Insel des Sturms / Nora Roberts

Ganz offensichtlich, gar keine Frage, war sie übergeschnappt!
Als Psychologin sollte sie es wissen.
Sämtliche Zeichen waren da, und zwar bereits seit Monaten. Die Gereiztheit, die Übellaunigkeit, der Hang zu Tagträumen und die Vergesslichkeit. Der Mangel an Motivation, an Energie, an der normalerweise für sie typischen Zielstrebigkeit. (Zitat S. 7)

Woher ich das Buch habe, weiß ich gar nicht mehr, aber ich weiß, dass mich das Buch so überzeugt hat, dass ich gleich Band 2 und 3 auch gleich bestellt habe. Nun möchte ich euch aber ebenfalls von dieser leicht trivialen und doch zum Nachdenken anregende Lektüre überzeugen. Begleitet mich also ins zauberhafte Irland.


WORUM GEHT ES IM BUCH
Jude hat von ihrem Leben die Nase voll. Ihr Job als Dozentin nervt sie nur, die Scheidung von ihrem Mann nach nur 7 Monaten Ehe hat sie nicht verkraftet und nachdem ihr Leben ein großer Scherbenhaufen ist, schmeißt sie alles hin und reist in die alte Heimat ihrer Großmutter. Diese hat dort ein Cottage geerbt und das wird nun für Jude die nächsten sechs Monate ein neues zu Hause. Sie möchte in aller Ruhe herausfinden, was sie beruflich machen möchte und wieder zu sich selbst finden. In Irland angekommen, möchte, die sonst schüchterne Jude am Liebsten zurück, aber im Cottage angekommen fühlt sie sich auf Anhieb wohl. Nicht nur wegen der netten Begrüßung ihrer Nachbarin Brenna, sondern vor allen Dingen, weil das Haus, die Mythen und die Ruhe ihr gefallen. Besonders hat es ihr aber der Pub-Besitzer Aiden angetan. In diesen verliebt sie sich auf den ersten Blick und beginnt sogar nach einigem Hin und Her eine romantische Affäre. Für ihn und ihre lieb gewonnenen Freunde würde sie sogar Chicago hinter sich lassen und Irland als neue Heimat akzeptieren. Das Glück könnte perfekt sein, als der wilde Aiden ihr einen Antrag macht, wären da nicht seine unbedachten Worte, die Jude tief in der Seele verletzen.

WICHTIGE FIGUREN
Jude – Psychologin aus Chicago, die nach Irland reist um sich zu finden
Aiden – Pub Besitzer und früherer Vagabund / Draufgänger
Shawn – Der Bruder von Aiden, Musiker und Koch
Darcy – Schwester von Aiden, jung dynamisch und Mode verliebt
Brenna – Nachbarin von Jude, ein Mädchen das ein halber Junge ist

MEINE LESEEINDRÜCKE
Mit diesen Worten beginnt ein rührender, leicht witziger Roman, der zwar von vielen Lesern als eine Spur zu kitschig empfunden werden könnte, aber mit seiner Mischung aus Klischees, Mythen und Romantik zumindest mich fesseln konnte.

Das war aber nicht von Anfang an der Fall. Gleich zu Beginn empfand ich das Buch einfach enttäuschend. Warum, lässt sich gar nicht so leicht in Worte fassen. Die ersten Seiten mit Jude waren ehrlich gesagt anstrengend. Man trifft auf eine junge Frau, die nicht mal weiß, ob sie ihren Mann je geliebt hat, sich aber selbst bemitleidet und die nicht mal in einen Kreisverkehr fahren kann. Gleichzeitig trifft man auf Aiden, der alle Klischees erfüllt. Früher ein richtiger Wilder, der auch heute noch den ungezähmten Eindruck macht, aber in Wirklichkeit ein Schoßhund ist. Klischees, vorhersehbar und dann leider zumindest mit einer nicht beeindruckenden Protagonistin. Erst mit dem Auftauchen von Brenna und Darcy habe ich mich in das Buch verliebt. Die anderen Figuren wurden alle so liebevoll, witzig und charmant beschrieben, dass sie mir mehr ans Herz gewachsen sind, als die liebe Jude.

Mit der Zeit siegt aber die magische Kulisse Irlands und das Einfließen der verschiedenen Mythen und Märchengeschichten, die das Buch immer interessanter gestaltet haben. Es sind wunderschöne Geschichten, die auf interessante Weise in das Buch eingebunden worden sind. Sie beschreibt zwar leider etwas wenig vom Land selbst, aber die gewählten Schilderungen sind genauso schön umgesetzt, wie die Mythen. Man kann sich zumindest das Cottage und die nähere Umgebung bildhaft vor dem eigenen Auge vorstellen.

Inhaltlich schleppt sich die Geschichte ehrlich gesagt. Schon früh beginnt die Affäre und kristallisiert sich der Ehewunsch von beiden Figuren. Wie es sich gehört, gibt es Hindernisse, auf die man als neugieriger Leser wartet, aber leider ist das nicht unbedingt eine Meisterleistung weil es eben irgendwie abgekupfert wirkt. Und trotzdem möchte man mehr wissen, weiterlesen. Unbewusst hat man sich irgendwann doch auf Jude und Aiden eingelassen und sie ein Stück liebgewonnen.

Lediglich der Liebesteil, der einfach übertrieben kitschig ist, habe ich nach dem ersten Mal übersprungen. Es tut mir leid, aber die Szenen sind so übertrieben, dass sogar mir beinahe schlecht geworden wäre, weil es einfach trieft.

Dafür hat das Buch aber auch interessante Aspekte, wie zum Beispiel die Tatsache, dass die meisten Männer nicht mit Worten ausdrücken können, was sie eigentlich möchten, und davon ausgehen, dass wenige Worte manchmal reichen. Gerade diese Passage hat mich zum Schluss sogar kurz zum Lachen gebracht.

Genau dieses Lachen und die Verbindung zu den anderen Figuren hat mich dann das Buch im Nachhinein doch als halbwegs positiv empfinden lassen, und dafür gesorgt, dass ich auch die anderen Teile lesen muss.


Alles in allem ist das Buch sicherlich nicht verkehrt, aber eben eine Spur zu kitschig. Ein paar mehr Hindernisse, vielleicht eine kleine Wendung, und das Buch wäre definitiv besser gewesen.

BUCHFAKTEN
Autor: Nora Robers
Titel: Insel des Sturms
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (17. Oktober 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 344237829X
ISBN-13: 978-3442378296
Originaltitel: Jewels of the Sun
Preis: € 8,99
Genre: Liebe, Familie, Drama, Märchen
Reihe: Sturm-Saga
Gelesen in: 3 Tagen