Let's Talk about - Autorenportrait von Dennis Geier

Autorenportrait von Dennis Geier  

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WER ZUM TEUFEL IST DENNIS GEIER 

Dennis Geier wurde 1992 geboren und hatte schon in jungen Jahren einen Faible für fremde, futuristische Welten. Über ein Online-Forum kam er zum Schreiben. Nach seinem Debüt „Der Erlöser“ folgte im Oktober 2026 sein zweites Buch mit dem Titel „Das verborgene Substrat“. Neben der Liebe zur Literatur, interessiert sich Dennis Geier für den Boxsport und Spiele. 

Dennis Geier und Sarah Drews


LET‘S TALK ABOUT … 


Hallo Dennis, herzlich willkommen zu deinem ganz persönlichen Meet & Greet mit meinen – und natürlich deinen – Lesern!
Also: Kaffeetasse raus, Boxhandschuhe an den Haken hängen und dann geht es auch schon los. Mal schauen, wer am Ende mehr Löcher im Bauch hat: Dennis oder der Gouda in meinem Kühlschrank. 

In deinem Debüt hast du eine zauberhafte Dystopie erschaffen. Jetzt hat es dich in deinem zweiten Buch ins Weltall verschlagen. Raumschiffe, Aliens, Militär und knallharte Action. Da stellt sich mir eine Frage, die schon meine Verlegerin mir bei meinem Psychothriller stellte: Braucht ein solches Buch eine Liebesgeschichte, und wenn ja warum?
In meinem Buch dient die Liebesgeschichte dazu, meinen Protagonisten nahbarer zu
machen. Durch die langsame Annäherung an Iskandria kommt eine Seite von Fasilis zum Vorschein, die er zuvor weitestgehend verborgen gehalten hat. Er hat sich gewissermaßen so sehr in die Rolle des Befehlshabers einer Streitmacht hineingedrängt, dass er seinen menschlichen Teil vernachlässigt hat. Dies ist ein wesentlicher Teil seiner Entwicklung im Buch und zu guter Letzt auch eine Bestätigung dafür, dass er sich für die richtige Seite entschieden hat.

Was fandest du eigentlich schwerer - zwei Menschen ohne Kitsch anbandeln zu lassen oder eine glaubwürdige Actionszenen zu erschaffen, die Hollywood standhalten würde?
Ersteres, ohne Zweifel. Es war völliges Neuland für mich, eine Liebesbeziehung zu schreiben, allein das machte es schon zu einer Herausforderung. Meine Testleser sowie meine Lektorin haben mir sehr dabei geholfen, das Zusammenspiel zwischen Fasilis und Iskandria authentischer zu gestalten und die Annäherung glaubwürdig wirken zu lassen.

Aber genug von rosa rote Herzen, viel interessanter ist: Was reizt dich mehr - eine neue Welt erschaffen, die unserer ähnelt oder eine, wie sie sein könnte? 
Definitiv Letzteres. Spielereien mit verschiedenen Gesellschaftsformen, die zum Teil nicht viel mit unserer gemeinsam haben, reizen mich sehr. Der Blick in die Zukunft bietet mir da eine gewisse kreative Freiheit, weil ich durch fiktive Technologie Dinge möglich machen kann, die aktuell ... nun ja ... Zukunftsmusik sind. So kann ich etwa über Konflikte zwischen Sternenreichen schreiben und mir eine Antriebsart ausdenken, mit der Schiffe von Planet zu Planet gelangen. Dabei verzichte ich bewusst auf pseudowissenschaftliche Erklärungen, sondern beschränke mich eher auf Funktionsbeschreibungen, soweit sie für den Plot relevant sind.

Und damit zur nächsten Frage: Wie viel Logik und Realismus muss ein gutes Buch für dich haben? Ich meine, Fasilis schläft mehrere Jahrzehnte. Rein biologisch betrachtet dürfte er danach wohl Schwierigkeiten haben, überhaupt noch auf seinen Beinen zu stehen. Wie viel Realität darf die Fantasie deiner Meinung nach außer Kraft setzen?
Grundsätzlich bin ich ein Freund von Realismus in Büchern, solange das Leseverständnis
nicht darunter leidet. Ich versuche es in meinen eigenen Werken daher dosiert einzusetzen. Die Schwierigkeiten beim Laufen greife ich zum Beispiel auf, indem seine Bewacher Fasilis ein Exoskelett bereitstellen, welches er allerdings nicht lange braucht. Außerdem versuche ich meine Charaktere realistisch wirken und sprechen zu lassen. Der militärische Begriff für “nachladen” ist beispielsweise “aufmunitionieren”, also verwende ich diesen, auch wenn er sich sperriger liest. Dabei ist mir jedoch wichtig, dass man stets der Handlung folgen kann.

Was glaubst du: Wenn deine Hauptfigur die Möglichkeit hätte, sich bei dir zu beschweren, worüber würde sie sich beklagen? Zu viel Action, zu viele Gefahren, zu viele Zufälle oder etwas ganz anderes?
Es wären definitiv seine Gefühle zu Iskandria und die Tatsache, dass er dezent
überfordert mit der Situation ist :D

Und wem, von deinem Figuren würdest du gerne mal persönlich begegnen? Einer bestimmte , allen oder winkst du an dieser Stelle ab, weil deine Charaktere sowieso von Personen aus deinem Umfeld inspiriert wurden?
Ähnlichkeiten zu real existierenden Personen sind rein zufällig und keineswegs
beabsichtigt :D. Nein Spaß, ich versuche mir Figuren für meine Bücher auszudenken, die individuell sind, Ecken und Kanten haben, sowie einen gewissen Wiedererkennungswert, ohne mir Inspirationen aus der realen Welt zu holen. Wem ich gern begegnen würde ist eine gute Frage. Wahrscheinlich jemandem, der mit dem Substrat verbunden ist. Die Unterhaltung mit einer Person, die intelligenter ist, als jeder Mensch es je sein könnte, stelle ich mir unglaublich spannend vor. Vielleicht habe ich danach je ein bisschen weniger Plotlöcher in meinen zukünftigen Geschichten :D

Genug der spitzfindigen Fragen. 😈 Widmen wir uns den etwas allgemeineren Themen. 

Hand aufs Herz. Jeder Autor kennt es. Das Debüt erscheint, die Emotionen sind groß - aber Jahre später, wenn weitere Bücher folgen, betrachtet man das Debüt mit kritischeren Augen. Gibt es etwas, was der erfahrenere Dennis heute ändern würde?
Wahrscheinlich hätte ich schon viel früher Werbung für “Die Erlöser” machen müssen. Also noch vor dem Release, sodass es im Idealfall Interessenten gegeben hätte, die das Buch sofort zum Release kaufen. Dann wäre mein Account vielleicht auch etwas schneller gewachsen, und möglicherweise wären dann mehr Blicke auf mein zweites Buch gerichtet gewesen. Aber das sind nur Spekulationen. Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar für all die tollen Momente und Begegnungen, die mir nur passiert sind, weil ich ein Buch veröffentlicht habe. Ich bin sehr gespannt, wohin die Reise noch gehen wird! 

Jetzt zu deinem brandneuen Buch „Das verborgene Substrat“. Wir beide kennen uns Buchmessen und ich weiß, wie leidenschaftlich du deine Bücher präsentierst. Hier hast du exakt zwei Sätze Zeit, um die Leser dieses Interviews von deinem neuen Buch zu überzeugen. Zwei! Keine Fußnoten, keine Bonuskapitel und vor allem kein „Ich hole mal kurz aus“.
Ein gefangener Kommandant wechselt notgedrungen die Seiten und verliebt sich in seine Bewacherin. Die Geschichte bedient die Tropes Enemies to lovers, Forced Proximity, Forbidden Love und Slow Burn.  

Du forderst deine Leser gerne heraus, ihre Lesezeit zu stoppen. Aber abgesehen davon: Was sollen deine Leser unbedingt tun, nachdem sie dein Buch beendet haben?
Mehr aus dem Genre lessen. “Die Erlöser” wurden als recht einsteigerfreundlich erachtet und ich habe von mehreren Leuten gehört, dass diese dank dem Buch Dystopien für sich entdeckt haben. Ich hoffe ich kann meine Leserschaft dieses Mal auf die gleiche Weise für Science Fiction begeistern.  

Und jetzt kommt die wichtigste aller Fragen: WANN GEHT ES WEITER?
Das weiß ich noch nicht, aber wahrscheinlich erst 2028. Ich möchte mir bewusst die Zeit nehmen, um meiner Lektorin ein Manuskript von ähnlicher Qualität liefern, wie “Das verborgene Substrat”, und das erfordert noch ein ganzes Stück mehr Überarbeitung.  

An dieser Stelle würde ich mich eigentlich schon herzlich bei dir bedanken. Aber Moment mal … Die Leser wollen dich schließlich noch besser kennenlernen. Also gibt es noch eine kleine Schnellfragerunde. 😈

Entweder oder?

Raumschiff oder Zeitmaschine ? Raumschiff
Bösewicht mit Charme oder Held mit Macken? Bösewicht
Plotten oder Drauflosschreiben? Plotten
Stille oder Musik beim Schreiben? Stille
Kaffee oder Cola am Schreibtisch? Kaffee
5 Sterne Rezension oder ehrliche Kritik?  ehrliche Kritik

Und zum Schluss. BLITZRUNDE: NUR EIN WORT!

Nicht lange überlegen. Die erste Antwort zählt!

Lieblingsfigur? Fasilis
Schlimmster Bösewicht? Zensiert (wegen Spoiler)
Größte Schreibsünde? Gepasst
Größter Luxus beim Schreiben? Gepasst
Unterschätztes Genre? SciFi
Nervigstes Autorenklischee? Gepasst
Lieblingswort? Gepasst
Hasswort? Gepasst
Schreibsnack? Schokolade
Lieblingsplanet? Erde
Größte Alien-Angst? Entführung
Dein Buch in einem Wort? spannend
Dennis als Autor in einem Wort? unbeschreiblich
Ein Wort für deine Leser? Danke!
Ein Wort für deinen Lektor? Megamäßig!
Dein Endgegner: Anfang oder Schluss? Anfang
Inspiration oder Disziplin? beides
Chaos oder Kontrolle? Kontrolle
Bauchgefühl oder Logik? Logik
Spontanität oder Planung?  Planung


DANKE, DENNIS!


Jetzt ist aber wirklich Schluss. Ich bedanke mich herzlich bei dir für deine Zeit, deine Ehrlichkeit und deine hoffentlich noch nicht allzu löchrige Geduld.

Und falls ich etwas vergessen habe, das euch als Leser brennend interessiert: Dennis freut sich bestimmt, wenn ihr ihn und seine Bücher auf einer der zahlreichen Buchmessen in Deutschland besucht. Ihm Löcher in den Bauch zu fragen, zaubert ihm mit Sicherheit ein Lächeln ins Gesicht.

Viel Spaß beim Lesen – und Dennis, bleib so herrlich begeistert von deinen Geschichten! Die Leser und ich freuen uns schon auf das, was danach kommt. Also ran an die nächsten Abenteuer.