den Klippen
Taschenbuch: 445 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: 1. (18. Dezember 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404170792
ISBN-13: 978-3404170791
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Originaltitel: Heart Stones
Preis: € 9,99
Genre: Liebe, Tod, Trauer, Neuanfang
Gelesen in:  5Tagen





COVERGESTALTUNG💜💜
ORIGINALITÄT DES INHALTS       💜💜💜
SCHREIBSTIL💜💜💜
UMSETZUNG DER FIGUREN💜💜
SPANNUNG UND TEMPO💜💜💜
HUMOR💜💜
ROMANTIK   💜💜💜  
GESAMT💙💙💙
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