Das Böse im Blut / Kay Hooper


Bishop hatte sie gewarnt: Bis sie gelernt hätte, ihre Gabe vollständig zu beherrschen, würde sich die Tür, die jenes verheerende Trauma in ihrem Kopf geschaffen oder aktiviert hatte, wahrscheinlich unerwartet öffnen. Und mitten in den Ermittlungen zu einer Mordserie, bei der kürzlich mehrere Menschen gewaltsam zu Tode gekommen waren, würden die Erfahrungen wahrscheinlich besonders intensiv. (Zitat S. 117)


Mit der Weisheitszahn Operation hatte ich endlich mal wieder etwas mehr Zeit zum Lesen, und nachdem ich einige leichtere Werke in der Hand hatte, wollte ich endlich etwas Spannung. Kurzer Hand habe ich mir eins der Werke von Kay Hooper aus dem Regal gezogen. Ich habe das Buch vor rund 3 Jahren in einer Tauschbörse ertauscht, und mich wahnsinnig gefreut, bis ich gemerkt habe, dass es eine Reihe ist, von der ich nur Band 2 und 3 habe. Warum ich mit dem letzten Band angefangen habe? Ich glaube, weil das Buch einfach spannender klang.

FIGUREN
Isabel – Profilerin und Hellseherin
Holli – FBI Agentin und Medium
Rafe – Polzeichef von Hastings
Mallory – Kollegin von Rafe


INHALTLICHE FAKTEN
Ort: Hastings, USA
Zeit: Gegenwart (2000er)
Alter: 25-35

WORUM GEHT ES IM BUCH
Hastings in North Carolina ist eine beschauliche Kleinstadt in der alles geregelt und schön beschaulich ist. Das ändert sich jedoch, als innerhalb von drei Wochen drei mehr als attraktive Frauen brutal ermordet werden. Niemand traut sich mehr vor die Tür, denn jeder könnte das nächste Opfer sein. Frauen färben sich die Haare und versuchen so schüchtern wie möglich zu wirken, denn der Mörder bevorzugt eindeutig blonde, attraktive und sehr erfolgreiche Frauen. Eine andere Verbindung lässt sich zur Zeit noch nicht feststellen. Isabel Adams, die ins Profil passt und gerne etwas Action hätte, bietet ihre Profiler-Erfahrungen bei diesem Fall an, und reist mit ihrer Partnerin zum Ort des Verbrechens. Sie setzt alles daran, das nächste Opfer zu werden, denn nur so kann er geschnappt werden. Und der Täter beißt an, aber nicht so, wie Isabel es vermutet hätte. Es beginnt ein Kampf ums Überleben.

MEINE LESEEINDRÜCKE
„Das Böse im Blut“ ist kein gewöhnlicher Psychothriller, zumindest nicht so, wie ich es beim Ertauschen vermutet habe.

Das Buch beginnt spannend und verspricht gruselige Unterhaltung, denn im Prolog lernt man den Täter auf interessante Weise kennen und fürchten. Ihm möchte man im Dunkeln oder auch am Tage nicht über den Weg laufen. So spannend wie es begonnen hat, so schnell lässt dieser Aspekt aber nach. Auf den nächsten Seiten lernt man als Neuling Holli, Isabel und die anderen Kollegen vor Ort kennen. Erfährt viel über die Opfer, so wie es sich eben für einen Serienkiller-Roman gehört. Wäre nicht der Einstieg gewesen, ich hätte aber nie vermutet, dass es um einen Serienkiller geht, um es mal übertrieben zu sagen. Das Problem ist, dass die Autorin sich in den Beschreibungen der Figuren verliert und die Ermittlungen total langweilig sind. Es zieht sich so unglaublich in die Länge, dass man es wirklich als Einschlaflektüre wählen könnte. Solche Beschreibungen sind nicht verkehrt, solange irgendwann eben eine Wendung kommt, und unter diesem Aspekt habe ich fleißig und gerne weitergelesen. Schließlich geht das Lesen wegen des leichten Stils zügig voran.

Doch irgendwann kam dann die Wende, die ich aus dem Klappentext so nicht entnehmen konnte. Die Autorin fängt an über einen gewissen sechsten Sinn zu reden und widmet sich mehr als ausgiebig dem Hellsehen und dem Medium Holli. Siehe auch Zitat. Leider gehöre ich zu den Lesern, die mit solchen Aspekten in einem sonst realistischen Buch einfach nichts anfangen können Es mag solche Menschen geben, darüber will ich gar nicht diskutieren, aber ich glaube nicht wirklich daran, und finde es immer nervig. Selbst bei meinem Lieblings-Jugendbuch-Autoren R. L. Stine finde ich diese Ansätze so störend, dass die Werke in der Regel durchfallen. Hätte die Autorin sich diesem Ansatz nur minimal gewidmet, hätte ich damit leben können. Stattdessen fokussiert sie es, und dadurch wirkt alles so künstlich. Geht es bei den Ermittlungen nicht weiter, hilft eben diese übernatürliche Fähigkeit. Wobei die Ermittlungen nur einen kleinen Teil der Handlung einnehmen. Hauptsächlich geht es um die beiden FBI-Ermittlerinnen und ihre Fähigkeiten. Warum die Autorin nicht einfach einen übernatürlichen Roman geschrieben hat, sondern sich so an den Versuch eines Thrillers klammert, konnte ich nach 200 Seiten spätestens nicht mehr verstehen. Ich war irgendwann nur noch genervt.

Selbst das Fangen und Auflösen war einfach nur so unwirklich. Nicht so, dass ich sagen würde überzeugend, genial und perfekt. Das liegt nicht daran, dass es am Ende nicht zumindest minimal spannend ist, sondern am Entschuldigung, enttäuschenden Mittelteil.

Auf jeden Fall kann ich ehrlich sagen, dass mich mein erster Kay Hooper so enttäuscht hat, dass ich auf den zweiten Teil der Serie so gar keine Lust habe.

BUCHFAKTEN
Autor: Kay Hooper
Titel: Das Böse im Blut
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Weltbild; Auflage: 1., Aufl. (26. September 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 389897278X
ISBN-13: 978-3898972789
Preis: € 1,00
Genre: Thriller

REIHENFOLGE
1. Die Augen des Bösen („Touching evil“).
2. Die Stimme des Bösen. Roman („Whisper of evil“).
3. Das Böse im Blut („Sense of evil“).