Rezension - The Woman in Suite 11
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Vom Schiff ins Hotel
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Genre: Thriller
Fakten zum Buch
Autor/in:Ruth Ware
Verlag: dtv
Erschienen: 2025
ISBN: 978-3423264440
Seiten:416
Einband: Paperback
Serie: -
Preis: 17,00€
Worum geht es in dem Buch
Jahre sind seit dem Vorfall auf der Aurora vergangen. Lo ist inzwischen verheiratet, Mama von zwei Jungs, hat aus der Geschichte einen Bestseller gemacht und lebt in den USA. Jetzt ist der Boom um ihr Buch abgeebbt und sie versucht händeringend als Journalistin eine Festanstellung bekommen. Die Einladung zu einer Hoteleröffnung in der Schweiz, kommt da wie gerufen. Doch als die dort ankommt, stellt sie fest, dass neben ihr auch drei alte Bekannte von der Aurora da sind - und Carrie. Carrie, die sie um Hilfe bittet, weil sie eine Gefangene ist.
Meine Leseeindrücke
The Woman in Suite 11 - ist der Nachfolger zum verfilmten Buch „The Woman in Cabine 10“. Ich habe sowohl das Buch gelesen, als auch kürzlich den Film gesehen. Obwohl ich Lo damals nicht mochte, wollte ich wissen, was sie in dem Hotel erlebt.
Vorab ein kleiner Hinweis: Wer es lesen will, sollte das vorherige Buch kennen, sonst sind Personen und Anspielungen nicht immer klar, denn die Autorin verzichtet auf lange Erinnerungen.
Als ich das Buch anfing, war ich tatsächlich erstmal am Schmunzeln. Die Autorin hat sich die viele Kritik rund um Lo wirklich zu Herzen genommen. Statt den Tag mit einem Drink statt einem Kaffee zu beginnen, nimmt sich Lo zurück. Sie trinkt nur zwei Gläser, weil sie inzwischen nicht mehr verträgt. Leider wird das ständig betont, was auf die Dauer ebenfalls nervig rüberkam. Generell ist es leider so, dass mir Lo trotz des Wandels nicht sonderlich sympathisch geworden ist. Sie ist stellenweise trotz ihrer Erfahrungen so naiv und hilflos, dass es echt erschreckend ist, wie leicht diese Frau zu manipulieren ist.
Allerdings muss ich zugeben, dass es ohne die eben genannte Naivität keinen Roman gegeben hätte, denn allein darauf basiert die konstruierte Geschichte. Generell wirkte das Buch auf mich so, als hätte die Autorin es schnell aus der Feder geschüttelt, um an den Erfolg und einen zweiten Film anzuknüpfen. Das Potenzial ist vorhanden, die Idee nicht schlecht, die Umsetzung jedoch schon. Durch die konstruierte Umsetzung hatte ich oft Probleme mit der Logik.
ACHTUNG SPOILER AB HIER!!!
Du triffst die Frau, die dein Leben ruiniert hat, die von einem mächtigen Mann kontrolliert und eingesperrt wird und du sagst nach einer kurzen Denkpause - ja zu dem Plan, den diese Frau ausgeheckt hat? Am Anfang fand ich es noch glaubwürdig. Lo hat Schuldgefühle, wirft gute Fragen ein ein … aber sie überlässt dieser Frau das komplette Ruder. Gleichzeitig wird komplett außer Acht gelassen, dass es diesen Mann gibt, der alles kontrolliert. Später taucht das Video auf. Er beschafft sich gerne Druckmittel. Logisch. Carrie weiß das, Lo kann es ahnen, aber die Frauen treffen sich offen in den jeweiligen Hotelzimmern (Schweiz) und rechnen nicht damit, dass auch das mittels Kamera eingefangen wird. Nein, weder rechnet Marcus damit, dass die Frauen sich treffen, noch die Frauen damit, dass Marcus einen perfiden Plan mit seiner Zusammenführung verfolgt. Es ist nicht wichtig, weil es in dem Buch eben keine Rolle spielt. Also lässt man es weg.
Oder die Szene im Zug. Ich bin keine Visagistin, aber we polstert sich mit Taschentüchern die Wangen auf, wenn es Latex und andere Hilfsmittel (kenne ich von Halloween) gibt?
Oder im Hotel, als sie verdächtigt wird. Kratzer, Ring. Die Polizei fragt nach Schmuck, aber durchsucht nicht ihr Zimmer danach? Also in jeder Serie die ich schaue, wäre das Zimmer in ihrem Beisein oder während eines Verhörs durchsucht worden. Aber nein, geht ja nicht, weil Carrie eben in dem Zimmer ist und sich nicht in Luft auflösen könnte.
Oder das Telefonat. Ich gebe zu brillant eingefädelt, aber auch unlogisch. Sorry, aber es ist leider so. Ich meine, Carrie nimmt irgendwann eine solche Bestellung auf, weil sie ihr später ein Alibi verschafft. Das mit dem Wort ist gut, aber dann hört es auf. Mal davon abgesehen, dass es heutzutage Deepfake gibt und eine Ki in Sekundenschnelle so was sprachlich hinbekommt mit der Stimme, weshalb es eher leichter gewesen eine Ki zu trainieren und damit die Stimme in Echtzeit zu manipulieren oder etwas in eine App einzutippen, würde es länger als eine kurze Pause dauern, auf eine ungeplante Frage zu reagieren und die dazu passende Antwort aus Mitschnitten herauszusuchen.
Meine Liste geht noch viel länger, weshalb ich es dabei belasse und einfach sage, die Geschichte ist ein schlecht konstruierter Schnellschuss.
Fazit
Butter bei die Fische. Die Geschichte hat Potenzial und die Autorin hat auch die Kritik an Lo zu Herzen genommen. Das Buch ist jedoch ein schlecht konstruierter Schnellschuss. Gut und leicht lesbar, aber es hat viele Schwächen in der Logik, weshalb man nicht zu genau lesen sollte. Die Spannung hält sich ebenfalls in Grenzen und wird stets sehr schnell aufgelöst. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass Stoff für eine weitere Verfilmung aus dem Arm geschüttelt wurde.
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Bewertung
| Cover | 🩷🩷🩷🩷🩷 |
| Grundidee | 🩷🩷🩷🩷🩷 |
| Stil & Sprache | 🩷🩷🩷🩷 |
| Figuren | 🩷🩷 |
| Tempo | 🩷🩷 |
| Spannung | 🩷🩷 |
| Schluss | 🩷🩷🩷🩷 |
| Lesespaß | 🩷🩷🩷 |
| Spice-Faktor | - |
| Gesamtwertung | ⭐️⭐️ |

Kommentare
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