Niemandskinder / Lisa Brönnimann

Von A bis Z alles dabei ...

Schweiz 70/80er - Lisa ist eins von vielen Kindern, die nicht beibiegen Eltern aufwachsen dürfen. Ihre Mutter war nicht verheiratet. Statt ins Heim heißt es für sie als Verdingmädchen aufzuwachsen. Während sie am Anfang glücklich aufwächst mit netten Kindern und Eltern, muss sie plötzlich weg. Die Bauern schlagen Sie und nur der Zufall sorgt dafür, dass alles auffliegt. Statt jedoch nun in gute Hände zu kommen, wird sie zu Anna gebracht. Nach außen feindlich, weiß sie zu foltern und zu quälen. Niemand kann ihr helfen und nicht einmal ihre Flucht und der Wunsch zu sterben klappen. Mit den Jahren werden es immer weniger Kinder auf dem Hof von Anna, bis nur noch sie und ein weiteres Adoptiv-Kind da ist. 



FAKTEN ZUM BUCH 
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 3 (25. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404609514
ISBN-13: 978-3404609512
Preis: € 10
Genre: Biographie
Gelesen in: 3 Tagen

SARAHS LESEEINDRÜCKE 
Das vorliegende Buch ist mal wieder ein Geschenk für meine Mutter. Wir beide diesen sehr gerne Biografien. Auf diese habe ich mich sehr gefreut. Das kleine Mädchen auf dem Cover macht genauso neugierig, wie der Klapentext. 

 Gerade am Anfang muss man sich erst einmal die Situation einfinden. Das Problem liegt darin, dass in Deutschland ein anderes System herrscht. Verdingkinder gibt es hier nicht. Immer wieder entsteht dadurch das Gefühl, nicht in den siebziger Jahren zu sein, sondern zum Beispiel 1850. Unddann liest man plötzlich Fernseher und denkt, stimmt - 1980.  es ist also wie in einer anderen Zeit. Es fällt schwer zu glauben, dass Kinder so behandelt worden sind. 

Emotional und sehr detailliert geschildert die Autorin in ihrer Biografie die Erlebnisse. Schläge, Folter mit Wasser oder Dunkelheit, Tötung von Tieren, Selbstmordversuchen bis hin zu der Tatsache, dass jeder nur an dich gedacht hat. Lieber jemanden verpetzen, als selbst geschlagen zu werden. 

 Es ist schockierend und traurig zugleich. Auf der anderen Seite fragt man sich beim Lesen, warum sie nie irgendetwas gesagt hat. Oft genug wurde sie angesprochen.  Klar, wurde sie eingeschüchtert und die Angst ist riesig, aber auf der anderen Seite wurde sie älter und wusste, dass sie von den Bauern weg ist und es vielleicht hätte besser werden können. Ich glaube schon, dass ich es zumindest einmal probiert hätte. Aber ich weiß, man sagt es so leicht. 

Lange Zeit war sie mir beim Lesen sympathisch. Trotz Eifersucht und anderen Dingen. Es war alles nachvollziehbar. Im späteren Verlauf macht sich jedoch Dinge wie Alkhol mit 11 Jahre trinken und später sogar Brandstiftung. Meine Kindheit und Jugend war auch nicht ideal, aber ich hab nie Drogen genommen oder mich betrunken. Auch das hätte ich noch halbwegs nachvollziehen können, aber ihre Flucht nach Italien und dann nach Afrika in Kriegsgebiete? Nein, da war ich raus. 

Auch das es keine Bilder gibt, enttäuscht. Klar, will sie sich und ihre Familie schützen. Aber Biographien ohne Bilder sind enttäuschend und wenn man es schreibt, sollte man dazu stehen. 

FAZIT Interessanre Einblicke in ein System, dass es viel zu lange gab. Unverständlich, wie man Kindern so was antun konnte. 

COVERGESTALTUNG💜💜💜💜
ORIGINALITÄT DES INHALTS       💜💜💜💜💜
SCHREIBSTIL💜💜💜💜💜
UMSETZUNG DER FIGUREN💜💜💜💜💜
SPANNUNG UND TEMPO💜💜💜💜💜
HUMOR-
ROMANTIK-  
GESAMT💙💙💙💙