MXGP im Test PS4


Staub, Emotionen, Simulation, Authentizität, unglaubliche Sprünge und der Kampf um Platz eins. So beschreiben die Publisher MXGP, und wir haben in den letzten Tagen mal genauer nachgeschaut. Ob dahinter nur heiße Luft steckt, oder die angekündigten Verbesserungen für die PS4 Variante auch stimmen, können wir euch nun verraten.


Schon im ersten Quartal 2014 wurde für die meisten Konsolen MXGP auf den Markt gebracht. Die Meinungen zu dem Spiel sind durchwachsen, deswegen haben die Entwickler reagiert und für die PS4 eine Menge Verbesserungen vorgenommen und exklusive Features hinzugefügt. Für alle, die das Spiel schon vorher kannten, einmal kurz alles im Überblick. Es gibt vier neue Strecken, die in Bulgarien, Tschechien, Italien und Europa sind. Insgesamt gibt es somit 18, die für Stimmung und Abwechslung sorgen. Ab jetzt gibt es für den Führenden ein rotes Nummernschild. Das Terrain verändert sich in Echtzeit, bessere Texturen und Details als bei der PS3, 22 Fahrer sind zeitgleich auf der Strecke, besserer Sound und zudem verändert sich das Licht am Controller mit der Drehzahl des Motors.


Die Veränderungen können wir nicht beurteilen, da weder mein Mann noch ich den Vorgänger gespielt haben, daher bezieht sich unsere Bewertung rein auf die Eindrücke, die wir bei dieser Version gesammelt haben.


Fix installiert, heißt es erst einmal ein Profil anlegen. Name, Spitzname, Nationalität und ein Portrait von einem realen Fahrer. Danach könnte es schon losgehen, wenn wenigsten angezeigt werden würde, wie man seine Auswahl speichert, denn Informationen liegen leider nicht vor. Ist die erste winzige Hürde genommen, kann es auf die Pisten der Welt gehen. Im Karriere-Modus, Solorennen, Meisterschaft oder online gegen andere. Langweilig wird es mit dieser Auswahl nicht, sofern nicht irgendwann die Tatsache stört, dass sich mit der Zeit die 18 Strecken eben wiederholen.

Bevor es auf die Piste geht, könnt ihr euch die Steuerung in Videos erklären lassen. Allerdings geht in diesem Fall Probieren über Studieren. Gesteuert wird im Dual-Stick und das klingt leichter als es ist. Die ersten Runden sind auf jeden Fall eine Herausforderung, denn die Strecken sind voller Kurven und Hügel, die Gegner trotz leichtester Stufe nicht gerade schlecht. Im Gegenteil oft wird man von der Piste gedrängt, stürzt und die anderen Fahrer bleiben auf ihren Maschinen. Bis man die Maschinen gut kontrollieren kann, wird es bei manchen länger, bei anderen kürzer dauern. Eins ist aber klar, es lohnt sich. Besonders der Karriere Modus verleitet zum Zocken, denn wer möchte nicht der Star auf den Pisten sein. Emails checken, sein Siegerfoto auf den Covern von Zeitungen begutachten, gehört genauso dazu, wie sein Motorrad vom Mechaniker checken zu lassen und seine Karriere zu planen. Um Aufzusteigen heißt es gewinnen und Punkte sammeln. Das ist nicht immer Freust frei. Zwei Räder sind eben nicht so leicht zu bändigen, wie vier Räder, das muss ich als Fan von Autorennen schon zugeben. Es ist zwar nicht unmöglich die KI wieder einzuholen, aber es ist auch schwer sie abzuhängen. Da reicht ein Sturz aus, weil das Rad nicht so ideal aufkommt bei der Landung und schon ist man nicht mehr auf Platz 1 sondern auf Platz 9. Schließlich braucht der Fahrer auch einige Zeit, um sich wieder zu berappeln. Inhaltlich sorgt das Spiel für langen Spielspaß und ist gut umgesetzt.



Was ich grafisch leider nicht ganz bestätigen kann. Ich weiß zwar nicht, wie es vorher war, aber optimal wurde es nicht gelöst und wüsste ich nicht, dass sich etwas geändert hat, ich hätte dies nicht mal vermutet. Zwar sieht die Grafik im Hintergrund recht chic aus und die Piste ändert sich in Echtzeit, so als würde man selbst hinter seinem Fahrer fahren. Trotzdem gibt es immer wieder Ruckler, Schatten oder Texturen, die nicht ganz stimmig umgesetzt wurden. Vieles merkt man jedoch erst, wenn man nicht selbst als Fahrer involviert ist, sondern jemanden zuschaut. Ansonsten lässt sich zumindest sagen, dass der Fahrer authentisch dreckig wird, durch seine Stürze und auch die Maschine am Ende nicht mehr sauber ist. Warum die Reifen jedoch optisch oftmals eher über den Matsch gleiten, statt sich dadurch zu wühlen, sei mal dahingestellt. Ich habe es ja live noch nie gesehen. Hinzukommen Ladezeiten, die schon fast einladen einen Kaffee zu trinken. Gefühlte 5 Minuten sind es regelmäßig. Oft denkt man, es geht endlich los, und dann wird doch wieder weitergeladen. Das mindert zusätzlich den Spielspaß. Dafür kann der Sound mit authentischer Geräuschkulisse und ansprechender Musik.


Alles in allem macht das Spiel großen Spaß, aber ist auch eine Herausforderung bezüglich der eigenen Koordination. Wenn der linke Finger nicht weiß, was der rechte macht und nicht alles genau stimmt, dann geht es auf in Richtung Bruchlandung. Koordination, Reaktion und Fingerspitzengefühl werde auf jeden Fall trainiert. Und wer denkt, dass er gut ist, kann sein Können auch mit anderen Spielern unter Beweis stellen. Allerdings war bei uns noch nicht viel los.

FAZIT
Trotz seiner Schwächen und der ungewöhnlichen Steuerung, die schon sehr straff reagiert, rockt das Spiel.


GP: 8
ST: 6
GR: 7
SD: 8
MP: 8



74%

PRO / CONTRA
+ viele offizielle Lizenzen
+ umfangreiche und spaßige Karriere, sowie weitere Modi
+ Gelände mit viel liebe gestaltet...
+ innovative und moderne Dual-Stick Steuerung ...

- .. aber leider manchmal leichte Ruckler, oder matschige Konturen
- .. und genau diese Steuerung bedarf sehr viel Feingefühl und Koordination
- extrme Ladezeiten

FAKTEN
Preis: 69,99€
Entwickler: Milestone
Publisher: Namco Bandai Partners
Genre: Rennspiel