R. L. Stine - Fear Street - Feuerfluch

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===Buchdaten===
Autor: R. L. Stine
Titel: Fear Street - Feuerfluch
Untertitel: Wie das Grauen begann
Verlag: Loewe
Erschienen: 2004
ISBN-13: 978-3785551981
Seiten: 160
Einband: HC
Kosten: 6,90€
Serie: Fear Street – Wie das Grauen begann

===Zitierter Klappentext===
Nicht umsonst hat seine Mutter Nicholas seinen wahren Namen verschwiegen. Nicht umsonst sind sie aus Shadyside weggegangen. Denn Nicholas ist ein Fear. Als er nach dem Tod seiner Mutter in die Kleinstadt zurückkehrt, erweckt er den Fluch, der auf der Familie der Fears lastet, zu neuem Leben. Und das Böse hält Einzug...

===Meine Meinung===
Fear Street – Feuerfluch ist der letzte Teil der „Wie das Grauen begann“-Trilogie von R. L. Stine.

Dieses Teil beginnt im Jahr 1900. Shadyside ist noch immer ein kleines Dorf. Diesmal scheint es jedoch, dass das Grauen endlich ausgestorben ist. In einem verheerenden Feuer kommen alle Nachkommen der Familie Fear um. Lediglich Nora überlebt, aber niemand glaubt ihr die Geschehnisse am Tatort. Stattdessen wird sie in eine Irrenanstalt eingewiesen. Dort bringt sie auch Nicholas zur Welt, den gemeinsamen Sohn, den sie kurz vor Daniel Fears tot gezeugt haben. Als dieser weggebracht werden soll, gelingt Nora die Flucht. 19 Jahre später verstirbt sie und ihre letzten Worte richten sich an Nicholas und betreffen sein Erbe. Er macht sich auf den Weg nach Shadyside und bringt somit das Böse wieder an Ort und Stelle.
Nachdem mir der zweite Teil schon etwas weniger gefallen hat, hatte ich gehofft, dass der Abschluss ein würdiger Abschluss für diese interessante Trilogie sein würde. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Gleich am Anfang erwartet den Leser der bekannte Prolog, wie auch schon in den Bänden vorher. Daraus geht hervor, wie die Familie Fear mit dem Fluch belegt wurde. Danach beginnt der wohl denkbar schlechteste Abschluss für diese Reihe.

Es beginnt schon beim Einstieg. Dort wird der Tod der Familie Fear detailliert geschildert. Wer die vorherigen Bände gelesen hat, wird sich allerdings fragen, wie ein solcher Tod möglich sein konnte. Zudem ist von zwei verfeindeten Familien die Rede. Dieser Streit soll schon lange bestehen, aber er wurde vorher nie erwähnt. Das wirft schon einmal Fragen auf. Danach geht es schon mit einer rasanten und merkwürdigen Flucht weiter. Statt Logik setzt R. L. Stine auf eine unkomplizierte Lösung, der Fantasie. Ich bekam das Gefühl, dass er einfach in diesem Moment keine andere Lösung gesehen hat.
Die Jahre ziehen ins Land und plötzlich verstirbt die Mutter. Woran sie stirbt, wird jedoch nicht erwähnt. Vieles kann der Leser sich hier einfach nur als Puzzle zusammensetzen und erahnen. Die Rückkehr nach Shadyside verspricht endlich eine Wendung, wird aber durch seine Brutalität für Kinder sehr extrem gestaltet. Von abgetrennten Fingerkuppen mit hohem Blutverlust bis zu dem qualvollen Tod durch Ersticken an Hefeteig, der in Nasen und Mund gefüllt wird. Ich gehöre nicht zur Zielgruppe, aber finde es als Mutter eher extrem und zu gewalttätig für die empfohlene Zielgruppe. Sonst sind R. L. Stine Werke auch recht brutal, aber das ist meist nur der Ansatz. In der Regel wird der Tod nie so direkt beschrieben. Das Problem ist einfach, dass der Autor einen sehr bildhaften Stil hat und seinen Lesern ein perfektes Kopfkino bieten möchte. Gerade bei einem solchen Inhalt könnten sich jüngere Leser noch ängstigen.
Auch der Schluss ist alles andere als logisch. Während die beiden Vorgänger noch einen halbwegs realistischen Abschluss gefunden haben, musste der Autor hier auf Logik verzichten, damit sich die Reihe erklärt. Ich als Leser konnte hier einfach nur noch den Kopf schütteln. Auch an diesem Punkt hatte ich das Gefühl, dass R. L. Stine mit seinen Ideen am Ende war. Ich habe noch nie ein so unlogisches, brutales und schlechtes Buch aus dieser Reihe gelesen.

Eine Empfehlung auszusprechen fällt mir ehrlich gesagt schwer. Sonst konnte ich auch langweiligere oder unlogischere Bände der Fear Street Reihe zumindest einigen Lesern empfehlen. Dieses Buch ist wohl mit das schlechteste, welches ich in meinem ganzen Leben gelesen habe. Es schließt die Trilogie ab und erklärt, den Start für die eigentliche Reihe. Daher kann ich das Buch empfehlen, aber vom Inhalt her: Finger weg.

===Bewertung===
Spannend, brutal, unlogisch und teilweise schlecht durchdacht, versucht R. L. Stine überhaupt einen passablen Abschluss der Trilogie und somit einen Anfang für die Reihe zu finden. In meinem Augen ist ihm dieser Teil nicht gelungen. Er hätte sich von der Idee her an den ersten Teil halten sollen. Für mich ein Gnadenstern.