Die Schlafwandlerin / R. L. Stine

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Als ich letztens zum Augenarzt gefahren bin, um mich meiner jährlichen Kontrolle der Netzhaut zu unterziehen, wollte ich mir die Zeit mit einem Buch vertreiben. Da es diesmal jedoch fix ging, kam ich gar nicht zum Lesen. Stattdessen vergaß ich es in der Handtasche und war sogar sehr froh darüber, als ich es bei einem anderen Arztbesuch noch in der Tasche hatte. Das Buch darf ich euch nun vorstellen. Es kommt aus der Fear Street Reihe, die ich mir vor einigen Monaten als Paket bei gekauft habe.

'''o0o Allgemeine Daten o0o'''
Autor: R. L. Stine
Titel: Die Schlafwandlerin
Verlag: Loewe Verlag (2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785530935
ISBN-13: 978-3785530931
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Preis: 1,00 €
Genre: Jugend - Thriller
Niveau: durchschnittlich
Lesedauer: 2 Tage

'''o0o Autor/in o0o'''
Robert Lawrence Stine, besser bekannt als R. L. Stine, wurde 1943 in Ohio geboren. Schon im zarten Alter von neun Jahren liebte er das Schreiben von Geschichten. Seine Karriere begann jedoch nicht schon in diesem Alter. Nach seinem Abschluss war er erst über Jahre als Lehrer tätig und hat auch Erfahrungen als Lektor gesammelt, bevor er selbst mit dem Schreiben begannt. Anfangs waren es jedoch eher humorvolle Sachen, bevor er sein Talent für Gruselgeschichten entdeckte. 1992 schaffte er mit der Reihe „Gänsehaut“ den Durchbruch. Inzwischen ist er nicht nur Millionär, sondern steht auf im Guinness-Buch der Rekorde. Neben Gänsehaut gibt es genauso viele Fans für die Jugendreihe Fear Street.

'''o0o Leseprobe o0o'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen. Wie immer findet ihr diese Zitate unter Meine Meinung.

'''o0o Worum geht es denn nun o0o'''
Für Mayra sind endlich Ferien. Um sich etwas Schönes leisten zu können, sucht sie sich einen Ferienjob, denn seit ihr Vater sie verlassen hat, reicht das Geld, welches ihre Mutter im Krankenhaus verdient gerade für alles Wichtige aus. Das sie gerade bei einer ehemaligen und sehr nervigen Patientin ihrer Mutter einen Job findet, ist anfänglich gar nicht so schlimm. Die alte Dame bezahlt sie gut, und Mayra muss ihr dafür nur vorlesen, aufräumen, Kleinigkeiten kochen und mit ihr spazieren gehen. Am Anfang ist auch alles total easy, denn ihre Chefin Mrs Cottler ist total pflegeleicht. Doch das ändert sich von einen Tag auf den anderen. Als sie mitbekommt, dass sie ihren Nachbarn total abfertigt, sein Taschentuch behält, schwarze Kerzen entdeckt und sie später wie in Trance vorfindet, ist Mayra klar, dass ihre Chefin eine Hexe ist. Zumal der Nachbar am nächsten Tag mit dem Krankenwagen abtransportiert wird. Auch in ihrem Leben wird es chaotisch. In den ersten Ferienwochen ist ihr neuer Freund Walker im Urlaub und später sieht sie ihn immer wieder mit einem anderen Mädchen. Ihr Ex Freund und seine Schwester lassen sie nicht in Ruhe und zu allem Überfluss wandelt sie seit einiger Zeit im Schlaf. Als sie bei einer solchen Schlaftour im Fear Street See aufwacht und fast ertrunken wäre, ahnt sie, dass sie in großer Gefahr steckt. Steckt wirklich Mrs Cottler dahinter, oder doch dieser unheimlich Cal, der sie immer wieder verfolgt? Mayra stellt auf ihre Art und Weise Nachforschungen an, und entdeckt ein tödliches Geheimnis, welches sie Kopf und Kragen kosten kann.


'''o0o Und wie hat es gefallen o0o'''
R. L. Stine ist seit meiner Jugend einer meiner Lieblingsautoren. Obwohl ich mit meinen 30 Jahren definitiv nicht mehr zu Zielgruppe gehöre, lese ich seine Werke noch immer unglaublich gern. Abgesehen von einigen Ausnahmen, wo der Autor eher in Richtung „Übersinnliches“ geht, oder die Logik auf der Strecke bleibt, können sie mich auch immer noch überzeugen.

Die Schlafwandlerin“ ist eins der wenigen Exemplare, die ich in meiner Jungend noch nicht gelesen hatte. Gleich zu Beginn begleitet ihr Mayra auf einem nächtlichen Trip. Sichtbar werden solche Szenen durch eine kursive Schrift, sodass es gar nicht in Verwirrungen ausartet.
Doch nach diesem mysteriösen Einstieg, geht es erst einmal in die Realität zurück. Ihr lernt Mayra und ihre Familie kennen. Mayra selbst ist eine aufgeschlossene, junge Schülerin, die jedoch nicht komplett logisch konzipiert wurde. Auch sonst sind die Figuren sehr unterschiedlich gehalten. Auf ihre Art und Weise sind sie sympathisch und man fragt sich was oder wer vielleicht hinter dem Schlafwandeln steckt. In meinen Augen nützt es jedoch nichts, wenn man hier und dort auf zahlreiche Widersprüche und Logikschwächen trifft. Um euch zu zeigen was ich meine, gibt es nun ein paar kleinere Beispiele. Mrs. Cottler ist eigentlich eine alte Dame, die sonst schon beim Treppensteigen Hilfe benötigt. In einer Szene kann sie jedoch mit einem Fleischhammer die Haxe bearbeiten. Cal erkennt sie und macht sie verantwortlich für alle Dinge, geht aber nicht zur Polizei. Mayra muss arbeiten, weil ihre Mutter wirklich wenig verdient, und sie das Geld brauchen. Sie brauchen es aber, damit sich Mayra tolle Sachen kaufen kann, wie einen Badeanzug.

Abgesehen von diesen personellen Schwächen kommt das Buch auch nur schwer in Gang. Ihr begleitet Mayra bei ihren Arbeitstagen, und es ist schon alles recht langatmig, obwohl die Details sicherlich wichtig sind. So richtig geht es erst zum Schluss los. Während ich vorher ehrlich gesagt lange im Trüben gefischt habe, kam mir dann binnen weniger Sekunden die Erleuchtung. Die genauen Zusammenhänge habe ich jedoch nicht herausfinden können. Und hier war ich leider eher negativ überrascht. Die Idee an sich ist sicherlich nicht verkehrt, aber für meinen Teil hat diese Umsetzung ebenfalls zu viele (Logik)-Schwächen. Hauptsächlich stört mich jedoch die Tatsache, dass es irgendwie arg konstruiert wirkt. Plötzlich fällt ihr alles ein, und plötzlich sind alle beteiligten Personen vor Ort. Es wirkt daher leider etwas künstlich, ist aber durchweg spannend. Es ist eine Spannung,die mir persönlich während der vorangegangenen Seiten doch etwas gefehlt hat.

Die Liebesgeschichte empfand ich persönlich auch etwas merkwürdig. Einerseits trennt sich Mayra von Link, ihrem alten Freund, und als Leser fragt man sich natürlich warum. Dies wird nie so wirklich deutlich. Stattdessen lässt sie sich mit einem Außenseiter ein, was ich auf der einen Seite schön finde, denn es zeigt jüngeren Lesern, dass auch die Liebe zu einem Außenseiter schön sein kann, aber da ihr aktueller Freund oft eher unsympathisch beschrieben wird, ist es eher unverständlich. Nun gut, wo die Liebe hinfällt, doch zum Schluss wird Walker als ganz anderer Mensch dargestellt und alles wird noch einmal umgeworfen, wo ich persönlich mich auch gefragt habe, warum sie wieder mit ihrem Ex zusammen kommt, wo sie sich ja schließlich von ihm getrennt hatte.

Vom Lehrgehalt bin ich diesmal auch eher etwas enttäuscht. Normalerweise wird offen über Themen wie „Alkohol am Steuer“ oder „Vertraue keinen Fremden“ geredet, aber hier geht es minimal um Wahrheit, Autodiebstahl, Fahrerflucht. Kein schlechtes Thema, denn viele Jugendliche könnten sich dafür interessieren, aber es bringt doch nichts, wenn das Thema nur kurz am Rande aufgegriffen wird. Mir persönlich war es etwas zu wenig.

Alles in allem ließ es sich jedoch sehr gut lesen. Obwohl ich nicht völlig glücklich mit der Umsetzung dieses Buch bin, bekommt es von mir drei Sterne, denn ich habe mich unterhalten gefühlt, weiß aber als Fan, dass es einfach besser geht.


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