R. L Stine - Mein unsichtbarer Freund

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Sammy ist ein Junge, der eher zweiter Klasse ist. Egal was er macht, er steht immer im Schatten seines Bruders. Besonders schlimm wird es jedoch, als er immer wieder zu Unrecht bestraft wird. Da heißt es plötzlich er habe alles aufgegessen, obwohl er es nicht war. Dafür darf er mit leerem Magen ins Bett. Sein Zimmer wird verwüstet und mit Essensresten vollgestopft, und niemand glaubt ihn, dass er unschuldig ist. Nicht er ist für die Dinge verantwortlich, sondern sein unsichtbarer Freund. Nicht mal seine beste Freundin, die sogar an Geister glaubt, nimmt ihn jedoch diese Geschichte ab. Nur seine Katze, die es immer wieder erlebt, weiß, dass er die Wahrheit sagt. Doch warum ist sein Freund überhaupt unsichtbar? Das versucht Sammy herauszufinden, und macht eine erschreckende Entdeckung.

===Sarahs meine Meinung===
Gänsehaut habe ich schon in meiner Jugend verschlungen und immer wenn ich inzwischen auf der Suche nach einer leichten Lektüre bin, greife ich gerne auf gute Kinderbücher zurück. Zumal mein Sohn mit seinen 9Jahren so manche Kinderbücher hat.

Dieses Buch habe ich im Alter von 12 Jahren zum ersten Mal gelesen und war begeistert. Doch viele Bücher sehe ich mit Mutter-Augen inzwischen anders. Bei diesem Fall ist meine Meinung jedoch gleich geblieben.

Die Idee hinter dieser Geschichte ist zum einen der dauerhafte Wunsch von Menschen einmal unsichtbar zu sein, um Menschen zu belauschen oder verbotene Dinge zu tun. Auf der anderen Seite geht es jedoch auch um Andersartigkeit oder das schwarze Schaf der Familie zu sein. In meinen Augen wichtige Themen, die Spannung und einen guten Gruselfaktor garantieren.

Zu einer guten und kindgerechten Umsetzung bedarf es neben einer perfekten Idee, auch gute Figuren. Diese sind in diesem Buch definitiv gewährleistet, denn für jeden Geschmack ist etwas dabei. Der tollpatschige und unbeliebte Sohn Sammy, sein genialer und intelligenter Bruder und seine absolut mutige und starke beste Freundin. So kann der Leser sich aussuchen, mit wem er sich am Liebsten identifiziert und viel besser an der Handlung teilhaben. Neben den unterschiedlichen Figuren setzt er jedoch auf eine konstante Weiterentwicklung und ein klares Bild. Auch hier wird gezeigt, dass Kinder schon in jungen Jahren ihren eigenen Willen und Charakter haben und wir Eltern dies leider viel zu häufig vergessen.

Die Protagonisten, aber auch alle anderen Beschreibungen, wie die vom Gruselhaus oder bestimmten Situationen sind durch den sehr lebendigen und bildhaften Stil einwandfrei gelungen. Kopfkino Deluxe würde ich es schon nennen. Der Stil beflügelt nicht nur die Fantasie, sondern ist charakterstark, denn Stine weicht nicht von seinem bekannten Stil ab. Er haucht seinen Figuren perfekt, in einer kindlichen Sprache und durch kurze, verständliche Sätze genau das Leben ein, was sich Leser ab 8 Jahren wünschen. Ich sage 8 Jahre, denn mein Sohn hat das Buch im Alter von 8 Jahren gelesen, verstanden und geliebt.

Inhaltlich setzt Stine bei seinen Gänsehaut-Büchern nicht nur auf Spannung, die ihm mit einem unsichtbaren Freund, der viel Mist baut, natürlich bemerkenswert gut gelungen ist. Selbst als Erwachsene habe ich mit gefiebert und gerätselt, warum dieser Junge nun unsichtbar ist. Ein Punkt den ich nach fast 20 Jahren nicht mehr im Kopf hatte. Mit jeder Seite wird das Buch spannender, bis es sich eben in einem famosen und interessanten Schluss ausklingt. Es ist ein Schluss mit dem wohl niemand gerechnet hätte und der fantasievoll und logisch zu gleich ist, dass er in meinen Augen hätte nicht besser gewählt werden können.

Dabei lässt der Autor den Lehrgehalt nie außer Acht, denn in diesem Alter ist es sowohl für Schulen, als auch Eltern immer wichtig, wenn die Heranwachsenden bestimmte Werte vermittelt bekommen. In diesem Punkt geht es darum, dass man Kinder gleich behandeln soll, und man sich nicht schlechter fühlen muss, wenn der Bruder oder die Schwester besser ist, denn jeder hat Seiten und Dinge, wo er besser ist. Wichtiger ist jedoch der Aspekt der Andersartigkeit. Anfänglich ist es noch die Tatsache der Unsichtbarkeit und besonders der Schluss macht deutlich, dass dahinter noch mehr steckt. Material, dass zu zahlreichen Diskussionen verleitet. Daher nun ein Spoiler, damit Eltern und Lehrkräfte wissen, wovon ich rede.

SPOILER
Am Ende wird der unsichtbare Freund sichtbar gemacht. Und während man beim Lesen nie eine Andersartigkeit außer der Unsichtbarkeit vermutet hat, wird er sichtbar zur Attraktion, denn er ist ein Mensch. Für uns sicherlich ein normaler Anblick, aber für einen Außerirdischen, der sechs Arme hat sicherlich eine Attraktion. Schnell wird klar, warum er unsichtbar gemacht wurde, und warum sein Vater wollte, dass er dies auch bleibt. Logische Konsequenz dieser Situation ist, dass er in den Zoo kommt, obwohl er geistig und von der Intelligenz her genauso ist wie die Außerirdischen.

SPOILER ENDE

Mich hat die Geschichte genauso fasziniert, wie damals und wie meinen Sohn. Es ist eine witzige, spannende und zugleich traurige Geschichte, die zeigen soll, dass man andere nicht nach dem Aussehen, sondern nach seinen inneren Werten beurteilen soll. Für Kinder eine lehrreiche Lektion, die viel Potential hat, denn mein Sohn wollte danach wissen, wie man denn Leute, die anders sind behandeln sollte.

Aus diesem Grund ein Buch, das ich selbst aus Kindersicht, aus Sicht eines heutigen Kindes und aus Sicht als Mutter nur empfehlen kann.




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