Rezension - Das Waldhaus - Liz Webb

 Buchkritik - Das Waldhaus  - Siegt die Wahrheit?

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Was passierte damals? Wie oft liest man diese Frage. Ein Mord passiert und bleibt über Jahre hinweg ungeklärt. Wie so etwas aussehen kann, zeigt dieser Thriller. 



FAKTEN ZUM BUCH 
Autor/in: Liz Webb
Titel: Das Waldhaus
Originaltitel: The Daughter
Verlag: Goldmann
Erschienen: 2024
ISBN: 978-3442495382
Seiten:416
Einband: TB
Serie: -
Preis: 16€
Genre: Thriller

FAKTEN  ZUM INHALT
Schauplatz: England 
Zeit: Gegenwart und 90er
Wichtige Personen: Hannah, Reese uvm. 
Perspektive: Dritte Person. 

AUTORENPORTRAIT
Liz Webb ist eine Frau mit vielen Gesichtern. Sie war Stand-Up-Comedian, Sektetärin, Managerin eines Schreibwarenladens und Tänzerin. Das Buch ist ihr Debüt. 

INHALTSANGABE
Hannah kümmert sich um ihren Vater, der an Demenz leidet. Als er nach einem Sturz ins Krankenhaus kommt, redet er merkwürdiges Zeug und Hannah muss sich fragen, ob ihr Bruder doch recht hatte. Hat ihr Vater ihre Mutter vor über 20 Jahren ermordet? Sie will jetzt die Wahrheit wissen und fängt an Fragen zu stellen. Dabei findet sie Dinge heraus, die ihre Mutter und alles in ein ganz anderes Licht rücken. Immer mehr Menschen sind verdächtig, aber was passierte damals wirklich. 

MEINE MEINUNG
Das Waldhaus ist ein Thriller mit einem sehr passenden Cover und einem ansprechenden Klappentext. 

Schon nach wenigen Seiten fühlte ich mich sehr wohl in der Geschichte. Die Autorin hat einen modernen, leichten und direkten Stil, der Szenen und Figuren sehr gut beschreibt. Leider ist es so, dass ich Hannah als Hauptfigur eher schwach fand. Ja, teils sogar nervig. Sie wirkt auf mich wie ein unreifer Teenager. Höchstens Anfang, Mitte 20, dabei ist sie deutlich älter. Sie trinkt, versucht ihren Job mit Betrug zu retten. Achtung Spoiler bis zum Ende des Absatzes!!! Sie kauft die Sachen von ihrem eigenen Geld und als das alles nichts bringt, inszeniert sie einen Überfall und zündet das Haus an. Und was macht ihr Chef, der denkt, sie hat ihn betrogen und er will, dass sie den Schaden abzahlt. Brandstiftung, da ermittelt die Polizei und da wäre das alles viel weitreichender. Fand ich alles nicht so logisch, nur um eine kleine Szene einzubauen. 

Durch Hannah und meine Abneigung zogen sich manche Passagen. Sie benimmt sich oft unmöglich, dann findet sie immer neue Sachen heraus. Ich meine, sie war 14, als ihre Mutter starb. Und ihre Mutter hatte jede Menge Geheimnisse. Ich habe mich echt gefragt, wie naiv eine Person in dem Alter wohl sein kann. Selbst ich habe mit 11 erkannt, dass mein Vater eine Affäre hat. Und dann soll all das nicht herausgekommen sein, weil jeder schweigt oder es für unwichtig hielt? Ich fand es teils schon etwas konstruiert. 

Lange Zeit habe ich daher zwischen zwei und drei Sternen geschwankt. Doch zum Ende hin, hat mich die Autorin dann überrascht. Einiges hatte ich mir so schon gedacht, manches wurde konstruiert aufgelöst, aber den Ablauf des Todes selbst und die beteiligte Person habe ich nicht erraten. Hier wurde ich tatsächlich überrascht. Das ist der Grund für meine knappen vier Sterne. 

FAZIT
Das Buch setzt auf eine nervige Hauptfigur, viele konstruierte Passagen, die sich ziehen. Es lässt sich jedoch gut lesen und kann mit einer Überraschung am Schluss punkten. 

LESEEMPFEHLUNG FÜR - Ausdauernde Leser, die Überraschungen am Schluss lieben. 

BEWERTUNG 
 COVER ⭐⭐⭐⭐⭐
 GRUNDIDEE⭐⭐⭐⭐⭐
 FIGUREN⭐⭐
 TEMPO⭐⭐
 EMOTIONEN⭐⭐⭐
 SCHREIBSTIL⭐⭐⭐⭐⭐
 SPANNUNG⭐⭐⭐⭐⭐
 LESESPASS⭐⭐⭐⭐
 GESAMT🩷🩷🩷🩷

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